Diese Anti-Russland-Haltung in etablierten Medien ist bemerkenswert. Immer dann, wenn zu einem unerklärlichen Phänomen irgendwelche Fakten ermittelt werden, führen diese nach Russland - bekanntlich das Land, von dem aus die islamistischen Extremisten gesteuert werden. Wie auch immer das aussehen mag.
Immerhin hat man nicht auch gleich noch die Brücke zur AfD geschlagen, auch wenn es die Recherche nicht absurder gemacht hätte. Der einzige Fakt ist die Häufung der Fälle in einem kurzen Zeitraum und auch da würde ich persönlich genau hinsehen, denn viele Fälle werden auch nicht berichtet, etwa der spektakuläre Polizeieinsatz mit Tötung des Täters keine 10 Kilometer von mir entfernt. Ein Kroate mit beachtlichem Strafregister, der auf seine Familie losgegangen ist. Vielleicht passt der Fall einfach zu wenig in irgendein rechtes oder linkes Bild?
Aber immerhin traute sich die ARD, Didis verbale Entgleisung unzensiert auszustrahlen - und hat jetzt alle dunkelhäutigen Mitbürger und die ganzen Roma und Sinti und andere Wandervölker in eine tiefe Sinnkrise gestürzt. Denn angenommen, eine aus Afrika stammende, gut integrierte, deutsche Familie sitzt zufällig vor dem Fernseher, guckt ARD und hört dann „Neger“. Und sofort kommen die Traumata der Sklaverei und der Verfolgung hoch. Das ungefähr muss das Bild sein, das den ganzen Aktivisten mit ihrer Verbostliste im Kopf als erstes einfiel.
Ich frage mich, was wohl passiert wäre, wenn kein Medium darüber berichtet hätte, wenn man einfach anerkannt hätte, dass ein 90-jähriger Komiker einen alten Klassiker wiederaufgeführt hat und dann zur Tagesordnung übergegangen wäre. Ich gebe die mal die einzig plausible Antwort: nichts!
Aber es wurde aufgebauscht bis zum Erbrechen und es zeigte sich so wunderbar was passiert, wenn man Worte durch codierte Formen ersetzt: sie verschwinden nicht, wie man es gerne hätte, sondern bleiben und festigen sich. Das N-Wort, das Z-Wort, das E-Wort, das I-Wort, der H-Gruß, der Prn-Film - jeder weiß, was gemeint ist und wer es nicht weiß, findet es schnell heraus. Am einfachsten wäre es, gerade NICHT darüber zu reden, denn außerhalb dieser medialen Kotzwelle passiert das doch längst. Das ist Kinderpsychologie: schenke etwas deine Aufmerksamkeit und du hast es an der Backe und musst dich damit befassen.
Ich weiß ja nicht, wie das so bei anderen aussieht, aber „Neger“ und „Zigeuner“ kommen in unseren Gesprächen nie vor und wenn doch, dann mit der Absicht einer humoristischen Überspitzung. Das gefällt nicht jedem, klar, aber man muss dann in der Lage sein, es zu überhören. Dieses Zusammenzucken, wenn mal wieder irgendwo was „Verbotenes“ gesagt wurde, ist eine Selbstzensur. Kein Wunder, dass Depressionen und andere mentale Krankheiten zunehmen.
Und warum fühlen sich eigentlich irgendwelche Leute erhaben, andere Leute davor schützen zu müssen, einen Gag falsch zu verstehen? Man unterstellt hier der Gesellschaft einfach mal so kollektive Dummheit. Da sind wir wieder bei Disclaimern und Triggerwarnungen. ACHTUNG: in Schindlers Liste könnten Spuren von Nazis vorkommen! Schnell weiter, mein Puls…
Und da kommen wir zu „Späti“, denn irgendwie ist das für mich die logische Konsequenz, wenn die Sprach- und Humorpolizei waltet, denn am Ende bekommen wir - wie richtig gesagt wurde - keinen Wortwitz mehr, keine Überspitzung und keine scharfen Pointen, sondern dröge Unterhaltung, bei der sich alle wohlfühlen sollen und bei der man lieber gar nichts sagt, bevor man es vielleicht falsch verstehen könnte. Irgendwo habe ich das schon mal gehört.
Auch wenn früher nicht alles besser war, so stelle ich dennoch fest, dass man den Menschen dennoch mehr zugetraut hat. Mein achtjähriger Neffe kann übrigens bereits überspitzten Humor erkennen und sogar selber anwenden. Aber das Fass derkindgerechten „utzi-dutzi“-Erziehung und die Rolle der Eltern dabei mache ich besser nicht auf, sonst rösten mich die ganzen Pädagogen.