Ich find’s ja btw interessant, dass Kant, obwohl er obv ein Vertreter der Menschenwuerde war (der Mensch als Zweck an sich, nie Mittel zum Zweck) scheinbar ebenfalls das Talionsprinzip vertreten hat. Hab mich da aber auch noch nicht genauer eingelesen. Und damals war das vllt auch vergleichsweise modern.
Fun Fact wo du grade Kant sagst: Hätte Kant zur Nazizeit Juden versteckt und ein SS-Offizier hätte an seine Tür geklopft und ihn danach gefragt, So hätte Kant ihm das Versteck der Juden gezeigt. Da Lügen für ihn nie in Frage gekommen wären. Demnach stand für Kant die Pflicht zur Wahrheit höher als die Menschenwürde des Versteckten.
Begruendet er das in seinem Aufsatz (“Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen”) nicht auch damit, dass man den Ausgang von Dingen nicht vorhersagen kann?
Nein, aber ich glaube, das in einer Diskussion in der es um das reale zusammenleben in einer Gesellschaft von mehreren Menschen gewisse Grundprinzipien geben muss auf die man sich einigen MUSS, damit eine Gesellschaft funktionieren kann. Und irgendwie hat die Menschheit schon immer Mord und Totschlag bestraft (jedenfalls von Individuen an Individuen). Also scheint es zumindest so zu sein das es, ohne dass sich die gesamte Menschheit getroffen hätte und einen Vertrag ausgehandelt hätte einige Grundprinzipien gebildet haben die man als „Quasi Universell“ ansehen kann.
Prinzipiell ja. Wenn du dem Offizier die Wahrheit sagst, bist du moralisch trotzdem nicht verantwortlich für die Tat, weil sie ja ein anderer begeht. Lügst du aber, dass der Jude weggelaufen wäre, und er ohne dein Wissen gerade wirklich weglief und er wird wegen deiner Lüge geschnappt, dann bist du aufgrund deiner Lüge mitverantwortlich, da du den Ausgang beeinflusst hat.
Manche halten Besteuerung und Staatswesen für so ein Muss. Ich hingegen widerspreche dem engagiert. Es gibt keine universelle Moral, da kannste dich jetzt drehen und wenden wie du willst.
Und du hast nun bereits mehrere Beispiele bekommen, in denen deine universelle Menschenwürde keinen Niederschlag findet.
Ich habe nie behauptet, das es eine universelle Moral gibt. Ich habe nur gesagt, das sich eine Gesellschaft an bestimmten Regeln (die sie sich selbst wissentlich oder unwissentlich gibt) orientieren muss. Es gibt vielleicht keine universelle Moral, aber es gibt eine Moral die über das Individuum hinaus geht. Jede Gruppe von Menschen spiegelt diese Moral in ihren Regeln und Gesetzen wieder. Menschen die nicht die sich nicht an diese Grundvorstellungen halten werden entweder ausgeschlossen oder bestraft. Die Menschen werden zu dieser Moral hin erzogen. Und letztendlich sehe ich außer bei irgendwelchen Rechten/Linken/Religiös Fundamentalistischen Randgruppen keine Gruppe die nicht in irgendeiner Form die Menschenwürde als oberste Moral angenommen hat. Die meisten Weltreligionen (und damit sind wir bei wahrscheinlich 5 Milliarden Menschen und damit bei der Mehrheit und damit beim Utilitarismus) nehmen das als Grundlage. Die meisten Staaten der Erde nehmen die Menschenwürde als Legitimation für ihre Existenz.
Von daher bleibe ich bei der aussage: Ja das ist „Quasi Universell“
Die Grundlage des Islams ist die Menschenwuerde? 
Die oberste Moral der Spartiaten war die Menschenwuerde?
Kann es ja schon nicht sein, weil Kant wider dessen handelt. Weil Nietzsche widerspricht. Weil es im Materialismus keine inhärente Würde des Menschen aufgrund des Menschseins gibt.
Das mag wehtun, aber noch mal: dein Axiom gilt nur für dich. Menschenwürde ist nicht universell.
Praxisbeispiel islamischer Staat, dort gibt es keine Menschenwürde, Der Mensch existiert in dieser Ideologie nur um Gott zu Preisen und in seinem Namen Dawa zu betreiben. Wer das nicht akzeptiert, wird ermordet. Und das beruht nicht im geringsten auf irgendeinem Konzept von Menschenwürde. Der Mensch hat dort nur Würde durch die Zuneigung des Gottes. Wird ihm diese verweigert, zum Beispiel weil er nicht an ihn glaubt, hat er keine Würde. Sie ist also nicht inhärent, sondern wird erst zugeteilt.
Obacht, religiös fundamentalistische Randgruppen sind ausgeschlossen 
Nein, die befinden sich schließlich in diesem Universum 
Um das nochmal klar zu stellen.
Mir geht es nicht um eine Universelle Moral. Es geht darum das eine Gruppe von Menschen sich zum Zusammenleben Regeln gibt. Die Grundlage dieser Regeln mag für den Islamischen Staat zwar eine Zuneigung zu Gott sein, aber für UNS in Mitteleuropa und für die Meisten Menschen auf dieser Erde ist das nicht der Fall.
Die Menschenwürde wird dabei von den meisten Menschen in irgendeiner Form anerkannt und (wenn auch nicht immer Konsequent) gelebt. Ich finde daher sollte dies als Grundlage in einer Diskussion im deutschsprachigen Raum ausreichend sein sich auf diesen kleinsten gemeinsamen Nenner zu bekennen und nicht diesen wiederum in seine Bestandteile aufzudröseln wo es doch ursprünglich um die Frage: “Flugzeugabschuss Ja oder Nein” ging.
Wenn du die Menschenwürde als Grundlage einer Diskussion nicht zulässt, weil sie nicht universell genug ist, dann kannst du auch keine Argumente für die von dir bevorzugte Impfpflicht bringen, denn das Argument was dafür spricht ist ja die Herdenimunität und damit eine Verantwortung der Gesellschaft gegenüber dem Leben und der körperlichen Unversehrtheit des einzelnen. Soll ich nun sagen: Der einzelne interessiert aber nicht, noch interessiert die Gesellschaft als solche, weil es keine universelle Moral gibt. Das würden endlose und sehr langweilige Diskussionen geben, weil man absolut keine Argumente mehr hätte. Nichteinmal Zahlen Daten und Fakten würden irgendetwas bedeuten.
Ich bin doch auf deiner Seite. Ich folge deiner Meinung, ich wehre mich lediglich gegen die Festlegung von Moralgrundlagen (auch für Mitteleuropa). Wenn du damit etwas für dich begründest, ist das ja ok. Hier werden dir auch alle zustimmen, aber Sätze wie „und ich gehe dann einfach davon aus, dass das akzeptiert wird. Next!“ gehen nicht. Das ist ein Totschlagargument.
Impfpflicht sollte Utilitarismus doch auch regeln koennen
Da die Statistiken bezüglich Wirksamkeit und zu erwartenden Impfschäden eine eindeutige Sprache sprechen: ja.
Viel wichtiger als irgendwelche Studien zur Wirksamkeit ist der Effekt der Herdenimmunität.
Die ist natürlich gesamtgesellschaftlich gesehen Teil der Wirksamkeit. Denn, dass die Impfungen bei den Geimpften funktionieren, ist ja die Grundlage für die Herdenimmunität.
Deshalb fragte ich mich uebrigens von Anfang an, was du denn wolltest. Einfach den Zusammenhang zwischen Flugzeugabschuss und Menschenwuerde erklaeren? Weil der Autor des Theaterstuecks den nicht erkannt hat? Ein deutscher Jurist?
Das aber auch nur wenn es uns nicht egal ist ob Leute sterben oder Krank werden.
Das macht die Sache ja noch schlimmer. Der ist Jurist, und bezeichnet das als Grauzone obwohl er wissen müsste, dass das Bundesverfassungsgericht ein entsprechendes Urteil gemacht hat.
Reitest du das Pferd jetzt bis es vollkommen skelettiert ist?^^