Heinrich hat sich in einem Zeit-Interview geäußert:
Eine Sache sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man Heinrichs Relativierungsversuche liest: Die Dame hat deutlich mehr Medienerfahrungen als ein durchschnittlicher Teenager. Wie bspw. in Kaspers Video an einigen Beispielen schon gezeigt wurde, hat Sarah-Lee für ihr Alter bereits eine beachtlich lange Laufbahn hinter sich, wenns darum geht, in den Medien das Opfer zu spielen.
Angefangen hat diese steile Opferkarriere mit dem Thema Hartz4 (u.a. in Sat.1) bis sie dann irgendwann die unschlagbare Wirksamkeit der Rassenkarte entdeckt hat. Was ich mit meiner eklig weißen Bürgi-Rhetorik sagen will: Wenn Fräulein Heinrich jetzt in ihren Relativierungsversuchen so tut, als wäre sie die ganzen Jahre ein unbedarfter Teenager gewesen, der überhaupt nicht wissen konnte, wie diese ganze Medienwelt funktioniert, so ist das nachweislich Unsinn.
Man kann an ihren damaligen Medienauftritten gut sehen, dass sie ihre Worte schon im jüngeren Alter sehr geschliffen und reflektiert wählen konnte, wenn sie denn wollte. Hinzu kommt ihre mehrjährige repräsentative Tätigkeit bei der Grünen Jugend, wo sie ebenso deutlich mehr Erfahrungen im Umgang mit Medien sammeln konnte als ein Durchschnittsjugendlicher.
Schade dass die Mediatheke nur einmal die Woche kommt. Man könnte so ein Thema direkt als Youtube Video wäre bestimmt besser als 5 Tage nach dem großen Aufreger
Mit den Statements von Heidenreich konnte mich aber auch nicht so recht anfreunden. Das war erstens reichlich elitär formuliert und zweitens kann ich mir auch vorstellen, dass man keine Lust hat, sich wegen seiner Hautfarbe sein ganzes Leben die Frage „Wo kommst du denn her“ anzuhören, wenn man mehr oder weniger sein ganzes Leben in Deutschland verbracht hat.
Wenn das unser schlimmstes Problem ist, läuft doch alles total prima.
Bin mir sicher, es ist eine total realistische Beschreibung, dass ein dunkelhäutiger Mensch in Deutschland tagtäglich mit dieser schlimmen Frage terrorisiert wird. Das sollte die Elke auch endlich mal glauben lernen!
„schlimmstes Problem“, „terrorisiert“ = Strohmänner.
Die Frage ist ein normaler Versuch, Smalltalk zu führen!!11!
Wenn man über solche Nicht-Probleme spricht, darf man schon mal mit humoristischen Überhöhungen als Reaktion rechnen.
Ernsthaft: „Wo kommst du her?“ ist eine dieser typischen belanglosen Smalltalk-Fragen, mit denen man die Zeit füllt, wenn einem sonst gerade keine besseren Gesprächsthemen einfallen. Jeder Mensch, der irgendwas nur minimal auffälliges an sich hat, kriegt solche sinnlosen Fragen immer wieder mal gestellt und die meisten haben gut damit zu leben gelernt.
Wenn ich wegen meinem Rheuma einen beschissenen Tag habe und man mir das körperlich ansieht, bekomm ich auch immer wieder doofe Fragen. Sowas nervt minimal und lässt sich meist mit einer humorvollen Reaktion auflösen. Getreu dem altbewährten Motto „Sticks and stones may break my bones, but words will never break me“. Ich finde es sinnvoller, Menschen darin zu bestärken, mit solchen nervigen Situationen souverän und clever umzugehen anstatt sie zu hypersensiblen Heulsusen zu erziehen. Letzteres fördert genau die Dauerempörungskultur, die wir heute haben.
Das ist doch was völlig anderes, deine Erkrankung gehört doch zu dir. Kannst du nicht verstehen, warum ich es bspw unangemessen finde, wenn ich - neben der „woher kommst du“-Frage - allein aufgrund meiner dunklen Haar- und Augenfarbe in gebrochenem Deutsch angesprochen werde? Kommt nicht soo häufig vor, weil ich gleichzeitig weiß wie die Wand bin, aber stört trotzdem ungemein. Natürlich steckt da ne Art „Rassedenken“ dahinter.
Hautfarbe usw. gehört auch zu mir.
Und mit „Rassedenken“ sollten Leute wie Frau Heinrich, die ständig über nichts anderes als Hautfarbe und Herkunft sprechen, doch bestens vertraut sein. Aber ich sehe es nicht als „Rassedenken“. Wäre ich so gaga, müsste ich bei Fragen zu meinem Rheuma auch glauben, es würde sich um „Ableismus“ u.ä. Formen von Diskriminierung handeln. Du darfst das für dich persönlich natürlich gerne weiterhin so sehen und Menschen immer die schlechtestmöglichen Absichten unterstellen. Hilft dir ja echt weiter und macht dich zu einem mega glücklichen Menschen. 
Ja wat willst du, du siehst doch astrein aus wie ein Biodeutscher. ![]()
Lol, natürlich nenne ich Leute, die mich fragen, wie es mir geht, ableistisch. Das ist doch wie gesagt was völlig anderes. Wenn man aussieht als hätte man Schmerzen, dann ist das wohl auch so. Aber wenn man aufgrund Äußerlichkeiten wie Haut-, Augen-, Haarfarbe auf Herkunft schließt, obwohl der/diejenige stinknormales Hochdeutsch spricht, dann ist das natürlich ne Form von Rassedenken.
Ich rieche ein Strohmännchen!
Wo hab ich gesagt, dass ich von der schlichten „Wie geht’s?“-Frage rede? Die stellt jeder jedem zigmal am Tag. Nein, das wären dann schon eher Fragen, die Richtung Krankheit oder Behinderung abzielen. Mag man als unsensibel betrachten, aber in den meisten Fällen steckt kein schlechter Gedanke dahinter. Manchmal vielleicht sogar ernsthaftes Interesse.
Für mich kommt’s deshalb immer drauf an, mit welcher Intention jemand so eine Frage stellt. Steckt eine negative, abwertende Intention dahinter, sehe ich das natürlich ebenfalls als Problem. Geht’s aber wirklich nur um simplen Smalltalk oder ein bisschen Neugier, nehm ich das nicht persönlich. Warum sollte ich auch dann die denkbar schlechteste Intention unterstellen? Zudem hat jeder die Möglichkeit, solche Fragen schnell abzuwürgen. Niemand ist gezwungen, jedes Mal wieder darauf zu antworten.
Das sind alles Dinge, die man im gemeinsamen Miteinander mit dem Mittel der Kommunikation leicht lösen kann. Dafür müssen wir weder die Gesellschaft umprogrammieren noch im Dauertakt künstliche Empörungswellen erzeugen. Man könnte es auch mit den Worten von Dr. House sagen:

Wenn Menschen einen aufgrund einer dunklen Hautfarbe für einen Ausländer halten ist das das selbe, wie wenn Menschen einen aufgrund einer blauen Hautverfärbung für krank halten, jawohl!!
kA, hab manchmal den Eindruck, dass manche Menschen diesbzgl ein wenig flunkern und das ganze mit voller Absicht als Kränkung verwenden. ![]()
Okay, genug Whitesplaining deinerseits für heute. Vielleicht kann sich noch jemand in die Diskussion einklinken, der tatsächlich selbst davon betroffen ist und eigene Erfahrungen beisteuern kann.
@nikita, wie denkst du über das Thema?
Klar, du bist eben nicht nur Whitesplainer, sondern auch krasser Gedankenleser. ![]()
Lesetipp:
Ganz gutes Essay zum Thema Rassismus in der ganzen Sachen.
Schon interessant, wie sich da Leute über Heidenreichs Äußerung aufregen, wenn sie zum Beispiel sagt, wie würde Sarah-Lee Heinrich fragen „Wo kommst du her“ oder das sie sagt „Menschen aus anderen Ländern leben bei uns“.
Dabei ist es des Sarah-Lee Heinrich selbst, die sich stärker zu Afrika als zu Deutschland hingezogen fühlt, wenn sie sagt, dass sie mit einem Besen alle weißen Menschen aus Afrika fegen will und das sie sich nach Afrika absetzen will um unter netten nicht rassistischen Menschen zu leben.
Meine persönliche Meinung hier ist, dass das Problem eher weniger die Gesellschaft sondern die Identitätskrise bei einigen eher wenigen ist. Ich lerne ständig sehr viele Leute kennen die entweder selbst eingewandert sind oder deren Eltern oder Großeltern eingewandert sind. Keine von denen hatte ein Problem mit Gesprächen über ihre eigene Herkunft oder die Herkunft ihrer Vorfahren. Viele sind sogar sehr stolz darauf und auf die Synthese aus deutscher Kultur und der Kultur des eigenen Herkunftslandes oder des Herkunftslandes der Eltern oder Großeltern. Entgegen meiner eigenen Erfahrung sehe ich in den Medien aber Leute mit einer Identitätskrise, bei denen dann scheinbar bei so einer Frage gleich die Welt zusammenbricht.
Dabei denke ich mir das doch mal in eine andere Richtung: Ich würde nach Japan ziehen. Man würde mir mein ganzes Leben anhören, dass ich kein Japaner bin und man würde es mir auch ansehen. Und selbst wenn ich dort Kinder mit einer Japanerin hätte, würde man den Kinder ansehen, dass ein Elternteil von woanders herkommt. Aber wo ist das Problem?
Ich sehe durch ein Elternhaus in dem man zwei Sprachen lernt und zwei verschiedene Kulturen eher als Vorteil.
Ach und btw. diskriminiere ich eigentlich auch andere Deutsche, Österreicher oder Schweizer wenn ich sie aufgrund ihres Dialekts frage wo sie herkommen? Natürlich nicht.
Oder bin ich rassistisch gegenüber der charmanten Lady mit französischen Akzent, wenn ich sie frage ob sie aus Frankreich, Wallonien oder Brüssel kommt?
„Wo kommst du denn her?“
Ganz schlimme pfui pfui Frage!
Aber wenn man einen blinden Menschen Fragt, ob er seit Geburt blind sei oder eben etwas anderes aus dieser Richtung oder einen Rollstuhlfahrer etwas derartiges fragt… völlig OK, solange der behinderte Mensch Bio-Deutsch aussieht. Ansonsten kann man da einen Rassismus Skandal herbei fantasieren. Oder gehören diese Fragen auch schon laut linkem Weltbild zu den pfui pfui Fragen? 
Allgemein zur MT, weil es hier kurz angesprochen wurde. Viele Beiträge wirken eben wie aufgewärmter kalter Kaffee, weil man dieses und jenes schon vorher ausführlich in den alternativen Medien tagesaktuell serviert bekommen hat. Sind eben locker flockige Beiträge, welche nur die wenigsten überrascht oder eben informiert über Dinge, welche diese vorher noch nicht gehört haben. Aber scheint ja so für die meisten OK zu sein, deshalb alles OK so.
Ich habe mich für diverse Recherchen mit einigen Studenten und Interviewpartnern getroffen, darunter auch viele POC. Ich fragte in unserer Studentenstadt, woher sie kommen und sie nannten mir das Land. Ich erwiderte: „Woher kommst du aus Deutschland?“, weil fast alle tatsächlich hier geboren wurden. Vielleicht herrscht in den Familien noch das Bild, dass man sich nicht so wirklich selbst als Deutsche sieht. Auf dem Dorf, wo ich herkomme, herrschte bei Festen der Allgemeineumgangston wie „Wo kommstn her?“ - „ah, das ist dei Vater. Mit dem bin ich zur Schule gegangen“.
Tatsächlich habe ich festgestellt, das einige neugierige Fragen in der POC-Community sehr schlecht ankommen. Wusstet ihr, dass man ab einem gewissen Hauttyp keinen Sonnenbrand mehr bekommt? Aber den einen oder anderen POC danach zu fragen, wird als Rassismus eingestuft.
Ich habe mich bei Sarah-Lee Heinrich zurückgehalten, kann aber ihre Aussagen teilweise verstehen. Das erinnert mich an die Serie „White Lotus“, in der die privilegierten, weißen Reichen nach Hawaii fliegen, um sich dort die schlecht bezahlten Hawaiianer anzuschauen, die nach dem Essen schön tanzen und mittags die Pediküre machen. Die satirische Serie hat ernste Züge. Machen wir Europäer aber auch mit Afrika, schön nach Ägypten, im Pool schwimmen, ans Meer gehen und Pyramiden bestaunen. Oder wie auch immer in anderen Ländern. Wir waren vor 30 Jahren selbst in Tunesien und haben dies gemacht.
Prinzipiell um das abzuschließen, sollte man die Aussagen einer 14 bis 18 Jährigen auch nicht für voll nehmen. Sie hat einen Fehler gemacht und zwar vor der Wahl ihre alten Aussagen zu löschen oder ein professionelles Konto anzulegen. Oder sie wollte mit dieser Ausdrucksweise Aufmerksamkeit generieren.
Wenn man eine fiktive, sehr einseitig erzählte und klar ideologisch geprägte Fernsehserie zur Argumentation heranziehen muss, fehlt es anscheinend an echten lebenspraktischen Argumenten.
Übrigens bezweifle ich, dass die Menschen in diesen Ländern sich freuen würden, wenn keine weißen Touristen mehr kommen. Diese einfältige Haltung kann man eigentlich nur als privilegierter Mensch haben, der in seinem Leben außer First-World-Problems noch nichts kennengelernt hat.
Ah, soll man nicht. Hmmm… Aber fordern nicht gerade die Grünen immer wieder, dass diese Altersgruppen auch schon Wahlrecht bekommen sollen? Oft mit dem Argument, dass diese jungen Menschen doch sehr wohl dazu in der Lage sind, mündige Entscheidungen zu treffen und sich politisch zu bilden. Wie passt das mit dem in der Heinrich-Debatte immer wieder gern gebrachten Einwand zusammen, dass man Menschen in diesem Alter eigentlich noch nicht für voll nehmen kann? Menschen, die ich nicht für voll nehmen kann, würde ich noch kein Wahlrecht geben wollen.
Wobei ich mich bis heute frage, was das genau sein soll.