Spielt für euch Glaubwürdigkeit überhaupt keine Rolle?
Natürlich. Aber die Frage ist, was ist für einen glaubwürdig. Und ich glaube, wir alle verstehen nicht wirklich, was du uns eigentlich sagen willst.
Mal ein Beispiel @Danzig:
Ich bin Kunde bei einem Biolandhof hier im Umland. Dort bestelle ich mir einmal wöchentlich eine Kiste mit Lebensmitteln. Alles gut managebar via Onlineshop. Habe dort oft Avocados mit BIO Siegel bestellt und habe darauf vertraut, dass das ne saubere Sache ist.
Ist es nicht, in keinster Weise, aber dafür muss man sich damit beschäftigen und wenn du dein gesamtes Lebens derart hinterfragen willst, dann wird das zu einem Fulltimejob, weil unsere wirtschaftlchen Prozesse nicht mal eben so direkt durchschaubar sind, sondern oft erst bei einer intensiven Beschäftigung damit erkennbar werden. Und das soll der Anspruch an junge Youtuber sein? Ansonsten dürfen sie keine Kritik an der Klimapolitik üben? Das überzeugt mich nicht, sorry.
Was ist der Unterschied zwischen diesem Verhalten^^ und dem, was die Bibi abzieht?
Der Knackpunkt für mich ist ja, du wirfst mir einen Strohmann vor. Ich sehe aber nicht, in wie fern das einer sein soll und du kannst mir das auch einfach nicht begründen. Denn wenn ich dich lese, kommt bei mir nur an: du darfst dir keine Sünde gegen die Umwelt erlauben, sonst darfst du gar nichts dazu sagen. Aber das bezeichnest du ja als Strohmann. Es dreht sich im Kreis. Daher klär mich/uns bitte auf.
Für gute Umweltpolitik zu sein, aber nicht konsequent im Alltag Umweltschutz zu betreiben ist so glaubwürdig, wie wenn man vorgibt Christ zu sein, während man sich dann aber doch nur an die bequemen religiösen Regeln hält. Also Alltag.
konsequent Christ zu sein ist allerdings deutlich einfacher
edit: ne vergiss es, denn der konsum spielt auch da wieder mit rein. das ist wahrscheinlich sogar genauso schwer
Gehörst du dann zu den Konsequenten oder zu denen, die einfach nicht für gute Umweltpolitik sind?
Die Analogie hinkt. Wer sagt, dass er Christ sei, meint damit ja seine eigene Person und seine eigenen Überzeugungen. Wer sagt, dass er für eine gute Umweltpolitik ist, sagt nichts über sein eigenes Verhalten aus.
Korrekt wäre der Vergleich, wenn es um Leute geben würden, die aus Umweltschutzgründen am Wohnort nur mit dem Fahrrad unterwegs sind und das auch kundtun, dann aber 1x mit dem Flieger nach Mallorca fliehen…
Ist doch völlig egal.
Das gilt auch beim Bekenntnis zum Christentum.
Also die gute, nicht fanatische Sorte Christ?
Es könnte einem egal sein, wenn du mit deinem Statement nicht über Andere urteilen würdest (ihnen die Glaubwürdigkeit absprichst). Insofern müsstest du dich konsequenterweise also entweder komplett auf eine der beiden Stellen oder einräumen, dass du ebenso wenig glaubwürdig bist. Also, da du dich urteilend zu Wort meldest, ist deine Position dann eben nicht egal, zumal dir ja offenbar eben auch nicht egal ist, aus welcher Ecke die Leute kommen, die dir etwas erzählen möchten (also diese „unglaubwürdigen“ Youtuber).
Die SPD war öffentlich dagegen. Wenn du das wirklich glaubst… naja. Wie gesagt, das gleiche haben die Sozen auch nochmal bei Artikel 13 abgezogen.
Das sind alles beschissene Beispiele, die mit den Forderungen und der angeblich krassen Dringlichkeit und „Klimanotstand“ (Muss bei dem Begriff immer noch lachen) absolut nichts zu tun haben. Die Probleme liegen im Flugverkehr und auf dem Wasser, nicht im Personenindividualverkehr und schon gar nicht beim Diesel. Das ist alles nur Symbolpolitik, damit man sein grünes Gewissen rein waschen kann, aber Auswirkungen auf das Weltklima hat das NULL. Das ist Klimanationalismus: an Deutschlands Wesen soll die Welt genesen.
Der Kampf gegen das Automobil wird von den Fundi-Grünen ideologisch, nicht faktuell geführt.
Natürlich nicht, solange es politisch und ideologisch in den Rahmen passt, ist Glaubwürdigkeit doch nur störend. Der Zweck heiligt alle Mittel, weißt du doch.
Wenn ich die Beiträge von bestimmten Leuten lese, lerne Ich immer wieder etwas neues:
Wenn alle Menschen auf Öffentliche Verkersmittel umsteigen würden/könnten, würde es nicht die Umwelt schonen. Denn der Personenindivuduell Verkehr ist überhaupt nicht schädlich für die Umwelt.
Glaubwürdigkeit ist sehr wichtig wenn die Menschen nicht meiner Meinung sind. Und sobald diese Menschen nur einen kleinen Markel haben sind Sie unglaubwürdig. Übrigens sollte man wissen, dass Satiriker auch alle unglaubwürdig sind, da Komiker. Die können also garnicht etwas ernstes und richtiges sagen^^
Da stellt sich mir die Frage: Was macht die CDU in Sachen Flugverkehr? Gibt es da z.B. auf EU Ebene eine Initiative, um endlich mal eine Besteuerung von Kerosin hinzubekommen? Dass das auf Landesebene nicht viel bringt, sehe sogar ich ein (wobei das für mich trotzdem kein Argument wäre es nicht zu tun), aber EU-weit wäre das schon machbar.
Zu wenig. Ich werde mich damit in diesem Jahr eingehender beschäftigen, wir diskutieren in der JU bei uns schon viel länger als jetzt die Existenz des Videos von Rezo darüber, Umweltpolitik wieder zur Kernkompetenz der Union zu machen. Es ist ja offensichtlich, dass ein bürgerlicher Blick auf Umweltpolitik fehlt und wir da keine Lösungen haben.
Eigentlich müsste man zuerst mal die Subventionierung von Kerosin beenden, bevor man Kerosin besteuert. Damit würde man zumindest schon mal den innerdeutschen Flugverkehr einschränken. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass man das auf die Schiene legen müsste, um Umweltfreundlicher zu sein. Die Bahn fährt ja schon länger mit 100% Ökostrom, aber leider ist die Infrastruktur zu schlecht, um selbst im ersten Moment sinnlose Flugreisen innerdeutscher Natur (Stuttgart - Hamburg oder so was) anzugehen. Das Fernverkehrsnetz der DB hat zum Beispiel ein großes Problem beim Übergang von Nord- nach Südddeutschland.
Wir müssen halt schauen, das dort von unten neue Ideen aufkommen, bevor die einzige Lösung der Parteispitze ist, wir kopieren einfach alles von den Grünen. Das Problem ist halt hier, dass für eine bürgerliche, non-invasive Lösung des Problems einfach an einigen Stellen zu wenig passiert ist, weshalb man sich auch gerade so schwer tut, Gegenvorschläge einzubringen und momentan kommunikativ erstmal invasive und nicht-vermittelbare und auch teilweise einfach falsche Maßnahmen wie der CO2-Steuer blockiert. Es ist nicht so, das man gar keine Ideen hat, aber das richtige Konzept ist halt eben nicht nur ein Thema, was man mal beschließt, sondern wir reden da über ganz viele Themenbereiche, die man da anfassen muss und wo man gesamtpolitische Disruptionen beschließen muss. Das wird aber nicht einfacher, wenn man nicht irgendwann wieder Abstand von diesem Populismus und der Panikmache nimmt. Wer wirklich Veränderung und nicht Zerstörung will, der sucht sich seine Verbündeten parteienübergreifend und diskutiert darüber.
Er ist für die gesamtweltliche Klimabilanz völlig irrelevant, (v.a. wenn wir über den Diesel reden) und unter diesem Gesichtspunkt gibt es keine Begründung, der Landbevölkerung komplett vor den Kopf zu stoßen. Das mag den Grünen egal sein, weil die ihre Wähler nicht auf dem Land haben und die Latte-Machiato-Fraktion der Großstädte gewohnt ist, das alle drei Minuten eine S-Bahn fährt und nicht nur einmal am Tag ein Bus, aber für die Volksparteien ist das daher kein gangbarer Weg, ohne die eigene Wählerschaft zu vergraulen, die dann an die Ränder abwandert (Richtung AfD vor allem). Wer sich auf dem Land dann kein Auto mehr leisten kann, kann sich eigentlich auch gleich tot über den Gartenzaun hängen, bei den Distanzen und dem Strukturwandel in vielen ländlich geprägten Regionen in Deutschland. Und für diese vorgelebte „Stadtluft macht frei“-Mentalität haben wir einfach viel zu wenig Fläche in den Städten; man kann nicht ständig Wohnraum monieren in großen beliebten Städten und dann noch zur Landflucht und radikalen Urbanisierung aufrufen.
Strohmann. Wir reden nicht von „kleinen Makeln“, wie zum Beispiel das sich Menschen für den Umweltschutz einsetzen und dann Soja zu sich nehmen, für dessen Anbau hektarweise Regenwald abgeholzt wird, weil man der Meinung ist mit veganer Lebensweise tierische landwirtschaft zu reduzieren, also da wo man bewusste Trade-offs nachvollziehbar finden würde, sondern wir reden von absoluter Unglaubwürdigkeit, wenn jemand sich in ein Video stellt und gar keine Anstalten macht, selbst als gutes Vorbild fungieren zu wollen.
Nochwas gelernt: perfekter disskusion stiel: Ein Strohmann argument nennen um Themen auszuweichen und sich dann darüber beschweren das die anderen Strohmann argumente bringen.
Desweiteren lerne ich: Ich kann ein kernproblem wie die schlecht ausgebauten Schienen netze erkennen. Dies ist jedoch kein Grund um vielleicht mal aktiv dagegen vor zu gehen. Sondern man wartet einfach ab, bis die Bahn das alleine regelt. Da das privatisieren dieser bisher sehr gute ergebnisse erzeugt hat^^
Das bezweifel ich, dass die Bahn nach der Privatisierung irgendwelche guten Ergebnisse erzielt hat, man lässt ja die Schienen erst dann sanieren, wenn der Steuerzahler dafür aufkommt und nicht die Bahn. Hier noch ein sehr schönes Video von der Anstalt zum Thema DB.
Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich bei der Privatisierung der Deutschen Bahn die gesamte Infrastruktur der deutschen Reichsbahn nicht in das eigentum einer privatwirtschaftlich orientierten Aktiengesellschaft gegeben, sondern als Staat in der Bundesnetzagentur vorgehalten. So hätte man zum einen den politischen Einfluss auf den Ausbau des Schienennetzes sehr viel direkter und hätte auch den Rückbau zwar wirtschaftlich nicht rentabler, aber für die infrastrukturelle Ausrichtung ländlicher Regionen notwendiger Stationen und Strecken verhindern können. Man hätte jetzt eigentlich eine Situation haben müssen, bei der die Bahn einfach Strecken anmieten muss vom Bund, statt das private Anbieter im Konkurrenzkampf mit der Bahn die Strecken von der Bahn mieten müssen, inklusive dem damit verbrieften unbedingten Vorfahrsrecht von InterCity und InterCity Express.
In meinen Augen hätte man mit einer darüber erfolgten Deckelung des Fahrpreises im Nahverkehr auch der Situation vorwirken können, dass städtischer Wohnraum knapp wird und niemand ins Umland ziehen will, weil man sich das in der Regel nicht leisten kann und beschissen angebunden ist.
Ich kenne allerdings nicht die Hintergründe, warum man damals anders entschieden hat und bin noch nicht involviert genug oder informiert genug, eine solche Forderung, der Bahn ggf. die Strecken zu enteignen und zurück in staatliche Hand zu geben, um den privatwirtschaftlichen Wettbewerb auch auf kleineren Strecken anzuregen, öffentlich ausstellen zu wollen.
Du hast die verbotene Quelle gepostet. Rechne nicht damit, dass man auf die argumente eingehen wird. Denn wen es eine Regel gibt, die Du hier kennen solltest, dann ist es, dass die Anstalt viel zu Linke tendenzen hat und auf keinen Fall einen echten Misstand aufzeigen kann. 