Folge 51: Die Basis

Leider, egal wie falsch man diese Partei findet, wird sie einige Wähler haben. Da reichen mir für die Gewissheit schon die Gespräche im Pausenraum, die man mithört und man erkennt die Begeisterung für „Die Basis“, neben der ausgesprochenen Überzeugung, dass Gates mutwillig Menschen tötet, sowie all die andren Verschwörungsmythen, die in der Szene verbreitet werden.

Wie viele Wähler sie am Ende haben könnten weiß ich nicht, hoffe aber sie bleibt uns als Randerscheinung erspart.

Im Idealfall zieht sie 4,9 Prozentpunkte von der AfD ab.

6 „Gefällt mir“

Ok, die Variante hätte was^^

1 „Gefällt mir“

Das kann man glauben, wenn man sich die letzten anderthalb Jahre ausschließlich in der immer gleichen Bubble aufgehalten und nie über den eigenen Tellerrand geschaut hat. :laughing: Kleiner Tipp: Die deutsche Corona-Politik hat viele Leute auf die „dunkle Seite“ gezogen, die vorher noch brave Konformisten waren (siehe #allesdichtmachen). Das Wählerpotenzial ist dort also gewachsen und muss nicht, wie von dir suggeriert, allein auf den Kuchen aufgeteilt werden, den die AfD bereits vor Pandemiebeginn für sich gesichert hatte. Zudem bezweifle ich, dass es sich bei Leuten wie Katrin McClean und Jörn Böttcher um klassische AfD-Wähler handelt. Auch wenn das einige Freggels hier gern glauben wollen.

2 „Gefällt mir“

Wie glücklich muss ein Mensch sein, der so nur über Nichtregierungsparteien denkt!

Sicher, dass du den bequemsten aller parlamentarischen Buhmänner weghaben willst? Ohne die AfD würden deren offizielle Positionen ja glatt wieder salonfähig! :hugs:

Da hast du nicht ganz unrecht, und diese Antwort hatte ich auch erwartet, allerdings streiten sie ziemlich sicher um den selben Querdenker-Kuchen, auch wenn sie aus verschiedenen Richtungen kommen.

Wenn man sein persönliches Glaubensbekenntnis und Weltbild lediglich in Gläubige/Besserwissende und Ungläubige/Querdenker aufteilt, kann man das so sehen. Dass es auch außerhalb der Querdenker-Szene viele Kritiker der Corona-Politik gibt, darfst du dabei weiterhin bequemlich ignorieren.

Amen, Bruder Tilman! :innocent:

Es wird dich überraschen, aber ich kenne niemanden, der die Corona-Politik nicht kritisiert hat.

Nein, das überrascht mich nicht. Mal mehr, mal weniger unzufrieden war irgendwann so gut wie jeder. Vor allem solange die Kritik beiläufig und ohne weitere Konsequenzen bleibt. Nur wird ein Corona-Kritiker komischerweise in dem Moment plötzlich zum Querdenker, sobald er diese Kritik in eigenem Aktivismus oder in politischem Engagement umsetzt. Auch das sehe ich in den Leuten von Die Basis. Ähnlich wie Die Grünen am Anfang scheint das derzeit eine sehr bunte Mischung mit sehr unterschiedlichen Zielen zu sein, die aber zunächst durch ein gemeinsames Anliegen zusammengekommen ist. Ein Anliegen, das sie in den anderen Parteien, vor allem den größeren, derzeit nicht ausreichend repräsentiert sehen.

Nenn mich zynisch, aber Parteien, die sich wegen eines vorübergehenden Reizthemas gründen, haben ein klar definiertes Verfallsdatum und die Forderung nach Basisdemokratie ist in der deutschen Kleinparteienlandschaft das Gegenteil eines Alleinstellungsmerkmals. Aller Voraussicht nach ist die „Basis“ eine Totgeburt, einfach da ihr für die kommende Bundestagswahl der Rückenwind fehlt und… hm. Nein, so sicher kann ich mir nicht sein, also drücken wir es anders aus:

Sollte Deutschland sich nun über Corona hinaus zu einem autoritären Hypochonderstaat entwickeln und künftig auch auf eine harte Grippesaison mit Lockdowns und hysterischer Stimmungsmache reagieren, dann kann es schon sein, dass die „Basis“ eine Zukunft hat.

Ja, doch, es ist zumindest nicht ausgeschlossen, dass hier die nächsten Grünen entstehen.

1 „Gefällt mir“

So zynisch find ich das gar nicht, eher realistisch. Allerdings gibt sich Die Basis derzeit mit ihren basisdemokratischen Bestrebungen immerhin Mühe, mehr als nur Corona-Kritik zu bieten und damit das Schicksal einer typischen Ein-Themen-Partei zu umschiffen. Wenn sie es geschickt anstellen, positioniert sich Die Basis in der Nische, die derzeit noch zwischen CDU und AfD verfügbar ist. Vom Wählerpotenzial her eine vielleicht durchaus lohnenswerte Nische. Immerhin finden sich dort die Menschen wieder, denen einerseits die heutige CDU zu weichgespült, aber andererseits die AfD zu extrem vorkommt.

1 „Gefällt mir“

Diese Folge ist wirklich ziemlich anstrengend zu Schauen.
Es wird tatsächlich auf dieser Zweierebene bereits deutlich, dass es da wenig Konsens zu geben scheint, wenn es zu konkret wird. Jeder will auch am liebsten nur über sein kleines Lieblingsthema sprechen und selbst da ist es nicht substanziell.
Im Zweifel unterbrechen sich die beiden dann auch einfach: „Stopp, wir sind hier schon zu tief drin. Ich will lieber mal allgemein…bla bla…“

Der Grundgedanke den Bürger mehr einzubinden, mag ein gesunder sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das andere Parteien nicht auch so formulieren würden.

Wenn man dann in Detailfragen so wenig Greifbares bieten kann, bleibt nichts übrig, wofür diese Partei gebraucht würde.
Und da ja die Einflussnahme rechter Kreise in die Partei schon in vollem Gange zu sein scheint, könnte es (auf niedrigerem Niveau) den selben Weg gehen, den die Gründer-AfD gegangen ist.
Oder wahrscheinlicher: Der Laden fliegt gleich ganz auseinander.

2 „Gefällt mir“

Mich hätte ja mal brennend interessiert, was die so in ihrem Forum diskutieren, bzw. wie deren Prozess zur Konsensfindung intern wirklich aussieht. Sie haben in dem Interview ja stolz verkündet, dass sie demnächst ein deutlich detailliertes Wahlprogramm herausgeben werden. Leider ist es so, dass deren Forum nur als Parteimitglied einsehbar ist. Erinnert mich irgendwie an wissenschaftliche Publikationen, die sich hinter heftigen Paywalls verschanzen. Meistens ist da nicht viel Substanz dabei.

Für alle Menschen mit eingeschränktem Langzeitgedächtnis:

Man findet derzeit interessanterweise nur noch sehr wenige Aufnahmen von damals. :shushing_face:

2 „Gefällt mir“

Leute, eure Urteilskompetenz macht mich ein bisschen fertig. Macht euch mal über eure Biases Gedanken und überprüft dann nochmal, ob die Schlussfolgerungen, die ihr hier zieht, wirklich zulässig sind. :wink: Und ja natürlich bin ich selber auch biased.

Ja, Moin! Darauf erstmal einen kräftigen Biasentee! :biggrin:

Bhakdi, Listenkandidat in NRW, soweit ich sehe, hat sich in einem Interview zu Juden geäußert:

[Die Juden] haben ihr eigenes Land verwandelt in etwas, was noch schlimmer ist als Deutschland war. […] Und dann habe ich den Amerikanern gesagt: „Das ist das Schlimme an den Juden. Sie lernen gut, es gibt kein Volk, das besser lernt als sie, aber sie haben das Böse jetzt gelernt und umgesetzt. Und deswegen ist Israel jetzt Living Hell, die lebende Hölle.“

https://twitter.com/AnsarBerlin/status/1415052707065380867

Furchtbar.

(Edit: Zitat etwas erweitert)

1 „Gefällt mir“

Es ist viel wirrer Bullshit, was er da sagt. Aber dass von dem Twitter-Aktivisten Ansar anscheinend bewusst wichtige Teile von Bhakdis Statement zu Israel weggelassen wurden, stört dich nicht?
Mal Butter bei die Fische: Hast du dir den Interviewclip vollständig angeschaut, bevor du diesen Tweet weiterverbreitet hast?

Nochmal als Nachtrag, damit mir nicht gleich wieder Bullshit in den Mund gelegt wird: Ich finde es absolut beschämend und bekloppt, was Bhakdi da sagt, und stimme ihm in keinem einzigen Punkt zu.

Ich habe mehr als den obigen Ausschnitt gesehen. Welcher wichtige Teil zu Israel wurde denn deiner Meinung nach im Ausschnitt auf Twitter weggelassen, mit dem Bhakdis Aussagen in einem anderen Licht erscheinen?