Ich hatte hier mit mehr Gegenwind gerechnet und ergreife daher mal Partei für die „WMS-Verteidiger“, obwohl das sicherlich zu bedeutungsschwanger ist.
Ich kann Holgers Anliegen verstehen, die Replik auf diese Mail in diesem Stil zu geben. Das finde ich insofern ein bewusst gewähltes und in meinen Augen auch sehr gutes Stilmittel der Parodie/Ironisierung von Schmitts Videos. Rein formal gehe ich d’accord.
Inhaltlich tue ich mich aber schwer, Holgers kompletter Argumentation zu folgen. Eine Radikalisierung Schmitts abzuleiten und einen unmittelbaren Zusammenhang zu der Zusammenarbeit mit dem Jacobin-Verlag und der gleichzeitigen Einstellung der Arbeit mit MG herzustellen, ist reine Spekulation (und in diesem Sinne nicht der journalistische Standard, den ich von Holger gewohnt bin - ja, z.T. bedient sich Holger der Möglichkeitsformen, aber er hält das nicht durch und das wirkt letztlich wie ein nachweisbarer Fakt).
Auch erkenne ich keine Unterstellung, dass Holger nicht antifaschistisch eingestellt sei. WMS dies durch seine Wortwahl zu unterstellen, damit schießt Holger doch über das Ziel hinaus.
Ich stimme vollkommen zu, dass der Ausstieg von WMS in dieser Art und Weise stillos erfolgte. Auf Nachfragen gar nicht zu reagieren und auch Möglichkeiten der Stellungnahmen ungenutzt zu lassen, das hätte ich nicht erwartet. Und da verstehe ich Holgers wütende Reaktion schon besser. Nur gibt es einige inhaltliche Dinge, die Holger Schmitt da unterstellt, die ich so nicht in Ordnung finde.
Zu Radtke hatte ich damals im Thread bereits meinen Unmut angedeutet: