Philosophischer Smalltalk

Ah, es spricht also doch mit mir :smiley:

Nuja, in Punkto Heuchelei kann ich es sicher nicht mit Ihnen aufnehmen.
(Beispielsweise so Klassiker wie "Ich finde es schön, dass ihr mit eurer Entscheidung offensichtlich sehr glücklich seid. Dennoch … ")

Ansonsten, es langweilt langsam.
Für viele soll es ja immer am Reizvollsten sein, über andere lästern zu können. Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis. Aber wenn sich dieser Bereich schon Philosophie nennt … wäre es da nicht langsam mal an der Zeit, sich um so etwas wie ein Argument zu bemühen?

Vielleicht sollte ich mal was zum Thema Syllogismen verlinken, Analogien scheint man ja auch nicht zu verstehen, etc. :slight_smile:

… sollten andere anders entscheiden dürfen, insbesondere dann, wenn man das Kind sonst foltert.
Aber Folter ist für euch ja nix schlimmes, hat tausend Jahre supi funktioniert.

Freundliche Grüße von der Homo- und Tötungslobby ihres Vertrauens.

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Ich denke es ist wirklich mittlerweile klar geworden, dass du Thod für den größten Abschaum der Menschheit hältst. Ist da deinerseits überhaupt noch ein Diskussionswille erkennbar? Ich meine du kannst natürlich auch so weiter wüten, allerdings finde ich es etwas fragwürdig, wenn das von jemanden kommt, der selbst äußert fragliche Argumentationsstränge vertritt, wenn dann mit solcher Vehemenz und Feindlichkeit entgegnet wird, wo man selbst aber die Toleranz der eigenen Meinung einfordert.

Du führst im Grunde gerade einen dauerhaften guilt-by-association ad hominem durch - dabei ist die eigentliche Position, unabhängig mal vom restlichen Weltbild, gar nicht so weit abweichend vom Status Quo oder auch zum Beispiel der rechtlichen Situation im Bezug auf Abtreibungen.

Der eine argumentiert halt theologisch, der andere staatentheoretisch/moralisch, aber die Zielaussage ist immer die gleiche: Es bleibt letztendlich eine Abgrenzungsfrage, ab wann ein Mensch ein Rechtssubjekt ist. Und da hat man sich eben auch weil die Biologie sich da gar nicht so einig ist wie du die ganze Zeit suggeriert hast (Hab in der Zwischenzeit mal befreundete Wissenschaftler ausgefragt) eben für eine Variante entschieden, die eine rechtliche Beurteilung ab der Befruchtung (dem sogenannten Nasciturus ) ermöglicht und dabei einschränkend genug ist, damit eine solche Entscheidung nicht zu leichtfertig gefällt werden kann.

Das folgt dann dem folgenden Rechtsgrundsatz:
Nasciturus pro iam nato habetur, quotiens de commodis eius agitur

Was so viel heißt wie: Soweit es für den noch zu gebärenden Menschen vorteilhaft ist, erhält er die rechtliche Gleichstellung zu bereits geborenen Menschen. Daher kann auch das Recht auf Leben auf diese angewendet werden, daraus ergibt sich zwangsläufig und auch ohne theistische Betrachtung ein Verbot von Abtreibungen. Die Ausnahmen werden halt so integriert, dass es eine Straffreiheit gibt für bestimmte situationen, und dort geht der Staat schon heute weit über die theistischen Spielräume hinaus - und das ist auch gut so.

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Jeder hat eben seine Nemesis. Gerade du solltest da nicht unbedingt den Objektivisten raushängen lassen. Im Politischen ST lederst du oft nicht minder heftig ab :wink:

Diese elende Grundhaltung, man müsse religiösen Gefühlen gegenüber mehr Respekt oder Zurückhaltung entgegenbringen als politischen oder anderen Überzeugungen, akzeptiere ich nicht. Der Glaube an einen Gott ist für mich nichts anderes als eine von vielen anderen Weltanschauungen, die genauso Kritik aushalten muss. In Anbetracht der durch sie verursachten Toten, steht sie letztendlich auf einer Stufe mit dem maoistischen/ stalinistischen Kommunismus, nur mit besserem Image.

Ich habe mehr als eine Nemesis, aber die meisten davon sind an unverbindliche Perspektiven gebunden. Die eine, bei der ich mit Sicherheit in jeder Lebenslage jedes Maß verliere, äußert sich hier so gut wie nie. Darf ich den Objektivisten raushängen lassen? Ist aber egal. Es macht mehr Spaß, widersprüchliche Meinungen zu vertreten. :grinning:

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Ich weiss nicht, ob es allgemein theistische Spielräume gibt, denn auch hier werden ja verschiedene Positionen vertreten.

Beispielsweise wenn Gefahr für das Leben der Mutter besteht, wird wohl kaum ein Theologe sagen, dass sie ihr Leben für das Kind geben müsse.

Als Katholik bin ich ein Freund des Naturrechts und kann darum mit einer bekenntnisfreien Staatstheorie durchaus etwas anfangen.

Zudem bin ich nicht in der Situation, mir Gedanken über Bestrafung oder Straffreiheit machen zu müssen. Da sind die allgemeinen menschlichen Implikationen eh das Schlimmere, denn die größte Strafe, wenn man so will, tragen Mütter, die ihr Kind haben abtreiben lassen, oft ihr ganzes Leben lang mit sich herum.

Für meinen Teil reicht es, wenn ich mir ein einigermaßen plausibles Bild über die ethische Beurteilung einer Handlung machen kann. Natürlich werbe ich dann auch für das, was ich für ethisch vertretbar halte.

Richtig, aber ich ledere nicht immer auf dieselbe Schwachstelle, mir kam das jetzt einfach ein bisschen viel vor.

aber das war jetzt auch nur meine Meinung.

Nein, aber überhaupt mal Respekt wäre schon was gutes. :wink:

So wie der Staat es in seiner Justiz macht - er bestraft den Mord, sichert sich aber das Monopol darauf-, so macht er es eben überhaupt: Er verbietet uns, unsere Nachkommen am Leben zu verhindern - er wünscht dies selber zu tun. Er behält sich vor, selber abzutreiben, und zwar erwachsene, arbeitsfähige Menschen. (Bertolt Brecht)

Gerade weil das Kinderkriegen nicht nur eine private, sondern eine sehr nationale Frage ist, weil das deutsche Volk seiner Obrigkeit gar nicht zahlreich genug sein kann, erklären dieselben Typen, die Deutschland am Hindukusch verteidigen, Ausländer abschieben und Kriminelle vergiften, die Föten in ihren nationalen Gebärmaschinen für irre heilig.

.LOL.

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Also Thod hat auf Facebook gezeigt, dass er keinen Respekt vor den Mitmenschen hat und das sehe ich als Problem an. Als Katholik weiß ich das solche Sachen eine direkte Fahrkarte in die Hölle sind, denn ich habe in der Kirche und im Religionsuntericht aufgepasst, auch wenn das schon ein bisschen länger her ist, dass ich da war.

Ich möchte aber hier mal ein anderes Thema aufmachen.
Ist es verwerflich viel Geld zu verdienen? Ich finde ja, Wenn man eine entsprechende Ausbildung gemacht hat und hart gearbeitet hat nicht. Wenn man dagegen ohne besondere Leistung nur durch Glück oder sogar der Vortäuschung von falschen Tatsachen im nicht Kriminellen Sinn (also so was wie der in Mediatheke 7 angesprochene Kanal der Woche) viel Geld verdient habe ich damit schon ein Problem.

Warum? Neid?
(Ich bin der Meinung, niemand darf mehr Geld verdienen, als er ausgeben kann. Das steht wieder auf nem anderen Blatt :wink: )

Das ist ja auch der Punkt der vernünftigen Linken. Niemand will Menschen Geld wegnehmen, was Sie ehrlich verdient haben. Die meisten wollen allerdings an das Geld dran, was nicht durch arbeit verdient wird. Wie z.b. Zinzes zinz oder große Erben etc.

Dietmar Wischmeyer hat mal gesagt, er versteht nicht, warum Menschen anstreben, Millionäre zu werden. Nur als Milliardär sei man wirklich Reich.

Reich sein heißt nicht, sich einen Ferrari zu kaufen, sondern ihn zu verbrennen.

Was unter den 1% der Menschen schon wieder höchstens einen Promillebereich abdeckt. Aber das wird ja einfach so gesundet, dass die Vertreter einer „Reichensteuer“ einfach die ihrer ideologie nach verträgliche Vermögensgrenze (d.h. knapp über Beamten-Festgehalt) so weit runter setzen, bis es passt. Die Argumentation bleibt natürlich trotzdem die gleiche.

Also ich bin ein Bewunderer von Warren Buffett (dem Erfinder des All you can Eat). Auch ein Bill Gates ist jemand dem ich das Geld, was er hat, gönne. Einem Robert Geiss der dazu im Vergleich ein armer Schlucker ist gönne ich das was er hat aber nicht. Also sag du mir ob das Neid ist.

Zum Hintergrund. Meine Familie ist nicht ganz arm.

Neid sicher nicht, eher eine Art Gerechtigkeitssinn. Man muss Geiss ja nicht mögen, aber er hat eine erfolgreiche Firma aufgebaut und dann gut verkauft. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Buffet, nur dass er das in anderen Dimension und hundertfach gemacht hat.

Weiss nicht. Ich finde angehäuften Reichtum an sich zwar asozial, aber ich habe wenig spezielle Probleme mit reichen Individuen an sich.
Im normalen Leben schadet es dir ja nicht, wenn jemand anderes mehr Geld hat.
Welcher Nachteil entsteht dir durch den Wohlstand des mir unbekannten Robert Geiss?
(Nach Gugel: Abgesehen von einer grottigen Fernsehshow?)

Das ist vermutlich aber genau das was mich an dem Typen und auch an den Youtube Millionären stört. Diese Selbstdarstellung aller „Wir sind besser als du weil wir Geld haben“.

Der Buffet hat sich in den Siebzigern eine große Villa gekauft und wohnt da heute noch. Das ist relativ bescheiden. Ich habe auch nichts dagegen, wenn man sich teure Dinge kauft. Der könnte von mir aus auch 10 Villen haben. Hauptsache er macht keine Fernsehshow und zeigt uns wie toll seine Villen sind.

Ich hab die Sendung nie gesehen, aber ist die Message nicht eher sowas wie: „Wer sich genügend anstrengt und/oder clever genug ist, der kann hier problemlos reich werden?“, also die Karotte an der Angel für den Zuschauer?

Nein, dazu würde man ja die Geschichte und die Art und Weise des Reichwerdens zeigen müssen. Die Geissens führen ja nur das Ergebnis vor, aber nicht den Weg.

Ich denke da eher an den „Wenn die Idioten das können, dann kann ich das schon lange!“-Effekt :smiley: