Schlechte Musik- was ist das für euch?

Wohabe ich gesagt ob mir die Musik gefällt oder nicht? :smt017

Schlechte Musik ist für mich alles, was ich nicht gut finde. Ganz einfach. :smiley:

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und ich gehöre nicht zu den Leuten die Musik abschreiben, nur weil sie einem besonderen Genre entstammt.

Ehrlich gesagt sind Genres in Musik genauso erzwungen wie die Einteilung der Zeitepochen in der Literatur/Weltgeschichte… Es hilft dir dich ein wenig zu orientieren, aber sollte nicht als Grund dienen, sich bestimmte Sachen gar nicht anzuhören.
Eine kleine Einschränkung muss ich aber machen. Es gibt wohl Lieder, die ich höre obwohl ich sie schlecht finde, um die Pauschalisierung von oben doch etwas auszuweiten.

Da lege ich natürlich meine Minimaldefinition von „schlechter Musik“ an, die ich vorher hier irgendwann mal ausgeführt habe: nämlich die der lieblos hingerotzen Zielgruppenbedienung. Und ich weiß auch nicht, ob das alles wirklich so klappen könnte und ob das früher denn wirklich mal besser war.

Gute Musik muss was ausdrücken können, und , da kann ich mich meinem Vorredner anschließen - diese hehren Ansprüche erfüllen typische Partysongs ganz klar nicht.
Wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Andererseits will ich in Diskotheken, auf Partys etc. leichte Unterhaltung, ich finde auch wenn ich diese Musik teilweise nicht mag (Ich spreche hier von House-Electro im Stil David Guetta) hat sie doch eine Existenzberechtigung. Ich will dann nicht über den Sinn des Liedes nachdenken oder zur Diskussion angeregt werden. :wink:
Solange es immer Lieder gibt, mit denen ich mich wirklich identifizieren kann, die über „Juhu, Party bis zum Umfallen heute haben wir Spaß, heute gibt es literweise Alkohol“ hinausgehen, ist mir das relativ egal. :smt004

Vielleicht sollte man sich andersherum aber auch fragen, was Gute Musik ausmacht, um sie dann von Schlechter abgrenzen zu können? Es ist und bleibt natürlich eine sehr subjektive Diskussion, ganz klar, aber ich denke einige Gemeinsamkeiten, wie man „Schlechte Musik“ definieren könnte, lassen sich doch bestimmt ausmachen.

Ich fang jetzt auch einmal mit dem anderen an, was macht gute Musik für mich aus?

Für mich muss gute Musik nichts aussagen, im eigentlichen Sinn, vielmehr liebe ich Musik, in die man sich hineinfallen lassen kann, klingt jetzt vielleicht komisch, ist aber so. Die meisten Tracks, die ich im Regal stehen, oder als .mp3 auf meinem Rechner habe, sind instrumentale Stücke, überwiegend aus dem elektronischen Bereich. Mir gefällt die Kombination aus klassischen Musikinstrumenten, wie der Geige, dem Piano oder der Gitarre und modernen elektronischen Klängen, Synthesizer-Sounds, geheimnisvollen Vocal-Fetzen und geschickt eingestreuten Natur-Elementen, wie dem sanften Plätschern eines Sommer-Regens im Break des Stückes. (Uplifting-) Trance (Nebenher höre ich auch Progressive Trance, Goa, Minimal, Progressive House, Soundtracks und klassische Musik) schafft es so eine Geschichte zu erzählen, dich mit auf eine Reise zu nehmen, ohne dabei auch nur ein einziges Wort zu benutzen.

Ich würde dazu gerne einen Link posten, auch wenn ich weiß, dass das nicht gerne gesehen ist, weil ich nicht weiß, ob sich hier alle etwas darunter vorstellen können … :oops:

Dominik Dudek - Enchanted In Time (Matt Bukovski Remix)

Insgesamt sehe ich mich aber als recht offenen Menschen, verschiedene Musikgeschmäcker betreffend. So kann es dann schon einmal passieren, dass ich neben einer Combichrist-Platte eine von schwedischen Popsternchen, wie beispielsweise Lykke Li und ihr I Follow Rivers stehen habe. Dafür schämen, dass man „Mainstream“ mag? Nein, wieso auch, es gibt einfach immer mal wieder verschiedene Pop-Songs, die inhaltlich zwar total banane sind, aber einen trotzdem irgendwie „mitreissen“ können, und sei es nur wegen dem nachhaltigen Sound. ^^

Schlechte Musik ist dementsprechend das Gegenteil für mich. Musik, die nichts transportiert, außer z.B. Beleidigungen. Wenn es eine Genre gibt, dass ich als „schlecht“ einstufen müsste, dann wäre es auf jeden Fall dieser deutsche Gangster-Rap Scheiß, da hier falsche Werte vermittelt und die Grundsätze der amerikanischen Hip Hop Kultur ad absurdum und in den Dreck geführt werden. 2Pac ja, Bushido nein.

Womit ich auch nichts anfangen kann, man möge mir verzeihen :mrgreen: , ist dieses Black Metal und Death Metal Gedöhns, ala Cannibal Corpse. Mit diesem Rumgegrunze kann man mich echt jagen. Symphonic Metal dagegen, vor allem mit weiblichen Sängerinnen, gefällt mir dahingegen etwas besser, weil diese düstere Thematik da melancholischer verpackt ist. :wink:

Zu guter letzt noch etwas zum Thema Politik. Ich respektiere Künstler, die politische Ansichten in ihre Songs einbauen, aber ich brauche so etwas nicht, was nicht heißt, dass das schlechte Musik für mich wäre, ich mag es einfach nur nicht. Ganz einfach aus dem Grund, da man hier seinen Gedanken nicht freien Lauf lassen kann, sondern alleine schon wegen dem Songtext erheblich eingeschränkt ist, was die eigene Interpretation eines Musikstückes angeht.

Ich hasse die allermeiste politische und gesellschaftkritische Musik um ehrlich zu sein. Meistens nur stumpfes Gebashe gegen die da oben oder auch sehr beliebt, die Globalisierung (Godspeed You! Black Emperor ist da mein Lieblingsbeispiel “The car is on fire and there is no driver at the wheel”, oh mann muss das wirklich sein) oder wie bei Ton Steine Scherben, wo ich mir manchmal nicht sicher bin ob das nicht alles Satire ist. Der Punkt ist, dass viele politische Musik nicht gut altert, weil sie sich selbst immer an eine bestimmte Zeit und Lebensgefühl koppelt.

Hingegen gibt es zeitlose Varianten, Bob Dylan’s beste Entscheidung war es, statt explizit politischen Texten lieber surrealitische, subtil gesellschafts- und menschheitskritische Texte zu verfassen, deswegen ist Blonde on Blonde auch ein makelloses Meisterwerk geworden, weil es nicht vom einfachen Menschen auf die Gesellschaft blickt, sondern vom einfachen Menschen in den einfachen Menschen in dieser Gesellschaft, und somit sehr postmodern, postrealistisch wirken und sind. In ähnlicher Liga spielen auch Jacques Brel oder Leonard Cohen, das sind jetzt die, die mir spontan noch einfallen, und den Menschen und die eigene Person immer introspektiv vor die Gesellschaftkritik gestellt haben, was auf lange Sicht zeitlos und vieeel effektiver ist.

[spoiler]tl;dr version: Politische Musik sucks[/spoiler]

Schlechte Musik ist für mich
Ohren betäubender Klang
Mich störend heimsuchend
Verfolgend und nervig
Sinnlos und dreckig
und einen Hauch von Zitronensaft in meinen Wunden.

Kurz: Volksmusik , RAP (also 99% davon) , POP der Neuzeit , Metal in all seinen Subthemen ( Ja, Metal kann man in Spezien unterteilen, viele Spezien) und zu guter Letzt Allgemein 4 Akkord Musikstücke ala Lady Gaga (der Name ist irgendwie Selbstironisch).

Kurz: Volksmusik , RAP (also 99% davon) , POP der Neuzeit , Metal in all seinen Subthemen ( Ja, Metal kann man in Spezien unterteilen, viele Spezien) und zu guter Letzt Allgemein 4 Akkord Musikstücke ala Lady Gaga (der Name ist irgendwie Selbstironisch).

Dazu fällt mir nur noch eins ein: Das hier.
Oder bleibt da noch irgendwas übrig?
Aber was reg ich mich auf, es ist ja doch nix weiter, als „alles, was ich nicht höre, ist schlecht“.

Gute Musik ist definitiv keine Frage der Anzahl der Akkorde, ich hoffe das ist klar. Auch mit 3 Akkorden können Melodien charakteritisch und eigentümlich sein. Oder auch nur mit einem lol

"Dazu fällt mir nur noch eins ein: Das hier.
Oder bleibt da noch irgendwas übrig?
Aber was reg ich mich auf, es ist ja doch nix weiter, als “alles, was ich nicht höre, ist schlecht.” – QueFueMejor

Das ist doch logisch, meinst du nicht? Wenn ich etwas nicht mag ,dann höre ich es nicht gerne. Folglich höre ich nur Sachen ,die mir gefallen.Desweiteren laut die Frage: “Was ist das für euch?”. Ich habe hier das ganze nur lediglich aufgezählt. Dabei sieht man aber auch , dass alles einige Nuancen hat. So mag ich ja auch einige RAP Lieder, vorallem die , die ohne eine Beleidigende Note auskommen.

“Gute Musik ist definitiv keine Frage der Anzahl der Akkorde, ich hoffe das ist klar. Auch mit 3 Akkorden können Melodien charakteritisch und eigentümlich sein. Oder auch nur mit einem lol” - Nakkinak

Also, jenachdem wie ich gute Musik definiere. Das Problem ist einfach ,dass die moderne Musik in manchen Bereichen wirklich einfach nur Stupide ist. Mir gefällt vorallem Musik die abwechslungsreich ist und nicht nur in Bezug auf den Songtext. Es ist meine Meinung ,nicht deine und sollte auch kein Urteil sein. Es gibt und das gebe ich gerne zu auch wenige gute 3 Akkord Lieder, diese Zeichen sich dann aber auch durch einen herausragenden Text und Sänger aus. Lady Gaga um mein Beispiel beizubehalten besitzt solches für mich nicht.

Das ist doch logisch, meinst du nicht?

Nein, ist es in meinen Augen nicht. Vielleicht kannst du es nicht, ich unterscheide jedenfalls zwischen schlechter Musik und Musik, die ich nicht mag. Schließlich ist mein Geschmack nicht das Maß aller Dinge.

Schlechte Musik ist, meiner Meinung nach, oft das was grade in den Charts läuft… vor allem dieses “Rap Gedöhnse”. Teilweise geht es in den Songtexten um wirklich wichtige/schlimme Dinge die einen auch mal zum denken anregen, im fernseh landet aber meistens nur das, wo massig dicke, eingeölte Frauen Hintern und Silikon Brüste zu sehen sind und uns der “Künstler” was von Gang Bang, feuchten “Damen Döschen” (xD hier sind Kinder anwesend ftw), fette Karren usw geht. Ich find das total niveau los und abwertend gegen über Frauen -.-

Schlechte Musik ist, meiner Meinung nach, oft das was grade in den Charts läuft… vor allem dieses „Rap Gedöhnse“. […] Ich find das total niveau los und abwertend gegen über Frauen -.-

Ist aber auch nur eine Meinung.
Videobitch zu sein, ist für viele ein Traumberuf. Die sind doch da freiwillig dabei, da find ich das schon okay. Ist auch nicht mein Geschmack, aber noch tolerierbar.

-_- würd gern mal jemand kennen lernen, deren Traumberuf “Videobitch” ist… was da wohl alles schief gelaufen sein muss das man sowas als Traumberuf hat…

Naja, etwas mehr Toleranz bitte. Jeder hat seine Vorstellung vom Leben, dafür muss nix schief gegangen sein.

Schlechte Musik ist für mich eindeutig Techno: BUMBUMBUMBUMBUMBUM , kein Text und ständig wiederkehrende nervenkrepierende Geräusche , und das in voller Lautstärke , da kann ich mich auch gleich neben den Hochofen von Thyssen stellen.
:smt021
Auch diesem ganzen Gangsta-Rap von Stammelmaxen a la Sido oder Bushido , kann ich nichts abgewinnen. Sido und Bushido sprechen in nicht zu verachtender Lautstärke von der “Straße”, dem wahren Leben und dem Ghetto. “Irgendwie Reim disch oda isch fress disch” ist die Hauptaufgabe. Und böse rüberkommen. Der Textinhalt ist banalster geistiger Eigenkot (“Erst f*t sie misch, dann fk isch disch!”, “der will misch dissen, alder, der soll sisch verpissen!”).
:smt019
Desweiteren kann man mich noch mit jederart von Alpen und Bierzelt-Propaganda-Mucke , kurz Volksmusik übern Deister jagen: Sonnenschein und Tralala , Alpenglühn und Hopsassa , HIILLLFEEE , da hau ich die Hacken inn Teer !!!
:smt015

Wann lernen die Leute endlich, dass diese Art der Musik volkstümlicher Schlager heißt und dies mit Volksmusik nichts zu tun hat?

Vielleicht dann, wenn sie tatsächlich relevante Unterschiede (betreffend der Zielgruppe, der Interpreten und der Musik) ausmachen können? :mrgreen:

Unterschiede? Schon allein der Name zeigt doch die Unterschiede! Unter Volksmusik versteht man überlieferte Musik, die halt schon seit Jahrhunderten vom Volke gespielt werden. Deswegen ja auch Volksmusik. Auch Vertonungen von Sagen, Texte früherer Schriftsteller kann man entfernt mit dazu rechnen.
Beispiele:
http://www.youtube.com/watch?v=y4GUjmSWflw
http://www.youtube.com/watch?v=IDVGZnJjQeI

Und natürlich sind zum Beispiel auch Irish Folk Songs … Volkslieder, nur eben aus Irland. Somit kann man zum Beispiel auch die ganzen Irish Folk Musiker in die Volksmusiksparte reinnehmen.
Beispiel:
http://www.youtube.com/watch?v=fIBpbRtWQQU

Sehr am Herzen liegen mir auch russische Volkslieder. Die gefallen mir sogar fast noch besser als die aus Irland.
Als Beispiel einer meiner Lieblingssongs - Katjusha:
http://www.youtube.com/watch?v=rnt-7MWxb8M

Jedes Land, ja, jede Region hat ganz eigene musikalische Wurzeln. Und es ist super spannend sich damit auseinanderzusetzen. Fakt ist aber, dass das was man im Fernsehen als “Volksmusik” verkauft bekommt, einfach mal keine Volksmusik ist. Man verwendet diesen Begriff um es besser vermarkten zu können. Aber schon allein weil dort zu 99% keine überlieferte Texte und auch keine traditionellen Kompositionen verwendet werden, ist es eben keine Volksmusik!

Hier in Deutschland ist es so, dass man Folk-Music und Volksmusik voneiander trennt, was aus dem eben genannten Grunde sicherlich verständlich ist. Aber übersetze mal “Folk-Music” ins Deutsche. Vielmehr muss das, was man hierzulande gemeinhin unter Volksmusik versteht, als “volkstümlichen Schlager” verstehen.

Wann lernen die Leute endlich, dass diese Art der Musik volkstümlicher Schlager heißt und dies mit Volksmusik nichts zu tun hat?

Wann lernen die Leute endlich, dass manchen solche Genre-Kleinlichkeit ziemlich egal ist. Metalcore ist auch kein Metal, trotzdem nervts, wenn jedes Mal, wenn man das eine als das andere bezeichnet, jemand hervorgesprungen kommt und klugscheißt „Das ist aber …“.
Fakt ist doch, dass bei Volksmusik die meisten Menschen sofort das gemeinte Bild im Kopf haben.

Fakt ist aber auch, dass das eine falsche und undifferenzierte Vereinheitlichung von Volksmusik und Volkstümlicher Musik ist. Sonst schreien doch immer aller Leute nach Bildung und Aufklärung, warum hier nicht?

Immerhin ist dieser Bullshit daran schuld, dass der Ruf der Volksmusik für alle Zeiten zerstört ist.

Wann lernen die Leute endlich, dass manchen solche Genre-Kleinlichkeit ziemlich egal ist.
Fakt ist doch, dass bei Volksmusik die meisten Menschen sofort das gemeinte Bild im Kopf haben.

Das sind keine „Genre-Kleinlichkeiten“ - Ganz im Gegenteil! Das traditionelle Volkslied hat mit dem Volkstümlichen Schlager a la Kastelruther Spatzen ja nun wirklich nichts gemein.

(Die meisten Menschen haben etwa bei Zeichentrickserien den Gedanken „Ach, das ist nur für Kinder“ im Kopf. Ist es deswegen richtig? Die meisten Menschen haben ein horrormäßige Bild von Behinderten Mnschen im Kopf, dass diese sich nicht zurechtfinden würden usw. Ist es deswegen richtig?)

Die Medien haben in den letzten Jahrzehnten mit dem Holzhammer eingetrichtert, was Volksmusik vermeintlich ist. Und gerade in diesem Forum sollte doch klar sein, was man darauf geben kann. Mich wundert das immer wieder, dass traditionelles Liedgut und der Musikantenstadl zusammengeworfen werden; immerhin lernt man schon im Musikunterricht der 5. Klasse, dass das anders ist!

Auch ist das Zielpublikum zwischen volkstümlicher Musik und Volksmusik doch ein ganz anderes. Wenn Du Beispielsweise auf ein Konzert etwas von Ougenweide gehst, dann wirst Du dort ein bunt gemischtes, aufgeschlossenes Publikum vorfinden. Vom alten Herren über 70 über junge alternative Leute bis hin zum normalen Selbstständigen. Auch bei Irish Folk Veranstaltungen hat man dieses bunte Publikum. Bei volkstümlichen Konzerten, etwa von den Kastelruther Spatzen oder den Amigos ist das nun wirklich nicht der Fall. Da fehlt a) die Toleranz im Publikum untereinander und b) ist die Hauptzielgruppe die Menschen ab 50 aufwärts, die sich in die Illusion einer heilen Welt flüchten wollen.

Übrigens auch ein großer Unterschied! Traditionelle Volkslieder decken sämtliche Bandbreiten menschlicher Emotionen ab. Vom wirklich fröhlichen Lied zum tanzen und lachen bis hin zu tieftraurigen und nachdenklichen Texten findest Du da alles.

Um es nochmal klarzustellen:
Das hier ist KEINE Volksmusik!
Das hier ist sehr wohl Volksmusik!

Ich hoffe bei diesen beiden Beispielen kommen die Kontrastunterschiede nocheinmal zum Vorschein.