[QUOTE=Baru;499887]Die Entscheidung wäre eh gefallen?
Was ist die Basis dieser Aussage?[/QUOTE]
Die Basis dieser Aussage ist das Abstimmungsverhalten der EU-Länder. Die Entscheidung Deutschlands hätte daran nichts mehr geändert. In der Sache finde ich es nach wie vor gut, dass die wissenschaftliche Bewertung des Glyphosa gegenüber agendagetriebener und parteipolitisch gefärbter Studien einen klaren Sieg eingefahren hat. Wenn er jetzt für eine solche Entscheidung freiwillig Dresche beziehen will, dann ist das seine freie Entscheidung, die aber letztendlich inhaltlich die richtige ist. Die Blockadehaltung aus ideologischer Motivation gegenüber jeglicher wirklich unabhängiger Bewertung zur Gefahr von Einsatz Glyphosats bei sachgemäßer Verwendung war ein Trauerspiel und kann nun als beendet erklärt werden.
Dieser Einfluss vermeintlich unabhängiger Organisationen ist mittlerweile etwas beängstigend.
Das sich mit der SPD eine Partei aufspielt, die sich in der GroKo mehrfach über Koalitionsbeschlüsse hinweg gesetzt hat (Maghreb-Staaten, Ehe für Alle, etc.) ist ein Treppenwitz und die Motivation dahinter eindeutig, man will nochmal den dicken Larry markieren, bevor man für weitere vier Jahre in den Schoß der Kanzlerin zurückkrabbelt. Auch, bei aller Deutlichkeit, wenn die SPD hier [B]völlig zurecht sauer sein[/B] darf.
[QUOTE=Baru;499887]Interessant ist natürlich, dass du bei Glyphosat dir dann doch genug Fachkompetenz zutraust, eine eindeutige Position zu finden, während Experten sich selbst nicht einig sind.
[/QUOTE]
Die Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung stuft als gesetzlich unabhängige Institution die Verwendung im richtigen Maß als unbedenklich ein. Bei falscher Verwendung ist ja sowieso so ziemlich alles tödlich, die Menge entscheidet, wie bei allen solchen Mitteln.
Ich würde mal behaupten, da sitzen Experten im Bundesamt, die wissen, was sie tun und was sie freigeben. Solange es keine gesicherten Hinweise gibt, dass selbst die sachgemäße und bedachte Nutzung von Glyphosat nicht vertretbare Auswirkungen hätte, ist eine Blockade einfach nicht gerechtfertigt. Hier hat aber sowohl das WHO als auch das Bundesamt keine Bedenken, die Studie vom letzten Jahr war ja z.b. auch bewusst nur zur Hälfte zitiert worden und wird ja trotzdem von politisch motivierten NGOs dreist und bewusst verwendet, obwohl die Abteilung der WHO, die dies geprüft hat, sowieso einen ganz anderen Ansatz der Gefahrenbewertung vertritt.
Sprich: in dubio pro reo, ansonsten sollen die Gegner erst einmal Alternativen auf den Tisch legen oder Beweise liefern. Jetzt kann die Verwendung des bis dato als unbedenklich eingestuften Mittels wissenschaftlich geprüft werden. Hoffentlich dann ohne ideologische Motivation. Heute hat mit diesem Sprung ins Messer zumindest der Sachverstand über die Ideologie gesiegt. Und das kann ich einfach nicht vollkommen verurteilen, auch wenn ich formell der Meinung bin, das es nicht okay war, sich über bestehende Weisungen hinweg zu setzen. Ich nehme mir hier, weil ich ja auch keine konkreten Handlungen vorschlage, das Recht der Ambivalenz einfach mal heraus, und konsterniere, dass dieses “Der Zweck heiligt die Mittel” für Vertreter dieses Kredos, vor allem aus dem linken Spektrum, ja ziemlich ätzend sein muss, wenn mal andere mit derselben Mentalität agieren.
Es ist viel eher bedenklich, dass die SPD im Populismus-Modus kein Interesse an wissenschaftlicher und von eigenen Regierungsstellung begutachteten Fakten zu haben scheint. Macht mir etwas Angst, dass sich dies nicht in der nächsten GroKo so fortsetzt.
Hier ein guter Kommentar in der FAZ:
“Die Entscheidung der EU-Staaten erscheint aber zum jetzigen Zeitpunkt vernünftig, weil Fragezeichen hinter den Argumenten der Kampagnenführer für ein Verbot stehen: Erstens sehen Prüfbehörden auf der ganzen Welt geringstes Krebsrisiko – eine WHO-Behörde, die Krebsgefahr attestierte, steht einsam dar. Zweitens erwiesen sich Vorwürfe, der Staat habe Studien von Monsanto übernommen, als arg übertrieben (es handelte sich um wenige, entsprechend eingeführte Teilkapitel). Drittens schwang in Kampagnen sogar anti-amerikanisches Ressentiment mit; die Motive einiger Akteure erscheinen daher zweifelhaft („Ökozid durch Monsanto“).”
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-spritzzeit-verlaengerung-15313295.html
Edit:
„Die Wissenschaft ist sich nicht einig. Die Politik kann nicht entscheiden, wenn nicht klar ist, ob Glyphosat kanzerogen ist oder nicht.“
[B]Nein, die gesundheitliche Risikobewertung ist in der Wissenschaft derzeit unstrittig[/B]. Das für die Pestizidbewertung zuständige Gremium der WHO (JMPR) kommt wie das BfR, die euro- päische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und andere Behörden weltweit zu dem Schluss, dass nach derzeitigem Stand der Wissenschaft bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung kein krebserregendes Risiko durch Glyphosat zu erwarten ist.
PS: Es ist natürlich nicht alles schwarz/weiß, aber es geht ja trotzdem nicht, dass man auf unwissenschaftlichem Bauchgefühl hin den Einsatz bestimmter Mittel verbieten will.