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Geniale Serien - Geheimtipps und Anderes


#561

@Enzio @teeosoph Ja… ich bin mir nicht sicher, ob Ihr gerade Böhmermann zitiert, oder das Medienecho… oder tatsächlich die Serie gesehen habt, dann aber eine andere wie ich… Man sollte sich auf jeden Fall mal frei machen von dem Schweiger-Tatort-link, sonst ist man EVENTUELL etwas voreingenommen. Die meisten Kritiken in den Medien sind für mich Müll.

Die einzigen Klischees, die “weh tun”, sind für mich die ein oder andere Nazi-Szene und vor allem die Nazi-Mutti… wobei ich auch sagen muss, ich bin kein Szene-Insider und muss auf die Meinung der Feuilletonisten und deren Insiderkenntnissen vertrauen (hust). Alles andere, tut mir leid, finde ich was die Darstellung der Figuren angeht (und gerade des Fußballers)… sehr glaubhaft. Die Figur, die von Anna Maria Mühe gespielt wird, ist trefflich gespielt. Ja… die Einzelkämpfer-Action der Polizisten ist nicht gerade realitätsnah… aber muss das ein Kriterium sein?

Da in Kritiken gerne immer gesagt wird, dass diese Serie “4 Blocks” nicht das Wasser reichen könne, frage ich…: Was ist mit dem Neonazi in “4 Blocks” (dem Kollegen des V-Manns, um dessen Story abzusichern)? Ist der nicht identisch gezeichnet wie die Nazis in “Dogs of Berlin”? Ist der zweifelnde Clan-Chef, der nach außen hin die Nummer 1 des organisierten Verbrechens ist und innen eine gutmütige Seele, die Opfer missglückter Integrationspolitik auf Grund des fehlenden Passes ist und in Wirklichkeit von einer Zukunft als sauberer Steuerzahler träumt… NICHT DAS GRÖßTE ALLER KLISCHEES??? Auch die innerfamiliäre Situation in den Clans (und die Rolle der Frauen) finde ich in “Dogs of Berlin” wesentlich realitätsnaher gezeichnet.

Welche denn?

Also dann haben wir generell völlig andere Erwartungen an eine Serie. Ich wundere mich, was so eine Serie immer alles können muss. Wenn es für mich ein Heidenspass ist und ich, so ging es zumindest mir, einer spannenden Story folge, die mich die Serie an zwei Tagen bingen lässt… ja was will ich denn mehr? Das ist doch ein Quantensprung deutscher Serienproduktion…


#562

Nur kurz eingemischt und gleich wieder weg :grin:


#563

OK… die muss ich mir anschauen, allein schon wegen Willi Herren :smiley: Auch wenn es nach Live Action Role Playing aussieht. Wäre ein Film, der einen der drei Milieus von “Dogs of Berlin” abdeckt. Bin auf weitere Tipps von Teeosoph gespannt.


#564

Die Tatort-Ähnlichkeiten sind doch offensichtlich. Dafür brauche ich kein Böhmermann (guck ich nicht) oder Medienecho. Der selbe Regisseur, der selbe Hauptdarsteller, ähnliche Action und Inszenierung und eine Story, die so auch in einem Schweiger-Tatort hätte stattfinden können. Wesentlicher Unterschied: Dogs of Berlin dreht noch mehr am Rad.

Würde ich so unterschreiben. Ich habe nix Gegenteiliges behauptet. Mit Bine (Anna Maria Mühe) und dem Nachwuchs-Rapper gab es schon relativ realistische Figuren. Und viele der anderen Figuren sind in ihrer Larger-than-Life-Mentalität ja überzeugend innerhalb des Serien-Universums, wenn auch weniger realistisch.

Jede beliebige Buddy-Action-Comedy. Ich rede hier nicht von einzelnen Komponenten, sondern vom gesamten Konzept.

Ich habe doch nirgends behauptet, dass die Serie schlecht ist. Deshalb schreibe ich ja auch vom Heidenspaß. Aber die Serie ist nun wahrlich kein anspruchsvolles Meisterwerk und eben nicht wirklich originell. In ihrer teilweise dargestellten Radikalität wirkt sie nur manchmal so, als wenn sie es wäre.


#565

Danke für die Antwort. Tja… ich habe auch nicht behauptet, dass die Serie ein Meisterwerk sei. Allerdings behaupte ich, dass sie originell ist (kenne auch außer “4 Blocks” wirklich keine vergleichbare Serie deutscher Produktion, schon gar nicht thematisch. “Im Angesicht des Verbrechens” von Dominik Graf könnte man nennen, vielleicht ist diese Serie auch anspruchsvoller – aber auch sehr viel “dröger”). Rasant und unterhaltsam ist sie sowieso (trotz oder auch wegen der ein oder anderen Übertreibung… z.B. Showdown in der No-Go-Area :smiley: ). Kein Meisterwerk, OK, da sind wir uns aber einig. Ich würde auch immer sagen “für deutsche Verhältnisse”, wenn ich eine solche Serie lobe.


#566

Die neue Amazon-Serie Beat könnte man noch nennen. Da gehts auch um organisierte Kriminalität. Ist ernsthafter als Dogs of Berlin, aber auch thematisch etwas überfrachtet (Waffen, Drogen, Flüchtlinge, Organhandel, Geheimdienst…). Hat mich nicht völlig überzeugt, kann man sich aber anschauen. Jannis Niewöhner in der Titelrolle hat mir hier sehr gut gefallen und die Club-Szenen und russischen Orgien sind ein Knaller.