Politischer Smalltalk 2.0

Er ist ein schleimiger und eiskalter Relativierer, der grundsätzlich die Barbarei gegen die Zivilisation in Schutz nimmt, da er in dieser offenbar ein kapitalistisches Völkerzersetzungsprojekt sieht. Er verteidigt das Atomprogramm der Mullahs, weil auch westliche Staaten nuklear bewaffnet sind. Er erklärt Menschen, die nach islamistischen Anschlägen den Islam skeptisch beäugen, für verrückt, da Alkohol viel gefährlicher sei („Haben Sie Angst vor Riesling?“ Komisch, dass ihm das nicht auch zum Thema NSU eingefallen ist. Auch für Dönerbudenbesitzer ist es streng genommen viel gefährlicher, die Straße zu überqueren, als mit gewaltbereiten Nazis im selben Land zu leben). Da johlt es natürlich vor Freude, das pseudoliberale Beamtenpack im Publikum.

Er ist ein pastoral salbadernder Widerling und verschafft seinem Publikum einen inneren Reichsparteitag nach dem anderen, indem er unter dem Vorwand, Verbrechen des Westens zu kritisieren, die Feindbilder der NSDAP bedient, und am Ende ahnt jeder: „Wir sind eine große Völkerfamilie. Es wird alles gut. Nur die USA und Israel, die sind unbelehrbar. Die müssen wir loswerden, ehe Frieden einziehen kann.“

Nicht dass diese Haltung untypisch fürs Kabarett wäre. Rether vertritt sie allerdings mit am aggressivsten.