Folge 85: Adam Wolke im Wunsch-Seminar, Störerbande auf YouTube

Was Sie aussagen wollte? Das ist halt leider das Problem, dass du mit einem solchen großen Thema und einem langgezogenen „Scherz“ einfach nur in die Falle tappen kannst. Wer sich das Originalprogramm anschaut, wird damit ebenso wie Böhmermanns Schmähgedicht kein Problem haben, weil die Gesamtnummer entscheidend ist. Aber der Durchschnittsuser macht sich nicht die Mühe, wie gestern schon Walulis zeigte. Bei KenFM stehen die Originalquellen dabei, die sogar das Gegenteil beweisen. Kaum einer klickt diese an und macht sich die Mühe mal durchzulesen.

Okay, dann richten wir Satire und Kunst ab jetzt stets nach dem dümmsten Durchschnittsuser aus. Womit wir, wie von mir schon folgerichtig prophezeit, im Zeitalter des ewigen Mario Barth angekommen wären. Herzlichen Glückwunsch, verehrte Dauerempörte und Triggerbabys, ihr habt unsere Gesellschaft abermals einen gewaltigen Schritt zurückgeworfen! :smiley:

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Also ich als Komiker ohne jüdischen Hintergrund würde die Finger von dem Thema lassen. Aber ja, jeder, der etwas tut macht sie immer angreifbar vor dem, der gar nichts tut.

Ein Thema bewusst totzuschweigen finde ich respektloser als das, was Fräulein Eckart gemacht hat.

Komiker müssen bei absolut JEDEM Thema damit rechnen, dass es Gegenwind von Leuten gibt, die genau das gar nicht lustig finden. Frag mal die Redaktion vom Postillon.
Da darf aber keine Scheu bestehen, sonst zensiert man sich nur selbst.
Und die zugenommene Häufigkeit der Empörungswellen hat zumindest den „Vorteil“, dass Shitstorms von gestern morgen absolut keinen mehr interessieren.

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Ich finde auch, man sollte sich nicht so kümmern.
Immer diese ganzen Schreihälse, die irgendwas stört.
Die Leute sollen am besten alles einfach hinnehmen, zu Hause bleiben und schön die Klappe halten.

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Ich möchte nur mal darauf verweisen, dass schon 2000 die Ingo Appelt Show vorzeitig abgesetzt wurde, weil Kinderpuppen wie Fußbälle an eine Torwand geschossen wurden und man sich darüber empörte. Empörungswellen sind absolut nichts neues. Neu ist nur die Dimension der Öffentlichkeit. Es sind mehr öffentlich und es können sich mehr öffentlich dazu äußern. Und dass Grenzen für Humor existiert, ist auch gar nichts schlimmes, sondern spricht mehr für eine Gesellschaft. Für Details muss man dann schauen, wo genau die Grenzen liegen. Auf Idioten wie z. B. Chris Tall, die meinen, dass Witze über Minderheiten ein Zeichen von Integration seien, kann ich auch ganz gut verzichten.

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Das heißt im Umkehrschluss, dass es also auch Leute geben muss, die diese Grenzen austesten müssen. Wie Frau Eckardt.

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Und Leute, die diese Grenzen dann abstecken müssen.

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Abgesehen mal von strafrechtlich relevanten Geschichten, ist das aber doch etwas, was jeder für sich alleine abstecken muss.
Worüber der eine noch lachen kann, ist für den nächsten meilenweit drüber. Und beim nächsten Thema ist es vielleicht andersrum.

Nö. Keiner MUSS das tun. Das ist kein Dienst an der Gesellschaft. Es passiert nur ganz automatisch und Empörung gehört zu einem natürlichen Korrektiv einer Gesellschaft, vor allem in denen mit freier Meinungsäußerung.

Davon ab war das natürlich anders gemeint: Es bezog sich darauf, dass es im Allgemeinen gut ist, wenn Grenzen für Humor existieren. Ob dann jede Grenze gut ist oder gerechtfertigte Kritik zB verhindert, muss man dann genau schauen.

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Ja und man kann seine Meinung dazu kundtun, um zur Meinungsbildung beizutragen.

Ich glaube wir sind uns ja einig, dass die prinzipielle Kritik an dem Auftritt nicht das Problem darstellt, sondern die Art und Weise wie diese Kritik in Gänze abläuft.

Klar, und wenn diese Meinung wiederum Gegenwind erfährt, bedeutet das logischerweise, dass man „schön die Klappe halten“ muss. Die betroffenen Künstler will aber natürlich niemand mundtot machen, da geht es dann wiederum nur um freie Meinungbildung. :sweat_smile: Schön, wenn man seine Welt so wunderbar simpel in „richtig“ und „falsch“ aufgeteilt hat.

Auffallend richtig.

Du kannst gerne jeden verteidigen. Nur wenn dabei über die ach so neue, böse Empörungsgesellschaft gejammert wird und man gleichzeitig quasi jede Kritik wegwischt frei nach dem Slogan, dass Satire alles darf, dann macht man sich halt sehr angreifbar und erfährt dann auch selbst Kritik.

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Spannend ist auch, dass es meist die Leute aus einer bestimmten politischen Richtung sind, die zu glauben wissen, was Humor darf und was nicht. Ich bin mit dem Bild im Kopf aufgewachsen, dass immer nur die bösen Konservativen nach Zensur schreien. Inzwischen hat ihnen die Gegenseite da definitiv den Rang abgelaufen.

Baru, kleiner Tipp: Du bist derjenige, der jammert. :wink: Ich hatte noch nie das Bedürfnis, die Grenzen von Humor abzustecken. Auch nicht dann, wenn ich selbst davon getroffen wurde.

Das hier ist jammern über die bösen „Dauerempörten und Triggerbabys“.

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Nö, das hier ist: Baru fühlt sich angesprochen. :smiley: