Philosophischer Smalltalk

Doch. ( Elementary, my dear Watson! )

Ja, aber du bist ja für die aktuelle gesetzliche Regelung, deren Grundlage dies nicht ist, sonst wäre Abtreibung ab der Einnistung verboten. ich setze die Grenze biologisch begründet. Du setzt sie politisch.

Ich bin für die aktuelle gesetzliche Regelung, weil sie ein notwendiger Kompromiss ist. Eben weil es dort kein komplettes richtig oder falsch gibt. Und dieser Kompromiss bildet genau das auch ab, es ist nicht komplett verboten, sondern unter Auflagen und als Ausnahme(!) gestattet, aber eben auch nicht komplett laissez-fair.

Du ignorierst nach wie vor eine temporale Dimension, weil sie deiner Argumentation nicht nützt. Du ignorierst, dass aus dem „Ding“ eben sapientes Leben werden KÖNNTE und die Entscheidung darüber sonst ein anderer Mensch fällt. Das ist allein schon in deiner Logik nur dann in Ordnung, solange kein sapientes Leben stattfindet.

Und der Kompromiss will eben verhindern, dass solche folgenschweren Entscheidungen zur Trivialität verkommen.

Die Folgen wären exakt ebenso schwer, wäre verhütet worden.

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Wir sollten aufpassen, dass wir nicht ein Durcheinander verursachen: Abtreibungen sollen meiner Meinung nach durchgeführt werden können, wenn die werdende Mutter einen nachvollziehbaren Grund dafür angeben kann (zum Beispiel nach einer Vergewaltigung oder wenn bei der Verhütung etwas schiefgelaufen ist). Bei der Präintamplationsdiagnostik verhält sich die Situation aber anders, weil diese Kinder im Regelfall freiwillig und in gegenseitigen Einverständnis gezeugt wurden. Und dann hinterher sich plötzlich gegen die Geburt zu entscheiden, weil das Kind nicht so sein wird, wie man es gerne gehabt hätte, ist aus meiner Sicht äusserst fragwürdig.

Allein das wird hier doch schon in Abrede gestellt. Frauen dürfen sich einfach zu Gott über fremdes Leben erklären und das ist jetzt einfach so, weil ist halt so. Das muss man halt auch so einfach machen, dass man im Fernsehen schon junge Frauen darauf hinweist, wie einfach doch die Abtreibung ist und das man vielleicht sogar ein 3 Abtreibungen für Eine-Gutschein angeboten bekommt.

Weil weshalb soll man schon verhüten, wenn man die Konsequenz daraus einfach wegeuthnatisieren kann?

Ah, jetzt werden die Kampfbegriffe ausgepackt! Wer hat das Popcorn?

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Ja, weil eine Kastanie zu zertreten und das Fällen eines Kastanienbaums auch nicht gleich bewertet werden. Potential zählt für mich nicht.

Denn merke: Das darf nur Gott! Und der ist bekanntlich ein Mann!

mampf

  1. Eine Kastanie ist kein Säugetier und vor allem kein Mensch. Bleib auch du bitte beim Thema.

  2. Zur Aussage selbst: Und das ist halt falsch, so wirst du die Motivation hinter dem Kompromiss auch nicht verstehen. Denn das ist nicht die Sichtweise der meisten Menschen, wenn sie sich mit dieser ethischen Fragestellung beschäftigen.

Ich bin defintiv dagegen, dass Frauen nach Lust und Laune abtreiben dürfen. Es gibt manchmal gute Gründe für eine Abtreibung, aber “Ich hab keinen Bock auf ein Kind” ist meines Erachtens kein valider Grund.

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Auch wenn damit nicht ich angesprochen wurde, möchte ich doch betonen, dass mir religiöse Erwägungen in dieser Frage völlig egal sind. Ich selber bin nicht religiös.

Mir geht es ja lediglich darum, dass eine Abtreibung einfach keine Trivialität wird, die man zwischen dem Morgenkaffee und dem Abendfick einfach mal zwischendurch macht.

Den kannst du auch geflissentlich ignorieren, der hat mit seiner Pavlovschen Beißreflexhandlung gerade sehr deutlich gemacht, das seine einzige Intention ist, gegen den bösen Christdemokraten anzupöbeln. Diskutiere lieber mit Leuten, die auch diskutieren wollen :wink:

die Zugehörigkeit zur Spezies Homo Sapiens macht für mich keinen Grund für eine Bevorzugung aus. Natürlich bewerte ich Menschen, Tiere und Pflanzen unterschiedlich, aber nicht aufgrund ihrer Spezies sondern aufgrund der Kategorien

  1. unbewusstes leben
  2. bewusstes leben
  3. selbstbewusstes Leben

Embryonen Kat.1, Föten Kat. 2; Menschen Kat. 3. Ja, richtig, Fötus und Baum sind in der gleichen Kategorie. Nur allein die Spezies ist nicht entscheidend.

Doch doch, zumal ich mit meiner Definition gar nicht so weit weg bin von der gesetzlichen Grenze. Ich würde sie bei der 24. Woche ansetzen (Vernetzung des ZNS, Schmerzwahrnehmung, rudimentäres Bewusstsein). das Gesetz sieht die 14. SSW vor. Kann ich mit Leben, auch wenn es nicht ideal, sondern WILLKÜRLICH gelöst ist.

die Gesellschaft sollte mehr auf Analsex setzen!

Davon gibt es hier ja auch mehrere, wenn du zu denen gehörst, habe ich selbstredend nichts dagegen einzuwenden. Auch wenn ich dir zumindest im Moment nicht gross widersprechen kann, obwohl ich definitiv kein Christdemokrat bin, auch nach schweizerischen Masstäben nicht.

Nein, sind sie nicht. Aus einem Fötus entsteht menschliches Leben, aus einem Baum nicht. Und genau das ist das entscheidende Kriterium. Du kannst natürlich weiterhin deine technokratische kalte Argumentation fortführen, aber sie ist einfach nicht überzeugend für eine gesellschaftliche Handlungsmaxime.

Eine politisch getroffene Entscheidung ist nicht willkürlich, nur weil sie deinen technokratischen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Ich möchte betonen, dass diese Äusserung im Philosophiethread steht. :smiley:

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Das kannst du noch zehnmal sagen. Es stimmt, aber da sind unsere moralethischen Definitionen eben andere. Das lässt sich nicht wegdiskutieren.

biologistisch würde ich sie nennen.

Das ist eine Meinung.

Sie wird eben keinen logischen Ansprüchen gerecht, sondern lotet nur das verträglichste Maß aller am Kompromiss beteiligter Parteien aus. Sie ist größter (edit^^) gemeinsamer Teiler und daher willkürlich. Wenn es zwei definierte Grenzen 2 und 6 gibt, dann einigt man sich auf 4. Das ist keine definierte Grenze, sondern die für beide erträgliche Willkür.

ich habe nur auf die Gelegenheit gewartet, diese - meine eigentliche- Maxime zu verbreiten!

Nein, passt:

Die Technokratie ist eine Form der Regierung oder Verwaltung, in der alle Handlungen auf wissenschaftlichem und technischem Wissen aufbauen sollen. Wissenschaftler, Ingenieure und andere naturwissenschaftlich und technisch fähige Personen, oft auch aus der Praxis der Wirtschaft, ersetzen dabei Politiker.

Sicher das, aber eben auch die wesentlich Mehrheitsfähigere. Nicht jede wissenschaftlich belegbare Handlungsmaxime ist automatisch die korrekteste. Das ist eine Radikalvorstellung von objektiver Wahrheit, die da mitschwingt.

Deinen (logischen) Ansprüchen nicht.

Nein. Willkür ist per Definition entweder
a) Rechtsanwendung ohne sachlichen Grund
b) verbotenes beliebiges Handeln von Staatsorganen

beides ist nicht der Fall.

ich kann mir nichts besseres vorstellen als auf wiss. Evidenz beruhende Entscheidungen.

Populismus war noch nie mein Anspruch.

Zum Thema Willkür, ich gehe runter auf Subjektivismus. letzte Preis.