Folge 158: #allesaufdentisch - Olympia-Boykott? - Hyped

Letzlich war das mit Quarks ja auch ein reiner Moderationsjob wie ihn viele machen könnten, da braucht man keine Mai dafür.
Aus den Ankündigungen vom ZDF ließ sich ja entnehmen, dass sie sich da deutlich mehr selbst einbringen können wird.

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Tatsächlich hat jemand aus Mai’s Team das in einem Kommentar unter dem Video geantwortet oder Mai selbst, das lässt sich nicht genau sagen. Aber ich weiß nicht, ob der Kommentar noch zu finden ist.

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Ja ich hätte das eben gerade von Mai erwartet, die ja immer betont, wie wissenschaftliche Auseinandersetzung ist.

Ich verstehe auch nicht genau, ob wirklich ehrliche Sorge dahinter stand oder eine Art Kalkül. Denn in dem selben Video verkündete sie ja stolz, dass sie ein Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen hat. Das war mMn wirklich grotesk und fast schon satirisch, aber es war tatsächlich ernst gemeint.

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Bedeutet, dass dieser Kommentar noch „mehr“ außerhalb der Öffentlichkeit stattfindet.
Ich habe jetzt fast eine Minute die Kommentare nach unten gescrollt und zwar ein paar Mal das Wörtchen „Bühne“ gefunden - aber nicht erkennbar von einem Mitarbeiter.
In sofern ist die Geschichte mit „mehr Aufmerksamkeit“ etwas hinfällig.
Wer scrollt sich schon ewig lange durch alle Kommentare und klappt alle Antworten auf? :wink:

Die Frage ist halt auch, ob hier Personen oder „Theorien“ keine Bühne geboten werden soll. MaiLab ist schließlich ein Wissenschaftsmagazin. Da wäre es verständlich, dass eindeutigen VTs erst mal keine Bühne gegeben wird.
Bezüglich Personen würde ich auch mit den Achseln zucken, denn das Format beschäftigt sich ja weniger mit Personen als solches.

Ich hab jetzt nochmal das Video angesehen: https://youtu.be/Nn2rJrKwENI?t=617 (etwa ab 10:13)

Wie du ja selbst gesagt hast, ist das Video fast genau 1 Jahr alt und entsprechend konnte ich mich nicht an den genauen Wortlaut erinnern, tatsächlich sagt sie:

Zitat Mai Thi Nguyen-Kim: „Viele haben sich einen Fakten-Check gewünscht zu seinen [Bhakdi’s] Aussagen oder seinem Buch […]“ „[…] Ich werde mit wachsender Reichweite dieses Kanals zunehmend vorsichtiger, wem ich diese Reichweite schenke […]“

Ergo: „Ich will Bhakdi keine Bühne bieten“. Nicht wörtlich so gesagt, aber semantisch zweifelsfrei so gemeint.

Und daran sieht man zweifelsfrei, dass die Reichweite für sie relevanter ist, als die wissenschaftliche Auseinandersetzung. Schließlich hätte man z.B. genauso bei ihrem Video zu MMS( Miracle Mineral Supplement) argumentieren können. Ich habe vorher noch nie etwas von MMS gehört und viele andere Menschen auch nicht. Somit hat ihre Reichweite genutzt und somit auch die Anwendung von MMS „verbreitet“ und im schlimmsten Fall Leute dazu verleitet, MMS zu verwenden. Zumindest nach ihrer Argumentationslogik.

Wenn man anfängt, sich als Wissenschaftler auszusuchen, welche Dinge man wissenschaftlich prüft, hat man mMn Wissenschaft nicht verstanden. Theorien wie die der Flacherdler sind ebenso haltlos, dennoch hat z.B. Harald Lesch sich die Zeit genommen, diese Ansichten wissenschaftlich zu wiederlegen. Auch hier handelt es sich um Verschwörungstheorien, die schon seit Jahrhunderten wiederlegt sind.

Ich denke es geht May also weniger darum, dass sie nicht auf VT oder haltlose Theorien eingehen will, sondern dass sie als Medienvertreterin von funk und somit des ÖRR, signalisieren will, dass sie mit dem Konsens der ÖR übereinstimmt und daher genau im Sinne des ÖR agiert. Aber genau das ist eben das perfide, da sie das nicht transparent macht, sondern so tut, als ging es irgendwie um Verantwortung und dergleichen…

Mai ist keine Wissenschaftlerin sondern Wissenschaftsjournalistin. Ihr Job ist es nicht Paper zu irgendwelchen Journals zu schicken und zu forschen sondern ihre Arbeit besteht darin wissenschaftliche Erzeugnisse einem breiten Publikum verstaendlich zu machen. Wenn sie keinen Mehrwert darin sieht Bakhdis Thesen zu behandeln bzw. darin sogar die Gefahr sieht mit ihrer Reichweite mehr Schaden als Nutzen zu erzeugen, dann ist das imho durchaus eine legitime Haltung. maiLab ist nicht das NEJM, das nur von Experten gelesen wird, die alles richtig einzuordnen wissen, sondern ein YouTube-Kanal, der von einer sehr breiten Masse geschaut wird. Das sind zwei voellig unterschiedliche Settings an die man nicht die gleichen Massstaebe des wissenschaftlichen Diskurses setzen kann.

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Das ist mir klar und sollte dir auch vollkommen klar sein, dass das keiner behauptet hat.

Ihre Begründung war aber, dass sie zweifelhaften Thesen keine Aufmerksamkeit geben wollte, dies aber in der Vergangenheit getan hat, jetzt aber auf einmal so tut, als wenn es im Fall „Dr. Sucharit Bhakdi“ irgendwelche moralischen Maßstäbe gäbe, welche es verbieten würde, ein „debunked“ zu diesen Thesen zu machen.

Auch als Wissenschaftsjournalistin macht man sich unseriös, wenn man sonst propagiert, dass man Thesen und Behauptungen sachlich behandeln sollte um sie richtig zu stellen oder sie kritisch zu analysieren. Dann aber bei dem damals alles bestimmenden Thema Corona plötzlich den eigens auferlegten Selbstanspruch fallen lässt und dafür nur irgendwelche schwammigen Begründungen (er)findet.

Darauf bezog ich mich, nicht darauf, dass Mai die Verpflichtung hätte auf alle veröffentlichten Paper einzugehen und diese zu peer-reviewen. Das ist auch vollkommen unverhältnismäßig, was dir sehr wohl bewusst sein wird.

Und nein ist es nicht. Als Wissenschaftler darf man sich nicht von der Sprengkraft eines unreflektierten Mobs einschüchtern oder erpressen lassen. Solange man sachlich analysiert was richtig und was falsch ist, kann und MUSS es dem Wissenschaftler herzlich egal sein, ob die Folge ein aufgestachelter Mob ist oder nicht.

Es ist nicht die Aufgabe der Wissenschaft der Gesellschaft das Händchen zu halten, wenn diese nicht mit der Auseinandersetzung von Thesen und Fakten klar kommt.

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Das klingt etwas abwertend. Sie ist promoviert und hat mehrere Jahre in der internationalen Forschung gearbeitet. Sie ist also keine Journalistin, die sich ein ein bisschen mit Wissenschaft auskennt, sondern sie ist Wissenschaftlerin, die derzeit journalistisch arbeitet. Das ist ein wichtiger Unterscheid mMn, da es ja auch genug von der ersten Sorte gibt.

Hat nichts mit deiner Argumentation zu tun, fiel mir nur auf.

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Es gab in den letzten Jahren ein enorm steigendes Interesse an populärwissenschaftlichen Formaten, bei gleichzeitig immer schlechterer Qualität eben diese Formate (z.B. gut am Niedergang von Quarks und Co zu sehen). Das was man da inzwischen hat, hat mit eigentlich Wissenschaft wenig zu tun, sondern stellt einen zur Ideologie verkommenden Abklatsch der Wissenschaft dar, der vielen als Ersatz für Religion dient.

Diese Formate haben nichts mit echter Wissenschatt zu tun, wo man in mühsamer Arbeit der Realität Erkenntnisse abringt und diese dann in monatelanger Arbeit aufschreibt. Diese Formate verkaufen einem eine Ideologie der Überlegenheit, wo man gut und schlau fühlt wenn man sie konsumiert.

Sie verkörpern all das, wovor Paul Feyerabend gewarnt hat.

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Du verwechselst hier wie gesagt wieder Wissenschaft und Wissenschaftsvermittlung. Mai ist mit maiLab in letzerem anzusiedeln. Dass ein Wissenschaftler sich nicht davon einschuechtern lassen soll stimmt, aber ein Wissenschaftsvermittler muss immer an die breite Masse denken, das ist sein Job.

Dann hat aber das was er/sie tut aber nichts mit neutraler Wissenschaft zu tun und sollte sich dann auch nicht so nennen.

Aber das hieße dann ja aber auch, dass man nach deiner Auffassung als Wissenschaftsjournalist wissenschaftliche Erkenntnisse nicht der Öffentlichkeit zugänglich macht bzw. machen sollte, wenn man darin eine gewisse Sprengkraft sieht. Hab ich das richtig verstanden?

Also beispielsweise, wenn eine wissenschaftliche Studie etwa eine religöse Überzeugung wiederlegt(„Gegenstand XYZ ist gar nichts Mohammeds Leichentuch!“), dann würde ein entsprechender Wissenschaftsjournalist dies nicht thematisieren, weil es ggf. zu religösen Empörungen oder Gewalt kommen könnte?

Es gibt im übrigen btw. ganz gute populärwissenschaftliche Formate. Spektrum der Wissenschaft schafft es durchaus aktuelle Paper aus Nature und Science so weit runterzukochen, dass auch Laien sie verstehen. Da braucht es dann nicht Formate wie maiLab, die inzwischen in ihrer Machart und Attitüde ins Vulgäre gehen.

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Das stimmt. Journalismus ist immer gefaerbt. Neutralen Journalismus gibt es nicht.

Nein, konkrete wissenschaftlich belegte Ergebnisse zu verschweigen wuerde dann natuerlich zu weit gehen. Ich sage nur, dass ich es nachvollziehbar finde wenn man sich mit so einem Verrueckten wie Bakhdi nicht beschaeftigen will, weil man darin mehr Schaden als Nutzen in seiner Oeffentlichkeitsarbeit sieht. Ich sage ja nicht mal, dass das die einzig richtige Haltung ist. Ich finde nur, dass das eine Haltung ist die ich einer Wissenschaftsjournalistin wie Mai zugestehe.

Ich informiere mich auch über ganz andere Formate. MaiLab ist im Regelfall aber einfach zu konsumieren. Als Hauptanlaufstelle würde ich den Kanal auch nicht empfehlen. Ebenso wenig wie solche Formate wie „Clixoom Science & Future“. Als leichte Unterhaltung oder als Stichwortgeber ganz gut. Aber Christoph Krachten versteht z.B. wirklich gar nichts von Informatik und redet oft über Dinge, die er absolut nicht versteht und verbreitet dadurch auch viel Halbwissen.

Man muss halt immer mit Vorsicht genießen, was man konsumiert.

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Das sollte man vor allem den MaiLab-Fan(boys) sagen. Die scheinen das eine mit dem anderen gern zu verwechseln. Aber anscheinend ist sich Mai Thi Nguyen-Kim bewusst, dass sie nicht gerade das hellste Publikum hat. Sonst würde sie nicht ernsthaft glauben, dass ihre Zuschauer durch Bhakdis krude Thesen derart leicht verführbar sind. Mit einem mündigen Publikum geht man anders um.

Würde sie von was anderem ausgehen, müsste sich nicht solche albernen Gags wie das Niesen am Anfang einbauen. Ich gehe allerdings davon aus, dass z.B. in einem Panel Nguyen-Kim gar nicht fähig wäre Baghdi zu widerlegen. Wie sollte sie auch? Sie ist promovierte Chemerikerin und keine Medizinierin. Und egal wie gut sie vorher gebrieft werden würde, hat der Mediziner hier einfach das Heimspiel. Drosten, Kekule oder Streek wären da die richtigen Sparring-Partner.

Das Video was hier gespostet wurde ist mir im übrigen schon damals als besonderes Negativ-Beispiel untergekommen. Ich habe mich damals schon gefragt, wie aus jemanden der mal sehr witzige Videos über den Leidensweg von Doktoranden gemacht hat

jemand wurde der ein Video mit dämlichen Kalauern und in dem jede inhaltliche Auseinandersetzung gescheut wird produziert. Die Krönung war am Ende aber die Forderung von Qualitätssiegeln oder Zulassung von Wissenschaftskommunikatoren.

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Who doesn’t?

Wenn man neben dem Studium mal als Taxifahrer gearbeitet hat und später Geschäftsführer einer Firma ist, ist man dann auch Taxifahrer, der derzeit als Geschäftsführer arbeitet?

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Damit fordert sie völlig unironisch genau das, worüber Holger sich oft lustig macht: Betreutes Gucken.

Das Problem ist noch tiefgehender. Galileo hat dem heliozentrischen Weltbild nicht zum Durchbruch verholfen in der es mit seinen Fachkollegen diskutiert hat, die von den Lehren Aristoteles’ überzeugt waren. Ihm gelang dies, durch gute Rhetorik, gezielte Kommunikation mit den Leuten die gegen die bestehenden Machtstrukturen waren und in dem der auf Italienisch anstatt in Latein geschrieben hat. Alle großen Revolutionen in der Wissenschaft wurden eben nicht durch methodentreue Normalwissenschaftler losgetreten, sondern durch Leute die „gesichertes Wissen“, „belegte Theorien“ und „gute Methoden“ über den Haufen geworfen haben.

Müssen Leute, die Wissenschaft kommunizieren so etwas wie eine Zulassung haben, würde Wissenschaft zum Schwachsinn verkommen in dem der mittelmäßige Normalwissenschaftler in unhintefragbaren Paradigmen nach unhinterfragbaren Methoden arbeiten würde.

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Ich erinnere da gerne an Karl R. Popper, der nachvollziehbar dargelegt hat, das es so etwas wie „gesichertes Wissen“ nicht gibt und das die Möglichkeit des Fortschritts in den Wissenschaften nur in der Widerlegbarkeit ihrer Paradigmen begründet liegt, nie in ihrer Beweisbarkeit. Die Diskussion ist eigentlich abstrus und würde auf dieser Ebene nicht stattfinden, wenn es nicht plötzlich eine politische und soziale Gemengelage geben würde, die es auch für Lieschen Müller notwendig macht, sich anscheinend irgendwie positionieren zu müssen. Wäre ja auch kein Ding, wenn nicht Jeder versuchen würde, seine eigene Wahrheit als universelle Heilslehre zu verkaufen. Ich weiß das ich nichts weiß und so weiter. Ja, an Sokrates möchte ich hiermit auch noch mal erinnern.

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