Philosophischer Smalltalk

Womit du einen absoluten Kapitalfehler des Technokratismus begehst: Die Annahme einer objektiven Wahrheit.

In einem Feld, in dem jede These und jede Theorie nur eine Falsifikation davon entfernt ist, um aus dem Fenster geworfen zu werden, kann man nicht behaupten man würde nur so die „besten“ Entscheidungen fällen. Wissenschaft funktioniert so nicht.

nein, Denkfehler, denn wissenschaftliche Evidenz ist nicht festgeschrieben, sondern immer nur der beste Stand des Wissens auf objektiver Grundlage.

Sicher die Widerlegung der Erdbeschleunigung liegt hier irgendwo, wehe dieses Füsikern, wenn ich sie wiederfinde. Wissenschaft ist so schön easy peasy, musst nur falsifizieren!

Theorie != Hypothese

Darf ich dich trotzdem kurz etwas fragen? Inwiefern spielen religiöse Überlegungen bei deiner Haltung eine Rolle?

Was in der Konsequenz bedeuten würde das jedes Gesetz sofort geändert werden muss, sobald sich die wissenschaftliche Evidenz ändert? Das ist doch ridikül. Und bei wissenschaftlichen Streitfragen wirds dann richtig lustig, da kommt es nur auf den richtigen Wissenschaftler an und schon ist die Evidenz, diese heilige Wahrheit, plötzlich eine andere als vorher.

Hast du dieses Niveau ernsthaft nötig?

Keine.

natürlich. besser als an unwissenschaftlichen Entscheidungen ohne Grundlage festzuhalten, siehe Cannabisverbot,

Ja, weil du das Wort Theorie benutzt als wäre es eine fixe Idee. Eine naturwissenschaftliche Theorie widerlegt man nicht mal eben so im Vorbeigehen.

Dabei geht es aber nicht um das Existenzrecht bestimmter Menschen.

Oh man ich dachte es reicht aus, hier nicht den gesamten wissenschaftlichen Erkenntnisprozess aufzuzeichnen nur um einen Punkt klar zu machen.

Und wie löst du das Problem von wissenschaftlichen Streitfragen?

Und du meinst, das würde passieren?

Folge Klausens gutem Rat, denn er hat immer recht!

Der böse Christdemokrat hat gerade deutlich gemacht, daß er sich deutlich zu wichtig nimmt. :smirk:

Es gibt idR einen sogenannten Stand von Wissenschaft und Technik.

unter Linken vielleicht.

eine unwissenschaftliche Begründung ist in diesemFall dennoch Willkür, wenn ungleich gefährlichere Drogen gleichzeitig verboten sind.

Das Existenzrecht BESTIMMTER Menschen hat hier im übrigen niemand in Frage gestellt.

Du hast ein furchtbar idealisiertes Bild von Wissenschaft. „idR“ ist aber genau der Knackpunkt.

:roll_eyes:

Ich verteidige meinen Stand.

in diesen Fällen können wir ja dann den bisher praktizierten Subjektivismus nutzen.

:kissing_heart:

Ich habe dir auch nicht in dem Sinne widersprochen, dass ich für das Cannabisverbot wäre, denn das bin ich nicht. Es geht sich bei dieser Frage aber um andere Erwägungen als bei Abtreibungen.

Hier nicht, anderswo schon. Es war auch kein Vorwurf an dich.

Dort ist Willkür also wieder okay. :smiley: Nein, sorry, aber das ist nicht ohne Grund eine Anschauung und ein Gesellschaftssystem, was niemand ernsthaft anstrebt zu implementieren. Und du zeigst gerade auf, warum.

Das ist doch keine Willkür!!11!

Dein Credo: ausschließlich kompromissbasierter parteipolitischer Subjektivismus
mein Credo: wissenschaftlich fundierte Politik, nach bestem Wissen und Gewissen und in Ausnahmefällen Gewissensentscheidungen.

Is schon spät.

Was spricht gegen Kompromisse?

dass er nur das geringste Übel ist. nur weil die meisten etwas gut finden, ist es nicht das beste.

wir könnten natürlich auch noch weiter aufdröseln, warum du ein furchtbar überidealisiertes Bild von Wissenschaft hast.

Wir könnten auf dem Grund gehen, wie sich dieser angebliche Stand von Wissenschaft etabliert, Probleme mit wissenschaftlichem Mainstream, mit der Macht der Entscheider von Papers und Journals und generell, dass die Wissenschaft ähnlichen Problemen unterliegt wie die Politik auch und keinesfalls davor so gefeit ist, dass sie die automatisch bessere Option gegenüber der bösen Willkür “dummer Politiker” sein kann.

Aber ist schon spät. Deshalb mal eine kleine Geschichte als Anreiz, seine Idealvorstellung von Wissenschaft einer Prüfung zu unterziehen.

Das stimmt definitiv, aber nicht immer ist das, was objektiv betrachtet das Sinnvollste wäre, etwas, das konkret zu realisieren ist. Und ja, das frustiert mich auch oft.

Und nicht immer ist das, was vermeintlich objektiv betrachtet das Sinnvollste ist, auch wirklich objektiv sinnvoll.