Sorry, aber willst du mir ernsthaft erzählen,die Medienlandschaft sei nicht überwiegend links geprägt? Obwohl es Studien dazu gibt? Erhebungen, Statistiken, über Parteipräferenzen etc.?
Willst du mir ernsthaft erzählen, die CDU habe etwas vergleichbares wie die Medienbeteiligung der SPD, mit der auf regionaler Ebene ständig Stimmung gegen andere Parteien konstruiert wird?
Willst du jetzt auch unter die Karnevalisten gehen oder was?
Da muss jetzt sogar ich wieder die Seiten wechseln, das ist Bullshit. Wir haben in Deutschland ein Problem mit einer Linkslastigkeit der veröffentlichten Meinung, die nicht unbedingt immer der öffentlichen Meinung entspricht.
In Deutschland gibt es keinen dedizierten konservativen Mitte-Rechts bis Rechts-Sender. Im Printbereich mag das noch anders aussehen, im Rundfunk allerdings dominiert die linksliberale Meinung.
Klar, der Springer-Konzern ist seit jeher klar links ausgerichtet, die FAZ auch und die Süddeutsche ist ein sozialistisches, was sage ich, kommunistisches Kampfblatt. Und jetzt schalte ich den Ironiemodus wieder aus.
Nein, weil ich dazu zu wenig weiss. Ich könnte dir etwas zur politischen Einflussnahme in den Schweizer Lokalmedien erzählen, aber das ist hier wohl weniger von Interesse.
Warum nicht? Da kann man ja unbequeme Meinungen aussprechen.
Ich bezog meine Äusserungen auf hauptsächlich auf den Printbereich, weil ich mich hauptsächlich mit diesem ein wenig auskenne. Sorry, wenn das missverständlich rüberkam. Vom Rundfunk weiss ich nicht mehr, als mir Holger jeweils in der Mediatheke erzählt.
Der Verfall der FAZ nimmt seit SchirrmachersTod auch seinen Lauf.
Die SZ ist alles, aber kein bürgerliches Blatt. Es ist wenn dann das Szeneblatt für Grünen-Wähler, Gratismut überall und Prantls Kanzelreden darüber, wie doch alles besser wäre, wenn er politisch sagen dürfte was zu machen ist, ohne selbst politisch agieren zu müssen.
Der Springer-Konzern ist sehr mächtig und hat, sofern ich das beurteilen kann, einen gewichtigen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung (übrigens auch in der Schweiz). Das kannst du nicht abtun, zumal es ja deinem Lager entgegenkommt.
Mag sein, aber links ist sie so oder so nicht.
Die deutschen Grünen würde ich als bürgerliche Partei bezeichnen, vielleicht linksbürgerlich, aber sicher nicht weiter links.
Vielleicht definieren wir die Begriffe „links“ und „bürgerlich“ einfach ein bisschen anders, kann auch sein.
Mal so mal so, momentan sind sie linker als der linke Ministerpräsident von Thüringen Bodo Ramelow und blockieren alleine, dass der Bundesrat die Maghrebstaaten als sichere Herkunftsländer anerkennt.
Das ist aber eine isolierte sachpolitische Angelegenheit, wir müssten das Gesamtbild betrachten.
Welche Ressorts meinst du? Das interessiert mich ernsthaft. Ich habe hier eine FAZ-Ausgabe neben mir (wengleich nicht von heute), dann kann ich direkt abgleichen.
Was das Millieu, in dem sie hauptsächlich gewählt werden, betrifft, mit Sicherheit nicht.
Feuilleton ist übelst links (für alte FAZ-Verhältnisse). Lesbar ist noch der Wirtschaftsteil, Politik geht in den meisten Fällen. So dezidiert bürgerlich ist die FAZ nicht. Sie steht wahrscheinlich als einzige relativ in der Mitte, deshalb ist sie in der Auflistung auch nicht zu führen.
Auf der anderen Seite: Zeit, Süddeutsche, taz, Focus, Stern, Relo… äh Spiegel, Spiegel Online und die Hirnbefreiten Vice-Äquivalente bento, jetzt.de und Co. - ÖR ist klar Pro-Grün, gibts ja auch Erhebungen zu. Deine Aussage ist einfach Quatsch.
Aber das macht sie nicht zur bürgerlichen Partei, denn sonst würde eine Handbremse ja auch die Hand bremsen und nicht das Auto .
Ja, und das ist definitiv links. Ich wollte dir nur ein extrem Beispiel zeigen. Die Grünen werden von reichen und in Süddeutschland zum Teil auch von bürgerlichen Menschen gewählt. Das macht sie aber noch nicht bürgerlich. Sie sind für das BGE, für eine stärkere Regulierung des Marktes, für Bürger-Erziehung (Ideologische Besteuerung), Für ganztägige Gesamtschulen, …
Wieviele klassisch konservative Punkte fallen dir bei Ihnen ein? Image != politische Ausrichtung.
Man muss ganz klar sagen, nicht die Linken sind die Ausnahme bei den Grünen, sondern die Kretschmanns.
In der Mitte bedeutet aber immer noch nicht links.
Moment, ich sagte nicht, dass es keine linken Medien in Deutschland gibt. Klar gibt es die, aber es gibt meines Erachtens keinen klar linken Konsens. Diese Aussage meine ich nicht wertend, sondern beobachtend. Hier in der Schweiz sieht das Ganze ohnehin noch einmal anders aus, aber darum geht es ja nicht.
Ich gebe zu, dass ich die Grünen inhaltlich nicht wirklich analysiert habe. Warum sollte ich auch? Ich bin ja in Deutschland nicht wahlberechtigt. Insofern hast du hier einen Punkt gemacht.
In meinen Augen ist das kein Problem von Links-Rechts. Es gibt eher rechte Zeitungen wie Welt, Focus, FAZ. Auf der anderen Seite sind Spiegel, Süddeutsche usw. auch nicht sehr links. Eher Links vielleicht, aber das wars auch schon. Die Sender würde ich erst recht nicht links einordnen.
Aber all diese Medien haben gemein dass sie liberal sind. Sie bilden alle die liberale Haltung der Stadtbevölkerung ab. Die konservative Bevölkerung der Kleinstädte und Dörfer wird kaum bis gar nicht abgebildet. Das ist das eigentliche Problem, und da driftet seit längerem Kulturell etwas auseinander.
Bei der 2016er Trump-Wahl haben fast alle großen Städte Clinton gewählt. Selbst in den konservativsten Staaten hat Clinton meistens noch die großen Städte gewonnen. Dafür hat Trump fast ausnahmslos das flache Land für sich entschieden.
Ähnlich in Österreich, wo der grüne van der Bellen alle Landeshauptstädte gewinnen konnte, während Norbert Hofer fast die gesamte Fläche für sich entschied. Hier die Grafik aus dem April, die allerdings wiederholt wurde. Das Ergebnis der endgültigen Stichwahl im Dezember habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, die Grafik unterschied sich aber kaum.
Dieses Kulturelle Gefälle zwischen Land und Stadt ist in meinen Augen das, was besorgt machen sollte. Da klafft etwas auseinander, das Medial nicht ausreichend begleitet wird.
Der SPD ist beteiligt an einem ganzem Imperium an Regionalmedien. Abgesehen von den SPDlern, die dort überall platziert werden und im Sinne der Partei auch mal über die Zeitungen Schweinereien zur Schädigung des pol. Gegners vornehmen. Alles schon erlebt. Aber erzähl mir mal weiter, die CDU würde dasselbe machen. Die CDU ist viel zu doof dazu.
Was beispielsweise an den Konzepten Zuckersteuer und Tempolimit liberal sein soll, musste mir jetzt aber mal erklären. Dies sind nur zwei Konzepte, die in vielen Medien positiv besprochen werden , aber so rein gar nichts mit Liberalität zu tun haben.
Vor allem ist es ein Problem fehlender Journalistischer Distanz und der absoluten Perversion journalistischer Grundlagen zur Rechtfertigung von politischer Agitation.
Das auf ein Stadt/Land-Gefälle zu Reduzieren, wenn in Deutschland Neutralitätsgebot und Co. mit Füßen getreten werden, lass ich dir da nicht durchgehen.
Dann guck doch wie Welt etc. darüber berichten. Poschardt ist doch der größte Fan des Rasens. Ist ja nicht so, dass das nicht abgebildet wird. ARD und ZDF schaue ich zu wenig, aber es würde mich wundern wenn es da nur Stimmen für ein Tempolimit gäbe.
Wir machen das tatsächlich nicht, denn die CDU ist zu treudoof für Populismus. Deswegen verkacken wir ja auch konsequent beim dauernden Framing der Grünen.
Dann hast du mich falsch verstanden, denn meine Aussage bezog sich auf die politische Rhetorik, deine auf die mediale Präsenz. Wir haben also aneinander vorbeigeredet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die CDU gar nie harte Aussagen über politische Gegner trifft.