Politischer Smalltalk 2.0

Nur dass ich nicht behaupte, dass CDU, SPD oder FDP Rechtsnachfolger der NSDAP wären, denn das wäre dann wirklich ein Äpfel und Birnen-Vergleich.

Ich habe bewusst außen vorgelassen, ob wirklich alle ehemaligen NSDAP-Mitglieder auch tatsächlich Nazis waren. Aber es wird sicher einige gegeben haben, die nicht nur aus gesellschaftlichem Zwang in der Partei waren.

Es geht mir auch gar nicht darum, die etablierten Parteien zu diffamieren, sondern aufzuzeigen, dass man die Linke mit dem Begriff SED-Nachfolgerpartei zu etwas herabwürdigt, was sie heutzutage nicht mehr 1:1 abbildet. „Naziauffangbecken“ ist ein genauso herabwürdigender Begriff, den man den Parteien vielleicht zu Beginn der BRD hätte vorwerfen können (denn es sind nach dem Krieg unbestreitbar auch ein paar echte Nazis in die demokratischen Parteien übergelaufen), aber mit der Zeit genauso an Korrektheit verloren hätte. Zur heutigen CDU, SPD und FDP passt dieser Begriff überhaupt nicht mehr. Und etwas ähnliches passiert seit dreißig Jahren mit den Linken.

Kannst du das vielleicht etwas detaillierter ausführen? Meines Wissens nach ist Sozialismus lediglich ein Gegenkonstrukt zur Marktwirtschaft und nicht zur Demokratie (und nur um das vorweg zu nehmen: Ich halte einen Sozialusmus trotzdem für die unterlegene Wirtschaftsform).

Das macht soweit ich weiß auch keiner. Aber zu behaupten dass eine signifikante Mehrheit der (heutigen) Linken sich den Honecker und die Mauer zurückwünscht, ist trotzdem falsch.

fixed. Und so wäre ich auch sofort einverstanden.

Wenn die Parteimitglieder mit Eintrittsdatum > 1991 bei den Linken austreten und eine neue Partei gründen würde (meinetwegen „die Neue Linke“), müsste das ja dann eigentlich einen signifikanten Unterschied in deiner persönlichen Bewertung ergeben, oder? Denn sie als SED-Nachfolgerpartei zu bezeichnen, würde ja dann auf allen Ebenen schief gehen.

Ich möchte an dieser Stelle übrigens noch mal daran erinnern, dass die Linken politisch heute in etwa dort einzuordnen sind, wo die SPD bis Mitte der 70er waren, bevor die SPD mit Helmut Schmidt ihre Wandlungsprozess zur neoliberalen Mitte begonnen hat.