Mal eine Frage an die CDU-Freunde hier in der Runde...

Was sagen die Freunde der gepflegten Christdemokratie eigentlich zu dem Glyphosat-Milliarden-Deal ihrer Partei?
Absatzmärkte für Monsanto/Bayer sichern.
Angeblich ein Alleingang von CSU-Apfelkönigin Schmid. Klingt sehr glaubwürdig.

Fun Fact am Rande:
Am wenigsten versprüht wird das Gift in Bayern. (und Badem-Würtemberg)
Am meisten im Osten.

[QUOTE=MBS;499858]Was sagen die Freunde der gepflegten Christdemokratie eigentlich zu dem Glyphosat-Milliarden-Deal ihrer Partei?
Absatzmärkte für Monsanto/Bayer sichern.
Angeblich ein Alleingang von CSU-Apfelkönigin Schmid. Klingt sehr glaubwürdig.

Fun Fact am Rande:
Am wenigsten versprüht wird das Gift in Bayern. (und Badem-Würtemberg)
Am meisten im Osten.[/QUOTE]

Das ist bestimmt nur ein willkürlicher Zufall, dass ein Kerngebiet der CDU/CSU da ganz eigene Vorstellungen von länderübergreifender Verantwortung beweist

Das einzige, was etwas ärgerlich an der Aktion der CSU im Glyphosat-Fall ist, ist das dies nun wieder als Aufhänger für die Öko-Lügenpropaganda der Grünen missbraucht wird und die ganze Sache völlig zu Unrecht eine Stigmatisierung erfährt.

Jetzt wird von dutzenden Vollidioten nämlich wieder die Mär des “krebserregenden Gylphosats” bemüht. Aber das Thema wird natürlich jetzt auch wieder von der SPD hochskandalisiert für die anstehenden Koalitionsgespräche, das ist auch klar. Man muss sich ja irgendwo was erkaufen können, wenn man sich jetzt plötzlich doch nach Wochen an die politische Verantwortung erinnert, die man eigentlich hat.

Aber wenn dieser Thread hier weiter zur Christdemokraten-Prangerrunde verkommt, wo man im Gegensatz zu allen anderen Parteiangehörigkeiten in diesem Forum nur als CDUler immer wieder zu jedem - wirklich jedem kleinen Scheiß der eigenen Partei Stellung nehmen muss und sich die linken des Forums zum fröhlichen Klischee-Kreisgewichse treffen, mach ich den Thread hier bald zu. Das kann kaum die ursprüngliche Intention dieses Threads gewesen sein.

Scheinbar hat ein Minister ein Votum für Deutschland abgegeben, das so nicht abgesprochen war mit den anderen Ministerien. Dass das höchst problematisch ist, sollte dir eigentlich klar sein. Schmidt gehört dafür entlassen.

[post=499867]@ExtraKlaus[/post] entweder du trollst, oder du hast einen massiven Bias. Überleg bitte mal kurz, wie du es fändest wenn ein SPD-Minister sich einfach über den Koalitionsvertrag hinweggesetzt hätte? Und wenn Schmidt wirklich alleine entschieden hat, so wie es aktuell aussieht - dann ist diese Stinkbombe auch ein massiver Affront gegen Merkel und die CDU. Ich bin mir sicher dass es hinter den Kulissen gerade rund geht. Wohlgemerkt, es geht hier nicht um die Sachfrage Glyphosat, sondern die Entscheidung des Ministers. Wenn eh jeder regiert wie er will, dann braucht man auch keine Koalition, dann kann man auch einfach Minderheitsregierung machen.

Zu überlegen wäre natürlich, ob da jemand von der CSU ganz absichtlich eine neue GroKo torpediert, weil die ganzen nötigen Eingeständnisse der CSU auf Landesebene schaden würden.

[QUOTE=Tilman;499871]@ExtraKlaus entweder du trollst, oder du hast einen massiven Bias. Überleg bitte mal kurz, wie du es fändest wenn ein SPD-Minister sich einfach über den Koalitionsvertrag hinweggesetzt hätte?[/QUOTE]

Sorry, war heute morgen etwas früh. Inhaltlich im Sinne einer klaren Einigung für Glyphosat und da die Entscheidung eh keinen großen Einfluss mehr hatte, bei diesen Mehrheiten, finde ich es gut, weil sehr, sehr, sehr viel Blödsinn über Glyphosat verbreitet wird (z.b. werden bewusst falsche Bilder durch die Bundestagsfraktion von B90 geteilt). Formal ist das natürlich nicht in Ordnung gewesen. Die Frage ist hier aber auch, ob die SPD das Thema nicht gerade sehr bewusst hochspielt, um sich eine bessere Verhandlungsposition zu erarbeiten. Die restlichen Parteien wissen sowieso das sie jetzt in der Opposition sind und fangen schon mal vorsichtig mit der Arbeit an.

Und vor allem die Sozialdemokraten, die sich immer wieder im Bundesrat über Koalitionsbeschlüsse hinweg gesetzt haben, sollten da mal ganz leise sein… Wie die jetzt schon wieder den Aufstand der Anständigen proben, obwohl die SPD sich gerne mal über Verträge hinwegsetzt, ist schon ein bisschen durchsichtig.

@Baru: Ich glaube schon, dass das ein eigenverantwortlicher Alleingang war. Die Entscheidung wäre eh gefallen und die SPD hat sich ja schon klar für den Populismus und gegen die Faktenlage ausgesprochen in diesem Themenbereich. Frage mich auch, in wie weit da eine andere Ministerin Mitspracherecht hat, wenn es um Ressortentscheidungen geht. Der einzige Fakt ist bisher, dass er das wohl nicht im Kabinett abgeklärt hatte.

Die Entscheidung wäre eh gefallen?
Was ist die Basis dieser Aussage? Die deutsche Haltung war doch eben wegen der gespaltenen Meinung eine Enthaltung. Hier hat der Minister, ohne dass dieses Thema nur zu seinem Resort gehört, den Willen der Regierung verfälscht. Merkel hat ihn nun auch gerügt. Ein Rücktritt oder Entlassung von ihm wäre aber angemessener. Ich behaupte auch nicht, dass das mit Merkel abgesprochen war … Aber vielleicht mit Seehofer …

Interessant ist natürlich, dass du bei Glyphosat dir dann doch genug Fachkompetenz zutraust, eine eindeutige Position zu finden, während Experten sich selbst nicht einig sind.

Ich glaube, da bezieht sich EK nur auf die gängigen Berichte in der Presse. Bei der Enthaltung Deutschlands wäre die Entscheidung aufgrund einem Abstimmungs-Unentschieden zur EU-Kommission weiter gereicht worden. Und die hätten der Verlängerung dann sowieso zugestimmt.

Daher handelt es sich hier, und dass muss man erst mal so anerkennen, nur um einen formalen Bruch der Gepflogenheiten innerhalb der Bundesregierung und der zugehörigen Ministerien.

Merkel hat ihn nun auch gerügt. Ein Rücktritt oder Entlassung von ihm wäre aber angemessener.

Da bin ich bei dir - auch hier ist das Timing wieder der wichtige Punkt (Das war meine ursprüngliche Frage in diesem Thread): Das eigenmächtige Handeln kommt zu einem politisch extrem ungünstigen Zeitpunkt. Gäbe es bereits eine neue Regierungskoalition, wäre die Aktion zwar immer noch dämlich gewesen, aber hätte eben bei weitem nicht den gleichen negativen Eindruck hinterlassen.

Ich behaupte auch nicht, dass das mit Merkel abgesprochen war … Aber vielleicht mit Seehofer …

Spekulation und somit wenig hilfreich, da das nur wieder zur Steilvorlage für EK verkommt. :wink:

Interessant ist natürlich, dass du bei Glyphosat dir dann doch genug Fachkompetenz zutraust, eine eindeutige Position zu finden, während Experten sich selbst nicht einig sind.

Da EK hier eine klare Haltung zeigt, wäre ich ebenso auf seine Belege gespannt, die seinen Standpunkt untermauern.

[QUOTE=Baru;499887]Die Entscheidung wäre eh gefallen?
Was ist die Basis dieser Aussage?[/QUOTE]

Die Basis dieser Aussage ist das Abstimmungsverhalten der EU-Länder. Die Entscheidung Deutschlands hätte daran nichts mehr geändert. In der Sache finde ich es nach wie vor gut, dass die wissenschaftliche Bewertung des Glyphosa gegenüber agendagetriebener und parteipolitisch gefärbter Studien einen klaren Sieg eingefahren hat. Wenn er jetzt für eine solche Entscheidung freiwillig Dresche beziehen will, dann ist das seine freie Entscheidung, die aber letztendlich inhaltlich die richtige ist. Die Blockadehaltung aus ideologischer Motivation gegenüber jeglicher wirklich unabhängiger Bewertung zur Gefahr von Einsatz Glyphosats bei sachgemäßer Verwendung war ein Trauerspiel und kann nun als beendet erklärt werden.
Dieser Einfluss vermeintlich unabhängiger Organisationen ist mittlerweile etwas beängstigend.

Das sich mit der SPD eine Partei aufspielt, die sich in der GroKo mehrfach über Koalitionsbeschlüsse hinweg gesetzt hat (Maghreb-Staaten, Ehe für Alle, etc.) ist ein Treppenwitz und die Motivation dahinter eindeutig, man will nochmal den dicken Larry markieren, bevor man für weitere vier Jahre in den Schoß der Kanzlerin zurückkrabbelt. Auch, bei aller Deutlichkeit, wenn die SPD hier [B]völlig zurecht sauer sein[/B] darf.

[QUOTE=Baru;499887]Interessant ist natürlich, dass du bei Glyphosat dir dann doch genug Fachkompetenz zutraust, eine eindeutige Position zu finden, während Experten sich selbst nicht einig sind.
[/QUOTE]

Die Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung stuft als gesetzlich unabhängige Institution die Verwendung im richtigen Maß als unbedenklich ein. Bei falscher Verwendung ist ja sowieso so ziemlich alles tödlich, die Menge entscheidet, wie bei allen solchen Mitteln.
Ich würde mal behaupten, da sitzen Experten im Bundesamt, die wissen, was sie tun und was sie freigeben. Solange es keine gesicherten Hinweise gibt, dass selbst die sachgemäße und bedachte Nutzung von Glyphosat nicht vertretbare Auswirkungen hätte, ist eine Blockade einfach nicht gerechtfertigt. Hier hat aber sowohl das WHO als auch das Bundesamt keine Bedenken, die Studie vom letzten Jahr war ja z.b. auch bewusst nur zur Hälfte zitiert worden und wird ja trotzdem von politisch motivierten NGOs dreist und bewusst verwendet, obwohl die Abteilung der WHO, die dies geprüft hat, sowieso einen ganz anderen Ansatz der Gefahrenbewertung vertritt.

Sprich: in dubio pro reo, ansonsten sollen die Gegner erst einmal Alternativen auf den Tisch legen oder Beweise liefern. Jetzt kann die Verwendung des bis dato als unbedenklich eingestuften Mittels wissenschaftlich geprüft werden. Hoffentlich dann ohne ideologische Motivation. Heute hat mit diesem Sprung ins Messer zumindest der Sachverstand über die Ideologie gesiegt. Und das kann ich einfach nicht vollkommen verurteilen, auch wenn ich formell der Meinung bin, das es nicht okay war, sich über bestehende Weisungen hinweg zu setzen. Ich nehme mir hier, weil ich ja auch keine konkreten Handlungen vorschlage, das Recht der Ambivalenz einfach mal heraus, und konsterniere, dass dieses “Der Zweck heiligt die Mittel” für Vertreter dieses Kredos, vor allem aus dem linken Spektrum, ja ziemlich ätzend sein muss, wenn mal andere mit derselben Mentalität agieren.

Es ist viel eher bedenklich, dass die SPD im Populismus-Modus kein Interesse an wissenschaftlicher und von eigenen Regierungsstellung begutachteten Fakten zu haben scheint. Macht mir etwas Angst, dass sich dies nicht in der nächsten GroKo so fortsetzt.

Hier ein guter Kommentar in der FAZ:
“Die Entscheidung der EU-Staaten erscheint aber zum jetzigen Zeitpunkt vernünftig, weil Fragezeichen hinter den Argumenten der Kampagnenführer für ein Verbot stehen: Erstens sehen Prüfbehörden auf der ganzen Welt geringstes Krebsrisiko – eine WHO-Behörde, die Krebsgefahr attestierte, steht einsam dar. Zweitens erwiesen sich Vorwürfe, der Staat habe Studien von Monsanto übernommen, als arg übertrieben (es handelte sich um wenige, entsprechend eingeführte Teilkapitel). Drittens schwang in Kampagnen sogar anti-amerikanisches Ressentiment mit; die Motive einiger Akteure erscheinen daher zweifelhaft („Ökozid durch Monsanto“).”

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-spritzzeit-verlaengerung-15313295.html

Edit:
„Die Wissenschaft ist sich nicht einig. Die Politik kann nicht entscheiden, wenn nicht klar ist, ob Glyphosat kanzerogen ist oder nicht.“
[B]Nein, die gesundheitliche Risikobewertung ist in der Wissenschaft derzeit unstrittig[/B]. Das für die Pestizidbewertung zuständige Gremium der WHO (JMPR) kommt wie das BfR, die euro- päische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und andere Behörden weltweit zu dem Schluss, dass nach derzeitigem Stand der Wissenschaft bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung kein krebserregendes Risiko durch Glyphosat zu erwarten ist.

PS: Es ist natürlich nicht alles schwarz/weiß, aber es geht ja trotzdem nicht, dass man auf unwissenschaftlichem Bauchgefühl hin den Einsatz bestimmter Mittel verbieten will.

[QUOTE=ExtraKlaus;499884]da die Entscheidung eh keinen großen Einfluss mehr hatte, bei diesen Mehrheiten, finde ich es gut[/QUOTE]

Habe ich das richtig verstanden, dass du glaubst, dass das ‘Ja’ von Schmidt keinen Einfluß auf das Ergebnis gehabt hat?
Bei einer Enthaltung von deutscher Seite wäre die Glyphosat-Zulassungs-Verlängerung gescheitert.
Wir waren Zünglein an der Waage.
(Die EU-Kommission hätte zwar die Verlängerung auch ohne Abstimmung durchsetzen können, nur wollte man des guten demokratischen Eindrucks Willen, den Segen der Mitglieder einholen.)

[QUOTE=ExtraKlaus;499884]Frage mich auch, in wie weit da eine andere Ministerin Mitspracherecht hat, wenn es um Ressortentscheidungen geht. [/QUOTE]

Selbst Mutti spricht von Verstoß:
Merkel: „Das entsprach nicht der Weisungslage, die von der Bundesregierung ausgearbeitet war“

Die Geschäftsordnung der Bundesregierung sieht vor, dass bei Uneinigkeit zwischen den Koalitionspartnern mit Enthaltung gestimmt werden muss.
Eine Option auf eine Ressortentscheidung gibt es schlichtweg nicht.

Ne, das ganze stand durchaus anscheinend auf der Kippe:

Die Entscheidung kam am Montag in Brüssel mit der entscheidenden Stimme Deutschlands zustande.

Quelle

Es hätte aber eben anscheinend trotzdem nix geändert:

Schmidt hielt dagegen: „Die fünf Jahre wären mindestens gekommen, auch ohne die Entscheidung gestern in Brüssel.“ Sein Argument im Kern: Ohne Deutschlands Zustimmung wäre Glyphosat von der EU-Kommission auch zugelassen worden

Quelle

Hier Kommentar von grünen Euro-Abgeordneter Sven Giegold

  • wie die Länder abgestimmt haben:

Zur Erklärung:
“Denn für die erforderliche sogenannte qualifizierte Mehrheit war nicht nur eine Mehrheit von 55 Prozent der 28 Länder – also von 16 Ja-Stimmen – nötig. Vielmehr mussten die zustimmenden Länder auch einen bestimmten Anteil der EU-Bevölkerung repräsentieren, nämlich 65 Prozent.”

  1. Nach gängigen Interpretationen durch die Medien ist das falsch. Die Änderung der deutschen Haltung soll den Ausschlag gegeben haben.
  2. Egal. Fakt ist, dass ein Minister eigenmächtig - und nun wohl nach Berichten der FAZ von langer Hand geplant - eine eigenständige Entscheidung entgegen der Geschäftsordnung getroffen hat.

Das sich mit der SPD eine Partei aufspielt, die sich in der GroKo mehrfach über Koalitionsbeschlüsse hinweg gesetzt hat (Maghreb-Staaten, Ehe für Alle, etc.) ist ein Treppenwitz und die Motivation dahinter eindeutig, man will nochmal den dicken Larry markieren, bevor man für weitere vier Jahre in den Schoß der Kanzlerin zurückkrabbelt. Auch, bei aller Deutlichkeit, wenn die SPD hier völlig zurecht sauer sein darf.

Das macht deutlich, dass du das Problem nicht verstehst oder nicht verstehen willst. Hier hat ein Minister als Vertreter der Bundesregierung im internationalem Kontext gehandelt. Das ist mit deinen Punkten nicht vergleichbar.

Sprich: in dubio pro reo, ansonsten sollen die Gegner erst einmal Alternativen auf den Tisch legen oder Beweise liefern.
Das ist ein dämlicher Grundsatz, wenn es um Lebensmittelsicherheit geht. Deswegen sehen die Gesetze bei Medikamente uä. ja auch was anderes vor.

[…]Heute hat mit diesem Sprung ins Messer zumindest der Sachverstand über die Ideologie gesiegt. […]

Solche und andere Sätze von dir sind dann auch nur ideologisches Blabla. Da hat kein Sachverstand gesiegt und das solltest du dir nicht eine Sekunde einbilden, egal was du persönlich von Glyphosat hältst.

[QUOTE=MBS;499890]Eine Option auf eine Ressortentscheidung gibt es schlichtweg nicht.
[/QUOTE]

Das habe ich auch in meinem Text gesagt, dass mir das bewusst ist. Trotzdem wird es hier und auch in den Medien ja geradezu so rezipiert, als sei allein die Einschätzung einer Frau Hendriks, die ihre ideologische Einstellung ja mehrfach unter Beweis gestellt hat, relevant für die Einschätzung und Entscheidung. Ich weiß auch, das die Kanzlerin eine Rüge ausgesprochen hat und die SPD ist auch zurecht sauer, wenn die CSU sich nicht an Abmachungen hält. Jetzt weiß die SPD aber auch mal, wie sich das anfühlt, wenn der Partner sich nicht an Vereinbarungen hält. :wink:

[QUOTE=rldml;499891]Ne, das ganze stand durchaus anscheinend auf der Kippe:
[/QUOTE]

Ah okay, dann sind meine Informationen diesbezüglich ungenau und veraltet.

[QUOTE=MBS;499890]Bei einer Enthaltung von deutscher Seite wäre die Glyphosat-Zulassungs-Verlängerung gescheitert.
[/QUOTE]

Na dann ist doch gut, dass er sich da eigenmächtig für die Wissenschaft und gegen dogmatische Verschwörungsideologien gewandt hat :lol: . Sorry, aber da ich der allgemeinen Hysterie (und der Öko-Lügenpropaganda der Grünen und angeblich „unabhängigen“ NGOs) gegen Glyphosat nicht anfalle, ist das für mich eine reine Unverschämtheit am Koalitionspartner, dazu hat sich die Chefin ja auch geäußert und damit ist das Thema für mich durch. Da Glyphosat keine nachweisliche unvertretbare Risiken mit sich zieht. Wie gesagt, ich stütze mich auf das von Renate Künast gegründete BfR, dass sich dazu klar (unabhängig-neutral wissenschaftlich) geäußert hat. Es gibt in der Fachwelt keinen Dissens darüber, zumindest nicht von allen relevanten Experten in den unabhängigen Risikobewertung-Ämtern.

Und wäre es nicht dieses durch sehr viele Lügen und „Fakenews“ dominierte Thema, würde auch kein Hahn danach krähen.

Ist dir eigentlich klar, dass du gerade ein sehr zweifelhaftes Demokratieverständnis äußerst? Das ist ein ganz klassisches “Der Zweck heiligt die Mittel” … Und das beim Thema Düngemittel …

Baru, ich habe sogar gerade gesagt, dass es genau das ist, und ich mir hier diese Ambivalenz erlaube, inhaltlich die Entscheidung gut zu finden, da Glyphosat nachweislich unbedenklich (bzw unbedenklich genug) ist (wie gesagt, es gibt hier keinen von dir behaupteten Dissens in der Wissenschaft) und trotzdem formell die Entscheidung schlecht zu finden, weil ich nicht finde, dass sich ein Christdemokrat auf das Niveau eines vertragsbrechenden Linken herabbegeben muss.

Wie kann man selbst dann, wenn die einzige Studie, die die gesamte politische Kampagne gegen Glyphosat stützt, völlig zurecht schon relativiert und auseinander genommen wurde und sogar das BfR dazu eine Stellungnahme äußert, trotzdem weiterhin lieber die Lügen der Grünen glauben? Das ist mir einfach unbegreiflich.

Es gibt Studien von Monsanto und Co. und es gibt Gegenstudien, die auch aus der Wirtschaft finanziert wurden. Also verlässt man sich unabhängig von biased studien einfach auf Expertenmeinungen von gesetzlich unabhängigen und unparteiischen Organisationen. Simple as that.

Dann raus damit.
Welche Vertragsbrüche meinst du.

Und was deine Vorliebe für Glyphosat angeht.
Möglicherweise ist das Zeug nicht krebserregend.
Unbestritten ist aber, dass da, wo man das Zeug benutzt, kein Gras mehr wächst. Nicht sprichwörtlich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes.
Dadurch werden Insekten und Vögeln die Nahrungsgrundlage entzogen.

Andere Frage:
Hätte sich die EU-Kommission getraut, auch ohne ein Ja im Votum das Zeug weiter zuzulassen?

Wie hätte die EU-Kommission entschieden?
Agrarminister Schmidt sagt: „Die EU-Kommission hätte sich ohnehin für die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat entschieden.“ Ob das wirklich der Fall gewesen wäre, wollte die Behörde allerdings nicht sagen. Eine Sprecherin lehnte am Dienstag jeden Kommentar ab. Die Signale vor dem Vermittlungsverfahren waren zwiespältig. Noch im Sommer sagte Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis: „Ich muss ganz klar sagen: Die Kommission hat nicht die Absicht, die Substanz ohne die Unterstützung einer qualifizierten Mehrheit der Mitgliedstaaten erneut zu genehmigen.“ Vor wenigen Tagen klang Andriukaitis aber etwas anders. Er verwies darauf, dass die Kommission nur in engem Rechtsrahmen auf wissenschaftlicher Grundlage agieren könne und dass mehrere EU-Agenturen kein Krebsrisiko durch Glyphosat sähen. Im Übrigen habe das Europäische Parlament eine - wenn auch beschränkte - Zulassung für fünf weitere Jahre befürwortet. Diplomaten mutmaßten deshalb vor der Sitzung vom Montag, dass die Kommission ebenfalls eine Verlängerung um fünf Jahre gewähren würde, wenn sie alleine zu entscheiden hätte. Da sich die Behörde offiziell bedeckt hält, ist das allerdings Kaffeesatzleserei.

Darf der Schmidt das?

Zumindest hätte die EU-Kommission die Hosen runter lassen müssen.

@ExtraKlaus

Hm, also in Deutschland hat das Bundesinstitut für Risikobewertung - unter zu Hilfenahme von Industriestudien - die Entscheidung getroffen. Das Institut ist dabei nicht unabhängig, sondern gehört zu einem Ministerium. Und jeder kann mal raten, zu welchem Ministerium es gehört …

Die UNO auf der anderen Seite meint, dass das Produkt wahrscheinlich krebserregend ist, trifft aber damit nur eine allgemeine Aussage über das Potential, so wie auch Sonnenlicht potentiell schädlich ist.

Dein radikales Verdammen von Gegenpositionen zu Glyphosat ist dabei selbst alles andere als rational. Du täuschst damit aber auch über das eigentliche Problem hinweg:

Es ist scheiß egal nun, ob Glyphosat schädlich ist oder nicht. Ein Bundesminister hat in einer Repräsentanten-Rolle die deutsche Haltung nach seinen eigenen Interessen, eventuell politisch oder gar finanziell motiviert, abgeändert. Er stellt damit auch die Macht der Kanzlerin in Frage. Er sorgt damit für einen massiven Vertrauensverlust beim jetzigen Koalitionspartner, den die CDU ja eigentlich für eine weitere GroKo gewinnen will. Das allgemeine Ansehen der Regierung und das Vertrauen in die Politik wird dadurch auch geschädigt. Oh, und er produziert damit sogar verfassungsrechtliche Probleme: Da die Regierung nur geschäftsführend nun ist, kann kein neuer Minister berufen werfen. Bei einer Entlassung muss das Resort auf einen anderen Minister übergehen. (Das gehört geändert …)

[QUOTE=Baru;499899]Hm, also in Deutschland hat das Bundesinstitut für Risikobewertung - unter zu Hilfenahme von Industriestudien - die Entscheidung getroffen. Das Institut ist dabei nicht unabhängig, sondern gehört zu einem Ministerium. Und jeder kann mal raten, zu welchem Ministerium es gehört …
[/QUOTE]

Das ist leider alles falsch. Das Bundesinstitut ist gesetzlich zur Unabhängigkeit verpflichtet. Kannst du auch alles im von mir verlinkten FAQ nachlesen, du spulst hier nämlich auch gerade nur die Grünen-Propaganda ab.
Ich empfehle dir, dieses Dokument zuerst zu lesen, bevor du dich weiter blamierst.

@MBS:

Unbestritten ist aber, dass da, wo man das Zeug benutzt, kein Gras mehr wächst. Nicht sprichwörtlich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes.
Dadurch werden Insekten und Vögeln die Nahrungsgrundlage entzogen.

Und deshalb sollte man in einen fachlichen Dialog treten, die Verwendung zu reduzieren und zusätzlich noch die Forschung voranzutreiben, um verträglichere Mittel und Methoden zu erforschen. Dümmliche Verschwörungstheorien helfen da keinem weiter.