Auch ein Supermarkt muss das beauskunften, was es an Daten hat.
Und nur mal so: der Unterschied zwischen der (inzwischen) wichtigsten Enzyklopädie der Welt und einem Supermarkt hast du aber schon verstanden, oder? In ersterem Fall mehr persönliche Daten zu Auskuntftszwecken vorhalten zu lassen ergibt durchaus Sinn und hat nichts mit staatlicher Kontrolle zu tun.
DAS wäre erst dann der Fall, wenn der Staat zum Abruf der persönlichen Daten eine Scnhittstelle verlangt.
Der Grund, warum keine Konkurrenten zu Stande kommen liegt ja im krankenden System. Jeder, der schon mal eine Firma gegründet hat oder gründen wollte, merkt wie viele Stöcke einem der Staat zwischen die Beine wirft. (Holger hat das ja in seinem letzten Buch gut beschrieben, wie schwer es ihm mit Zwangsmitgliedschaften u.ä. gemacht wurde) In den USA ist es zwar einfacher, aber eben auch nicht unkompliziert. Dennoch hat es einen Grund, warum vielversprechende Firmen mit weltweitem Impact selten aus deutschen Landen kommen (mal abgesehen von bestehender Großindustrie, der wiederum jeder Wunsch erfüllt wird)
Ich denke, dass Monopole nicht von ungefähr entstehen. Entweder das Produkt überzeugt und stellt zufrieden oder es entwickelt sich irgendwann eine Konkurrenz, siehe soziale Netzwerke. Es sah lange so aus, als wäre Facebook unanfechtbar, es gab ein Massensterben an sozialen Netzwerken. Facebook hat viele falsche Entscheidungen getroffen und mittlerweile sind es ein halbes Dutzend marktbeherrschender sozialer Netzwerke.
ja, die Enzyklopädie sollte noch viel unabhängiger sein können als der Supermarkt. Man stelle sich den Artikel über Maaßen vor, wenn er in seiner letzten Position die Aufsicht über die Wikipedia gehabt hätte.
Geil, wusste nicht, dass wir Libertäre hier haben. Spannend
Die Problematik ist eigentlich eine Ähnliche wie bei Facebook und Co. - Wir erleben, dass einzelne privat geführte Plattformen zu einem gewissen Grad einen Wertschätzungsgrad erreichen, dass man durchaus nicht mehr nur mit dem Argument Privatrecht und „Ist ja mein Haus, also meine Regeln“ ankommen kann.
Wenn z.b. einzelne Meinungen auf Youtube, v.a. politischer Natur gesperrt werden, könnte man sagen, dass es ja das privatrecht des Eigentümers ist und dieser Anspruch ist auch durch die Haftung begründet (Der Grund, warum das Löschen von Beiträgen in diesem Forum keine Zensur ist, nebenbei angemerkt) . Allerdings hat Youtube als Plattform eine derartige Wertigkeit, dass man schon davon sprechen kann, dass eine Zensur stattfindet. Und genau das ist ja die Fragestellung, ob man hier staatlich intervenieren muss, weil wir von Monopolen reden, die auch durch den Markt nicht mehr reglementiert werden. Es gab Konkurrenzangebote zu Youtube, die sind alle dank Netzwerkeffekt gescheitert.
Ein User schreibt eine kritische Maaßen- und Verfassungsschutz-Information. Maaßen findet das doof und ermittelt wegen Landesverrat (siehe Netzpolitik.org). Wiki muss
der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellen. Auch wenn der Prozess eingestellt werden sollte: Der nächste Autor lässt eine ähnliche Info dann lieber unter den Tisch fallen und wir vergessen sie lieber. Nein danke.
Also ich bin Teil einer Firma und ich fand das jetzt nicht so wirklich schwer. Und wir, also die Gesellschafter, sind echt keine besonders geldgeilen Säcke, die das Geschäft auf maximalen Output hin organisieren und trotzdem kommen wir mit der Firma recht gut klar. Das Argument kann ich daher erstmal nicht so recht nachvollziehen.
Ich komme aus der IT und habe dadurch viel mit Microsoft zu tun. Die Produkte überzeugen dort eigentlich niemanden. Der primäre Grund, warum man MS einsetzt ist der, dass die entsprechende Branchenlösungung nur unter MS Systemen läuft (Betriebssystem und Office). Das ist ein sich selbsbefruchtender Prozess. Du kommst davon nicht weg ohne auf die fundamentalen Werkzeuge deiner IT Systeme zu verzichten. Das ist null Freiheit. Daher auch meine zwiegespaltene Meinung zu deiner libertären Einstellung. An sich teile ich sie, aber in der Praxis funktioniert das halt am Ende nicht.
ich möchte auch mal den Kommunismus-Joker ziehen: Man hat die Durchsetzbarkeit bisher einfach noch nicht im real existierenden Nachtwächterstaat versucht.
Ne, das zieht nicht. Wie willst du Monopole in der libertären Ideologie (wertfrei) verhindern? Ich habe dir ja nicht ohne Grund das Beispiel mit MS aufgezeigt um zu zeigen, dass aus sowas am Ende eben auch Unfreiheit entsteht. Oder ist die für dich ok?
Ich habe dir ja schon ein Gegenbeispiel genannt. Bei FB konnte man auch argumentieren “ich gehe nicht zu einem anderen Netzwerk, weil da ja dann keiner ist”. Das ist auch ein selbstbefruchtender Prozess.
Wenn eine kritische Masse entsteht, beginnen Veränderungen.
Du vergisst die Wiki-Richtlinien: Solche kritische Informationen müsstest du auch mit Quellen belegen. Das beißt sich mit deinem Beispiel. Diese edits wären also relativ zügig weg. Zu Recht. Und wenn du sie belegen kannst, wo soll der Staatsanwalt dann zugreifen?
Davon ab hast du einen wichtigen Teil meines Original-Posts ignoriert:
Wir reden von Sichtern, Admins und Bürokraten (und was es sonst noch an Kontentypen gibt, die mehr dürfen). Leuten, die deine Meinung als anonymer Autor oder regulären Wikibenutzer redigieren und auslöschen können, die deinen Benutzer teilweise oder auch ganz sperren können. Die dich mundtot machen können, die deine Stellungnahme unter dem Artikel über dich unsichtbar machen können und den Artikel nach belieben so umgestalten können, wie es dir ganz sicher nicht gefällt.
Wie soll denn eine kritische Masse entstehen, wenn du deine Existenzgrundlage verlierst, wenn du den Monopilist verlässt? Ich könnte dir dutzende Firmen nennen, die ihren Laden dicht machen könnten, wenn sie Microsoft boykottieren. Welche Markrelevanz haben die dann noch, wenn sie pleite sind, um irgendwo eine kritische Masse zu bilden?
Ich arbeite in einem davon. Kurz: Wir haben unser eigenes System für das von uns favorisierte OS geschrieben und zT schreiben lassen und MS in den Wind geschossen.
Das ist löblich, aber geht wohl nur ab einer gewissen Größe oder in speziellen Unternehmensfäldern. Wobei ich tatsächlich nicht verstehe, warum das Firmen ab einer gewissen Größe nicht alle tun.
Im Mittelstand und bei den Kleinen ist das aber finanziell selten möglich. Ich kann mir z.B. keinen Steuerberater vorstellen, der sich sowas schreiben lässt, ohne dass ihn das in den finanzielle Ruin treiben würde. Davon ab wird das vielen in einer Abhängigkeitskette befindlichen Firmen, wie Autohändler/Werkstätten auch vorgeschrieben, Davon gibt es nicht wenige.
Ich frage mich eher, warum sich da keine Dachverbände aufraffen. Kaum eine Branche hat keinen Dachverband, die meisten haben sogar mehrere.
sicherlich, aber hart formuliert: wenn es eine Firma nicht kann, ein Mitbewerber wird es können, oder eben der o.g. Verband. ich habe ja nie behauptet, ein libertärer Staat wäre ne Kuschelwiese. Natürlich wird dort viel mehr auf Eigeninitiative und Innovation gesetzt.
Weil dir die Umstellung als erstes einen riesen Haufen Geld kostet und es selbst bei kostenloser Open Source sehr lange dauert, bis du wirklich Geld einsparst.
Und die IT ist in den meisten Unternehmen nur Mittel zum Zweck und eben keine ideologische Frage.