Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Nach den eher durchwachsenen Kritiken bin ich nun doch positiv überrascht. Ich verstehe nicht, was die Leute erwarten. Das ist ein Film, der auf einem Videospiel-Franchise beruht, das im Wesentlichen aus Indiana Jones mit großen Brüsten besteht. Der mit dem 2013 erschienen Spiel einhergehende realistische Anstrich, wurde in den neuen Film übernommen und das ist weitgehend gelungen.

Diese Art von Abenteuergeschichte und natürlich die Spielvorlage selbst, setzen gewisse Klischees voraus, ohne die man nicht auskommt. Exotische Orte, mysteriöse Artefakte, geheime Tunnel und Verstecke, versunkene Kulturen und vergessene Völker, Grabstätten und Tempel mit tödlichen Fallen. Indiana Jones eben. In dieser Beziehung erhält Tomb Raider zwar keine Originalitätspunkte, aber der Soll ist erfüllt und optisch sieht das auch alles ziemlich gut aus. Die von mir aufgrund des Trailers noch erwartete Orgie von schlechten CGI ist im Film letztlich ausgeblieben. Bis auf ein oder zwei Szenen habe ich nichts auszusetzen.

Die Story ist filmdienlich, aber im Grunde vernachlässigbar. Die Story gehört zum Klischee. Es werden gewisse Wegpunkte gesetzt, die dann abgearbeitet werden. Gelungen finde ich, wie der Film mit dem “Fluch der Mumie” spielt. Ist der übernatürlicher Natur oder doch realistisch begründet? Ich war mir bis zuletzt nicht sicher, wo der Film da hinsteuert.

Zum Allerwichtigsten: Lara Croft und die Action. Der eigentliche Grund, warum man sich den Film anschaut und auch das, was den Film letztlich über das Mittelmaß hinaushebt. Alicia Vikander ist eine gute Besetzung als Lara Croft. Schauspielerisch dürfte sie das kaum gefordert haben, dafür körperlich. Vikander sieht aus, als käme sie direkt vom Ninja-Warrior-Parkour - nachdem sie ihn gewonnen hat. Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass Schauspielerinnen mittlerweile das gleiche harte Training durchmachen, wie die männlichen Kollegen. Das zahlt sich im Film aus.

Tomb Raider setzt nicht gerade neue Maßstäbe im Action-Abenteuer-Bereich (was allerdings ohnehin schwer ist), bietet aber solide kurzweilige Unterhaltung mit einer überzeugenden Hauptfigur und einigen richtig guten Actionszenen. Wenn dem Film vorgeworfen wird, dass er im Prinzip lediglich das Spiel nacherzählt, dann ist das unfair in Anbetracht dessen, dass Videospielverfilmungen überlicherweise sonst immer nachgesagt wird, sich von der Vorlage zu weit zu entfernen. Daher gilt für mich: das Meiste wurde hier richtig gemacht.