Übrigens Libertas, denk bitte dran, es ist nur eine halb ernst gemeinte Frage. Ich brauch keine ellenlange Erklärung/Rechtfertigung oder sowas, gib dir nich zu viel Mühe.
Aryan rant time!
Ja, aber wie ich schon an anderer Stelle sagte, ist beim Thema Fehldiagnosen die falsche Todeserklärung wirklich so ziemlich an letzter Stelle der Häufigkeit. Früher legte man den Toten Glocken o.ä. in den Sarg, weil man berechtigte Angst haben musste, man könnte wieder erwachen. Heutzutage ist das fast ausgeschlossen.
Wenn die Angst vor tödlichen Komplikationen durch eine Fehldiagnose zu einem Ausschlusskriterium wird, dann müssten Antibiotikagabe, Chemotherapie und die Hälfte aller Operationen verboten werden. Die reelle Angst ist unbegründet, so als ob man aus Angst vor Terroranschlägen nicht mehr auf Jahrmärkte geht. Die Wahrscheinlichkeit, dass man betroffen ist, ist geringer als im Lotto zu gewinnen oder vom Blitz getroffen zu werden. Das gilt auch für die falsche Todeserklärung.
ich bin der Meinung, dass ein gesunder Egoismus hilfreich ist und der Gesellschaft mehr nutzt als blinder Altruismus. Allerdings muss auch Egoismus gerecht sein. D.h., will ich ein Organ, sollte ich auch bereit sein, meine nach meinem Ableben zu geben. Darüberhinaus ist die Organspende (aus meiner Sicht) kein Opfer, da man bereits tot ist. Das Behalten der Organe ist somit kein Egoismus, sondern Idiotie.
Wie ich bereits erwähnte, fände ich Organe nur für Organspendewillige gerecht, aber nicht gut. Auch wer zu Lebzeiten ein Arsch ist, sollte deswegen nicht sterben müssen und verdient eine gleiche medizinische Behandlung wie „gute“ Menschen. Das verlangt der hippokratische Eid.
Es geht mir bei der Organspende auch nicht darum eine Schuld zu zahlen (weswegen ich diese Formulierung so ekelhaft fand), sondern eine der Gemeinschaft nützliche Sache zu leisten, die einen darüberhinaus selbst nichts kostet. Ich sehe schlicht kein rationales Argument gegen eine Organspende. Ich hoffe, das ist irgendwie nachvollziehbar.
Zu spät, aber hey, ich war nicht polemisch ![]()
Hier noch ein aktueller und informativer Beitrag zur Debatte
Mit anderen Worten kein Egoismuss da es kein Ego mehr gibt?
Du bist nicht religiös oder? (hat nichts mit der Frage zu tun, ist nur ein Seitengedanke grad)
So könnte man es formulieren. Das Problem ist meistens eher die emotionale Situation der Angehörigen.
hehehe.
Ich zitiere mich mal selbst:
Das Zitat stammt aber so oder so ähnlich von Dr. House, hab ich mal aufgeschnappt. Also: nein, ich bin nicht (mehr) religiös. ich habe damals als Kind katholischer Eltern die Firmung abgelehnt und bin mit 18 aus der Kirche ausgetreten.
Völlig richtig. Ich würde sogar behaupten in 99% aller Fälle.
Jup, mir war doch so. Ich habe mich grade gefragt wie religiöse Menschen zu der Sache stehen. Also wann ganz genau verlässt die „Seele“ den Körper und kann man diese Menschen nicht zu nem Brainfuck bringen wenn man über soetwas wie Hirntod, nicht Hirntod, Falschdiagnose, leben, tot, usw. redet? Für die ist das doch unentscheidbar oder? Die können sich nur nach einem Dogma richten nehme ich an, ich weiß aber nicht wie das z.B. bei den Katholiken ist, auch interessant würde ich die Meinung eines gläubigen Moslems dazu finden bzw. wie das dort definiert ist.
Mal an die Katholiken hier: Hat die Seele den Körper im Fall eines Hirntodes schon verlassen?
Wobei halt. Seele im Herzen oder? Ich kenn mich da nicht aus. Egal, dann eben noch die Frage: Hat sie im Fall eines Herzstillstandes den Körper verlassen?
Und gerade deswegen ist es gut, wenn sie damit nicht konfrontiert werden müssen, sondern es eine gesetzliche Regelung gibt und/oder derjenige sich selbst schon zu Lebzeiten entschieden hat, egal ob dafür oder dagegen; Hauptsache entschieden.
Lass dir gesagt sein, dass die EKD und die kath. Kirche mittlerweile beide Organspende grundsätzlich befürworten.
Kennst du zufällig die Begründung dafür warum, bzw. die Rechtfertigung? Wie bringen sie das mit der Seele und ihren Dogmen überein?
Es ist ein Akt der Nächstenliebe. Der Körper sei ja nur die Hülle der Seele, ich sehe gar keinen Widerspruch. Ich wüsste nicht, dass im Christentum ein bestimmtes Organ mit der Seele verknüpft wäre.
Und wie würde dann die Kirche auf diese Frage antworten?
Wenn dem so ist, verlässt sie den Körper „freiwillig“, oder nur einen „toten“ Körper und wie ist es durch die Kirche definiert wann der Körper tot ist? Spielt das für deren Überlegungen überhaupt eine Rolle?
Noch ein Gedanke: Verlässt die Seele den Körper im Fall einer Organspende freiwillig um den Körper sterben zu lassen in einem Akt der Nächstenliebe um einen anderen zu retten?
So in etwa die Argumentation eventuell?
Du wieder… keine Ahnung, bin kein Theologe, wir haben außer einem, den ich nicht verlinken möchte, auch keinen mir bekannten bekennenden und praktizieren Katholiken hier.
Ich glaube das spielt keine Rolle, da mit Seele ja idR so etwas wie das Bewusstsein/die Persönlichkeit assoziiert wird und die ist beim Hirntod ja bereits irreversibel verschwunden.
Na was, is doch interessant sich drüber zu unterhalten finde ich und mir reicht gefährliches Halbwissen und schlüssige Spekulation deinerseits in diesem Fall. ![]()
Ist das nicht eher die Ansicht der nicht religiösen Menschen darüber wie religiöse Menschen das sehen?
Davon ab, landläufig würde ich da zustimmen das es in etwa so definiert ist. Wobei es da sicherlich Unterschiede gibt. Ist eigentlich die Ansicht dass das Herz der Sitz der Seele sei im Katholizismuss und bei den Evangelikalen mittlerweile komplett passe oder war das nie so?
Wie gesagt, ich kenne mich da quasi überhaut nicht aus. Hatte das „Glück“ in einem nicht religösen Haushalt aufzuwachsen bzw. in einem wo das nie ein Thema war und man mich nicht versucht hat von irgendwas zu überzeugen. Ich war auch nie beim Packer (nennt man das heute noch so?) oder sowas.
Der Wikiabschnitt zum Christentum im Artikel Seele ist echt lang, scheint also eine längere Entwicklung gewesen zu sein. Man muss auch immer betonen, dass es in der Kirchengeschichte selten DIE christliche oder DIE katholische Meinung gab. Der Papst hat mW in der Kirchengeschichte nur zwei oder dreimal ex cathedra gesprochen, insofern ist das meiste eh sowas wie „nach bestem Wissen und Gewissen“
Jup, hab auch mal grad geschaut, echt ne riesen wot.
Nicht? Ich dachte (grade bei den Katholiken) seien die Dogmen in Formeln gegossene Meinung und als solche quasi DIE christliche Meinung bzw. das woran jeder zu glauben sich zu richten hat?
Wie dem auch sei, das führt jetzt ein wenig weit weg, allerdings würde mich der Standpunkt bzw. die Meinung und Auslegung eines gläubigen Moslem dazu noch interessieren. Ich muss jetzt aber mit den Nachbarskindern „Wer ist es?“ gehen, hier wurde schon 2 mal sturmgeklingelt…ich hab ja solche Lust…
Es gibt häufig auch innerhalb der katholischen Kirche Kritik, selbstverständlich auch am Papst. Man rufe sich die die Jahrhunderte der Gegenpäpste in die Erinnerung oder die Kritik am aktuellen Papst und seinen Erneuerungsversuchen.
Natürlich gibt es Dogmen, Liturgien und „Wahrheiten“. Ich würde das äquivalent zum Stand der Wissenschaft in der humanistischen Welt einordnen.
War auch in der Arbeit ein Thema, obwohl dort die betreffenden keine MG-Zuschauer sind. Es wurde sich von einer Alteingessesenen Person im Pausenraum darüber lustig gemacht das eine jüngere Person der Ansicht war, dass mit einer Organtransplantation eine "Essenz" des Spenders mit übertragen wird. Konnte der Spender gut malen, kanns dann auch der Empfänger, teils mit Charakterlichen Einflüssen. (Anscheinend gab es eine entsprechende Doku im Fernsehn.)
Eine andere Person meinte daraufhin, dass sie das ganze Thema ablehne, an den Bedenken sei sicher etwas dran.
Daraufhin wurden Firmeninternas von Hornhauttransplantationen und Knochenmarkspenden ausgetauscht - und dass diese den Empfängern nachweislich stark geholfen haben. Ohne die Persönlichkeit zu beeinflussen. Insbesondere da sich die Geschlechter von Spender und Empfangsperson unterschieden haben.
Stunden später erfahren das die Lebensfreudige und sonst unverkrampft lockere Person mit dem Einwurf, das an den Bedenken etwas dran sein könne, zu den Zeugen Jehovas gehört. Aus religiösen Gründen sind schon allein Transfusionen mit fremden Blut ein absolutes Tabu welches zum Ausschluss aus der Gemeinschaft führt.
Zum endgültigen, unwideruflichen Tot im Christentum - war das nicht das Armageddon? Gott wird die Menschen wiedererwecken und Christus fuhr auch mit seinen Leib in den Himmel. Zudem gabs doch die Geschichte über den Papst der die sterblichen Überreste eines seiner Vorgänger mehrmals rechtlich verurteilte. … Und jetzt schreib ich mich wieder um Kopf und kragen :-x
Ich frage mich auch schon länger, warum um alles in der Welt Christen so viel Wert auf das Fleisch legen. Ein aus christlicher Sicht rationaler Grund dafür wäre der Glaube an die leibhaftige Auferstehung. Für die Zeugen Jehovas z.B. gibt es, soweit ich mich entsinne, kein postmortales Leben als freie Seele im Himmel, sondern eine Art Zombie-Utopia. Gott lässt tatsächlich die Toten aus ihren Gräbern steigen, und da wäre es unpraktisch, nicht mehr am Stück zu sein.
Nur sehen das die Kirchen eigentlich gar nicht mehr so, denke ich.
Wäre aus idealistischer Sicht eine Debatte wert. Wenn man annimmt, der Körper sei eine zeitweilige Verdichtung des Bewusstseins, stellt sich durchaus die Frage, ob und inwiefern mit Organen auch Bewusstseinsanteile übertragen werden können.
…
Sehe ich anders. Denn wo ziehst du die Grenze? Ist es noch ein Bewustseinsanteilverlust wenn dir der Blinddarm entfernt wird, oder eine Brustreduktion, ein Pickel den du aufkratzt und deswegen „Haut“ verlierst?
Würde die Frage aufwerfen ob die „Bewusstseinsanteile“ ausschliesslich in den (inneren) Organen wohnen (Übrigens, R. W. aus A. fragt: Wie iss dess midder Haut?) und ich schätze mal das du in einer Diskussion diese Position wohl eher nicht vertreten würdest oder?
Es würde ja in etwa hierdrauf hinauslaufen: Das Bewustsein bzw. dessen Anteile wohnen in den inneren Organen. Wenn man eins entfernt hat man das Bewustsein verloren…(sorry den konnt ich mir nicht verkneifen), nein, also einen Teil davon verloren.
So einen Quatsch würde ich gar nicht erst versuchen mit jemandem auszudiskutieren. ![]()
Meine ich auch so vernommen zu haben. Früher war es wohl mal so das an die körperliche Auferstehung geglaubt wurde, aber das wurde geändert iirc.