Über die SGP gibt es einen Eintrag auf wikipedia, aber leider nicht über Herrn Vandreier persönlich. Schade! Ich hätte gern Näheres über seine Herkunft, seine Biografie und seinen Werdegang erfahren. Vielleicht hätte sich daraus erschlossen, warum er der Sache des Arbeiters so nahe steht. Mit dem gut bestückten Bücherregal im Hintergrund und seiner Eloquenz wirkt er auf mich überhaupt nicht so, als hätte er jemals wirklich malocht. Aber das kann natürlich eine Fehleinschätzung sein. Womöglich stammt er aus einem Arbeiterhaushalt und hat sein Studium mit einem Hochbegabten-Stipendium finanziert.
Natürlich hat er irgendwo recht mit allem, was er vorbringt! Dennoch kann ich nachvollziehen, warum die SGP für den real existierenden Arbeiter nicht attraktiv ist. In der SPD -Führung sind die Arbeiter längst nicht mehr vertreten. Bei den Linken haben sie gar nicht erst einen Fuß in die Tür bekommen. Neuerdings sind es immer Politiker mit abgeschlossenem Studium, die ihren Wählern sagen wollten, wo die Reise hingeht. Die letzten Politiker, die nach meiner Einschätzung noch wirklich Dreck unter den Nägeln hatten, waren Peter Struck und Franz Müntefering . Mittlerweile sind es Anwälte, Informatikerinnen, Wirtschaftswissenschaftler, welche die Politik der entsprechenden Parteien vorgeben. Da gab es sogar in der DDR noch mehr Arbeiter in der Volkskammer.
Dennnoch sehe ich zur SGP keinen Unterschied.
Auch hier wird es darauf hinaus laufen, dass gebildete Leute wie Herr Vandreier die Führung übernehmen. Oder soll der Kevin, der bisher am Förderband beschäftigt war, nach einem Wahlsieg der SGP ab morgen in die Chefetage versetzt werden …? Das klingt zwar interessant und abenteuerlich aber nicht sehr realistisch.
Ich kenne ein paar Arbeiter. Daher weiß ich, die ticken ganz anders.
Die wollen keine Revolutiion.
Die wollen in erster Linie ihre Ruhe und ihr sicheres Einkommen.
Was ihnen nicht zu verdenken ist.
Vielleicht kann die SGP ihre Wählerschaft aus Akademikern generieren, die sich nach abgeschlossenem Studium jetzt als Pizzalieferanten oder Taxifahrer durchschlagen müssen. Davon gibt es sicherlich mehr, als diesem Staat gut tut. Aber ob das ausreicht …?
Und ja … anno 1968 hat sich sich in Frankreich tatsächlich die Bevölkerung mit den Studentenprotesten solidarisiert. Und trotzdem hat es nichts gefruchtet.
Hier in Deutschland lief es bekkanntlich anders. Wir haben hier keine Kultur des Protestes, sondern eher eine Kultur des Gehorsams. Ausnahmen bestätigen die Regel.



