Der Hund der Schwester eines Freundes von Jörg Schönenborn meint dazu: Anekdotische Evidenz.
Gappeldonger spielt mal wieder Taubenschach. Sei’s drum.
Das heißt Taubenschach.
Wenn die Doku das aufgezeigt hätte, hätte Holger dem bestimmt nicht widersprochen, eher in diesem Punkt beigepflichtet.
Dann hätte die Doku aber aus anderer Richtung Hiebe bekommen.
Da er nämlich nichts für Unterkunft und Verpflegung zahlen musste, war das für ihn ein ziemlich guter Deal.
WOW - was für ein Deal ![]()
Ist halt einfach Standard, dass Leute, egal ob Handwerker oder Unternehmensberater, Unterkunft und Verpflegung bezahlt bekommen.
Versuch doch bitte den Sinn hinter dem was jemand schreibt zu erfassen.
Nehmen wir doch einmal an, jemand verdient 2000€ im Monat in Deutschland. Davon presst ihm der Staat zunächst einmal 134,81€ an Steuern und 411,50€ an „Versicherungen“ ab. Von den restlichen 1453,69€ müsste derjenige jetzt noch Miete bezahlen (nehmen wir mal an, das sind so warm 700€ und noch Essen für 300€). Bleiben also noch 453,69€ für weitere Konsumausgaben.
Jetzt nehmen wir an, derjenige Arbeitet auf dem Schiff. Galoppendongler schrieb ja schon, dass da dank italienische Flagge der Staat einen in Ruhe lässt. Das mit fallen die 134,81€ schon mal weg. Bei der Auflistung von AIDA habe ich nichts von der PV gelesen, also gehen wir mal bei den sozialversicherungen von 373€ aus. Sowohl Unterkunft, als auch Verpflegung ist inklusive. Bleiben also 1672€ über.
Um in Schland am Land einen ähnlich hohen Überschuss zu erzielen müsstest du anstatt 2000€ Brutto ungefährt 4260€ Brutto verdienen.
Also ja, ein ziemlich guter Deal.
Ich würde eher sagen: Falsifizierbarkeit:
Falsifizierbarkeit ist eine Eigenschaft von Aussagen. Eine Aussage ist genau dann falsifizierbar, wenn es einen Beobachtungssatz gibt, mit dem die Aussage angreifbar ist; der sie also widerlegt, wenn er zutrifft.
Quelle: Wikipedia
Deine Aussage war:
Da die 7 €/h den aktuellen deutschen Mindestlohn um ganze 5 € unterbietet, denke ich nicht, dass sich irgendwer aus Deutschland als Barkeeper auf AIDA bewirbt.
Wenn Du nicht davon ausgehst oder behaupten möchtest, dass Bossmang lügt ist Deine Aussage widerlegt, weil es eben genau so eine Person gibt. Ich wüsste jetzt auch nicht, wofür ich bei einer falsifizierbaren Aussage eine Statistik oder Empirie brauchen würde. Die wäre nötig, wenn die Behauptung im Raum wäre, dass die Leute sich um den Job reißen würden (oder vergleichbares) - das müsste man dann tatsächlich empirisch belegen.
Ansonsten: Interessante Diskussion. Manches lohnenswerte zum Nachdenken in den ausgetauschten Argumenten. Vielen Dank dafür.
Was ist eigentlich „extremer Evangelismus“?
Ja, ich habe alle Tagesschau-Sendungen gefunden mit Ausnahme der von 2008.
Länge der Beiträge über Solingen:
1998: 00:30
2003: 00:30
2013: 01:50
2018: 02:30 (Top-Meldung)
2023: 02:20
Die Beiträge sind also mit den Jahren länger geworden. Der Beitrag von 2018 war aber sogar noch etwas länger als der in diesem Jahr.
Ja, es ist kompliziert. ![]()
Der Beitrag ist akkurat, keine Frage. Nur, warum verteidige ich ein Unternehmen, dass die eigenen MA in schlechtes Licht rückt. Gut wiederum ist, dass Aufdecken des Verhaltens des ZDF.
Vielleicht bekommen wir ja nächsten Samstag die Gegenhiebe gezeigt. ![]()
Interessantes Rechenbeispiel!
2000 Euro verdient man also auf dem Schiff durch Arbeit, die mit 7 Euro/h vergütet wird?
Das macht 285 Stunden im Monat,. das sind 9-10 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Und das für 7 Euro? Mega-Deal!
Und die Miete von 700 muss man auf dem Schiff nicht weiterbezahlen? Ich bin sicher man findet nicht immer einen Zwischenmieter.
Ziemliche Schönrechnerei des Ganzen.
Gibt ja auch noch mehr Berufe da als ein Barkeeper. Und rechne es dann halt mit 7€ die Stunde.
Und nein, der Bruder meines Freundes hatte keine Wohnung weiter zu bezahlen, weil er vorher noch bei seinen Eltern wohnte und dann direkt angefangen hat auf dem Schiff zu arbeiten.
Ich wurde Anfang der 90er vom deutschen Staat für 390 DM monatlich für 60 Stundenwochen zum Wehrdienst gezwungen.
Die Wikipedia-Seite über die evengalikale Missionarin hat wohl ein Fan geschrieben. Ein reiner Werbeartikel.
Ich möchte hier nur mal zu Protokoll geben, dass „Evangelikal“ nicht unbedingt was Negatives ist - und man streng genommen widersprechen müsste, dass der Begriff auf Frau Prean-Bruni angewendet wird:
evangelikal
evangelikal, für eine Theologie und Frömmigkeit innerhalb des Protestantismus stehender Begriff, die, von der unbedingten Autorität des Neuen Testaments (Evangeliums) ausgehend, dieses als von Gott unmittelbar und wortwörtlich gegebene Handlungsanweisung zur Gestaltung des eigenen Lebens und des Lebens der christlichen Gemeinde interpretiert und die Bekehrung (»Wiedergeburt« im Heiligen Geist) und Heiligung als Grundlage, Mitte und Auftrag christlicher Existenz betont.
(Brockhaus)
Wer diesen Weg wirklich geht, müsste ziemlich zurückhaltend und pietätvoll auftreten.
Er dürfte keinen Menschen aufgrund dem, was er ist, zurückweisen oder verurteilen.
(Wobei auch der Brockhaus hier den Begriff „Von neuen geboren werden“ mit „Wiedergeburt“ nicht auseinander halten kann…)
Das wäre genau das, was die Evangelien (und auch Jesus Christus) veruteilen - schließlich hat er sich gerade jenen, die von der „religiösen Kaste“ der Pharisäer verurteilt wurden, hingewandt. ![]()
Es verhält sich hier leider ähnlich wir dem Begriff „Querdenker“: Zu viele Idioten haben den Begriff verbrannt.
Der Begriff wird auf der Wikipedia-Seite zu Prean neutral verwendet. Also habe ich ihn auch verwendet. Deinem Brockhaus-Zitat kann ich allerdings auch nicht viel Positives abgewinnen. Schon den Missionsauftrag und den Absolutheitsanspruch lehne ich ab. Aber dass es, wie bei allen religiösen Bewegungen, hunderte Auslegungsarten gibt, von denen manche radikaler und andere gemäßigter sind, ist ja doch selbstverständlich.
Schade, dass ich das jetzt erst sehe. Die „Vorwürfe“ in der AIDA-Doku sind allesamt ziemlich haltlos.
Ich möchte hier aber vor allem einen Punkt herausgreifen, der ja anscheinend dann doch bei einigen verfangen hat:
Ich war Kapitän auf einem Containerschiff mit geschmischten Nationalitäten, vor allem Philippinos.
Der am „schlechtesten“ Bezahlte an Bord war der philippinische Steward mit etwa 1000 USD, und zwar „all in“, soll heißen: wenn er nicht an Bord war, gab’s auch kein Geld. Das Urlaubsgeld wird sozusagen jeden Monat für ihn zurück gelegt und ihm dann beim Abmustern nach 6 oder 10 Monaten cash ausgezahlt. Und völlig korrekt: wenn man das auf einen Stundenlohn herunter bricht, dann kommen da etwa 6,25 USD heraus bei einer 40-Stunden-Woche.
Und jetzt kommt das „Aber“: auf den Philippinen erhält ein Lehrer in etwa 150 USD pro Monat. Unser Steward hatte indes zu Hause selbst einen Steward.
Sowie ein abbezahltes Haus. Top-Verdiener war der Chief Engineer mit 6.500 USD. Das entspricht zwar nicht einmal der Hälfte dessen, was ein deutscher Chief bezahlt bekäme, aber legt man philippinische Lebenshaltungskosten und Löhne als Maßstab an, dann hatte unser Chief mit seiner Heuer zu Hause – verglichen mit deutschen Einkünften – in etwa eine Kaufkaft von hierzulande 50.000 EUR oder mehr… Jeden Monat.
Ich finde es immer so „drollig“, wenn man Verbraucher darauf stößt, wie es sein kann, dass sich heutzutage ziemlich viele Leute eine Kreuzfahrt leisten können, die man sich vor 30, 40 Jahren nur leisten konnte, wenn man schon zu den Spitzenverdienern zählte. Und dann merken sie plötzlich, dass das ganze nur funzt, weil es an Bord Leute gibt, die für sehr viel weniger Geld arbeiten, als sie selbst es bereit wären zu tun. Das ist ja schon etwas schizophren… (und betrifft eigentlich ALLE Lebensbereiche. Stichwort Konsumgüter)
Wenn man sich darüber aufregen will, dann hätte man das vor 40 Jahren machen sollen, als deutsche Reeder ihre Schiffe ausflaggten und das „teure“ deutsche Personal (hohe Heuern, Lohnnebenkosten, Sozialabgaben, etc.) raus warfen. Heute sind weltweit auf fast allen Schiffen unter den Decksleuten/Ratings kaum noch Nationalitäten zu finden, die NICHT aus China oder von den Philippinen kommen, denn wenn EINER damit anfängt, um die Kosten zu drücken und sich damit einen Vorteil zu verschaffen, dann müssen das irgendwann ALLE machen. Und viele Schiffe fahren mittlerweile komplett mit chinesischen und philippinischen Crews.
Die bremisch-hamburgische Reederei HapagLloyd hat im Corona-Krisenjahr 2022 ihr absolut BESTES Ergebnis seit Firmengründung eingefahren. Aber sicher nicht mit deutschem Personal… ![]()
Ach so, nochwas: anders herum geht die Reise natürlich auch. Ich bin mal auf der COLOUR Magic von Kiel nach Oslo gefahren und dabei mit dem Barkeeper (Norweger!) ins Gespräch gekommen. Der verdiente so viel wie ich. Aber eben in Norwegen …
Personalkosten sind eben zumeist recht simpel zu erklären…das heisst aber nicht automatisch, dass das Produkt / die Ware / Dienstleistung dadurch preiswerter wird.
Eine Hose kann 10 Euro kosten, aber auch 100. Von den 10 ist auszugehen, dass sie unter schlechten Bedingungen hergestellt worden sind. Auch bei den 100 kann es das sein. Moral / Ethik beim Ausbeuten macht nicht bei hohen Preisen halt wie wir ja wunderbar von der „Wundermarke“ Äppel wissen! Hier verkauft man Plunder zu teuren Preisen, ausgebeutet werden die Menschen dennoch und das zeigt man auch völlig ungeniert!