Womit du einen absoluten Kapitalfehler des Technokratismus begehst: Die Annahme einer objektiven Wahrheit.
In einem Feld, in dem jede These und jede Theorie nur eine Falsifikation davon entfernt ist, um aus dem Fenster geworfen zu werden, kann man nicht behaupten man würde nur so die „besten“ Entscheidungen fällen. Wissenschaft funktioniert so nicht.
nein, Denkfehler, denn wissenschaftliche Evidenz ist nicht festgeschrieben, sondern immer nur der beste Stand des Wissens auf objektiver Grundlage.
Sicher die Widerlegung der Erdbeschleunigung liegt hier irgendwo, wehe dieses Füsikern, wenn ich sie wiederfinde. Wissenschaft ist so schön easy peasy, musst nur falsifizieren!
Was in der Konsequenz bedeuten würde das jedes Gesetz sofort geändert werden muss, sobald sich die wissenschaftliche Evidenz ändert? Das ist doch ridikül. Und bei wissenschaftlichen Streitfragen wirds dann richtig lustig, da kommt es nur auf den richtigen Wissenschaftler an und schon ist die Evidenz, diese heilige Wahrheit, plötzlich eine andere als vorher.
Ich habe dir auch nicht in dem Sinne widersprochen, dass ich für das Cannabisverbot wäre, denn das bin ich nicht. Es geht sich bei dieser Frage aber um andere Erwägungen als bei Abtreibungen.
Hier nicht, anderswo schon. Es war auch kein Vorwurf an dich.
Dort ist Willkür also wieder okay. Nein, sorry, aber das ist nicht ohne Grund eine Anschauung und ein Gesellschaftssystem, was niemand ernsthaft anstrebt zu implementieren. Und du zeigst gerade auf, warum.
Dein Credo: ausschließlich kompromissbasierter parteipolitischer Subjektivismus
mein Credo: wissenschaftlich fundierte Politik, nach bestem Wissen und Gewissen und in Ausnahmefällen Gewissensentscheidungen.
wir könnten natürlich auch noch weiter aufdröseln, warum du ein furchtbar überidealisiertes Bild von Wissenschaft hast.
Wir könnten auf dem Grund gehen, wie sich dieser angebliche Stand von Wissenschaft etabliert, Probleme mit wissenschaftlichem Mainstream, mit der Macht der Entscheider von Papers und Journals und generell, dass die Wissenschaft ähnlichen Problemen unterliegt wie die Politik auch und keinesfalls davor so gefeit ist, dass sie die automatisch bessere Option gegenüber der bösen Willkür “dummer Politiker” sein kann.
Aber ist schon spät. Deshalb mal eine kleine Geschichte als Anreiz, seine Idealvorstellung von Wissenschaft einer Prüfung zu unterziehen.
Das stimmt definitiv, aber nicht immer ist das, was objektiv betrachtet das Sinnvollste wäre, etwas, das konkret zu realisieren ist. Und ja, das frustiert mich auch oft.