Folge 162: The Republic / Urteil gegen Rundfunkbeitrag

Gesundheitspolitiker?

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Was ja grundsätzlich legitim ist. Ich würde sogar soweit gehen, dass es in diesem Fall gar keinen „Egoismus“ geben kann, weil es absolut normal ist, sich selbst schützen zu wollen.

Dieses Recht gestehe ich auch absolut den Menschen zu, die sich nicht impfen lassen wollen. Das Problem ist hier aber dann evtl. dass das negative Auswirkungen auf die Gesellschaft insgesamt haben kann.

Ist in der Beitragsbeschreibung das „Umfrage tief“ ein Seitenhieb gegen The Republic oder ein ehrlicher Fehler? Auf jeden Fall perfekte Ironie

Auch - aber nicht alleine. :wink:

Deshalb die Anführungszeichen. :wink:

Ich drücke es mal durch die Blume aus.
In meiner Admin-Rolle habe ich die Meinung: „Kein Backup? Kein Mitleid!“ - Dafür wird schon seit Dekaden die Notwendigkeit ständig gepredigt. Es gibt immer wieder Personen, die es auf die harte Tour lernen oder einfach nur Glück haben.
Wer trotz Backup seine Daten verliert hat defeinitiv mein Mitleid und Unterstützung bei der Schadensreduzierung.

Analog sehe ich das inzwischen zum Impfgeschehen.
Auch hier wird es genügend Menschen geben, die es auf die harte Tour lernen, dass Covid-19 im Zweifel weder harmlos noch Spaß ist - und es wird die Leute geben, die trotz Infektion einfach nur Glück haben.
Nur: Harten Verläufen bei weltanschaulich Ungeimpften* bringe ich inzwischen weniger Empathie entgegen als bei geimpften Leuten. :man_shrugging:

*)Sprich: Ohne Personen, die sich aus medizinischen Gründen besser nicht impfen lassen sollten/dürfen!

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Aber hauptsächlich. Dass kaum jemand darüber redet, wie wenig unsere feinen Politiker in fast 2 Jahren Pandemie getan haben, um das kaputte Gesundheitssystem zu reparieren, finde ich erstaunlich. Auch dass die Medien mitgespielt und dieses Thema im Wahlkampf kaum in den Mittelpunkt gestellt haben, ist in diesem Ausmaß schon eine beachtliche Leistung. Am erstaunlichsten ist aber, wie gut diese Schweigestrategie funktioniert: Der Großteil aller Bürger/Wähler scheint sich tatsächlich nur für die Themen zu interessieren, die medial auf die Tagesordnung gesetzt werden. Wenn nicht jede Nachrichtensendung und Zeitung Woche für Woche Meldungen zur verfehlten Gesundheitspolitik bringt, existiert das Thema in den Köpfen der Leute nicht als akutes Problem - auch wenns tatsächlich eins der drängendsten Probleme ist, die wir gegenwärtig (zukünftig umso mehr) haben.

Diese Mischung aus freiwilliger Ignoranz und Gleichgültigkeit ist schon durchaus faszinierend. :thinking:

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Wenn ich richtig gehört hab, war heute der Online Prozess zum Thema Radio Bremen. Gibt es dazu was zu berichten? :slight_smile: Ich hoffe nur gutes

Ich werde Dir da nicht widersprechen.
Nur meine Äußerung bezog sich lediglich auf die fehlende Impfbereitschaft der „Restbevölkerung“. Mehr nicht.

Gilt ja für div. Themengebiete - leider.
Soll ich jetzt noch anfangen zu predigen, warum „Klimaschutz“ zwar „Umweltschutz“ aber „Umweltschutz“ nicht „Klimaschutz“ ist?
Mengenlehre sozusagen, die man damals in der Schule so verachtet hat und dennoch zum Verständnis von zig Dingen äußerst wertvoll ist.? :wink:

Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass zig Pappnasen meinen: „Wir müssen nur an der CO2-Schraube drehen und die Umwelt ist gerettet - Yippie!“ :icon_rolleyes:

Das hab ich schon verstanden. Nur sind das so wenige Leute, dass es bei einem gut funktionierenden Gesundheitssystem nicht zu Überlastungen kommen müsste. Es müsste weder zu wenige Intensivbetten geben noch müssten OP-Termine aufgeschoben werden. Auch die Lockdowns hätten wahrscheinlich oft deutlich kürzer sein können, wenn unser Gesundheitssystem nicht so schnell an seine Grenzen stoßen würde. Momentan ist die Situation so, dass wir trotz zigmillionenfacher Impfungen wieder vor Inzidenzwerten stehen, die nicht besser aussehen als letztes Jahr. Statt ENDLICH mal in aller Deutlichkeit darüber zu reden, was im Gesundheitswesen dringend geändert werden müsste, um auf die neue Welle besser vorbereitet zu sein, wird in den Medien jedoch schon wieder über Lockdown und Kontaktsperren schwadroniert (so gesehen heute früh beim durchzappen im RTL-MoMa). Same shit as always.

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Nur ist das ein „Hätte-Hätte-Fahrradkette“-Ding. Es ist halt nicht so.

Und auch, wenn es nicht so ist, werde ich bei aufkommenden „Mimimi“ bei weltanschaulich Ungeimpften mit starkem Krankheitsverlauf eine recht eingeschränkte Empathie an den Tag legen - so weit kenne ich mich.

Das soll keinesfalls nicht bedeuten, dass man die Hilfeleistung verringert oder gar versagen soll. Ganz im Gegenteil. Ich werde dann auch nicht „Siehste!“ sagen - es wird aber ein gewisses Achselzucken statt Mitleid kommen.

Es ist JETZT so. Jetzt befinden wir uns wieder in einer Situation, in der diesbezüglich dringend Handlungsbedarf besteht. Solange wir aber alle glauben, über eine handvoll Ungeimpfte reden zu müssen, statt über die tatsächliche Wurzel des Problems, können sich unsere Politiker weiter gemütlich zurücklehnen. Ich jedenfalls hab keinen Bedarf mehr, über Ungeimpfte zu reden. Das erledigen die Massenmedien schon linientreu Tag für Tag. Von dem Gerede wird allerdings keine einzige Krankenschwester besser bezahlt und kein einziges zusätzliches Intensivbett geschaffen.

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Dann definierst Du „eine Handvoll“ deutlich großzügiger als ich.
Wir haben ca. 83 Millionen Einwohner. Ziehen wir davon ca. 11 Millionen Menschen „unter 14 Jahren“ ab, kommen wir auf 72 Millionen Menschen.
Ziehen wir von den 72 Millionen noch mal 55,5 Millionen vollständig geimpfte ab bleiben noch 16,5 Millionen Menschen übrig. Sprich: Potentiell 29,7 % Menschen sind noch ohne Impfschutz. Davon wird bei weitem nicht jeder gesundheitliche Gründe haben.
Kurz: Deutlich mehr als eine Handvoll
Die 55,5 Millionen stammen von einer google-Abfrage:

Zusammenfassung

Ich stimme Dir ja grundsätzlich zu - nur wird der Erfolg von eine Gesundheitssystem auch davon abhängen, wie sehr die Menschen mit machen.
Nun, Corona zeigt leider, dann ein wesentlicher Teil nicht mitzieht - egal ob willentlich - oder weil Minderjährig: Drittbestimmt. :man_shrugging:

Kommt darauf an, in wie weit eine Prävention Aufgabe des Gesundheitssystems ist. Derzeit haben wir aber das Problem, dass versucht wird durch staatliche Repressionen Unzulänglichkeiten des Gesundheitssystems auszugleichen. Sprich: Jeder, für den es eine Impfempfehlung gibt, hatte auch schon ein Impfangebot und genug Zeit sich vollständig immunisieren zu lassen. Ob derjenige das nun tut oder sagt „I’ll take the risk“ ist jedem selbst überlassen. Staatliche Aufgabe wäre nun im Gesundheitssystem vorzusorgen und sich entsprechend er Entscheidung des Menschen auszurichten, in dieser Zeit durch Erweiterung der Kapazitäten an Intensivbetten.

Genau das Gegenteil ist jedoch geschehen, wir haben weniger Intensivbetten als im letzten Jahr, weil viele Pflegekräfte gekündigt haben. Bei den Streiks der Pflegekräfte geht es nicht um die Forderung nach mehr Geld sondern primär um die Forderung nach mehr Kollegen.

Hier sind wir aber an einem sehr gefährlichen Punkt, denn der Staat befindet sich auf einmal in der Position wo zumindest Teile der Bürger es scheinbar als Legitim erachten, dass das staatliche Versagen im Gesundheitssystem durch Einschränkungen der Grund- und Freiheitsrechte kompensiert wird.

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Muss ich aber auch sagen, Doxxing geht gar nicht, mit was in der Richtung wollte Funk ja damals Shlomo in die Pfanne hauen, von den aus dem Zusammenhang gerissenen Aussagen von Dorian, der sich ja getroffen hat, ganz zu schweigen.

Genau damit kam auch letztens der Parabelritter an und hat dadurch die Schwelle eben so hoch gelegt, dass Shlomo garantiert nicht auftauchen wird und er sich dann hinstellen und behaupten kann, dass der sich nicht traut…

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The Republic ist ja mal eine richtig peinliche Publikation. Ich denke das Letzte was wir brauchen sind Medien die weiter spalten. Ich finde es auch immer schön wenn die Rechten die Medien beschuldigen wegen einem markanten linken Bias und selber eine Publikation kreieren welche außerordentlich einseitig ist.

Leider bringen solche Seiten auch klicks, merkt man ja an vielen amerikanischen Publikationen wie zum Beispiel bei The Daily Wire, Info Wars, Steven Crowder und Co (und die Nachrichten im Fernsehen sind nicht wirklich viel besser). Viele tun so als ob sie wirklich an Diskussionen interessiert wären, dabei sorgen sie nur für weitere Spaltung. Ich denke The Republic tut genau dies. Politische Diskussionen in Amerika sind leider ein bisschen wie Streitgespräche zwischen Fußballfans geworden. Es geht nur um mein Team gegen dein Team. Ich habe keine Ahnung ob es in Deutschen Communities genauso ist, ich hoffe einfach nur, dass es nicht schlimmer wird.

Was ist The Republic überhaupt für ein Name? Warum nicht „Die Republik“? Um cool zu sein? Ich bin selber eher im englischen Internet unterwegs aber mich spricht der Name nicht an. Ergh!

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Eine bequemere Ausrede kann man der verfehlten Gesundheitspolitik der letzten 20 Jahre eigentlich nicht geben. :wink: Wir haben spätestens seit Einführung des Krankenversicherungs-Modernisierungs-Gesetzes (2004) unter Rot-Grün eine Situation im Gesundheitswesen, in der Patienten immer mehr zur Ware verkommen. Es hat seitdem eine aggressive Privatisierung von Gesundheitseinrichtungen in Deutschland stattgefunden. Die Zahl der Intensivbetten ist somit an maximaler Kosteneinsparung ausgerichtet, nicht daran, was für die Gesundheit der Bevölkerung tatsächlich am hilfreichsten wäre.

Die Medien präsentieren sich heute gern als links und kapitalismuskritisch - seltsam nur, dass dort trotzdem kaum über diese Thematik gesprochen wird. Jeder ernsthafte Systemkritiker hätte sich in seiner Berichterstattung in den 2 Jahren Pandemie sowas von vehement in dieses Thema reinknien müssen, dass die Politik gar nicht erst die Möglichkeit gehabt hätte, es weiter zu relativieren oder totzuschweigen. Wenn es den Haltungsjournalisten von heute tatsächlich um eine gerechtere, weniger turbokapitalistische Gesellschaft gehen würde, wäre die Privatisierung unseres Gesundheitssystems das elementare Thema gewesen, um soziale Ungerechtigkeiten und die Nebenwirkungen eines entfesselten Marktes aufzuzeigen. Aber nichts von all dem ist geschehen. Nicht mal in der heißen Wahlkampfphase, als man den verantwortlichen Politikern damit mächtig Dampf hätte machen können.

Man findet nur vereinzelt einige wenige Artikel, die sich in den letzten 2 Jahren mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Einer der aufschlussreichsten davon ist dieses Heise-Interview:

https://www.heise.de/tp/features/Die-Corona-Krise-und-die-Privatisierung-des-Gesundheitssystems-6000417.html

Wer sich den langen Text nicht gleich vollständig durchlesen will: Bis zum dritten Punkt („Private Investoren kaufen öffentliche Krankenhäuser und fassen sie zu Konzernen mit Dutzenden von Einrichtungen zusammen“) scrollen und zumindest diesen Abschnitt vollständig durchlesen. Danach fällt es wahrscheinlich sehr schwer, weiter daran zu glauben, diese Probleme ließen sich damit lösen, indem sich die Bürger einfach nur gesundheitssystemkonformer verhalten.

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Zum Thema Frauen im Bundestag:
Ich selbst bin bei dem Thema unentschlossen, ob nun mehr Frauen per Quote ins Parlament sollen oder nicht. Was allerdings nicht funktioniert, ist deine Argumentation, Holger. Dass verschiedene Berufsfelder im Parlament vertreten sind, sei wichtig und ein Ziel, das verfolgt werden soll, aber dass ein der Bevölkerung orientierter Anteil an Frauen im Bundestag sitzt nicht. Alles, was du zu den unterrepräsentierten Berufen sagst, lässt sich auch auf Frauen anwenden.

1.) Du weist darauf hin, dass Frauen weniger in Parteien engagiert sind. Was aber, wenn wahrscheinlich Bauern oder Reinigungskräfte ebenfalls weniger in Parteien sind als eben Rechtsanwälte? Vielleicht interessieren sie sich nicht so für Politik wie Finanzberater? Da müssen sich die unterrepräsentierten Berufe halt mehr in den Parteien einbringen und müssen sich selbstständig in der Hierarchie dort hocharbeiten. Verlangst du von Frauen doch auch.

2.) Die anderen Berufe bringen wichtige Perspektiven ins Parlament ein, Frauen aber angeblich nicht? - Ich würde schon mal behaupten, dass Frauen bei Themen wie Familienpolitik, Abtreibung, Chancengleichheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, etc. eine andere Perspektive einbringen als männliche Abgeordnete. Und die ist genauso wichtig wie die Perspektive eines Handwerkers oder Arbeiters.

Also bitte gleiches Recht für alle. Entweder du bist dafür, dass die gesellschaftlichen Gruppen so gut wie möglich im Parlament abgebildet werden - dann gilt das auch für Frauen. Oder es gilt das Durchsetzungsprinzip und jede Gruppe muss halt selbst schauen, dass genügend ihrer Vertreter sich durch die Parteihierarchie nach oben kämpfen. Dann gilt das aber bitte auch für Bauern, Handwerker und andere.

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Alles sachen die uns egal sein können. hoffe nicht dass der noch gemobbt wird. lynchjustiz finde ich uncool.

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das ist so ein schwätzer dieser shlomo. genauso schlimm wie funk. nur einseitiges gelaber. meine güte.

Du scheinst das nur sehr einseitig verstanden zu haben: Meiner Auffassung nach, findet es Holger nicht grundsätzlich falsch, dass über die Repräsentanz gesellschaftlicher Gruppen im Parament gesprochen wird. Nur ist ihm die Diskussion darüber wohl schlichtweg zu einseitig.

Wenn dieses Thema heutzutage in Medien und Politik aufgegriffen wird, geht es dabei fast ausschließlich um Geschlecht, Herkunft, sexuelle Ausrichtung oder ähnliches. Im Vergleich dazu ist die Frage nach dem beruflichen Background völlig unterrepräsentiert. Was das betrifft, liegt dieser Auffassung eigentlich dieselbe Logik zugrunde, die du hier anzumahnen vesuchst: Denn entweder will man eine vielfältige Repräsentation gesellschaftlicher Gruppen im Parlament und bildet dieses Thema somit auch in all seiner Breite ab (Gesellschaft besteht nicht nur aus Geschlecht und Hautfarbe, auch wenn der heutige Zeitgeist das anders propagiert). Oder man geht vom Durchsetzungsprinzip aus.

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Die Sache ist ja noch viel schlimmer: Nicht nur, dass nicht über die Representation von Berufsgruppen gesprochen wird, es wird auch nicht als Problem angesehen, dass das Parlament zum Großteil nur aus Rechtsanwälten und Politikwissenschaftlern besteht.

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