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Philosophischer Smalltalk


#462

Das kann ich ja sagen, wenn sich wieder einmal jemand bei mir wegen meines Fleischkonsums beschwert. :joy:


#463

Leider hat sich die moralinsaure "Lebens"lobby mal wieder durchgesetzt. Das dĂŒrfte die Genforschung wieder ein paar Jahrzehnte zurĂŒckwerfen. FrĂŒher war es die Kirche, die Fortschritt aktiv aufgehalten hat, heute istes eine breit aufgestellte Empörungslobby, die bewusst statt des Wortes Fötus das Wort Baby benutzt. SĂ€ugling, Neugeborens
 nĂ€h, die Leute sollen ja die Wissenschaft verdammen also nehmen wir das knuddelige Wort Baby

Zum Kotzen.

Und bevor jemand mit blauÀugigen Designerbabies kommt:

Mit der Genschere Crispr/Cas9 hatte er nach eigener Darstellung in den Embryonen einen Zellrezeptor deaktiviert, der wichtig fĂŒr die Infektion mit dem HI-Virus ist.


#464

Jetzt fang nicht wieder mit dem Mist an, wo dir bereits nachgewiesen wurde das deine Ansichten auch wissenschaftlich falsch sind.

An sich teile ich das Bedauern ĂŒber die stĂ€ndige Ausbremsung bei Erforschung von Gentechnik aber. Allerdings ist hier der Randfall das man das einfach mal so am Menschen gemacht hat - das hat nichts mit dem Umstand Baby zu tun, sondern einfach das dort ethische Grenzen ĂŒberschritten wurden.


#465

Das hat doch gar nichts damit zu tun. Es geht hier nicht um Abtreibung. Ein Fötus heißt bis zur Geburt nunmal Fötus, ende.

Das Problem ist, dass es nur einfach so geht, weil keine Ethikkomission der Welt dem zustimmen wĂŒrde. Und die Versuche haben nicht den Zweck ein drittes Bein wachsen zu lassen, sondern in dem Fall 1. die Methode Crispr/Cas9 zu verifizieren und 2. den netten Nebeneffekt, dass bei diesen Menschen dann die Pathogenese von Aids im besten Fall deakitiviert ist


#466

Also gehe ich recht in der Annahme das Wissenschafsethik fĂŒr dich auch nur eine AusprĂ€gung dieses Schweinesystems ist?

Im Artikel werden auch andere GrĂŒnde angefĂŒhrt als Proteste, u.a. Verstoß gegen rechtliche
Und ethische Grundregeln, fragwĂŒrdigen wissenschaftlichem ErkenntnisGewinn usw


#467

Nein, aber sie ist zu streng.

Laienproteste sollten gar keine Rolle spielen, religiöse Stellungnahmen irgendwelcher Kirchen sowieso nicht. Verstoß gegen rechtliche und ethische Grundregeln, wie gesagt, die halte ich fĂŒr zu streng.

Das einzige, was ich bedauere ist tatsĂ€chlich der geringe Wirtschaftliche Nutzen, nicht, weil die Versuche sinnlos sind, sondern weil sie nicht nach wiss. Protokoll durchgefĂŒhrt wurden und somit anfechtbar sind. Aber vielleicht nĂŒtzten diese ersten Versuche dazu, die Menschen in aufgeklĂ€rteren Zeiten zu motivieren, das ganze als sauber durchgefĂŒhrte medizinische Studie neu aufzurollen.


#468

Es haben sich in dem von dir verlinkten Artikel außer einer nebulösen Formulierung “Nach internationalen Protesten”, ausschließlich Politiker und Wissenschaftler in China Stellung genommen. Von religiösen Gruppen oder “Laienprotesten” war gar kein Rede.

Vielleicht solltest du die eigenen Quellen mal besser lesen.


#469

Den ersten Teil deines Satzes betrachte ich als Fehlschluss. Wenn zu einem bestimmten Sachverhalt sich nur Leute Ă€ussern dĂŒrfen, die das entsprechende Fach studiert haben (hast du nicht geschrieben, aber darauf lĂ€uft es hinaus), dann ist der öffentliche Diskurs lahmgelegt, dann gibt es wieder ein StĂŒck weniger von der Freiheit, die du eigentlich anstrebst.


#470

China hört doch eh nicht auf “internationale Proteste”. Das war einfach die Entscheidung der Regierung aufgrund ganz eigenen Überlegungen.


#471

Ich bezog mich nicht auf den Artikel, sondern die gesamte öfftl. Wahrnehmung inkl FB-Kommentaren, in denen man ihm dei Hoden abschneiden möchte. Politiker sind ĂŒbrigens idr Laien auf diesem Gebiet.

Wenn es um die Sinnhaftigkeit und Tragweite von Dingen geht, die sie nicht verstehen können, schon; insbesondere wenn es um Entscheidungsgewalt geht. In 10 Jahren Studium lernt man etwas mehr als beim Lesen eines Spektrum-Artikels.

Äußern darf sich jeder. Nur muss man nicht auf jeden Michel hören.


#472

Der Hauptgrund dafĂŒr ist einfach die gefahr eines missbrauches. Wenn man weiter denkt, könnte man es dann auch durchaus nutzen um sich designer Babys zu basteln oder eben Menschen absichtlich Krankheiten einzuimpfen. Gen Forschung an Baby ist eine sehr gefĂ€hrliche Sache.
Bei Erwachsenen, wÀre das schon etwas unbedenklicher. Abe rnur etwas.


#473

gibt schlimmeres, kann man aber dann auch immer noch verbieten, das hamwa drauf.

Man kann auch Menschen einfach einen Infektionserreger spritzen, kostet nur 0,0001% so viel und ist sicherer. Man kann auch Aspirin missbrauchen, um damit jemanden umzubringen
 Das Missbrauchsargument ist schwach, weil man alles missbrauchen kann, sogar BratenschnĂŒre, damit kann ich auch jemanden erdrosseln.


#474

Man kann sich da schon richtig böse Szenarien ausdenken.

Verspreche Eltern kostenlose Designer-Babys und bau gleichzeitig eine lebensbedrohliche AbhÀngigkeit von einer bestimmten Substanz in den Gencode ein. Wer nicht sein Leben lang zahlt, wird schwer körperlich leiden und sterben.

Schon aus solchen GrĂŒnden sind Genversuche und weitergehende Arbeiten am Menschen nur mit starker Involvierung des Staates, von EthikrĂ€ten und der gesamten Gesellschaft akzeptabel.


#475

Ja, schon, aber darum geht es gar nicht. Erstens sagt ein Studium nur bedingt etwas ĂŒber die fachliche Eignung einer Person aus (je nach Fach verschieden), sondern mehr ĂŒber deren Fleiss, zweitens gibt es Personen, die aus irgendwelchen GrĂŒnden nicht studieren können, drittens sind Fachpersonen bisweilen betriebsblind und können manchmal Anstösse von aussen ganz gut gebrauchen und viertens ist es meines Erachtens grundfalsch, wenn sich die Wissenschaften nach aussen abschotten. Es gibt also gute GrĂŒnde, warum deine Aussage zu kurz greift.


#476

Ich bin so ĂŒberrascht.

Regulierung haste bewusste vermieden? :wink:


#477

Und das aus gutem Grund.
Sorry, daß ich gleich wieder die Ultrabösen hervorhole, aber die Experimente der Nazis an ihren Gefangenen waren auch teilweise wissenschaftlich wertvoll.
Man erwartete auch sinnvolle Ergebnisse von MKUltra.
(Vorsorglich: Klar, hat beides nix mit Genetik zu tun, Vergleich ist trotzdem valide.)

(Gen-)Experimente an Menschen ohne deren EinverstĂ€ndnis stellen ein Verbrechen dar und verletzen die Persönlichkeitsrechte. Das gilt auch fĂŒr Föten, auf jeden Fall wenn die Absicht besteht, sie heranwachsen zu lassen. Diese Menschen werden dann zu Laborratten degradiert, denn Nebenwirkungen sind unvorhersehbar.
Und das Missbrauchspotenzial ist weeiitaus höher, als das von BratenschnĂŒren.
Aber wenn du doch einen Weg weisst, mit BratenschnĂŒren flĂ€chendeckend Menschen zu erdrosseln, behalt ihn bitte fĂŒr dich.


#478

Ganz vergessen, sorry. Ich will das jetzt nicht aufwÀrmen. Ich gebe auch zu an dem Tag ein bisschen aggro gewesen zu sein.

ich erkenne durchaus die ethischen Konfliktpotentiale, aber dennoch finde ich es schade, dass Forschung, die Millionen von Leben retten und verlĂ€ngern wird, immer so behindert wird. Nichtmal nur in diesem Beispiel, das Hauptproblem ist die ideologisch verklĂ€rte Stammzellenforschung, die in anderen LĂ€ndern regelmĂ€ĂŸig DurchbrĂŒche bringt und bald den abertausenden Menschen, die beim Warten auf ein Spenderorgan elend verrecken, durch gezieltes Organwachstum, das Leben retten wird. Das habe ich ein bisschen auf diesen Fall projiziert, nichts fĂŒr ungut.

natĂŒrlich, diese Geheimwaffe brauche ich noch fĂŒr den Geheimdienst von Liberstaat ℱ


#479

Was ich mich in den letzten Tagen frage:

Ist es eigentlich in Ordnung Kunst aus der Vergangenheit nach unseren heutigen Moralvostellungen zu bewerten?

Ich glaube den ursprung hat dieser Gedanke in der Diskussion, ob Apu aus den Simpsons ein Rassistisches stereotypisches Bild eines Inders zeigt, wie es in den USA ende der Achtzigerjahre vorgeherrscht hat, oder ob das nicht einfach so in Ordnung ist.

Dazu kam dann noch dass ich Kritiken ĂŒber Harry Potter and the cursed child gesehen habe, die vor allem bemĂ€ngeln, das Hermine auf einmal schwarz ist. Ich sehe das im Prinzip so, dass es fĂŒr ein TheaterstĂŒck vökkig in Ordnung ist eine Schwarze schauspielerin zu besetzen, denn schließlich will ich dort die beste schauspielerische Leistung sehen, die Möglich ist. Was ich aber nicht in Ordnung finde ist hier im Nachhinein eine pseudo Vielfalt einzubauen, die das Ursprungsmaterial einfach nicht hergibt.


#480

Interessante Frage, die ich mit einem glasklaren Jein beantworten kann. Ja, ich bin der Meinung, dass ein Kunstwerk nur dann richtig wirken kann, wenn man den historischen Kontext betrachtet. Kunst entsteht ja nicht in einem luftleeren Raum, sondern spiegelt immer ihre Entstehungszeit.

Die Frage ist also auch immer, ob etwas im damaligen Kontext als akzeptabel betrachtet werden kann. So geniesse ich auch mal sexistische Hardrocksongs aus den Siebzigern, schĂŒttle aber ĂŒber den einen oder anderen sexistischen Text von heutzutage den Kopf. FĂŒr mich ist das kein Widerspruch.


#481

Ich stelle das mal auf die Probe. Wie ist das mit den Anti JĂŒdischen Schriften Martin Luthers?
Wenn es Leute gibt, die sagen: “Das war damals halt so”, dann wĂŒrde das ganze ja auch fĂŒr die Nazizeit gelten. Mit anderen Worten: Wenn ich das zu sehr im Historischen Kontext betrachte spreche ich den Leuten auch die Verantwortung fĂŒr ihr Handeln ab. Und das ist fĂŒr mich ein innerer Konflikt. Warum sollte ich Menschen mit dem gleichen schlimmen Gedankengut unterschiedlich betrachten, nur weil da Jahrhunderte zwischen liegen?