Quentin Tarantino

Ich konnte die Kritik an Death Proof nie nachvollziehen. Ich hatte schon beim ersten Mal im Kino richtig Spass und habe den auch heute noch wenn ich mir den Film ansehe. Kurt Russel war top, die Schauspielerinnen ab dem 2. Akt ebenfalls und gerade die authentischen Verfolgungsjagden ohne Special Effects waren großartig. Aber jeder wie er mag…

authentischen Verfolgungsjagden ohne Special Effects

Das finde ich das Tolle an Tarantino. Bei ihm gibts keine CGI-Orgien und kein 3D sondern alles schön vor Ort gedreht. :smt023

Ich habe das Topic jetzt angesichts der letzten Beiträge mal weiter gefasst.

Na wenn das so ist :smiley:

Für mich ist Quentin Tarantino der Regisseur der mich noch nie enttäuscht hat. Bei allen anderen gibt es immer ein oder zwei Filme die mir nicht gefallen und so mancher hat vielleicht eine Perle gemacht und danach nur noch Müll produziert.

Aber bei QT weiß ich irgendwie immer, dass es zwar nicht viele Filme macht, aber wenn er einen abliefert dann ist es für mich immer ein Fest. Ich möchte da auch keine Rangliste erstellen wie manch andere hier…zum einen habe ich bei Kunst generell ein Problem mit Zahlen und Rangfolgen und zum anderen ist das auch Tagesabhängig.

Mal habe ich absolut keine Lust auf Inglourious Basterds und schaue mir lieber den ruhigen Jackie Brown an und mal ist es genau umgekehrt. Daher macht so eine Liste für mich keinen Sinn.

Ich wünsche QT daher noch ein langes und filmreiches Leben sofern er sich von der Idee verabschiedet mit 60 aufhören zu wollen (oder nach 10 Filmen). Bei Howard Stern hat er das aber auch schon relativiert (großartiges Interview btw:)

@Kriss

[spoiler]

Dass Samuel L. Jackson und die übriggebliebene Herrschaft sich dazu entscheidet, ihn an die Minen zu verkaufen, leuchtet mir nicht ein. So wie die entsprechenden Figuren eingeführt wurden, hätten sie ihm natürlich die Eier abgeschnitten und ihn zu Tode gequält.

wieso denn? Dass sie ihn zu Tode quälen wollten war ja unumstritten, es bestand ja nur die Frage was die grausamste Art zu töten ist. Sie können ihn aufschneiden und er stirbt binnen einiger Stunden oder Tage, oder sie verkaufen ihn und er arbeitet sich selbst langsam zu Tode. Dass der Tod in Ketten und Gefangenschaft schlimmer ist als der durch das Messer konnte aber nur ein schwarzer wissen also mach dir keinen Kopf :wink:

ist ein eindeutiger „deus ex machina“

Absolut nicht, v.a. wenn man bedenkt wie viel screen time der Überzeugungskunst Djangos gewidmet wird, mit der er sich schließlich selbst befreit.[/spoiler]

Zu Tarantino allgemein:
Was ich so sehr an Tarantino schätze ist, dass er es schafft Filme zu schreiben und zu drehen die unterhaltsam und anspruchsvoll zugleich sind. Man kann nur Action und Komik genießen, nach Anspielungen und Zitaten suchen, den Film als Metapher oder Hommage analysieren, die Charakterentwicklungen Szene für Szene verfolgen oder sich nur auf die Dialoge konzentrieren.

Wenn ich mich auf einen Favoriten festlegen müsste wäre es wahrscheinlich Inglourious Basterds. Tarantinos „Stilmittel“ durch Dialoge mit scheinbar trivialem Inhalt Spannung und Atmosphäre zu erzeugen hat in I.B. wie ich finde seinen Höhepunkt erreicht. So oft gesehen und immer wieder Gänsehaut wenn Christoph Waltz Sahne bestellt.

Für mich ist Quentin Tarantino der Regisseur der mich noch nie enttäuscht hat. Bei allen anderen gibt es immer ein oder zwei Filme die mir nicht gefallen und so mancher hat vielleicht eine Perle gemacht und danach nur noch Müll produziert.

Ich stimme dir zu was Tarantino angeht, würde meiner Liste der Unfehlbaren aber noch Paul Thomas Anderson, Darren Aronofsky und Christopher Nolan hinzufügen.

So, ich schere jetzt mal aus und behaupte ganz frech, dass Tarantino ein unglaublich überschätzter Regisseur ist, der seit langer Zeit nichts anderes mehr tut, als eh schon bekannte Zitate in seine eigenen, eher öden Filme einzubauen. Tarantino ist für mich nichts weiter als ein Plagiator, der sich schamlos an Klassikern vergreift. Seit Jackie Brown sind seine Filme nichts weiter als eine Ansammlung bekannter Ideen, garniert mit ordentlich Kitsch und Klischeesoße. Hat der Mann eigentlich auch noch eigene Ideen? Seit Kill Bill kopiert der Meister schamloser als ein chinesischer Werksspion. Dieses andauernde zitieren und plagiieren mag für viele Fans eine Art Verbeugung darstellen - für mich ist es nur langweiliges abkupfern. Der Mann ist die personifizierte Verkörperung des filmischen Mainstreams. Gerade Corbuccis Django ist für mich ein filmischer Meilenstein, mit dem ich aufgewachsen bin. Dass jetzt Tarantino daraus einen seiner typischen Hipster-Filme macht, kotzt mich gelinde gesagt ein wenig an.

So, ich schere jetzt mal aus und behaupte ganz frech, dass Tarantino ein unglaublich überschätzter Regisseur ist, der seit langer Zeit nichts anderes mehr tut, als eh schon bekannte Zitate in seine eigenen, eher öden Filme einzubauen.

Sehe ich zwar nicht ganz so krass. Aber wie man schon oben von mir , gerade in meiner Rezension, lesen konnte, kann ich dem durchaus zustimmen.

Der Mann ist die personifizierte Verkörperung des filmischen Mainstreams.

Würde ich nicht sagen. Seine Filme haben schon einen eigenen Stil, den man mit nullachtfünfzehn Actionfilmen nicht vergleichen kann. Alleine der Erzählstil von ihm ist völlig Gegensätzlich zum Mainstream.

Aber alles in allem verstehe ich Deinen Unmut!

Nicht falsch verstehen, ich mag seine Filme! Mittlerweile ist es für mich aber nur noch eine andauernde Endlosschleife an Zitaten, Remakes und Gastauftritten.

Nicht falsch verstehen, ich mag seine Filme! Mittlerweile ist es für mich aber nur noch eine andauernde Endlosschleife an Zitaten, Remakes und Gastauftritten.

Sagt der, der es tatsächlich irgendwie geschafft hat, die Wörter „Uwe Boll“ und „gut“ in einen Satz zu schreiben (was ich vorher für absolut unmöglich hielt). Außerdem muss man nicht jede Hommage gleich als Plagiat bezeichnen. Tarantino ehrt diese Filme und das möchte er mit seinen Filmen zeigen.

Dann soll er sie dadurch ehren, indem er sich mal was Eigenes einfallen lässt. Mit den Ideen anderer Regisseure Erfolge zu feiern, ist für mich nicht wirklich eine große Leistung. Tja, es ist halt wie in der Industriespionage; die Einen nennen es Homage, die Anderen nennen es Kopie! :ugly

Kannst du das etwas genauer definieren? Klar stecken die Filme voller Zitate und Anspielungen, aber die Plots sind doch nicht geklaut. Django Unchained hat praktisch nichts mit “Django” zu tun, Inglorious Bastards (1978) kenne ich leider nicht, aber soweit ich das sehe hat der Plot von Inglorious Basterds mit den Bastards ohne e auch nur sehr begrenzt etwas zu tun, also Tarantino hat sich zwar inspirieren lassen, aber “Kopie” ist doch wohl etwas zu weit gegriffen?

Tarantino zitiert hunderte Filme in jedem seiner Filme, schafft es aber trotzdem immer daraus etwas ganz eigenes zu schaffen. Andere Regisseure zitieren seit 1994 nur Tarantino und scheitern natürlich kläglich.

Er hat auch ganz unverkennbar seinen eigenen Stil in jedem seiner Filme, erkennbar am Dialog, der Musik, diversen Einstellungen, u.s.w. „Der personifizierte Mainstream“ ist daher sogar objektiv falsch, da massenhaftes zitieren anderer Filme nichts mit dem Mainstream zu tun hat. Beide Kritiken in einem Beitrag schließen sich also schon mal gegenseitig aus. Da hast du ein schönes Paradoxon geschaffen, Enzio :wink:

Zitieren und plagiieren sind auch 2 völlig verschiedene Dinge. Tarantino macht das ganz offen und redet auch gerne und fleissig darüber was er wo her hat. Die meisten Menschen (mich eingeschlossen) würden einen Großteil der Zitate noch nicht mal erkennen wenn er sie nicht selber erklären oder die Schwarmintelligenz des Internets darauf stürzen würde.

Jemand der plagiiert tut das heimlich und will gar nicht, dass andere es bemerken. Wäre Tarantino also ein Plagiator, dann wohl der mit Abstand schlechteste unter der Sonne bei seinem losen Mundwerk.

Und wenn, lieber Enzio, der gute Tarantino so viel kopiert dann empfehle mir doch mal einen vergleichbaren Film zu Pulp Fiction, Inglourious Basterds oder Django Unchainend. Das sollte ja ein leichtes für dich sein.

Andere Regisseure zitieren seit 1994 nur Tarantino und scheitern natürlich kläglich.

Total richtig! Würde sogar sagen, dass sie das seit 1992 (RESOVOIR DOGS) machen :wink:

Tarantino macht das ganz offen und redet auch gerne und fleissig darüber was er wo her hat.

Auch richtig. Und er macht sogar kein Geheimnis daraus, dass er genau die Filme gesehen hat, über die alle reden. Hab eine Video in meinen Blog hochgeladen, in dem er über die Top 20 seiner Lieblingsfilme spricht: http://wp.me/p34ziG-5f (nur falls jemand daran Interesse haben sollte).

Das sollte ja ein leichtes für dich sein.

From dusk till dawn und Planet Terror, was die Action und Bildsprache betrifft. Clearks und The big Leboswki, was die Dialoge betrifft…aber das Trantino-komplettprogramm ist wirklich schwer bei anderen Regisseuren zu finden.

Kann sein, aber ich habe ganz bewusst 1994 geschrieben weil er erst da mit Pulp Fiction seinen Durchbruch hatte und auch dann erst Reservoir Dogs viel bekannter wurde.

aber das Trantino-komplettprogramm ist wirklich schwer bei anderen Regisseuren zu finden.

Ganz genau und alle Filme die du aufzählst sind nach Reservoir Dogs entstanden. Mir ging es jetzt eher darum, woher Tarantino seinen Stil kopiert haben soll, also Filme die vor seiner Zeit als Filmschaffender entstanden sind.

Clerks ist für mich auch wieder was ganz eigenes. Der Film IST Nonsensdialog, nichts anderes. Bei Pulp Fiction und Reservoir Dogs ist ja das interessante und neue, dass hier die Charaktere über Alltagskram reden obwohl sie sich gerade in einer anderen Handlung befinden. Bei Clerks sind es Alltagsgespräche im langweiligen Alltag der Akteure.

…aber ich habe ganz bewusst 1994 geschrieben weil er erst da mit Pulp Fiction seinen Durchbruch hatte und auch dann erst Reservoir Dogs viel bekannter wurde.

Das ist ein Argument! Da haste vollkommen recht!

und alle Filme die du aufzählst sind nach Reservoir Dogs entstanden.

Auch da haste mich erwischt. Ich wollte spitzfindig sein wollte und einfach ein paar Filme nenne, wo auch irgendwo Tarantino seine Finger drin hatte. Aber ich gebe dir recht und nenne dann mal ein paar Filme, von denen sich Tarantino offensichtlich etwas abgeguckt hat: CLOCKWORK ORGANGE, SCARFACE oder TAXI DRIVER.

Bei Clerks sind es Alltagsgespräche im langweiligen Alltag der Akteure.

Der Wert der Inhalte von manchen Gesprächen zwischen Kevin Smith-Filmen und Tarantino-Filmen ist wirklich ein Anderer. Da geb ich dir recht. Aber beide haben darin eine gewissen Begabung Diaologe im Film wieder interessant zu machen. Daher zählte ich Clerks mit auf! :wink:

@Kautschuk

Leider kann man wohl nicht zwei Spoiler in einem Post verarbeiten, deswegen kann ich Dir jetzt hierauf nicht spoilerfrei antworten. :ugly

Dann solltest du den Film mal sehen :wink:

@BlackMage: Für jemanden der den Film noch nicht gesehen hat haust du aber ganz schön auf die Kacke :wink:

Wie ich erwartet hatte, waren das nichts weiter als leere Totschlagargumente.

Ich bleibe weiterhin bei allem, was ich geschrieben habe.

[spoiler]Erstens: Nur weil Dr. Schultz die markanteren Sprüche bringt, ist er noch lange nicht die Hauptfigur. Die Sache, für die er Django kauft, ist nach wenigen Minuten erledigt. Danach könnte er sich von ihm trennen, tut er aber nicht. Er entscheidet sich ihm zu helfen. Ab da ist Django die zentrale Figur.

Zweitens: Das Thema „befreiter Ex-Sklave tritt zum Erstaunen aller Beteiligten furchtlos den Weißen in den Arsch“ zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film. Warum du das so vehement verneinst, ist mir ein Rätsel. Wie Django ganz am Anfang auf das Pferd tritt, um den darunter liegenden Sklavenhändler zu demütigen. Wie er den Weißen auspeitscht und alle Sklaven drumherum ungläubig zuschauen. Selbst das Kopfgeldjägerdasein kommentiert er damit, dass er es toll findet, dafür bezahlt zu werden, Weiße umzubringen.

Und jetzt komm mir nicht mit Stephen als Gegenargument. Der gehört genauso zu den Unterdrückern, wie alle Weißen im Film.[/spoiler]

Wie ich erwartet hatte, waren das nichts weiter als leere Totschlagargumente.

Haha, du tust ja so als hätte ich das nicht begründet. Du magst das vielleicht anders sehen und das steht dir auch zu, aber ich habe hier keine Totschlagargumente verwendet sondern meine Meinung immer ausführlich begründet. Du hingegen hast schon vorher recht aggressiv diskutiert obwohl du ihn nicht gesehen hast, deswegen die Sprüche. Aber meine Beiträge jetzt darauf zu reduzieren ist billig…daher gehts jetzt auch weiter mit Argumenten:

[spoiler]

Ab da ist Django die zentrale Figur.

Das ist nun wirklich nur deine Meinung. Für mich und bisher eigentlich alle anderen von denen ich gelesen bzw. mit denen ich diskutiert habe sehen in den ersten beiden Dritteln Waltz als Hauptfigur. Bis zu Schultz`Tod trifft Django so gut wie keine Entscheidung selbstständig. Alles ist der Plan von Schultz und es ist sogar die Rolle von Waltz die sich erst opfern muss um Django in die Position zu manövrieren selbstständig zu handeln. Ich gönn dir deine Meinung, aber tu nicht so als wäre sie allgemeingültig.

Selbst das Kopfgeldjägerdasein kommentiert er damit, dass er es toll findet, dafür bezahlt zu werden, Weiße umzubringen.

Wie in der Szene als er Gewissensbisse bekommt als er einen Vater vor seinen Sohn erschiessen soll und ihn das so mitnimmt, dass er es Waltz auch später noch immer vorhält. Und die Szenen in denen er Schwarze beleidigt und erniedrigt um in seine Rolle zu passen. Und die Szene in der er wissentlich einen Schwarzen von Hunden zerfleischen lässt und sogar Schultz noch davon abhält ihn zu kaufen damit sie nicht aus der Rolle fallen, weil sein Ziel imho eben NICHT die Rache an den Weissen ist sondern die Rettung seiner Frau. Du argumentierst hier sehr selektiv.

Und jetzt komm mir nicht mit Stephen als Gegenargument. Der gehört genauso zu den Unterdrückern, wie alle Weißen im Film.

Achso, weil eben auch ein Schwarzer Teil der Unterdrücker ist kann ich nicht sagen, dass die Fronten im letzten Drittel nicht durch die Hautfarbe geklärt sind? Das Argument funktioniert genau deswegen, BlackMage…andersrum wäre es Unsinn.[/spoiler]

und btw: Wer seinen Beitrag mit „Wie ich erwartet habe…“ anfängt dem kann man eigentlich direkt die selektive Wahrnehmung aufgrund der Erwartungshaltung vorwerfen. Und ja, das wäre ein Totschlagsargument :wink:

Deine Begründungen waren Humbug und du wusstest genau, dass ich sie nicht fundiert widerlegen kann, ohne den Film gesehen zu haben. Ergo: Totschlagargument! :mrgreen:

Nein, sorry, das sollte alles nicht so aggressiv klingen, wie es scheinbar rüberkam.

Weiter:

[spoiler]

[quote]Ab da ist Django die zentrale Figur.

Das ist nun wirklich nur deine Meinung. Für mich und bisher eigentlich alle anderen von denen ich gelesen bzw. mit denen ich diskutiert habe sehen in den ersten beiden Dritteln Waltz als Hauptfigur. Bis zu Schultz`Tod trifft Django so gut wie keine Entscheidung selbstständig. Alles ist der Plan von Schultz und es ist sogar die Rolle von Waltz die sich erst opfern muss um Django in die Position zu manövrieren selbstständig zu handeln. Ich gönn dir deine Meinung, aber tu nicht so als wäre sie allgemeingültig.[/quote]

Wir scheinen eine vollkommen unterschiedliche Auffassung davon zu haben, was eine Hauptfigur ausmacht. Das hat für mich überhaupt gar nichts damit zu tun, wer die Fäden zieht, wer Entscheidungen trifft, oder wer am intelligentesten ist. Die zentrale Figur ist für mich die Figur, ohne die die Geschichte nicht funktioniert. Würde man Dr. Schultz aus dem Film streichen, könnte man mit einigen Anpassungen fast die gleiche Geschichte immer noch erzählen. Django hingegen ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Es dreht sich nach dem ersten Auftragsmord alles um seine Ziele und Interessen. Außerdem beginnt und endet der Film mit ihm. Das sind für mich Dinge, die eine Hauptfigur ausmachen.

Wie in der Szene als er Gewissensbisse bekommt als er einen Vater vor seinen Sohn erschiessen soll und ihn das so mitnimmt, dass er es Waltz auch später noch immer vorhält.

Die Gewissensbisse haben rein gar nichts mit dem Töten an sich zu tun, sondern nur mit der Tatsache, dass der Sohn dabei ist. Das ist ein großer Unterschied.

Und die Szenen in denen er Schwarze beleidigt und erniedrigt um in seine Rolle zu passen. Und die Szene in der er wissentlich einen Schwarzen von Hunden zerfleischen lässt und sogar Schultz noch davon abhält ihn zu kaufen damit sie nicht aus der Rolle fallen,

Er verfolgt ein höheres Ziel, klar. Und dafür tut er alles und macht sich auch „schmutzig“, wie er es selbst nennt. Da sehe ich jetzt keinen Widerspruch.

weil sein Ziel imho eben NICHT die Rache an den Weissen ist sondern die Rettung seiner Frau.

Am Ende des Films hat er die Gelegenheit, seine Frau heimlich zu befreien und mit ihr wegzureiten. Er hat keinen anderen Grund, zur Villa zurückzukehren, alle zu töten und das Haus in die Luft zu jagen, außer Rache.

Ich will nicht abstreiten, dass die Rettung seiner Frau für ihn bis zu dem Punkt sicher wichtiger ist, als Rache zu üben. Aber das ändert nichts dran, dass er es genießt, den Spieß umzudrehen. Und dass diese Tatsache im Laufe des Films oft zelebriert wird.

Achso, weil eben auch ein Schwarzer Teil der Unterdrücker ist kann ich nicht sagen, dass die Fronten im letzten Drittel nicht durch die Hautfarbe geklärt sind?

Ich hab nicht mit der Hautfarbensache angefangen. Ich hab in meinem ersten Beitrag bewusst von Sklaven und Unterdrückern gesprochen. Du hast in deiner Antwort darauf mit den Hautfarben angefangen.[/spoiler]

Die zentrale Figur ist für mich die Figur, ohne die die Geschichte nicht funktioniert.

Ohne Waltz wäre es aber wieder eine ganz andere Geschichte, lediglich der Kern (Mann sucht seine Frau) würde bestehen bleiben. Und dieses Argument hat noch einen anderen Fallstrick: Die Geschichte funktioniert auch nicht ohne Broomhilda, aber ist sie deswegen die zentrale Figur?
Aber ich denke wir reden hier vielleicht auch aneinander vorbei und vermischen „zentrale Rolle“ und „Hauptdarsteller“ (bzw. im englischen mit „Leading Role“ noch deutlicher). Das können ja auch 2 verschiedene Rollen sein.

Die Gewissensbisse haben rein gar nichts mit dem Töten an sich zu tun, sondern nur mit der Tatsache, dass der Sohn dabei ist. Das ist ein großer Unterschied.

Der Unterschied besteht darin, dass er dort direkt mit den Konsequenzen seiner Handlungen konfrontiert ist und es ihm eben keinen Spaß macht.

Er verfolgt ein höheres Ziel, klar. Und dafür tut er alles und macht sich auch „schmutzig“, wie er es selbst nennt. Da sehe ich jetzt keinen Widerspruch.

Das ist aber zunächst sein einziges Ziel. Seine Hassfiguren, die Brittle-Brothers, tötet er zu Anfang sehr brutal weil sie seine Frau folterten. Danach hat er nur noch das Ziel seine Frau wieder zu bekommen, es gibt keinen mehr an dem er sich rächen muss. Er wäre auch stumm mit Schultz und Broomhilda abgehauen wenn der Deal nicht geplatzt wäre. Erst dann hatte er wieder ein Rachemotiv und hat das auch umgesetzt.

Am Ende des Films hat er die Gelegenheit, seine Frau heimlich zu befreien und mit ihr wegzureiten. Er hat keinen anderen Grund, zur Villa zurückzukehren, alle zu töten und das Haus in die Luft zu jagen, außer Rache.

Rache sicherlich auch, aber es war auch notwendig um überhaupt wieder eine Perspektive zu haben. Er hat vorher einen mächtigen Farmer und die Hälfte seiner Leute ermordet, da hätte er auch im liberalen Norden nicht lange überlebt. Er musste alle töten die damit zu tun hatten, sonst hätte er sich auch gleich erschießen können.

Aber das ändert nichts dran, dass er es genießt, den Spieß umzudrehen. Und dass der Film diese Tatsache im Laufe des Films oft zelebriert.

Er genießt es an vielen Stellen, aber an einigen anderen schon genannten ganz und gar nicht.

Ich hab nicht mit der Hautfarbensache angefangen. Ich hab in meinem ersten Beitrag bewusst von Sklaven und Unterdrückern gesprochen. Du hast in deiner Antwort darauf mit den Hautfarben angefangen.

Dein erster Beitrag war aber nicht der erste Beitrag in der Diskussion, sondern bezog sich auf meine Antwort auf Mo Nkey der von „Schwarzen gegen Weisse“ sprach. Außerdem sprachst du in deinem letzten Beitrag noch von „Ex-Sklave tritt zum Erstaunen aller Beteiligten furchtlos den Weißen in den Arsch“ und „Selbst das Kopfgeldjägerdasein kommentiert er damit, dass er es toll findet, dafür bezahlt zu werden, Weiße umzubringen“. Also sehr konsequent warst du mit der Unterdrücker-Nummer nicht.
Aber wenn man so will ist „Unterdrückte gegen Unterdrücker“ neben dem Ziel seine Frau zu finden ein wichtiges Motiv.