Der breiten Masse ist Musik scheißegal, die halten sich ja auch für Rockhistoriker wenn sie zwei Songs von den Beatles kennen.
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Nicht jeder verkriecht sich eben in sein stilles Kämmerlein, um sich dort komplexer Rhythmen zu ergötzen und um tiefgründige Texte zu dechiffrieren. [/quote]
Der breiten Masse ist Musik scheißegal, die halten sich ja auch für Rockhistoriker wenn sie zwei Songs von den Beatles kennen.
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Schwarz-Weiß-Denken ftw!
Nicht dein Ernst :smt005
Abgesehen davon habe ich mich damit selber gemeint…
War die Diskussion nicht schon an dem Punkt angekommen, dass die Bewertung von Musik und damit auch die Einordnung, was “schlechte” Musik ist, absolut nicht nach objektiven Kriterien erfolgen kann?
Ich fühle mich hier gerade an mittelalterliche Alchemisten erinnert, die über die Zutaten und Abläufe für die Herstellung des Steins der Weisen streiten.
Ich werde jetzt mal etwas nennen, was einfach auf der Seele liegt. Was mittlerweile nur noch - und das am meisten - nervt, ist dieser House-Electro-Terror, den man Tag für Tag auf die Ohren kriegt. Was als netter Trend vor 4 Jahren begann, ist zu einem absoluten Dauerterror geworden. Egal ob: Radio, Fernsehen, oder auf Jahrmärkten. Es wird immer der gleiche Müll gespielt, und zwar bis die Boxen abrauchen, und das nervt. Es ist mittlerweile zum erbrechen zuviel was davon gespielt wird. In den Charts sind fast alle Top 20-Titel nur Sachen ala Guetta, und Rihanna. Und davon fält unter den Support nur die reinste Checker- und Dicke-Eier-Musik. Ich finde, dass endlich über kurz oder lang, der Trend dieser Musik ein Ende finden sollte. Manch 14 Jähriger denkt sicher auch schon mittlerweile, dass es in der Musik schon immer nur House und Electro gab, und nie was anderes.
Ich hoffe wirklich, Elektropop stirbt einfach und nimmt diese ganzen Mutanten mit sich ~ ich nehm’s schon fast persönlich, man hat ja bald keine Wahl mehr, man geht aus dem Haus und diese absolut BESCHISSENE Musik, dieser dekandente Abfall, dieser wertlose Scheiß, diese Abartigkeit der westlichen Kultur ist überall. ÜBERALL. Es ist mir ein absolutes Rätsel wie ein nicht-lobotomierter Mensch diese Musik gut finden kann. Wie degeneriert muss man sein. Es ist einfach schlechteste Musik. Nur wumm wumm und BZZ ZZ mit willkürlichen Texten. Es lässt mich wirklich an der Menschheit zweifeln. Nicht das Mainstream-Musik jemals gut wäre - jetzt ist sie nur besonders beschissen.
Mir gelingt das eigentlich gut, solche Musik vollkommen aus meiner Lebenswelt rauszuhalten. Ich höre kein Radio, schaue kein Musikfernsehen – wo sollte ich dann also von David Guetta gestört werden?
Um nochmal auf’s eigentliche zu kommen: mir geht’s eigentlich nie so, dass ich ein Genre verdamme. Scheiße wird’s doch immer dann, wenn einer auf die Idee kommt, dass eine Subkultur auch im Mainstream funktionieren kann, wenn man das nur etwas in eine gewisse Richtung peitscht. Das passiert aber auch schon immer: auf die frühe NDW folgte halt irgendwann Markus’ “Ich will Spaß”. Oder wenn eine kleine Gruppe von Personen Mitte der 90er beweist, dass Rap auch auf Deutsch funktionieren kann, schmeißen die Plattenfirmen eben “Den Wolf” in den Ring. So weit, so normal – und mich führt das wieder zu meiner eigentlichen These zurück, dass nicht das Genre gut oder schlecht ist, sondern die Umstände, unter denen die Musik gemacht wird.
Mir graust es bei der Vorstellung, dass die Mainstream Popmusik von heute ala Lady Gaga etc. in 20 Jahren als Kulturgut, als “Klassiker” oder was weiß ich gelten wird…
Bezüglich Elektroterror muss ich MessenFan ebenfalls zustimmen. Dieses Zeug wird doch überall verwurstet, wo eine musikalische “Untermalung” auch nur ansatzweise Sinn machen würde…
Als Beispiel fällt mir Germanys next Topmodel ein - da wird derartige Musik ständig eingebaut, wohl um die ganze Sendung noch hipper wirken zu lassen. Was mit Sicherheit funktionieren wird, denn ich schätze mal, dass die Zielgruppen sich da überschneiden.
Was mich allerdings auch enorm stört - und das hat mit der Musik indirekt zu tun - ist deren Produktion. Gerade bei der “Terrormusik” merkt man, dass die Musik so abgemischt wurde, dass sie auch ja schön lärmt und auch über die beschissensten Boxen noch im gleichen Maße nerven kann. Loudness War eben.
Bei den meisten Songs fehlt dann natürlich jedwede Dynamik, der Sound klingt für mich einfach nur stumpf, perfekt abgestimmt also auf die Zielgruppe, die die Musik konsumiert während sie sich mit Alkohol betäubt…
Tja, das ist meine - recht einseitige - Empfindung, die ich bei dieser Musik habe.
Der technische Aspekt, der bei der Bewertung von Musik auch eine Rolle spielt, ist aber für die Diskussion hier sicher auch interessant.
Schlechte Musik ist Musik, bei der es eigentlich egal ist, wie sie klingt.
Scheiße wird’s doch immer dann, wenn einer auf die Idee kommt, dass eine Subkultur auch im Mainstream funktionieren kann, wenn man das nur etwas in eine gewisse Richtung peitscht.
Kannst du mal ein paar Beispiele nennen?
die Mainstream Popmusik von heute ala Lady Gaga
Lady Gaga ist doch sogar noch fast die Beste von denen.
Was mich allerdings auch enorm stört - und das hat mit der Musik indirekt zu tun - ist deren Produktion. Gerade bei der „Terrormusik“ merkt man, dass die Musik so abgemischt wurde, dass sie auch ja schön lärmt und auch über die beschissensten Boxen noch im gleichen Maße nerven kann. Loudness War eben.
Bei den meisten Songs fehlt dann natürlich jedwede Dynamik, der Sound klingt für mich einfach nur stumpf, perfekt abgestimmt also auf die Zielgruppe, die die Musik konsumiert während sie sich mit Alkohol betäubt…
Heavy Metal Mucke mit nem Dynamic Range von 5 und weniger, dazu am besten auch noch geclippt… :smt023
Da klingt sogar ein Album der Amigos besser! Ganz ohne Scheiß! :lol:
Hab ich doch, oder? Und es fällt ja auch nicht schwer, da zahlreiche andere zu finden. Wenn im Mainstream etwas als frischer Sound gefeiert wird, ist das doch fast immer eine bravere Variante von etwas, was schon ein paar Jahre in alternativeren Szenen köchelt. So geht eben die Verwertungskette von Avantgarde bis Ausverkauf.
Und apropos Sound – ich habe jetzt schon mehrfach die Theorie gehört, dass die Entwicklung zu dem was heute die meisten unter Dubstep verstehen (sprich: Skrillex) dadurch ausgelöst wurde, dass die Musik nicht mehr für Clubs, sondern für iPod-Kopfhörer und Laptop-Boxen produziert wurde. Auf denen fehlen, anders als bei einem ordentlichen Soundsystem, einfach die Bässe, weshalb sich die sub-bass wobbles immer mehr Richtung Sägezahn-Filth verschoben haben. Das finde ich eine interessanten Punkt.
Heavy Metal Mucke mit nem Dynamic Range von 5 und weniger, dazu am besten auch noch geclippt… :smt023
Da klingt sogar ein Album der Amigos besser! Ganz ohne Scheiß! :lol:
Mal davon abgesehen, dass das Genre prinzipiell nicht für die Produktionsqualität steht ist mir wohl entgangen, dass „Heavy Metal Mucke“ derartig intensiv in den Massenmedien zelebriert wird.
Ich denke mal, die Hörgewohnheiten der potentiellen Kunden bzw. deren technische Ausstattung spielen für kommerziell ausgerichtete Produktionen eine sehr große Rolle…
Wenn im Mainstream etwas als frischer Sound gefeiert wird, ist das doch fast immer eine bravere Variante von etwas, was schon ein paar Jahre in alternativeren Szenen köchelt. So geht eben die Verwertungskette von Avantgarde bis Ausverkauf.
Grundsätzlich ist mir egal wer wann wie und wo was zuerst gemacht hat, was sowieso kaum bewiesen werden kann. Vielleicht hat Elvis Presley im Keller schon Dubstep gemacht? Ausverkauf klingt übrigens viel zu negativ, vor allem sind doch 99,9% aller Künstler welche, die sich einem bereits vorhandenen Sound „zuordnen“.
Und apropos Sound – ich habe jetzt schon mehrfach die Theorie gehört, dass die Entwicklung zu dem was heute die meisten unter Dubstep verstehen (sprich: Skrillex) dadurch ausgelöst wurde, dass die Musik nicht mehr für Clubs, sondern für iPod-Kopfhörer und Laptop-Boxen produziert wurde. Auf denen fehlen, anders als bei einem ordentlichen Soundsystem, einfach die Bässe, weshalb sich die sub-bass wobbles immer mehr Richtung Sägezahn-Filth verschoben haben. Das finde ich eine interessanten Punkt.
Kann ich mir nicht vorstellen. Das Logitech 2.1 System für 30€ dröhnt doch auch die Bässe durchs Zimmer und wenn Nils dann mit 18 seine 5000 Watt Bassmachine in den Kofferraum seines Opel Corsa quetscht ist der ganz stolz über den tollen Sound. Es geht mehr nach dem Motto „Je basslastiger und je höher die unrealistischen Zahlenwerte, desto besser.“
Mal davon abgesehen, dass das Genre prinzipiell nicht für die Produktionsqualität steht ist mir wohl entgangen, dass „Heavy Metal Mucke“ derartig intensiv in den Massenmedien zelebriert wird.
Wat? Was hat denn die Zelebrierung in den Massenmedien mit Loudness War gemein? Der Ursprung liegt darin, der LW hat sich aber längst überall breit gemacht. Die „Heavy Metal Mucke“ war ein Beispiel fernab der Massenmedien, bei dem aber dasselbe passiert.
Grundsätzlich ist mir egal wer wann wie und wo was zuerst gemacht hat, was sowieso kaum bewiesen werden kann. Vielleicht hat Elvis Presley im Keller schon Dubstep gemacht?
Ja, das stimmt. Mein eigentlicher Punkt war aber ja, dass hier oft Genres als Beispiel für schlechte Musik genannt werden. Wenn man House nur mit David Guetta verknüpft, dann kann ich nachvollziehen, dass man das scheiße findet. Deshalb sag ich ja: wenn man von einem Genre nicht nur den Daytime-Radio-Schund kennt, merkt man vielleicht, dass gar nicht das Genre scheiße ist, sondern nur die speziellen Artists, die ihren Sound auf Radioplay und Stadion-Shows ausgelegt haben.
Ausverkauf klingt übrigens viel zu negativ, vor allem sind doch 99,9% aller Künstler welche, die sich einem bereits vorhandenen Sound „zuordnen“.
Jaja, ich will auch gar nicht so rüberkommen, als ob alle Musik, die sich gut verkauft, zwangsläufig scheiße sein müsste. Und „Ausverkauf“ ist sicher ein starker Vorwurf, aber ich wollte ja auch ein Spektrum zwischen zwei Extremen aufmachen.
Kann ich mir nicht vorstellen. Das Logitech 2.1 System für 30€ dröhnt doch auch die Bässe durchs Zimmer und wenn Nils dann mit 18 seine 5000 Watt Bassmachine in den Kofferraum seines Opel Corsa quetscht ist der ganz stolz über den tollen Sound. Es geht mehr nach dem Motto „Je basslastiger und je höher die unrealistischen Zahlenwerte, desto besser.“
Also erstmal kommt ein 2.1-System für 30€ nicht sonderlich tief runter! Und weiterhin verlinke ich vielleicht einfach mal ein paar Quellen: zum Beispiel ist die These hier in einem Blog ausgeführt und bietet Loefahs ‚Goat Stare‘ als Beispiel, dessen Drop bei 1:25 ohne entsprechend bassstarke Boxen quasi nicht hörbar ist. Und auch schön spricht David Kennedy in seiner RBMA Lecture darüber – die entsprechende Stelle ist bei 01:19:12 etwa und bei 1:22:45 geht’s auch nochmal um ähnliches, aber die ganzen eindreiviertel Stunden sind super interessant, auch weil das so ein smarter, beredter und höflicher Typ ist. :smt007
Wat? Was hat denn die Zelebrierung in den Massenmedien mit Loudness War gemein? Der Ursprung liegt darin, der LW hat sich aber längst überall breit gemacht. Die „Heavy Metal Mucke“ war ein Beispiel fernab der Massenmedien, bei dem aber dasselbe passiert.
Es ging anfangs darum, dass die Zuschauer vom Fernsehen in fast jeder Sendung mit elektronischer Musik zugedröhnt werden. Ich war nicht der erste, der das angemerkt hat, ich habe dann allerdings noch die Produktionsweise mit in die Diskussion gebracht.
Dann hast du angefangen, gegen Metal Mucke bzw. deren Produktion zu wettern (m.E. sehr unsinnig), was in diesem Zusammenhang einfach fehl am Platze ist, weil Metal Mucke im Fernsehen quasi nicht stattfindet. Es ging mir nicht darum, zu klären, wer den Lautheitskrieg gestartet hat, sondern darum, in welcher Art und Weise und mit welchem Material Fernsehzuschauer dauerbeschallt werden.
Dass es durchaus auch Terror gleichkäme, wenn jetzt permanent Metal auf voller Lautstärke zu GnTM laufen würde, sehe ich ja ein
Da ich die Ausgangsfrage recht interessant finde und an einem genannten Satz hängenblieben bin, habe ich die letzten 3 Seiten nur überflogen, um mal kurz meine momentanen Gedanken dazu nieder zuschreiben, bevor sie wieder weg sind.
Ich denke, die wirklich schlechte Musik ist die Musik, die in uns absolut gar nichts auslöst, die wir sehr schnell vergessen und die dadurch absolut bedeutungslos ist.
Diese Aussage ist schon ziemlich treffend, allerdings könnte man das noch etwas weiter ausführen.
„Schlecht“ wird Musik erst in dem Moment, wenn sie nicht zum Nachdenken anregt (was Emotionen z.B. tun, ist aber kein Muss). Wenn die Intention, der Grundgedanke eines Liedes beim Hören von vornherein feststeht oder nicht ersichtlich ist, verliert Musik ihr Bedeutung, meiner Meinung nach zumindest. Das trifft vor allem auf sogenannte „Party“-Musik (Schlager, 80% des Pop, Schranz, u.a.) zu. Der Gedanke hierbei:
Vorhersehbar-, Einfallslosigkeit -> Langeweile, Geldmacherei, wenig Mühe -> Schlecht
Wirklich guter Musik merkt man ihre Ideen und Intentionen erst an, wenn man in’s Grübeln kommt, um sie verstehen zu müssen. Ein Künstler der keine Fragen aufwirft ist kein Künstler.
Wenn ich voll wie ein Eimer auf dem Tanzparkett eine flotte Sohle hinlegen will, dann sind Lieder, die mich zum Nachdenken anregen, das Letzte was ich brauche.
Macht mal nicht immer auf niveauvolle Klugscheißer. Jede Musik ist gut und schlecht zugleich, manchmal auch was dazwischen. Kommt immer auf die Situation und die Person an.