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Philosophischer Smalltalk


#482

Ich dachte schon, dass diese Beispiele genannt werden. Den vermeintlichen Widerspruch mit den Nazis kann ich aber leicht auflösen, denn Nazis waren ein keinem historischen Kontext jemals akzeptabel, auch wenn sie in Deutschland von einer Mehrheit akzeptiert wurden. Darum geht es aber nicht, sondern bei der historisch-kritischen Grundhaltung geht es mehr darum, eigene ethische Grundüberzeugungen auf die jeweilige historische Situation zu übertragen.

Luther ist schon ein kniffligeres Beispiel, da sein Werk im historischen Kontext durchaus Sinn ergibt, seine antisemitischen und behindertenfeindlichen Aussagen aber im heutigen Kontext leicht Abscheu hervorrufen können. Und da ich jemand bin, der sich eben nicht im frühneuzeitlichen, sondern im gegenwärtigen Kontext bewegt, habe ich auch keine Hemmungen, meine Abneigung gegenüber solchen Aussagen zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei die historische Signifikanz von Luthers Wirken in Abrede zu stellen.


#483

Nun mann muss bei sowas immer bedenken, dass in Zeiten von Bismark Krieg noch eine anerkannte form von Diplomatie war. Das zu zeiten vor Napoleon, Bürgerrechte als eine Utopie erschienen. Das Patriotismus und hass auf andere Länder bis zum ersten Weltkrieg, als positiver National stolz angesehen wurden. Das zu zeiten von Shakespeer, es ganz normal war, dass der Jude ein Feindbild ist.

In der Welt hat sich viel getan. Manchen historischen Figuren muss man gewisse Vorurteile verzeihen. Man sollte jedoch trotzdem immer daran denken, dass es trotzdem angemerkt werden sollte, dass dies schlechte Eigenschaften waren.


#484

Das geht dann aber auch damit einher, dass sich selbst die Moralistischen Personen unserer Zeit in der Zukunft mit solchen Angriffen zu rechnen haben.


#485

Nun es gibt keine ultimative Moral. Dementsprechend ist das denke Ich ein kleiner Preis, welchen die Aufklärer und Vorbilder zahlen müssen.