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Folge 5: Vegane Ernährung


#42

Das Biofleisch soll doch nur das schlechte Gewissen der Käufer beruhigen. Hat denn ein glückliches Tier nicht erst recht das Recht darauf weiterleben zu dürfen? Ein Tier stirbt, so oder so, nur damit man sich Leichenteile auf den Teller hauen kann. Das Endergebnis ist also das gleiche.

Ich esse gerne Fleisch und ja, es darf gerne billig sein. Stehe ich dazu. Da gibt es für mich andere Ansätze, die einfacher Umsetzbar wären als Fleischverzicht oder das pushen von teuren Biofleisch. Es ist ja nun mal leider Fakt, dass viel zu viel Fleisch produziert wird, weil der Kunde erwartet, dass 5min vor Ladenschluss die Fleischtheke noch randvoll ist. Was ich auf Arbeit teilweise für Fleischpakete für 1-2€ mitnehme, weil es sonst in der Tonne landen würde ist unglaubliche. Unglaublicher daran ist, dass trotz meiner Resteverwertung noch zentnerweise Fleisch bei uns im Müll landet.


#43

„In der Bahn haben alle Übergewicht“
Michael Kneifel - Vize und Vordenker


#44

Es ist nicht das gleiche, ob man das Tier sein Leben lang quält oder nur in den letzten Minuten.


#45

Ein Tier muss auch nicht in den letzten Minuten gequält werden.

Ich war schon öfter mal bei einer Schlachtung auf einem Bauernhof dabei. Da ist nichts Qual! Das Tier fühlt sich höchstens unwohl, da es aus seiner gewohnten Umgebung entführt wird. Dann gibt es einen Knall und das Tier ist weg vom Fenster.


#46

Mag sein. Hat aber damit wie 99.99% der Menschen ihre tierischen Produkte beziehen absolut gar nichts zu tun. Und auf diese Art und weise kannst du keinen preiswertes und skalierbares Angebot aufbauen.


#47

Da haben wir es. Du willst also unbedingt ein preiswertes Angebot.

Na da kommen wir dann eh nicht zusammen. Wer weiter dieses Industriefleisch haben möchte, nimmt auch die Umstände mit in kauf.

Ich wollte nur aufzeigen, das es auch anders sein KANN. Sicherlich gibt es auch einen Weg dazwischen. Da wäre aber die Politik gefragt. Aber da können wir lange warten!

Zu not brüllt dann einer, das ein Harz 4 Bezieher ein Recht auf seine 1 Kilo Schweinefleisch für 2,50 Euro hat.


#48

So lang ist das Leben am Ende auch wieder nicht und gequält impliziert, dass den Tieren aktiv Leid zugefügt wird, was bei einer Biohaltung auch nicht ausgeschlossen werden kann.


#49

Ist da aber immerhin nicht obligatorisch.


#50

Das war keine Forderung meinerseits. Ich wollte nur aufzeigen, dass “humane” tierische Produkte so teuer sind, dass sie sich kein Ottonormalverbraucher mehr leisten kann. Und daher ruehrt denke ich auch die Doppelmoral der meisten Menschen. Fuer mich ist jedenfalls jeder, der sagt, dass ihm Tierrechte und Tierschutz wichtig sind und seine Milch und Eier billig im Supermarkt kauft ein Heuchler.


#51

Ob man einem Bauer, der bewusst nicht auf Bio-Landwirtschaft und artgerechte Haltung umstellt, eine aktive Rolle dort zuspricht oder nicht, ist wohl mehr eine philosophische Frage. Ist ja nicht so, als würden die Bauern von heute nicht Haltungsmethoden kennen, die angenehmer für die Tiere sind. Wobei man natürlich ein gewisses Verständnis für Bauern haben sollte, wenn diese mit Kunden wie dir umgehen müssen, die dem Bauern vielleicht gar keine Wahl geben.


#52

DAs Bio-Fleisch ist eben auch so teuer, weil man die Tiere eben auch mit Bio-Zeugs füttern muss.

Es müsste eben ein Label geben, welches “qualfreiheit” Garantiert. Oder gibt es sowas etwa schon?


#53

Die unbedingte Korrelation konventionelle Tierhaltung und Tierquälerei ist entweder Schwachsinn oder zeugt von einem pervertierten, sprich antromorphologisierten und damit problematischen Verständnis von Tieren.

Oder anders gesagt: in einer verdrehten Weltanschauung in der jeder Konsum von Tierprodukten per se “Quälerei” ist, kann selbst der transparenteste, gewissenhafteste Landwirt nicht gewinnen. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass hier eher weniger Menschen der Zunft anwesend sind und wir hier vielmehr wieder eine pseudo-akademisierte, mit halbwissen gespickte und durch confirmation-bias/Ideologien beeinflusste Debatte führen.

Tierschutz hört für die meisten ja sowieso da auf, wenn die Viehcher nicht niedlich genug für emotionalisiert-manipulative “Oh das arme Kuscheltier”-Propaganda sind.

Auch dieser Fatalismus, im Supermarkt fände man nur Produkte großer intransparenter Massentierbetriebe zeugt von grober Unwissenheit von der Thematik…


#54

Nee, das isses schonmal nicht

Ich finde ein Verständnis von Tieren viel perverser und problematischer, das ihnen sämtliche Emotionen und jegliches Schmerzempfinden abspricht.

Das Motiv kannst du bei (ausgewachsenen) Schweinen, Kühen und Hühnern glaube ich streichen :wink:


#55

Wer sagt denn was von intransparent? Dass Kuehe zwangsbefruchtet und von ihren Kaelbern getrennt werden und dass maennliche Kuecken millionenweise geschreddert werden und das die daraus produzierten tierischen Produkte die ueberwiegende Mehrheit der Produkte sind die letzendlich verkauft werden und den Ottonormalverbraucher fuettern - das ist kein Geheimnis.

Und ja, es gibt natuerlich auch Bio und solche Geschichten. Aber das sind Randerscheinungen, die nichts damit zu tun haben wie sich der durchschnittliche Buerger versorgt.

Hm ne, er hat da schon einen gewissen Punkt. Mir ist in Diskussionen mit Veganern/Vegetariern auch schon oft aufgefallen, dass es da einen Bias zu gewissen Tieren gibt. Nicht nur unbedingt auf das aeussere “suesse” Erscheinungsbild, sondern auch auf die “audiovisuelle Leidauspraegung” - einfach um mal ein total bescheuertes Wort zu erfinden :smiley: . Zumindest meiner Erfahrung nach hat man tendentiell weniger Empathie mit einem Tier wie einem Fisch oder einem Insekt, dass keine Toene und keine Mimik von sich gibt wenn es gequaelt oder getoetet wird. Ein Schwein, das quiekt und grunzt ist da schon was anderes.


#56

Doch. Nicht-Artgerechte Tierhaltung (und das ist ja mal sowas von Definitions- und Auslegungssache) ist NICHT automatisch Tierquälerei. Tierquälerei ist in Deutschland verboten und die wenigen Fälle, die das faktisch sind, werden auch verfolgt. Das stellen natürlich Kriminelle, die in Ställe einbrechen und diese auch gerne mal abfackeln natürlich anders dar.

Das habe ich nicht gesagt, die Frage ist aber, ob jegliche menschliche(!) Verhaltensweisen etc. übertragbar sind (Spoiler: Sind sie nicht). Wer aber der Auffassung ist, dass Tiere wie Menschen zu behandeln sind, der hat an dem Grundsatzpunkt schon ein Problem mit jeglicher landwirtschaftlicher Nutzung von Tieren. Dann sollte man aber auch so ehrlich sein und das zugeben und nicht von den Landwirten die Quadratur des Kreises verlangen.

Kann ich so nicht bestätigen, ne Kuh hat auch was knuffiges an sich. Plüsch-Kühe sind auf dem Land durchaus auch verbreitet. :smiley:

Und Kühe sind nun wirklich nicht die hellsten Tiere. Wirklich nicht. Selbst diese emotionalisierte “Die nehmen die Kälber den Müttern weg”-Geschichte fällt relativ schnell in sich zusammen, wenn man sieht, das die Viecher nicht mal erkennen, ob das ihr Kalb ist oder nicht - da besteht keine so enge Bindung. Außerdem sind die Gründe ja auch schon im Veganer-Thread totdiskutiert bzw. ignoriert worden. Wer schonmal ein totgequetsches Kalb gesehen hat, sieht das vielleicht etwas anders.

DAS ist nämlich dann wirklich Tierquälerei durch Unterlassung.


#57

Was lässt sich denn daran herumdefinieren und -auslegen?
Was “artgerecht” im juristischen Sinne bedeutet?
Denn was es eigentlich bedeutet ist ja nun sehr eindeutig.

Tiere sind wie Lebewesen zu behandeln, keiner will das Recht auf Harz4 für Kühe. Sie sind halt nur nicht wie Gegenstände zu behandeln.

Okay, is’n Punkt.
(Obwohl es auch große Aktionen Meerestiere betreffend gibt. Hm.)


#58

“Harz 4 für Kühe”… ja wie geil! Lass das nicht Peta hören, die nehmen das sofort dankbar auf.


#59

[quote=“Scumdog, post:57, topic:75437”]
Denn was es eigentlich bedeutet ist ja nun sehr eindeutig.[/quote]

Klar. Aber was artgerecht ist und was nicht, das ist eben nicht so einfach geklärt. Und da kann ich nur sagen, dass die Ausbildung zum Landwirt kein Bachelor of Tierquälerei ist, sondern man dort ganz viel über Biologie, Evolution, Arten, tierische Verhaltensweisen, Besonderheiten der in dt. überwiegend benutzten Tierarten und rassen, Tierschutz etc. lernt.
Ich bin kein Landwirt, aber in der Regel ziehen die guten Landwirte vom Wissen über die Tiere, die sie selbst aufziehen, jedem städtischen “Tierschutzaktivisten”, der seine Infos von Veganer-Seiten und Wikipedia zusammengeklaut hat, ohne Mühe durch den Dreck.

Leider redet man ja am liebsten über sie, selten gut, als mit ihnen.

Richtig

Und das ist auch in den meisten konventionellen Betrieben der Fall.

Aber auch dort nimmt man lieber Delphine als Karpfen.


#60

Ja klar, ist ja nicht schwarz-weiss. Ich versuch es mal (abschliessend) so auszudruecken: Die grundlegende Idee von Veganismus wie er von den meisten Menschen gelebt werden will ist, dass man der Maxime folgt, dass man das Toeten und das Leiden von Tieren versucht zu vermeiden, weil es sich hierbei umd leidensfaehige Wesen handelt. Hierbei ist wichtig, dass das einzige Kriterium leidensfaehig ist. Das heisst, egal welches Tier ich toete oder quaele, so lange es leidensfaehig ist, ist das immer im gleichen Masse falsch. Und genau das ist der Punkt wo bei vielen Leuten meiner Ansicht nach ein starker Bias auftritt. Denn ob ich ein Insekt (was fuer Veganer in der Regel unter “leidensfaehig”/“sentient” faellt) oder eine Kuh toete ist meiner Erfahrung nach fuer viele Veganer ein Unterschied obwohl es keiner sein sollte wenn man der grundlegenden Idee von Veganismus streng folgt.


#61

Well, ich würde da via Ausschlussverfahren anfangen.
Man kann schonmal ausschliessen, daß die Haltung in engen Boxen bei Fütterung von Aufputschbreispeisen “artgerecht” ist. Oder argumentiert irgendjemand ernsthaft gegenteilig?

Was nützt all das Wissen um die Tiere, wenn doch auf der anderen Seite der Profit winkt?

Ich hege arge Zweifel.

Sieh an, ich wusste bis jetzt gar nicht, daß das ne bedrohte Art ist. :smile: