Neue Abo-Modelle

Ich nehme an, die 6,99 sind das Minimum, was man nehmen muss. Gleichzeitig soll es das Maximum bleiben. Das kann ich nachvollziehen, denn irgendwie muss man das Gebotene auch in Relation setzten zu anderen Pay-Angeboten wie Netflix, Spotify, Sky etc. Im Hinterkopf muss man haben, dass der Durchschnitts-User mehrere Abos gleichzeitig hat. Mittlerweile sind die 60 bis 80 Eur im Monat locker erreicht.

Wenn man über „Premium“ nachdenkt bzw. weitere Stufen von 9,99 und 14,99… dann frage ich mich, womit dies gerechtfertigt werden soll. Die Idee des „Wunschprogramms“ ist völlig unrealistisch. Denn wenn ich einen Wunsch für eine Filmbesprechung äußere, und neben mir 100 Weitere auch… ja wie lange soll ich dann Premium bezahlen, bis mein Wunsch berücksichtigt werden kann?

Für „Premium“ fehlen z.B. die Formate „Wa(h)re Liebe TV“ mit Lilo Wanders, „Computer Club TV“ mit Wolfgang Rudolph und einem neuen, jungen Sidekick, „Senioren TV“ mit Max Schautzer, „Kick TV“ mit einem Ex-Bundesligaprofi, „Subkulturbeutel-TV“ mit Olli Schulz, „Eso-TV“ mit Pfarrer Fliege ( :wink: ), „Schmink-TV“ mit Bibi, ein Sendefenster für Studierende an Film- und Journalistenakademien, in dem die ihr Zeugs anbieten können, auch ein Pendent zum „Bürgerfunk“. Aus Bewerbungen werden bereits fremdproduzierte Sendungen ausgewählt und gesendet. Ergänzt vor allem durch einmalige Sendungen in Eigenproduktion (im „richtigen“ TV laufen schließlich auch einmalige Dokus und Reportagen, nicht ausschließlich Sendereihen und Serien). Zudem fehlt dem Sender ein Howard Stern, der provoziert und für Aufmerksamkeit sorgt. Natürlich ist auch die Frauenquote zu niedrig.

Zudem sollte man darüber nachdenken, was bei 6,99 wegfällt. Warum uneingeschränkter Zugriff aufs Archiv? Warum die Möglichkeit, die Folgen downzuloaden? Klar… über Umwege kann man es trotzdem. Doch wieso so einfach? Wieso einzelne Folgen für eine gewisse Zeit nicht extra kostenpflichtig mit 99 Cent anbieten, ehe sie dann nach einem oder zwei Monaten kostenlos im Rahmen eines Einstieg-Abos zu sehen sind (dann aber auch wieder nur für einen Monat)? Beispiel: Bela B. kommt in den ComicTalk. 10.000 Fans wollen die Sendung sehen. Um die Folge zu bekommen, reicht eine Anmeldung für ein Probe-Abo, natürlich ohne Verlängerung. Das wars. Wäre irgendwie schade. Und wieso hat man im Rahmen eines Probeabos einen Vollzugriff auf alles?

Content kostet Geld. Vielleicht braucht es einen Investor oder Mäzen, der auf einen Schlag 10 neue Formate ermöglicht. Vielleicht einen Wolfgang Grupp, der im Gegenzug ein eigenes Format bekommt, in dem er seinen Hang zur Selbstdarstellung ausleben kann :wink: Doch interessant wäre auch die Frage… was wird eigentlich gegenwärtig für Marketing ausgegeben? Ich finde, MassengeschmackTV ist doch recht unsichtbar. Ich bin rein zufällig darauf gestoßen, ich glaube über die Suche nach Interviews mit Mark Benecke.