Da widerspricht sogar der Kritiker Schupelius: „Erzieher sollten nach ihrer Ausbildung in der Lage sein, eigenständig und ohne staatliche Anweisung zu entscheiden, ob ein Kind durch radikale Einstellungen des Elternhauses leidet. Dann können sie das Gespräch suchen.“ Schupelius stört gar nicht, dass Erzieher eingreifen können. Wer auf dem Schulhof zum Türken „Heil Hitler“ ruft, wird ja auch kaum ohne Elterngespräch davonkommen. Ihn stört v. a., dass Erzieher - nachdem sie vom Staat ausgebildet wurden, wie sie zu handeln haben - jetzt vom Staat angewiesen werden sich hier und da zum Eingriff zu entscheiden und zwar - Casus knacksus - per Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung, die an sich ja schon nach Sozialismus riecht.
Was ist denn an den u. a. im Grundgesetz festgeschriebenen Werten so missverständlich? Natürlich muss der Erzieher handeln, wenn er extremistische Anzeichen feststellt (wer sonst?) und um Extremismus zu erkennen, gibt es ja Ausbildung, Medien, 23.000 Broschüren der bpb, den gesunden Menschenverstand usw. Bei einem Jungen, der wegen seiner religiösen Einstellung Mädchen beleidigt, wird man genauso intervenieren wie bei einem Kind, das sein völkisches Denken praktisch wahrmacht. Garantiert nicht reagieren wird man auf Kinder, die die demokratischen Werte geschluckt und sich als ordentliche Untertanen qualifiziert haben („Grundwerte, die von Grün bis CDU allgemein (…) vertreten werden“). Also alles wie immer, auch nach der Broschüre. Aufregen müssen sich die Rechten jetzt trotzdem, weil die Handreichung explizit ihre Clique thematisiert. Schupelius sieht daher schon die DDR nachrücken, Libertas fürchtet nun Gulags, ExtraKlaus warnt vor Christenverfolgung, Samt befürchtet sogar eine Verschwörung der Republik gegen sämtliche Freiheitsrechte usw.
Blablabla.
Es geht hier nicht darum, jemanden einzusperren oder die Kinder in ein Heim zu stecken, Fräulein Drama Queen
Bullshit, das ist nicht der Punkt.
Ich wäre bei jeglicher Form des Extremismus für ein Gespräch mit den Eltern.
Es gibt jetzt halt nur zu Rechtsextremismus eine Broschüre, ist das das Problem?
Willste mehr Broschüren?
Ich meinte damit lediglich das es keine klaren schwarz/weiß Regeln geben kann bzw. diese zwar gesetzt werden können, aber immer an der Realität scheitern. Warum? Weil wir Menschen sind.
Anders formuliert:
Gesetze von Menschen oder Göttern beginnen mit „Du sollst nicht…“.
Gesetze der Natur beginnen mit „Du kannst nicht…“.
natürlich nicht, genauso wie die Meinung/Wahrnehmung der Erzieher, die auf Basis dessen aber Maßnahmen gegen Eltern in Gang setzen können. DAS ist ja grade das Problem.
Das können und werden die zum Glück/hoffentlich immer dann tun, wenn das Wohl der Kinder gefährdet ist.
Maßnahmen in Gang setzen heißt aber nur, dass man im schlimmsten Fall das Jugendamt informiert. Das seine ganze eigenen Regeln hat um festzustellen, ob das Wohl des Kindes akut gefährdet ist und eher viel zu oft viel zu spät erst eingreift
Sieht man von dieser Möglichkeit ab, sind die einzigen Maßnahmen interne Überlegungen zu einer pädagogischen Bewältigung der Probleme und eine BITTE an die Eltern, doch zu einem Gespräch zu kommen.
Es spricht keiner davon, wegen politischen Differenzen oder einer politisch indoktrinierten Erziehung das Jugendamt überhaupt zu informieren, was aber selbst wenn es geschehen sollte, seine ganz eigenen Kriterien hat.
Ginge es aber wohl nach deiner Vorstellung, würdest du es Erziehern unmöglich machen, selbst schwerere Formen von Kindesmissbrauch und -misshandlung zu melden, weil das ja falsch interpretiert und Ergebnis einer ach so legitimen politischen oder religiösen Erziehung sein könnten.