Sonntagsfrühstück 127: Der aktuelle Erfolg der AfD und der Zustand der Bundesregierung

So soll das sein und wenn es auch so rüberkommt ist das natürlich erfreulich.

Ich hatte hier eigentlich sogar mit noch etwas mehr Gegenwind für meine Positionen gerechnet und war im Nachinein auch selbst micht mit jeder Argumentation von mir hundertprozentig zufrieden. Aber so ist das wenn sich einige Diskussionen spontan ergeben und man nicht wie die Profi-Politiker für alles Textbausteine vorbereitet hat. :slightly_smiling_face:

Das was hier an Widerspruch und Kritik kam war auf jeden Fall absolut sachlich und konstruktiv mit Inhalt gefüllt. So macht das Spaß und motiviert einen auch sich weiterhin an solchen Gesprächen zu beteiligen. :+1:

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Um mal meine Sichtweise als Ostler und Thüringer (Gruss geht an Brainfister^^) aufzuzeigen:

Ich gehe davon aus, dass viele Ossis die AfD wählen, weil sie vor allem mit sich nicht klarkommen und nie wirklich gelernt haben, dass Demokratie auch Eigenverantwortung heisst.
Wir in der DDR haben zumeist von Oben die Ansage bekommen, was zu machen ist. Wenn man darüber schimpfte, dann bekam man zumeist Zustimmung, weil es ja so war wie es war.

Nach der Wende kamen dann viele Wessis und haben entweder den großen Ausverkauf gemacht oder aber sind in die Führungsebenen der Firmen gewandert. Nicht minder kamen Firmen aus Bayern und Co in den Osten um hier für Minderlohn die Fachkräfte für sich arbeiten zu lassen.

Gewerkschaften: Viele Ossis waren früher im FDGB „gewerkschaftlich“ vertreten. Du hattes ein paar nette Gimmicks wie vergünstigt an sog. FDGB Ferienplätze zu kommen in der DDR. Ansonsten hast Du aber nur gezahlt.
Das hatte zur Folge, dass nach der Wende die Meisten nicht in die neuen westlichen Gewerkschaften eingetreten sind bzw. dass viele Dinge auch unterbunden worden sind (Mißtrauen sich wieder " zu binden") oder aber die Firmenstruktur war so, dass es keine Tarifbindung gab, da entweder abgewickelt oder neu aufgebaut und ggf. bekämpft wurde.

HIER sehe ich aktuell den größten Gap und meine Vermutung den größten Verdruß.
Thüringen ist mit Schlusslicht bei den Gehältern in Deutschland. Hier wurden vermehrt „prekäre“ Arbeitsplätze geschaffen (Logistik / Callcenter).

AUCH vereint sich der Ossi leider selten bis kaum in Gewerkschaften, es gibt somit kaum / keine Tarifverträge - da entweder die Firmenstruktur das nicht hergibt oder aber eben der Ossi nicht mehr in eine Gewerkschaft eintritt.

Darauf folgt: JAMMERN UND MECKERN UND das Wählen von Extremen wie Links oder nun aktuell rechts die AfD!

WAS die Ossis im Allgemeinen aber nicht schnallen, die AfD wird KEINEN Deut tun, damit es ihnen besser geht, im Gegenteil. Die AfD ist ja nicht für den Abbau des Kapitalismus mit all seinen Folgen, eher bezwecken die das Gegenteil.

HIER wiederrum kann man nur eines machen. An die Ossis appellieren, dass sie sich gewerkschaftlich organisieren um Tarifabschlüsse zu bekommen, damit es mit den Löhnen und letztendlich mit den Renten nach oben geht.

NUR, OHNE Eigenverantwortung geht das eben nicht! Und dass ist das Dilemma im Osten!
Jammern, meckern, quarkzudenken und auf sinnfreie Demos zu gehen hilft nix, da die AfD NIX ändern wird, damit es uns Ossis / Thüringern / Deutschen besser geht!

Was ich aber noch sehe, dass Menschen wie Wagenknecht der AfD einen massiven Gefallen getan haben! Ansich sind soziale Themen die Themen von links, also der Linke. Wagenknecht hat hier massiv geschadet, auch einige andere Linken gerade in Bezug auf den akt. Krieg in der Ukraine.
Im Grunde genommen sind die Linke genauso unwählbar geworden wie die AfD.
Das merkt die Linke auch mehr und mehr, da offenbar Viele nun abwandern, wohl auch zur AfD.
Wobei ich die Linke ansich nie als reine Protestpartei sah, nur haben SPD / CDU in den letzten Jahren immer mehr die Themen der Linke aufgegriffen, so dass die reinen Protestwähler abwandern, die normalen Wähler aber eben auch…

Ich bin gespannt, was bei der n. Landtagswahl hier passieren wird…

Im Grunde genommen bin ich bei Volker bei 90% seiner Aussagen, dass aber alle AfD-Wähler dumm sind, finde ich auch nicht. Naiv vielleicht, nicht eigenverantwortlich handelnd, weil sie es vielleicht immer noch nicht gelernt haben, nach 30 Jahren. Dumme sind auch dabei, aber die hat man übergreifend in allen Schichten. ^^

Aber Danke an das MG-Team, die sich dem Thema angenommen haben (war auch mit mein Vorschlag). :slight_smile:

btw. Was vielleicht interessant ist: Ich als Thüringer kenne KEINEN aus meinem Umfeld (weder privat noch Arbeit) der die AfD wählt / gewählt hat!
Es gibt offenbar noch ein paar mitdenkende Ossis. :wink:

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Beim Thema Wirtschaftspolitik und soziale Gerechtigkeit kann es die AfD im Übrigen ihren Kritikern auch nicht recht machen. Wo die Partei eher auf Wirtschaftskurs ist und den Sozialstaat reduzieren will, heißt es „Da könnt ihr sehen, dass die sich nicht für den kleinen Mann interessieren“ usw. Wo aber die soziale Gerechtigkeit mehr in den Vordergrund gestellt wird (was auch manche AfD-Politiker machen), kommen auf einmal Ausdrücke wie „Sozialnationalismus“ (kann mich an ein Weidel-Interview erinnern, wo sie mit dem Begriff konfrontiert wurde) ins Spiel, womit man der Partei direkt wieder Nazinähe unterstellen will.

Übrigens, hat hier irgendjemand mitbekommen, dass eine Linken-Politikerin namens Bianca Deubel auf Twitter „Alle AfD’ler gehören in die Gaskammer“ geschrieben hat und dass Pianist und Grünen-Mitglied Igor Levit über die Parteimitglieder gesagt hat, sie hätten „ihr Menschsein verwirkt“?? Komisch, da stellt niemand infrage, wie „demokratisch“ diese Parteien sind.

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Das wird nicht gehen und am Verfassungsgericht und der Menschenrechtskonvention scheitern.

Was haltet ihr vom Vorschlag des Bundessprechers von „Mehr Demokratie“, dass die Politik einfach zu unkreativ nicht ideenreich genug ist und es gute Vorschläge gebe, wie z.B. in Jordanien, dass wann Geld verteilt wird für Flüchtlinge, genausoviel Geld für die einheimische Bevölkerung in der Kommune ausgegeben werden müsste (ab 34:30).

Würde man damit die Wähler auf dem „Marktplatz von Bautzen“ überzeugen?

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Eine Person, die mal für eine Kommunalwahl kandidiert hat (ob sie gewählt wurde, konnte ich nicht finden), würde ich nicht als „Politikerin“ bezeichnen und auch nicht die ganze Partei wegen ihrer Aussage als undemokratisch bezeichnen.
Igor Levit ist Mitglied bei den Grünen, aber erst recht kein Politiker.

Ob sie gewählt wurde, habe ich jetzt auch nicht rausgefunden. Sie wird aber in mehreren Quellen, u. a. von der Gießener Allgemeinen, als Politikerin bezeichnet, was ich so übernommen habe. Natürlich kann man sich streiten, ob das schon auf der kommunalen Ebene anfängt.

Levit bekommt einen Preis nach dem anderen verliehen und nutzt die Öffentlichkeit regelmäßig für politische Statements, ist also im Endeffekt nicht gerade ein kleines Licht. Geschadet hat ihm die Aussage jedenfalls nicht.

Es sind extreme Zitate, mit denen die jeweilige Partei jedenfalls offenbar kein Problem hatte. Frau Deubel wurde zur Wahl aufgestellt, nachdem sie das geschrieben hatte. Skandalisiert wurde es nur von der politischen Gegenseite. In der Gießener Allgemeinen wird sie auch bezeichnenderweise vor allem als „Opfer eines Shitstorms“ dargestellt.

So pauschal hab ich das aber auch nicht gesagt bzw. sollte es nicht so rüberkommen. Wer etwa die AFD wählt, weil er möchte dass die Zahl der Einwanderer reduziert wird tut das natürlich zielgerichtet und kann davon ausgehen dass sie in seinem Sinne agiert. Für die Erreichung dieses Ziels solche extreme Leute zu unterstützen ist dann eher fragwürdig als dumm.

Man müsste in der Tat die Wählerklientel mal ausseinanderklamüsern von dieser Partei.
Wieviele echte Rechte/Nazis. Wieviele Überläufer / Protestwähler. Wieviele „das kleinere Übel“. Wieviele „das hab ich doch nicht gewusst“. Wieviele Dulder, Schönredner usw. usf.
Dann könnte man hier evtl. mehr daraus erkennen,

Vielleicht überrascht uns ja die AfD in den Landesparlamenten in / mit der Verantwortung.

Ich sage mal so: Wenn die Wähler in Thüringen die AfD an der Macht haben wollen, dann nur zu.
Ich wette aber fast, dass es, wenn es da (auch) besch… läuft es keiner zugeben wird von den Wählern und wenn oh Wunder Frau Wagenknecht dann mit ner neuen Partei kommt und die AfD NIX geliefert hat ausser dumme Sprüche und die Wähler alle wechseln, dann weiss man doch viel mehr.
WER aber in der Tat dumm ist, sind die Leute, die die bewusste Dummheit von einigen AfD Politiker(innen) hofieren und sie in ihren teils sehr konfusen Denken bestärken, gerade wenn es um Wissenschaft geht. Ebenso bei Deinen von Dir genannten Beispielen. Da bin ich dann voll bei Dir.

Tolle Ausgabe, wo es auch mal etwas verbale Konfrontation gab auf erwachsenem Niveau, toll anzusehen. Dürfte gerne mehr von sowas geben, könnte auch auf Youtube gute Klicks holen und zeigen was noch so alles im Programm ist

Ja, so habe ich das auch verstanden.

Aber ebenso hat wer das Gendern, die wirre Umweltpolitik oder die übertriebene Wokeness nicht möchte auch keine andere Wahl. Vermutlich bei so einigen anderen Dingen auch nicht.
Ich würde mir Wünschen, dass die Wähler zumindest mal den WahlOMat durchlaufen und dann die Partei mit den höchsten Übereinstimmungen zur eigenen Meinung wählen. Viele werden aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen.

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Wie völlig lost man sein muss, wenn man die AfD wählt, weil man „übertriebene wokeness“ (was im Alltag typischerweise eine Relevanz von 0 hat) nicht möchte.

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Deine Weltfremdheit ist für mich einfach nicht mehr nachvollziehbar. Wir beide sprechen von verschieden Welten. Ich kann zwischen meiner und deiner Realität keine Gemeinsamkeiten finden. Diskussion zwecklos.

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Ja klar, wokeness hat sicherlich so viel Einfluss auf dein Leben wie ausländerfeindliche Politik einen Einfluss auf das Leben von Migranten hat. Lol

Ich sagte auch nicht mal, dass es „wokeness“ nicht gibt, sondern dass es im Alltag halt eher nicht relevant ist. Aber das Textverständnis scheint hier im Forum eh zunehmend nachzulassen.

Edit: Zudem es ja auch ein typischer Vorwurf an woke Linke ist, dass wokeness an der Lebensrealität von Arbeitern vorbeigeht. Nun bin ich aber weltfremd, wenn es nicht krass relevant für mich ist. Okeks, macht mal wieder Sinn.

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Wie viele gendernde, woke CDU-Politiker gibt es?

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Sicher nicht viele. Jedoch CDU-Landesverbände, die für Schwarz-Grün sehr offen sind und im Zugeständnis an den Koalitionspartner einiges woke mittragen werden.

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Korrigier mich, aber das ging ja ab 2009 los und zu dieser Zeit waren LED-Retrofits noch rar gesät und schweineteuer (>20€ das Stück), für die meisten war damals die einzige wirkliche Alternative diese Leuchtstoff-Energiesparfunzeln (und die sahen in der Tat unschön aus), die erstmal ne halbe Minute vorglühen mussten, Quecksilberhaltig etc.

Erst Mitte der 2010er wurden die LEDs dann richtig erschwinglich und es kamen dann auch diese Filamente auf, mit denen man auch optisch bei Lampen mit exponiertem Leuchtmittel eine gute Figur machen konnte.

Könnte man drüber diskutieren, inwiefern dieses Verbot die LED-Entwicklung gepusht hat, aber an sich war es damals eben ein bisschen zu früh und es hat erstmal nur diese Brückentechnologie von Leuchtstoff-Energiesparlampen begünstigt.

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Ach bitte @Bossmang inwiefern beeinflusst wokeness bitte deinen Alltag?

Die AfD kam bei mir da nicht raus. :crazy_face:

Auf welchem Platz war sie denn?

Ja. So sehe ich das auch.

Aber mal sehen, wenn das keine Blendgranate ist …

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