Folge 211: Diskussion um schwarze Zwerge - Vorsicht beim Zentrum der Gesundheit

Mitnichten. Du warst nie drin, das ist der Unterschied.

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Nope! Das ist nicht die Kernfrage - das geht genau genommen zu 100 % an der Thematik, die wir hier behandeln vorbei. :man_shrugging:

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Und du vielleicht tiefer als es gesund ist. Denn es hat ja nicht lange gedauert bis es bei dir vom sachlichen Erkläransatz dazu überging andere Beiträge als "lächerlich " und von dir zerlegt zu bezeichnen, verfasst von Leuten die sich deiner Meinung nach lieber gar nicht zum Thema äußern sollten, da sie kein jahrelanges Studium der angelsächischen Runen- und Zwergenwelt vorweisen können und sich nicht ausführlich genug mit der Entstehung von Hexern befasst haben.

Und nein, entgegen deiner Überzeugung MUSS das auch nicht jeder der Fantasy entweder produziert , konsumiert oder einfach nur kommentiert. Es spricht natürlich nichts dagegen viel Zeit und Mühe in ein kohärentes World Building zu investieren, aber der Weg vom Fan zum Fanatiker ist da manchmal auch recht kurz.

Einfach nur gut gemachte Unterhaltung abliefern zu wollen ist genauso legitim und damit erzielt man dann oft mehr Wirkung und Emotionen beim Leser oder Zuschauer als mit manch ausgetüftelter Kopfgeburt die vor allem das eigene Ego befriedigt. Daher bezweifle ich auch, dass die von dir ins Feld geführten Herren Lucas & Spielberg deine doch recht extreme Sicht teilen.

Darüber ob besagte Unterhaltung dann im Falle „Ringe der Macht“ tatsächlich gelungen ist lässt sich natürlich streiten, aber das dann doch bitte von jedem der mag. Es angeschaut zu haben reicht dafür als Qualifikation vollkommen aus.

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Ich kann das mit dem „(zu) tief drin“ annehmen, ebenso wie „vom Fan zum Fanatiker“. 110 %, no discussion. Es ist mein Beruf, und den kann man nur machen, wenn man das Sujet liebt und lebt. Und ich bin es als Autor mit entsprechendem Hintergrund und tausenden Stunden seelenzermalmender, einsamer und leidenschaftlicher Arbeit an der Tastatur tatsächlich leid, wie alle 2 Minuten jemand via Internet praktisch in meinem Büro oder Wohnzimmer hinter mir steht und meinen Beruf madig macht/mir meine Arbeit erklärt/Tatsachen und Realitäten des Handwerks und Genre von außen in Frage stellt, ja. Es gibt nur drei Berufszweige auf der Welt, die das hinnehmen müssen: Fußballtrainer, Lehrer und Schriftsteller. JEDER meint, er könne mitreden, sobald es ums Unterrichten und Erzählen geht. Und hey, sicher stimmt das sogar, wie ich oben schrieb, Gescichten gehören allen. Aber versucht mal, das, was du oder Bossmang machen, in einer Michelin-Küche mit einem Sternekoch, oder das nächste Mal, wenn der Schornsteinfeger kommt: „Hey, ich erklär dir mal was über dein Handwerk. Du siehst das zu nerdig, du brauchst keine Messung nach zu viel Rauchgas vornehmen, du Freak, du bist zu tief drin, ich komme jetzt mal ohne Vorwissen und erkläre dir, warum du das falsch machst.“ Wird bestimmt top ausgehen.

Nicht annehmen werde ich dein Falschzitat. Ich nannte keinen Beitrag „lächerlich“, ich schrieb „Tolkien hat getan, was dein Kommentar hier lächerlich macht“, wie in „worüber dein Kommentar SICH lustig macht“. Zitier mich korrekt oder zitier mich gar nicht, Volker, wenn du schon für einen Erwachsenen hier den White Knight geben musst. Bossmang teilt aus, dann kann er auch einstecken, dafür braucht es dich nicht.

Zum Rest deiner Ausführungen: „Einfach nur gut gemachte Unterhaltung abliefern zu wollen ist genauso legitim und damit erzielt man dann oft mehr Wirkung und Emotionen beim Leser oder Zuschauer“. Das ist absolut richtig, aber in „Die Ringe der Macht“, das ungefähr 2000 Szenen aus der Jackson-Trilogie schlecht kopiert, reitet eine Armee am frühen Morgen „aus Richtung der Sonne“ an - und kommt dann aus Richtung Sonnenuntergang, kindische Dialoge mit Worthülsen wie „There is a Tempest in me“, eine talentbefreite Hauptdarstellerin mit einem Repertorie von 2 wütenden Gesichtsausdrücken und billige HH Abrams Mindtricks mit „Geheimnissen“ Marke Lost inklusive. NICHTS stimmt in diesem Machwerk, daran werden auch mit nachweislich Millionen an PR Euros gekaufte journalistische Schönfärbereien und Influencerkampagnen nichts ändern, ebenso wenig wie Whiteknighting von dir. Die beiden Showrunner haben null Erfahrung, sie sind Niemande, denen man das größte Entertainmentprojet der Menschheit (!) in die Hand gedrückt und „macht mal, aber mit Bunt“ gesagt hat. Dreck bleibt Dreck. Gut gemachte (!) Unterhaltung sieht anders aus, und zwar nicht nur nach meinen persönlichen Ansichten oder gar nur nach Formalkriterien, die entsprechenden Millionen Menschen, die den Mist abwatschen wollten und es nicht konnten, weil Amazon und Disney Imdb und Rotten Tomatoes kontrollieren/besitzen, sprechen Bände.

„Meine extreme Sicht“, wie du sie nennst, war nichts als EINE konkrete Antwort an EINEN konkreten Nutzer, der meint, aus Schwarzalben eine weltliche Rassenfrage formulieren zu dürfen und konsistente, intrinsische Plot- und Weltbaulogik dabei nicht nur einfach außer Acht lassen zu können, nein, er spricht denen, denen das wichtig ist, diese Wichtigkeit auch noch ab. Ich „untersage“ keineswegs Millionen Nutzern, Viewern, Lesern ein Mitspracherecht, sonder sage: Wenn du mitreden und auf tiefer Ebene Kritik üben, oder gar ENTTÄUSCHTE FANS REIHENWEISE RASSISTEN (!!!) NENNEN willst, dann befasse dich umfänglich mit einer Materie oder lass es. Eine Milliarde Kantinenesser ergibt keine besseren Gerichte dort, und Serien, Filme und Fantasy „for a modern audience“ sprechen da eine überdeutliche Sprache, dass es so ist. Hot Garbage kommt dabei raus, wenn Postmoderne das Zeitlose zeitnah machen und mit Trump, Hautfarbenschischi und Sozialkritik vollstopfen wollen. Aber wundert mich nicht, dass du einmal mehr bereit stehst, um den Schönfärber zu spielen.

Unlängst gerieten wir da ja bereits auf YouTube beim neuen, finalen „James Bond“-Machwerk aneinander. Auch dort warst du es, der mit Feuereifer das miese Handwerk dieses Films und die feministisch-postmoderne Zerstörung dieser Figur abgefeiert und jeden, der das kritisiert, zum Bösewicht und Hater stilisiert, mich einen „Extremisten“ genannt hast. Du bist schnell mit solchen Urteilen dabei, Volker, jedes Mal, wenn du auf Gegenwind stößt. Seinerzeit war es anders herum: Ich warf - und werfe - dir vor, Marios und Holgers berechtigte Ablehnung dieses schäbigen Machwerks, dieser Bond-DEKONSTRUKTION, belächelt, ja ihnen ein Recht auf ihre Meinung sogar absprechen zu wollen, während du von der „Modernisierung einer Figur“ sprachst. Witzig, dass du nun hier mir den gleichen, aus der Luft gegriffen Vorwurf machen willst. Nur: ICH habe unsere Forenregeln nicht gebrochen, ich habe Bossmangs und vor allem Deans „Ideen“ kritisiert, nicht die Personen. Ich habe kritisiert, wie Millionen Nutzer „Hater“ oder „Nazi“ genannt zu werden, weil ich meine angelsächsische Kunst-Folklore von einem der größten Autoren aller Zeiten gerne angelsächsisch hätte. Hier zu versuchen, aus mir einen Elitären zu stricken, der anderen vorschreiben will, was sie zu sehen haben, ist eine billige Nebelkerze, mehr nicht. Antworten auf Inhaltsebene und zur Substanz habt ihr immer noch nicht. Euer Moderator steht vor eurer Kamera und haut eine „Was sagt das über dich, wenn du keine schwarzen Zwerge willst“-Nummer raus. Dass man da Gegenwind bekommt, halte ich für vollkommen valide. Meine Gegenfrage haben weder er noch du entkräftet: Was macht den Amazon-Müll denn jetzt besser, weil man ein paar Tokens mit reingewürfelt und Online-„Hass“ ausgesetzt hat? Ist plötzlich der Rassismus bezwungen, weil Amazon seine SGE-Quotenhandbücher erfüllt hat? Die Antwort seid ihr säumig, weil ihr sie kennt.

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@greatcthulhu: Kleine Bitte am Rande - Formatiere doch mal Deine Textwände lesbarer - oder auch nicht, wenn Du die Personenanzahl, die einfach ohne zu lesen drüber weg scrollt erhöhen willst. :wink:

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Danke. Ich bin seit 15 Jahren oder so Fernsehkritik-TV-Schauer, habe mich zum ersten Mal überhaupt im Forum zu Wort gemeldet, weil mich das Thema so bewegt. Ich bin nie in Foren oder so unterwegs, bin dafür viel zu sehr Boomer, kenne die Regularien und das „Howto“ gar nicht. Werde ich beherzigen.

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Alles gut - sollte nur ein Hinweis sein.
Wenn Du Dir die Mühe machst so lange Text zu schreiben, erschien mir ein Hinweis plausibel, dass solche (man nennt sie) „Textwände“ nur von wenigen gelesen werden.
Nach einem Gedanken einfach 2 Mal die Entertaste für einen neuen Abschnitt drücken. :wink:

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Ich hatte eigentlich eine längere Antwort erwartet. :grinning:

Was das Zitat betrifft hast du recht, da steht „dein Kommentar“ nicht „deinen“ , daher war das so von mir nicht korrekt .

Ich denke aber nicht, dass man mich bei der Bewertung von Filmen grundsätzlich als Schönfärber schwacher Werke bezeichnen kann. Es gibt halt öfter den Fall das Fans einer Figur oder Franchise eine neue Interpretation hauptsächlich deshalb kritisieren weil sie ihnen nicht das Erwartete und Vertraute liefert und das ist halt nicht mein Ansatz. Ich finde neue Herangehensweisen viel interessanter und brauche keine erneute Wiederholung des Originals. Weshalb ich ja „Das Erwachen der Macht“ so schwach fand, obwohl der ohne Zweifel das echte Star Wars- Feeling aufweist. Da sind mir sogar die Prequels lieber, denn George Lucas Ideen haben dort zwar nicht so gut funktioniert, aber er hatte wenigstens welche.

Was den letzten, von dir als schäbiges Machwerk bezeichneten Bond-Film angeht , so haben die beiden Befürworter in unserer Diskussion - also Christian und ich - aber ja diverse Argumente angeführt die darüber hinausgehen dass wir nur die Zerstörung der Figur „abfeiern“. Und ein „mieses Handwerk“ hat nicht einmal Holger dem Film attestiert, im Gegenteil. Und wenn du dir den Beitrag nochmal anschaust müsstest du eigentlich feststellen, dass ich da der softere Pro- Sprecher war, der bestimmt den Anderen nicht ihre Meinung verbieten will und alle Abweichenden als Hater und Bösewichter bezeichnet. Und hier jetzt auch keinen als Rassisten. Ich habe da halt nur, wie gesagt, eine andere Herangehensweise.

Auf den Vorwurf hier den Verteidiger von Bossmang zu geben geh ich aber nicht weiter ein, denn dessen bin ich wohl wirklich vollkommen unverdächtig. :smile:

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Seltener Moment: Ich glaube, ich muss in transparenter Selbstkritik tatsächlich daran arbeiten, den ganzen Online-Debattenkram weniger ernst und weniger persönlich zu nehmen.

Und mich kürzer fassen^^

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„Macht euch also jetzt schonmal bereit für den Aufreger des Tages“ – das trifft es bei einer derart beschissenen Folge genau; ich bezweifle aber, dass man es so gemeint hat.

Es geht nicht darum, dass eine „BLM Bewegung thematisiert wird“ (indirekt wiedergegeben) oder ähnliches. Es geht darum, dass man als Fan eine Vorlage filmisch so umgesetzt sehen möchte, wie es das Kopfkino beim Bücherlesen hergibt. Genau wie man keinen Film über Martin Luther King in der Hauptrolle mit Bruce Willis besetzen würde (vollig zu Recht), sollte man sich bei bekanntem Material zumindest ansatzweise an die Vorlage halten. Aber ich bin gespannt, wie uns der Moderator beim nächsten Mal erklärt, warum es zutiefst rassistisch ist, Martin Luther King mit einem Weißen zu besetzen.

Bei MAS*H, einer komödiantischen Pazifistenserie mit stellenweise sehr ernstem Unterton, hat man Speerchucker nach sechs Episoden aus der Serie herausgeschrieben, weil irgendwann jemandem mal auffiel, dass es zur damaligen Zeit während des Koreakrieges in den Mobilen Armeeeinheiten keine schwarzen Ärzte gab – und man, wie Ken Levine, einer der stark in die Drehbücher involvierten Autoren, bekannt gab, keine Faktenverfälschung zugunsten politischer Korrektheit betreiben wollte. Bei einer fiktiven Comedyserie, wohlgemerkt, denn das scheint für den Moderator ein ganz wichtiger Punkt zu sein.

In dieser Folge der Mediatheke, und deswegen ist sie auch so furchtbar schlecht, wird die Argumentation der Buchvorlage und der damit verbundenen Korrektheit in wenigen Sekunden in einem beiläufigen Nebensatz abgekanzelt („Natürlich gibt es auch eine Menge Fans, denen es um die Entfernung zur Buchvorlage geht. Um die soll es hier nicht gehen.“) – Ja, um was denn bitte dann? Das ist ja der Punkt, an dem sich so viele stören (Neben dem Punkt, dass Amazon unliebsame Kritiken zunächst unterdrückt hat). Die meisten Fans waren wohl begeistert vom „Herr der Ringe“-Epos und finden wohl ebenso, dass hier nicht nach erzähltechnischen und schauspielerischen Gesichtspunkten gecastet wurde, sondern man auf Biegen und Brechen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe beschäftigen musste. Genau das, um das es, so der Moderator, ja NICHT gehen soll.

Warum diese Folge aber so unfassbar schlecht ist, zeigt sich dann auch an diesem lustig gemeinten Bullshit-Kommentar: „Ja Mann, let‘s go, wir boykottieren Amazon weil sie zeigen… schwarze Menschen.“ – Man hat hier versucht, ein möglichst rassistisches Video zu finden (siehe auch Kanaltitel und bezeichnend, dass DIESER Schwachsinn das beste ist, das man finden konnte), um dann eine Aussage zu unterstellen, die 95%* (*Anzahl geschätzt) der Kritiker nie getroffen haben und nie treffen wollten.

Und genau deswegen ist die rhetorische Frage „(…) egal, welche Ansicht man vertritt, rechtfertigt das rassistische Review-Bombings? Ich glaube nicht.“ ein schlecht manövriertes Strohpüppchen. Es mag diese tatsächlich rassistischen Kommentare geben, es gibt sie sogar sehr sicher, aber was ich in den meisten Kommentaren sehe, sind schlicht enttäuschte Fans, die sich eine Fortführung ihrer Zauberwelt erhofft haben, aber denen einfach nur in‘s Gesicht gepupst wurde, da man die von Tolkien geschaffene Welt jetzt mit „verbesserter Rezeptur“ (vgl. auch die Spirli in Tomatensauce von Erasco) neu aufgelegt hat.

Es ist müßig, es näher auszuführen, aber bei dem Geblubber von wegen „Das muss ja mit der Hautfarbe zusammenhängen! Alles Rassisten! Arielle ist noch gar nicht erschienen, haha!“: Ja. Wir können auch einen Arielle-Film mit einem 86jährigen chinesischen Mann, der sich als Rhododendron-Busch identifiziert neu auflegen. Allein: Es entspricht keiner gewohnten Vorlage. Und dass die textliche Vorlage von Arielle nicht sagt, dass sie kein 86jähriger chinesischer Mann, der sich als Rhododendron-Busch identifiziert ist, bedeutet nicht, dass die Fans nicht vermutlich die bekannte Filmversion kennen und sich mit eben dieser Erwartungshaltung einen Folgefilm ansehen wollen.

Mehr als lächerlich ist dann auch, dass seitens des Moderators grundsätzlich (mit dem eingebauten Disclaimer „…nicht alle…“) unterstellt wird, die Kommentatoren (für ihn anscheinend eine homogene Gruppe mit nur einem Ziel: Rassismus verbreiten) seien ja ohnehin nur „unter dem Deckmantel der Kritik“ unterwegs und man könne die seiner Ansicht nach alle auf einmal „enttarnen“, da sie, im Gegensatz zu den Bezahlschreibern, die sich zu Arielle noch nicht äußerten, den Film ja nicht gesehen haben können.

Abgesehen davon, dass hier Kommentare zu einer existierenden Serie („Rings of Power“) mit Kommentaren zu einem Trailer munter vermengt werden (beziehungsweise so nahtlos ineinander übergehen, dass er beide Gruppen auf einmal abwatschen kann ungeachtet des Inhalts) wird dann nochmal schön unterstellt, dass die Bezahlschreiber („Kritiker“) ordentlich urteilen, es dem „breiten Publikum“ in dem „Review-Bombing“ aber nur um „politische Aspekte“ geht.

Sofern man in diesem Beitrag versucht hat, den gegnerischen Gesichtspunkt unterzubringen, geschieht das durchweg lapidar und meistens ohne Argumente („darum soll es hier nicht gehen“). Sowas erwarte ich, bei RTL zu finden, aber nicht hier.

Offenlegung: Ich habe weder zu „Rings of Power“, noch zu dem neuen Arielle-Film je einen Kommentar geschrieben. Ich habe keine der Produktionen je gesehen. Dieser Kommentar wurde auch weniger im Hinblick auf diese beiden Produktionen verfasst als in Bezug auf diese, meiner Meinung nach unterdurchschnittlich schlechte, Folge der Mediatheke. Dazu veranlasst hat mich dieses sinnlose Unterstellen von Rassismus, da ich selbst mich oft genug aufgeregt habe, wenn wunderbare Sachen geändert wurden. Wie beispielsweise bei „Verbrechen“ (nach Ferdinand von Schirach), das mit dem wunderbaren Josef Bierbichler (allein für den Namen muss man ihn schon lieben) besetzt wurde und der bei „Schuld“ (nach Ferdinand von Schirach) durch den doofen Moritz Bleibtreu ersetzt wurde. Sind übrigens beides weiße Männer. Aber sicherlich bin ich damit in irgendeiner Art und Weise auch des Rassismus schuldig. Man möge mir, nach Festsetzung der Summe und Entrichtung der selbigen, einen Ablassbrief zukommen lassen.

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Nun … erst einmal danke für die Likes von dir und dem anderen Dude. Ich bin mit Emojis sparsam, dadurch wurde wohl nicht deutlich, dass ich im Kern anderer Meinung bin. Ich habe mich hier vor ein paar Wochen – allerdings wohl im falschen Thread – (für meine Verhältnisse) breit zu Arielle geäußert, ich versuche, das noch mal zusammenzufassen. Ich kenne mich mit diesem Fantasy-Stoff in Film und Literatur, den du darüber hinaus ansprichst, nicht aus. Zu Disney und der Diskussion um Arielle habe ich etwas mehr zu sagen.

Ich habe besonders mit einem Punkt ein Problem: Ich halte das Eskapismus-Argument für ziemlich schwach. Eskapismus kann alles sein, und zwar für jeden etwas anderes. Das ist ein Totschlagargument. Um das klar zu stellen: Ich bin generell dagegen, in Originalwerken herumzupfuschen. Ich wäre da, falls erforderlich, eher für eine Kommentierung und würde in anderen Fällen eher die Eigenverantwortung von Erziehungsberechtigten, wenn es um Werke geht, die sich an Heranwachsende richten, adressieren. Nur bleiben wir bei Disney: Ich halte die Veränderung einer Figur in einem Remake eben nicht für einen Eingriff ins Originalwerk. Frühere Werke bleiben unberührt. Niemand nimmt dir deine Kindheit. Schau halt die alten Filme. Ich halte es für wichtig, eigene Werke zu hinterfragen und gegebenenfalls für eine neue Generation weiter zu entwickeln – und nein, keinem woken Zeitgeist, sondern gesellschaftlicher Realität und Gegenwart anzupassen, wenn dies sinnvoll ist.

Im Falle von Arielle handelt es sich um eine Figur, die Erfindung – wenn auch inspiriert von Hans Christian Andersen – von Disney ist, folglich haben die auch das Recht dazu, mit der Figur zu machen, was sie wollen. Mir ist nun nicht bekannt, dass sich der immer noch für Disney arbeitende Ron Clements kritisch geäußert hätte. Ja, das hatte ich auch vor ein paar Wochen geschrieben, es spielen natürlich auch kommerzielle Aspekte eine Rolle … surprise, surprise, wer hätte das bei Disney gedacht. Nur anders als du sehe ich es eher so, dass man erörtert hat, was man sich „erlauben“ kann in der Veränderung bekannter Figuren und geht dabei ein finanzielles Risiko ein zugunsten einer Veränderung für mehr Diversität. Dass man da im Heimatland Disneys auch mit Blick auf den demographischen Wandel handelt und nicht ausschließlich altruistische Gründe eine Rolle spielen … das machst du einem Millardenkonzern zum Vorwurf?

Eskapismus: Du siehst deine Zufluchtsorte in Gefahr. Ich sehe es so, dass Disney Menschen diese Zuflucht erstmals ermöglichen will, wie sie es in dieser Form vorher nicht gab. Ich messe hier mit zweierlei Maß, ja. Das sollte man in einer Welt, in der nicht für alle Menschen die selben Bedingungen herrschen, tun. Ich fühle mich nicht diskriminiert, wenn eine von vielen Figuren plötzlich nicht mehr so aussieht, wie ich es gewohnt war. Es ist eine ziemlich arrogante Sicht einer Mehrheitsgesellschaft gegenüber einer Minderheit, deren Kultur natürlich maßgeblich unter dem Einfluss von Unterdrückung, rassistischer Ausgrenzung, Ablehnung und Diskriminierung entstanden ist und sich entwickelt hat. Wenn wir bei diesem Eskapismus-Bild bleiben: Ich finde, das Mainstream-Unterhaltung gleichermaßen Eskapismus für alle bieten und dort auch nicht separiert werden sollte getreu dem Motto „ihr bekommt diese Filme, die anderen bleiben für uns“. Erst Recht in einer sich verändernden Gesellschaft.

Arielle ist keine historische oder fiktive Figur, bei der die Hautfarbe eine Rolle spielt, daher ist der Vergleich zu einem Muhammad-Ali-Biopic auch unpassend. Die Hautfarbe Arielles hat für mich jedoch nicht die gleiche Bedeutung wie z.B. möglicherweise für ein afroamerikanisches Kind. Das schließt natürlich überhaupt nicht aus, dass es nicht auch Verfehlungen geben kann, denn „gut gemeint“ ist wie wir alle wissen nicht immer „gut gemacht“. Du hast da andere Beispiele genannt, die ich nicht kenne und auf die Schnelle nicht nachvollziehen kann. Dies erkenne ich aber bei Disney nicht. Ziel ist doch, dass irgendwann völlig random PoC besetzt werden, wo die Hautfarbe keine Rolle spielt. Dass es in einer Phase der Veränderung nicht „random“ erfolgt sondern zunächst einer Agenda folgt, ist völlig klar. Das ist aber kein „kulturelles Vandalentum, Revisionismus an einem bestehenden Kanon ‚for a modern audience‘“, das ist ein Schritt hin zu Gleichberechtigung „for a new audience“ – deine alten Filme, mit denen du aufgewaschen bist, nimmt dir niemand weg, es verändert sie niemand, niemand koloriert die alte Arielle neu.

Wenn ich sage, dass Romantic Comedies mein Eskapismus sind und meine ersten Berührungen damit Komödien aus den 60er-Jahren waren, dann bedeutet es, dass diese auch heute noch genau so gedreht werden und das selbe Frauenbild transportieren sollten? Man kann sich die alten Streifen immer noch anschauen, nur würden die Remakes dieser heute völlig anders aussehen.

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Weil?

In den USA hätte sowas nie funktioniert mit einem schwarzen Kinderschauspieler. Home Alone? Dennis? A.I.? Ferris macht blau?
Mit Schwarzen Schauspieler hätte sowas nie funktioniert. Niemals. USA hat ein Rassismus Problem. Auch neue Geschichten mit Schwarzen habsn schwer.

Disneys Arielle war schon immer eine Neuinterpretation. Sie sind nur konsequent.

Da wiederspreche ich nicht. Ob Quoten in Filmen und Besetzung nach Hautfarbe aber die Lösung des Rassismus-Problems sind? Ich bezweifle es.

Bitte was? Das verstehe ich nicht. Geht aber offenbar an dem vorbei, was ich gesagt habe.

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Pass auf, dass dir @dandee nicht doch noch einen Antrag macht.

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Lies doch erst mal alles in Ruhe, dann ziehe dich zurück und rolle die Yoga-Matte aus, damit du nicht gleich heute die nächste Sperre kassierst, wenn du dir den einen oder anderen hier vornimmst.

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Aber seh ich das richtig, dass hier jemand ein geisteswissenschaftliches Studium claimed, der nicht mal die absoluten Grundzüge der Textformatierung von sich aus beachtet?

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Meister, ich habe nicht einen, sondern drei Abschlüsse, mein Leben ist eine nutzlose Halde akademischer Amateurhaftigkeit in Orchideenfächern. Ich arbeite mitunter teils gar als Korrektor. Deswegen muss ich bei einem Outrage-Thema im Netz aber nicht zwangsläufig die gleichen Kriterien anlegen, zumal ich bereits meine boomerhafte Unvertrautheit mit „Foren“ offenbart und mich in Zerknirschung geübt habe.

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Ja, die Folge habe ich direkt nach 7-8 Minuten abgebrochen. Wenn ich das Niveau an Journalismus sehen möchte, dann schaue ich lieber auf den Funk Kanälen die Videos.

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Ja, ich bin wirklich entsetzt, welche Maßstäbe Dean an seine Recherchen und Beiträge anlegt. :flushed:

Ich weiß halt nur nicht so richtig: Lohnt sich Kritik an der Stelle überhaupt (noch?) oder ist es sinnvoller die Mediatheken mit Dean schlicht nicht mehr zu schauen? Bin da noch unschlüssig.

Ich bleib dabei: Ich mag Dean als Person bzw. als Protagonist bei MG sehr gerne, schlicht weil ich ihn sehr sympathisch finde. Aber selbst wenn man Deans eher woke Ansichten (oder wie immer man es nennen will) teilt, muss man doch trotzdem konstantieren, dass hier die journalistische Qualität einfach nicht stimmt, oder nicht?

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