Inception - super Film, aber Logikfehler?

Man denke an die Filme, in denen der Protagonist in einer vermeintlich ausweglosen Situation gefangen ist - um dann einfach so aufzuwachen und zu realisieren, dass es nur ein Traum war. Das habe ich inzwischen schon so oft gesehen, da könnte ich kotzen.

Bin mir sicher, dass „Inception“ nicht in dieses Klischee abdriftet :wink:

Ich finde es ziemlich schwachsinnig Logikfehler in einem Film zu suchen, der größtenteils in einer Traumwelt spielt. Seit wann sind Träume logisch? Nolan hätte wirklich einfach alles machen können, in Träumen ist alles möglich. Dafür war mir der Film noch viel zu logisch. [spoiler]Also warum sollte das Unterbewusstsein, der Träumenden Person, den Architekten angreifen wenn er zuviel verändert? Das ist für mich das einzig unverständliche.[/spoiler]

@jojo23:
Grundsätzlich stimm ich dir vollkommen zu, aber der Film versucht nunmal leider logisch zu erscheinen, sonst hätte Nolan sich sämtliche Erklärungselemente im Film sparen können.

[spoiler]Also warum sollte das Unterbewusstsein, der Träumenden Person, den Architekten angreifen wenn er zuviel verändert? Das ist für mich das einzig unverständliche.[/spoiler]

[spoiler]Weil das die einzige Komponente im Traum ist, die der Träumende nicht modifizieren kann. Theoretisch könnte der Träumende alles verändern, je nachdem wie realitätsfern der Traum ist. Wobei das auch ein Punkt ist den ich vermisse. Nämlich die Tatsache dass, sobald man sich des Träumens währenddessen bewusst wird hat man eigentlich unbegrenzte Möglichkeiten(Stichwort:Luzidträumen). Man könnte z.B. fliegen, durch Wände gehen usw… das einzige mal wo diese Option hauchdünn angeschnitten wird ist der Gag mit der Wumme “Hab keine Angst von etwas größerem zu träumen”.[/spoiler]

Ich komme gerade aus dem Film und fand ihn richtig gut. Lange nicht mehr einen so guten Film gesehen. Nolan hat es einfach raus. Jetzt mal zu meinen Spoilern:

[spoiler]Hier wird ja darüber debattiert ob Cobbs „reale Welt“ auch nur eine Traumwelt ist. Ich glaube ja, aus folgendem Grund: Sein Totem, der Kreisel, war vorher das Totem seiner Frau. Seine Frau hat anhand dieses Totems erkannt wann sie in der Realität ist. Als Cobb ihr Totem nun übernimmt ist er sich ja selber sicher, dass er sich in der Realtät befindet und folglich wird sich der Kreisel in seiner Traumwelt auch so verhalten als wäre er in der Realität. Geht er aber eine Ebene tiefer wird er sich wieder wie im Traum verhalten, d.h. ewig weiterdrehen.

Die Schlussszene deutet nun meiner Meinung nach an, dass Cobb dieses zu verstehen beginnt. Daher das „zucken“ des Kreisels. Er sollte eigentlich umfallen, tut es aber doch nicht. Er ist sich nicht sicher.

Weitere Zeichen dafür ist natürlich sein Vater der sagt „Komm zurück in die Realität“ (zugegeben etwas plump) und seine Frau die ihm ständig sagte, dass er wisse was er tun müsse. Damit meint sie denke ich, dass er sich umbringen soll um wieder mit ihr in der Realität zu landen.[/spoiler]

So, jetzt muss ich darüber aber erstmal schlafen :smiley:

ezzendy, deine Ideen finde ich auch interessant. Geht ja in eine ähnliche Richtung wie bisher schon vermutet wurde, aber genau so hats galube ich noch keiner geschrieben. :slight_smile:

[spoiler]Die Schlussszene deutet nun meiner Meinung nach an, dass Cobb dieses zu verstehen beginnt. Daher das “zucken” des Kreisels. Er sollte eigentlich umfallen, tut es aber doch nicht. Er ist sich nicht sicher.[/spoiler]

nette erklärung…ich bin zwar bis jetzt immer dagegen gewesen, dass alles nur ein traum ist…aber die erklärung ist nicht überl!

ich glaube damit könnte ich mich eventuell anfreunden! :mrgreen:

EDIT: aber da fällt mir noch eine sache ein, die ich gestern vergessen hatte…ist es nicht so, dass wenn man sich im limbus befindet man ihm nur mit selbstmord zurück in die realität entfliehen kann? denn wenn das so ist, dann kann es irgendwie doch kein traum sein, denn dann sind cobb und mall, nachdem sie sich vom Zug überrollen lassen haben in der realität!

oder? :mrgreen:

Bei dem Film habe ich spätestens ab dem Hotel-Setting aufgehört mitzudenken.

Ist eigentlich total simpel - lässt sich sogar grafisch ganz leicht veranschaulichen:
[spoiler]http://encyclopediadramatica.com/File:Inception-hires.jpg

http://images.encyclopediadramatica.com … iagram.jpg[/spoiler]

:mrgreen:

EDIT: aber da fällt mir noch eine sache ein, die ich gestern vergessen hatte…ist es nicht so, dass wenn man sich im limbus befindet man ihm nur mit selbstmord zurück in die realität entfliehen kann? denn wenn das so ist, dann kann es irgendwie doch kein traum sein, denn dann sind cobb und mall, nachdem sie sich vom Zug überrollen lassen haben in der realität!

[spoiler]Ich denke, dass sie bei einem Selbstmord auch nur wieder eine Ebene höher steigen würden. In der Anfangssequenz erschiesst Cobb Arthur im japanischen Haus und dieser landet dann eine Ebene höher in dem Arpartment von Saito. Würde er sofort wieder auf die erste Ebene steigen wäre er schon im Zug aufgewacht.[/spoiler]

[spoiler]ja das ist in allen traumebenen so, aber nicht im limbus…so hatte ich das verstanden!
und wenn es so sein sollte, wie du meinst, dann wären mall und cobb ja nur eine ebene höher und somit wäre dann der ganze film immer tiefer als gedacht…also im 4., 5., 6., und dann limbus level…aber das passt irgendwie nicht und wäre unlogisch, warum sollte cobb nur ins dritte traumlevel zurück, nachdem er vom zug überfahren wurde und dann, nachdem er eine ebene tiefer geht nicht wieder sofort in den limbus…stattdessen, dann in ebene 4, 5, 6 und dann erst in den limbus![/spoiler]

[spoiler]ja das ist in allen traumebenen so, aber nicht im limbus…so hatte ich das verstanden!
und wenn es so sein sollte, wie du meinst, dann wären mall und cobb ja nur eine ebene höher und somit wäre dann der ganze film immer tiefer als gedacht…also im 4., 5., 6., und dann limbus level…aber das passt irgendwie nicht und wäre unlogisch, warum sollte cobb nur ins dritte traumlevel zurück, nachdem er vom zug überfahren wurde und dann, nachdem er eine ebene tiefer geht nicht wieder sofort in den limbus…stattdessen, dann in ebene 4, 5, 6 und dann erst in den limbus![/spoiler]

[spoiler]Es wurde doch nicht gesagt, ab welcher Ebene man in den Limbus fällt sondern nur, dass wenn man sehr stark betäubt ist und im Traum stirbt eben nicht wieder aufsteigt sondern in den Limbus fällt. Es könnte also so sein, dass Mal und Cobb von Cobbs erstem Traumlevel direkt in den Limbus gefallen sind aufgrund der Betäubung.

EDIT: 2 Dinge sind mir gerade noch eingefallen:
Es ist im Film ja auch so, dass Ariadne und FIsher aus dem Limbus nur ein Level höher in diese Schneewelt steigen wo Fisher dann auf seinen Vater trifft.
Saito und Cobb steigen nur deshalb am Ende des Films direkt aus dem Limbus wieder in das Flugzeug weil sie ein Level tiefer, im weissen Van, ertrunken sind bzw. Saito an seinen Verletzungen gestorben ist. Die Level darunter existieren auch nicht mehr, da alle anderen Beteiligten schon vorher erwacht sind und die Ebenen somit nicht mehr existieren.[/spoiler]

[spoiler]da ist dann das problem, dass nicht gezeigt wurde und auch nicht erzählt wurde, wie cobb und mall in den limbus gekommen sind! aber wenn es so ist, dass man nur in den limbus kommt, wenn man zu stark betäubt ist (ist so) um durch sterben wieder aufzuwachen oder eine ebene höher zukommen (also in den limbus gefallen ist), dann (spekulation) wird doch cobb sicher so vorsichtig gewesen sein und dafür gesorgt haben, dass er und mall in jeder höheren ebene gestorben sind, damit sie nachdem sie aus dem limbus rauswollen, durch selbstmord(zug) sofort in die realität katapultiert werden…wäre zumindest klug von cobb gewesen…und wenn cobb und mall tatsächlich von ebene 1 sofort in den limbus sind, dann müssen sie sich ja in der ersten ebene umgebracht haben, ergo wären sie dann nachdem der zug über sie gerollt hat wieder in der realität…alles spekulation…[/spoiler]

[spoiler]Genau, wie Mal und Cobb in den Limbus gekommen sind wurde nicht erläutert. Aber bloß weil im Film gesagt wird, dass man bei starker Betäubung und Tod im Traum in den Limbus fällt heisst das ja nicht, dass das die einzige Möglichkeit ist dorthin zu gelangen.
Auf jedenfall reicht es ja auch wenn nur eine Person stirbt, dann kann eine zweite folgen. So geschehen als Fisher stirbt und Cobb und Ariadne ihm folgen.
So ist es doch auch denkbar, dass Cobb und Mal auf einen anderen Weg in den Limbus gelangt sind…wie gesagt…reine Spekulation. Aber das der Tod der einzige Weg ist dorthin zu gelangen und wieder herauszukommen wird so nicht gesagt.[/spoiler]

[spoiler]Genau, wie Mal und Cobb in den Limbus gekommen sind wurde nicht erläutert. Aber bloß weil im Film gesagt wird, dass man bei starker Betäubung und Tod im Traum in den Limbus fällt heisst das ja nicht, dass das die einzige Möglichkeit ist dorthin zu gelangen.
Auf jedenfall reicht es ja auch wenn nur eine Person stirbt, dann kann eine zweite folgen. So geschehen als Fisher stirbt und Cobb und Ariadne ihm folgen.
So ist es doch auch denkbar, dass Cobb und Mal auf einen anderen Weg in den Limbus gelangt sind…wie gesagt…reine Spekulation. Aber das der Tod der einzige Weg ist dorthin zu gelangen und wieder herauszukommen wird so nicht gesagt.[/spoiler]

stimmt…aber genau da liegt dann das prob, dass der film, obwohl er vermeindlich schon viel information gibt, ebendoch nicht genug informationen zu diesem speziellen thema preisgibt…liegt vielleicht auch daran, weil sich nolan die spekulationen offen halten will…obwohl er wie gesagt in nem interview zu verstehen gegeben hat, dass es kein offenes ende gibt…vielleicht ist der film subtiler, als man denkt…

glaube bei dem beitrag besteht keine spoilgefahr…daher kein spoilerkasten…

Er sagte doch nur, dass das Ende eindeutig ist. Also die Frage ob es nun realität oder traum war, das sei eindeutig. Der Film selbst ist überhaupt nicht eindeutig.

Kurz zur Kreiselfrage: Meiner Meinung nach fällt er nicht (dadurch wird dem Zuschauer die Frage mitgegeben: Sicher, dass deine Welt real ist?).
Das, was ich eigentlich erwähnen wollte: http://dieseher.de/
Dort sind extrem viele Filmfehler gelistet, egal von welchem Film. Trefferquote so bei 80 % denk ich mal…

Ich hab endlich auch mal den Film gesehen und mal ehrlich, die Logikfehler gehen mir so am Arsch vorbei. Die Story erzählt sich und das ist das wichtigste.
[spoiler]Und ich finde das Ende ist sehr eindeutig. Er kann sich nur in der Realität befinden, da sein Vater da ist und ihn erwartet und zum anderen man in dem Gesicht von Cilian Murphy sieht das er sich anders entscheiden wird als im Testament beschrieben. Somit war die Inception erfolgreich.

Zu den Verteidungsmechanismen muss ich sagen das die Idee gut ist. Und es natürlich ist das wenn jemand die Realität innerhalb eines Traumes bedrohen will das Unterbewusstsein sich doch dagegen wehren muss.

Und zu den Ebenen kann es doch sein das die Ebenen immer weiter von einander getrennt sind, da es immer tiefer ins Unterbewusstsein geht. Deswegen ist es möglich das auf der dritten und vierten Ebene keine Schwerelosigkeit herrscht. Das die Ebene so tief ist das das Unterbewusstsein nur die normale Orientierung kennt.

Selbst in meinen luziden Träumen wahren immer die physikalischen Gesetze normal und mein Körper hat drauf reagiert.[/spoiler]

Was “Inception” angeht, teile ich die Ansicht von @Theryn - Der Film war gut zum einmal gucken und nie wieder

Aber mir ist da eine Parallele zu “Lost” aufgefallen
Vorsicht! “Inception” und “Lost” Infos:

[spoiler]Zuerst einmal, Lost ist eine Serie, die mich begeistert hat, dessen Figuren ich ans Herz schloß wie sonst nur bei Star Wars und Indiana Jones - Aber das Finale fand ich enttäuschend, wie wahrscheinlich viele andere auch
Was mir auffiel: Sowohl bei Inception als auch bei Lost bringt ein Sohn den Leichnam seines per Flugzeug von Sydney nach LA zur Beerdigung
Als ich das sah, kam mir der Gedanke, wie spannend das wäre, wenn man die Inception-Idee mit den künstlichen, latenten, Gruppen-Träumen zur Spionage in Lost eingebaut hätte

  • Das wäre eine nachvollziehbare Erklärung für die Mystery-Insel gewesen und meiner Meinung nach origineller, als dass das Eiland so eine Art Fegefeuer ist.
    Alles Seltsame, Geheimnisvolle z.B. die Geistersichtungen, das “Locke” als Querschnittsgelähmter auf der Insel gehen kann, die Krebskranke, die gesund wird, das Rauchmonster, Ecos toter Bruder usw…hätten durch die Traumwelt, durch die unbewussten Ängste und Wünsche der Figuren, begründet werden können, plus zusätzlicher psychologischer Dimension
    Natürlich hätte man diese Traum-Auflösung nicht in der letzten Staffel bringen können, als so eine Art Übertwist
    Das sehe nach aus den Fingern gesaugt aus - Dann eher so ende zweiter, anfang dritter Staffel, mit der Einführung der Figuren Desmond und dem milliardär (als Finanzier der Spionage, der die Mittel hat, alle Passagiere zu betäuben usw.)
    Und dann, Erklärung über die Folgen verteilend, ab der vierten, fünften Staffel hätte man noch die Traum im Traum im Traum Sache auspacken können, eventuell offenes Ende, wie bei Inception

Vielleicht gibt es ja eine Beziehung zwischen den Machern von Inception und Lost. Weiß einer von euch was?
Könnte mir schon vorstellen, dass die Idee ursprünglich für Lost geplant war, aber man entschied, da die Serie sich auch mit einer schwächeren Auflösung verkaufen lässt, für einen Kinofilm[/spoiler]

@Mannbärschein
[spoiler]Ich glaube nicht, dass Christopher Nolan der für Regie, Drehbuch und Produktion verantwortlich war irgendwie mit den Lostmachern zusammengearbeitet hat. Außerdem kann ich mich nicht daran erinnern, dass Fisher mit seinem toten Vater fliegt. Er fliegt zwar zur Beerdigung von Sydney nach L.A., aber das ist eigentlich auch die einzige Paralelle.[/spoiler]

@Mannbärschein

also Nolan hatte die Idee schon bevor es überhaupt an Lost zu denken war, zumindest hat er das mal in nem Interview gesagt…nicht in Bezug auf Lost, aber dass er sich schon fast sein ganzes Leben mit dieser Idee beschäftigt hat…