Das in den 30 Millionen Stunden MG-Material wiederzufinden, ließe sich nur mit KI lösen. Ich meine, dass es ein, zwei Mal Thema in MG Direkt war.
Trotzdem fehlt mir die Erklärung, warum man nichts vorwerfen darf, nur weil etwas gesetzlich erlaubt ist. Gesetze werden erst geändert, wenn ein Missstand lang genug thematisiert wird - sonst passiert da nichts.
Da zieht sich die Schlinge langsam zu mit der EU-Richtlinie für Lohntransparenz. Außerdem können bei Tarif-gebundenen Löhnen (angeblich inzwischen jeder zweite in Deutschland) Arbeitgeber auch nicht so einfach bei gleicher Qualifikation und Job verschieden bezahlen, wie sie lustig sind. Die Lücke mit den Leiharbeitern besteht auch nur, weil die Politik bloß nicht die Autoindustrie gegen sich aufbringen lassen will.
Um wieviel würde der Gewinn von 2,6 Milliarden bei AIDA schrumpfen, wenn alle Mitarbeiter ordentlich bezahlt werden? Warum sollen nur Weiße den hohen Lohn erhalten? Was stimmt denn mit Dir nicht?
Ach, jetzt noch die Karte auspacken, dass die Philippinos gefälligst noch dankbar sein sollen, dass der Weiße sowas überhaupt möglich macht.
Die Prämisse „Du kriegst viel weniger als dein Kollege neben Dir, weil Du aus einem armen Land kommst“ ist diskriminierend. Und man kann diese Nummer nur auf hoher See abziehen und nutzt es schamlos aus. Auf dem Land ist sowas in keinem EU-Land möglich.
Das ist in der Schifffahrt vollkommen normal, die Filipinos sind auch auf Handelsschiffen die weitaus größte Nationengruppe unter den Crewmitgliedern, vor anderen ärmeren asiatischen Ländern wie Nepal, Bangladesh und Kambodscha.
Da diese Leute an Bord aber praktisch keine Ausgaben haben und das Geld an ihre Familien nach Hause schicken, wo die Lebenshaltungskosten wesentlich geringer sind, ist das auch in Ordnung. Es macht eben einen (finanziellen) Unterschied, ob Deine Familie in München oder Chittagong wohnt.
Die Alternative wäre, dass keine Menschen aus diesen Ländern mehr beschäftigt werden würden, das wäre für die betroffenen Familien eine Katastrophe.
Also, der Vorstand von AIDA wäre ein schlechter Vorstand, wenn er so denken würde: Ach, wir haben so viel Gewinn, da können wir ja auf bisschen verzichten und bessere Löhne zahlen. So funktioniert das nicht. Löhne richten sich am Ende nach Angebot und Nachfrage. Und auf den Philippinen sind solche Jobs bei AIDA extrem begehrt, weil es aus deren Perspektive gut bezahlt ist. Und ich bin mir sicher, dass da auch einiges an Trinkgeld dazu kommt. Du redest diese Leute in eine extreme Armut, in der sie sich gar nicht befinden.
Ich halte nichts von Trinkgeld. Das wird in der Regel nicht in das Solidarsystem eingezahlt.
Der Arbeitgeber ist für die faire Entlohnung der Angestellten zuständig und nicht der Kunde.
In dem Beitrag sind auch mehrmals osmanische Flaggen (mit drei Mondsicheln) zu sehen, der Typ da bei 12:46 und bei 15:00 im Hintergrund, was ungefähr hierzulande der schwarz-weiß-roten Flagge entspricht, mit Deutschen wäre sowas ein astreiner Naziaufmarsch.
Wird mal Zeit, dass wir mit Österreich (Frankreich wohl auch) gleichziehen und den Wolfsgruß gemäß §86a StGB…
Bitte „Neonazis“ in Anführungszeichen, die Truppe von Lina E. hat mW in der Tat auch einen NPDler angegriffen, aber z.B. auch eine Bauunternehmerin (irgendwas in der Richtung), die politisch wohl nicht aktiv ist.
Die von dir angebrachte " EU-Richtlinie für Lohntransparenz" beschäftigt sich mit dem Geschlecht der Arbeitnehmer. Und damit ein Tariflohn gilt muss dies ja entweder so im Arbeitsvertrag vereinbart sein und der Arbeitgeber muss Mitglied im Arbeitgeberverband sein. Das ein Tarifvertrag für Allgemeingültig erklärt wird, passiert äußerst selten.
Und du sagst halt „bei gleicher Qualitifkation und Job“. Aber so einfach ist es halt nicht. Eine formale Qualifikation ist ein Hinweis daruf, dass jemand etwas mit höherer Wahrschenlichkeit kann, allerdings gibt es auch sehr viele Imkompetente, insbesindere mit Bachelor Abschlüssen.
Und da kann es dann sein, dass Leute im gleichen Job und bei gleicher formaler Qualifikation eben sehr unterschiedliche Leistungen vollbringen und deswegen auch ganz andere Gehaltsvorstellungen durchsetzen können.
In Deutschland haben wir eine enorm hohe Staatsquote und einen gewaltigen Öffentlichen Dienst. Und da ist es so: Das Gehalt wird Anhand von formaler Qualifikation und Stellenbeschreibung bestimmt, man bekommt um so mehr, je länger man da ist und am Ende ist es aber egal wie viel man leistet. Darum ist der Öffentliche Dienst auch nicht gerade als Hort der Dynamik und Innovation bekannt.
Und der Gewinn der AIDA ist halt eine schwankende Sache, die von vielen Faktoren abhängt. Am Ende versucht das Unternehmen halt mit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.
Und schlussendlich bezahlen sie ihre Mitarbeiter ja anständig. Nehmen wir mal folgendes Beispiel: Der Familienvater mit 2 Kindern könnte in seinem Heimatland 100€ im Monat erzielen, was gerade so zum Überleben reicht und womit man die Kinder nicht in die Schule schicken könnte. Jetzt heuert er auf einem Schiff an, wo er 500€ verdient. Am Schiff hat er keine Lebenshaltungskosten. Jetzt kann er locker die Lebenhaltungskosten von Frau und Kindern tragen, sowie für je 100€ seine beiden Kinder auf exzellente Schulen schicken. Die restlichen 200€ spart er.
Dem ist es dann reichlich egal, dass ein anderer aus Deutschland auf dem Schiff vielleicht 2000€ verdient und damit total unzufrieden sind, denn 2000€ ist ja nicht gerade viel.
Gleichzeitig hat er im übrigen auch keinen Zugang zum Arbeitsmarkt in der EU, denn er verfügt nicht über die entsprechende Qualifikation für ein Arbeitsvisa. Das heißt die Arbeit auf dem Schiff ermöglicht es ihm trotz niedriger Qualifikation von der Produktivität im Westen zu profitieren und für seine Kinder den Grundstein für den Aufstieg zu legen.
Und ja, ich frage ich wirklich ob du der Meinung bist, das nur Weiße auf dem Schiff arbeiten wollen. Denn das was du sagst ist strukturell das gleiche was die Leute früher über Italiener oder Türken gesagt haben. Damals hieß es auch, dass die zu wenig Lohn bekommen und uns die Arbeitsplätze wegnehmen. Du sagst das gleiche, fügst aber im Rahmen einer Wortergreifungsstrategie noch hinzu, dass du das ja nur wegen dem Lohn angeblich schlecht findest.
Fakt ist aber: Wenn staatlich verordnet wird, dass alle am Board so bezahlt werden muss wie Leute die hier wohnen und z. B. auf irgendeinem Binnenschiff arbeiten, dann fließen die ganzen Süd-Ostasiaten raus und werden durch Europäer ersetzt. Denn wenn man das gleiche Zahlen muss, warum soll man dann z. B. die ganzen Schwierigkeiten was z. B. die Sprachbarriere macht noch auf sich nehmen?
Du forderst also effektiv, dass die Leute aus dem Abeitsmarkt in der Kreuzfahrtindustrie rausgedrängt werden und dass die Aufstiegschancen von vielen tausend Kindern in Süd-Ost-Asien wieder zu gemacht werden.
Aber schon traurig, dass solche Christen dem Islam stellenweise in nichts nachstehen.
Die Oma ist auf jeden Fall von allen heiligen Geistern verlassen…
AIDA ist anders schlimm. Kay Ray wurde gerade dort gecancelt weil 1, in Worten ein, Hirni sich über alles was er tut überall beschwert. So in seinem Podcast zu hören. Ein solches Unternehmen jetzt vor so einer Doku in Schutz zu nehmen finde ich fragwürdig. Gut ich sehe den Beitarg aus der MT wie Hoger auch, aber es ist und bleibt ein Cancel Culture Betrieb.
Ich wusste von der ÖR-Reportage nichts und ging daher davon aus, dass es um Kay ginge. Schade, dass dazu kein separater Britrag kam.
Das Canceln von Kay hätten die ÖR ohnehin nicht zum Thema gemacht. Der Rauswurf eines in ihren Augen „rechten“ Künstlers dürften sie doch eher begrüßen.
Ich hab die Tagesschau mit der Erdogan Wahl und Solingen an dem Abend zufällig gesehen, weil ich danach auf 3sat „Das Böse unter der Sonne“ geschaut habe. Da hab ich mich dann auch über diesen etwas sehr langen Beitrag über Solingen gewundert. Ich schaue die Tagesschau sehr, sehr selten, meist nur zufällig, wenn ich mal am Sonntag danach den Tatort oder Ähnliches schauen will. Ich habe da immer öfter den Eindruck, dass die da solche Beiträge bringen, weil sie nicht wissen, was sie sonst senden sollen.
Es ist jetzt meiner Meinung nach nicht so dramatisch, dass die Menschen aus den Philippinen weniger Geld verdienen.
Das hat mit dem Lohnniveau eines Landes zu tun, in dem man lebt. Ich selbst durfte übrigens auch mal ein halbes Jahr 2007 in Brasilien arbeiten und ich wurde damals landesspezifisch bezahlt. Mein einziger Bonus war, dass ich in dem halben Jahr einen Gratisflug hatte und mir eine 1 Zimmer Wohnung gestellt wurde, die in Ordnung war. Ansonsten war mein Monatsgehalt im mittleren 3stelligen bereich und ich kam damit mehr als ausreichend aus. Die heimischen Produkte waren spottbillig, aber man hat es halt an der Importware gemerkt, die dann spürbar teurer war, wobei die Chinesen inzwischen da auch alles ordentlich aufmischen.
Ich finde es schlimmer, dass die armen Teufel da nur 4 bis 7 € die Stunde verdienen und sonst auf Trinkgeld angewiesen sind. Der Vorteil ist es halt, dass man während der Arbeit sehr schöne Flecken kennenlernt, wenn man was davon hat…
Es ist halt die Frage: „Was bekomme ich für 1 Euro?“
…und das ist weltweit gesehen äußerst unterschiedlich - damit ist 1 Euro auch unterschiedlich viel wert.
Das Problem des globalen Kapitalismus sitzt leider tiefer als „gleiche numerische Bezahlung“.
Fahre nie in die USA. Du würdest Dir keine Freunde machen.
Wenn man anfängt, was unter dem Deckmäntelchen des „Christentums“ so alles kreucht und fleucht, überlegt man als „Christ“ schon, ob man nicht lieber eine andere Bezeichnung wählen will.
Aber wenn ich das Fass jetzt aufmache - Uiuiui - das lasse ich jetzt mal lieber.
Das Schlimme an Oma ist halt, dass sie durchaus ein paar Dinge sagt, die theoretisch O.K. wären - wenn sie nicht aus dem Kontext gerissen würden.
Das Problem mit dem „christlichen Fundamentalismus“ ist streng genommen, dass es kein „biblisch begründetes Fundament“ hat - und deswegen die Bezeichnung irgendwie schon Banane ist.
Leider paart sich das mitunter mit „Experten“ über das Christentum, die darüber berichten - deren Expertise allerdings nicht über „Supernatural-Serie kennen“ hinaus geht.
Man kann ja darüber diskutieren, ob und in wie weit Religionen Fiktion sind - Hollywood-Produktionen sind es aber immer und auf jeden Fall. (Nur falls das jemand noch nicht gemerkt haben sollte! )
Nach der Logik müssten dann alle Unternehmen, die ihre Mitarbeiter gut bezahlen, ja ziemlich schlechte Vorstände haben.
Am Besten, alle deutschen Autobauer machen ihre Fabriken in Deutschland zu und produzieren nur noch in den ärmsten Ländern der Welt - dann hätten sie auch nicht mehr das Theater mit den Gewerkschaften. Vorstände beschde! </ironie>
Löhne richten sich inzwischen nach gesetzlichen Mindestvorgaben.
Aber was haben wir konkret:
eine Kreuzfahrtmarke AIDA, die ausschließlich eine Zielgruppe aus D-A-CH bedient
(D+A: 12 €/h Mindestlohn, CH: kein bundesweiter Mindestlohn, je nach Kanton bis 24 €/h)
die einem US-britischen Konzern gehört
(USA: $7,25/h ≈ 6,76 €/h, UK: £9,50/h ≈ 11,30 €/h)
und die AIDA-Schiffe unter Italienischer Flagge registriert hat. Offensichtlich weil dort weder Lohnsteuer gezahlt werden muss als Reederei, noch hat Italien einen Mindestlohn.
Das Thema Trinkgeld ist doch nicht mal hier in Deutschland auserzählt. Es wurde immer wieder von Fällen berichtet, wo der Betreiber die Trinkgelder einfach mit einsackt und die Mitarbeiter dann davon nichts haben.
Und das sind nur die Fälle, die medial aufgedeckt wurden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es anderswo fairer zugeht (jetzt mal weiter projiziert auf die gesamte Kreuzschifffahrtsindustrie).
Trinkgeldeinbehalt wäre ein interessantes Thema für so eine Reportage. Kam das dort überhaupt zu Wort?
Das haben sich einige eingebildete Deutsche auch gedacht, als sie den Saisonarbeitern den Mindestlohn verwehrt haben. Aber auch der Bulgare oder Georgier, der in Deutschland die Spargel sticht, hat Anspruch auf den Mindestlohn des jeweiligen Staates, in dem er arbeitet.
Ich erinnere mich über eine Urteilsmeldung vom EuGH, wie jemand versucht hatte, Bulgaren und Rumänen nach den Mindestlöhnen ihres Herkunftslandes zu bezahlen. Gegen dieses Lohndumping musste der EuGH die letzten Jahre mehrmals die Bremse ziehen.
Eigentlich geht es in dieser Richtlinie mehr als nur um Geschlechtergerechtigkeit:
Ich habe sowas nirgends gesagt. Du legst mir Worte in den Mund.
Wie ich weiter oben bereits erwähnt habe: Innerhalb der EU ist Lohndumping durch Umgehen von lokal geltenden Mindestlöhnen verboten.
Da die 7 €/h den aktuellen deutschen Mindestlohn um ganze 5 € unterbietet, denke ich nicht, dass sich irgendwer aus Deutschland als Barkeeper auf AIDA bewirbt.
Gute Frage, zu welchem Arbeitsmarkt zählen denn die Arbeitsplätze auf in Italien registrierten Kreuzfahrtschiffen, die alle Welt beschippern und Mitarbeiter aus aller Welt arbeiten?
Ist das wirklich so? Oder nur so ein diffuses Bauchgefühl? Zumindest bei den Saisonarbeitern habe ich nicht mitbekommen, dass sich die Zusammensetzung der Herkunftsländer der Arbeiter groß geändert haben, nur weil sie nun etwas mehr Geld und mehr Rechte bekommen. Um das Spargel stechen reißt sich jetzt niemand aus Deutschland. Ähnlich wird es wohl um einen sehr anstrengenden Barkeeper-Job mit langen Arbeitszeiten stehen.
4 €/h sind für einen Osteuropäer auch gutes Geld, aber die scheinen bei der besagten Branche nicht so präsent zu sein?
Wie soll der Austausch eines Philippinos durch einen durchschnittlichen Europäer die Sprachbarriere aufheben? Gerade in den ärmeren Ländern, die zuvor Teil des Ostblocks waren, ist Englisch noch eine exotische Sprache. Franzosen stehen mit Englisch schon seit Jahrhunderten auf Kriegsfuß und in Italien sollen Anglizismen gesetzlich verboten werden.
Echt? Der Bruder eines Freundes hat das einige Jahre gemacht. Da er nämlich nichts für Unterkunft und Verpflegung zahlen musste, war das für ihn ein ziemlich guter Deal. Darüber hinaus war er jung und kam damit weit rum.
Man merkt halt, dass du vom Thema genau 0 (in Worten Null) Ahnung hast.
Das ist doch gut! Wenn keine Lohnsteuer bezahlt werden muss, presst der Staat dem Arbeitnehmer weniger Geld ab.