So, nachdem ich mir, um das Entsetzen, das sich nach Anschauen der Folge bei mir breit gemacht hat halbwegs zu kompensieren, den halben gestrigen Abend um die Ohren geschlagen habe um den Thread durchzulesen, mal ein paar Gedanken meinerseits dazu.
Vorweg: Ich finde es, unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Äußerungen der Familie, abscheulich, dass es Sendungen gibt, die sich nicht zu schade sind, das Leid anderer Menschen im Vollbild als Abendunterhaltung in die Welt zu schicken. Die es als normal betrachten, die Privatsphäre zusammenbrechender Jugendlicher derart mit Füßen zu treten. Es darf schlicht und ergreifend nicht zur moralischen Normalität werden, derart Grenzen zu überschreiten, Emotionen vorzuführen, auf intimste Momente voll draufzuhalten und sich dabei nichts zu denken! Wo ist der Anstand dieser Menschen geblieben? Wo der derjenigen, die sich sowas anschauen können? Wie weit muss eine Gesellschaft sinken, um das zu akzeptieren? Warum geht nicht allein für das gesendete Material schon ein Aufschrei durch die Bevölkerung? Die Leute müssen doch sehen, dass da Dinge gezeigt werden, bei denen ein moralisch halbwegs funktionstüchtiger Mensch aus Pietätsgründen wegschauen würde!
Ich persönlich glaube der Familie. Die Körpersprache, der Umgang mit der SN und deren Äußerungen zeichnen für mich ein eindeutiges Bild. Allerdings weiß ich auch, dass es da auf die harten Fakten ankommt und nicht auf ein subjektives Gefühl, daher wird noch abzuwarten sein, wie diese (hoffentlich) ans Licht gebracht werden.
Was die Verträge angeht, eine Frage an eventuell sachkundige Personen unter euch - es mag sittenwidrige Passagen geben und eine salvatorische Klausel. Aber was ist, wenn der Vertrag bereits bei Abschluss dadurch ungültig war, dass die Betroffenen nicht ihre komplette Urteilsfähigkeit besaßen? Ich meine das nicht abwertend, aber vom Beitrag her scheint es so zu sein, dass die Familie sich in einer großen Notlage mit enormem psychischen Druck befand. Laut Aussage der Mutter hat eine der Beteiligten jetzt immer noch psychische Probleme - was, wenn es solche vorher auch schon gab? Kann ein Vertrag für sowas ungültig erklärt werden?
Vermutlich würde das der Familie jetzt (und vor allem nach dieser Zeit) nicht mehr helfen, aber eventuell könnte es, wenn sowas greift, ja andere Fälle geben, in denen Verträge ihre Gültigkeit verlieren. Damit würde dann doch auch das “Schweigegelübde” hinfällig sein, oder?
Dann noch ein weiterer Punkt (nicht von mir, aus einer anderen Forendiskussion angeregt) - gibt es eine Petition gegen die Darstellung Minderjähriger in solchen Formaten? Ich könnte mir vorstellen, dass eine solche durchaus von Erfolg gesegnet sein könnte…