Massengeschmack.TV Shop

Folge 133: Blackfacing im BR - Kampagne gegen Luke Mockridge - RTL und seine Shows

Die Mediatheke Folge 133. Hier kann darüber diskutiert werden!

Der Bayerische Rundfunk sorgt für einen Shitstorm wegen einer Blackfacing-Nummer, Luke Mockridge sieht sich einer Kampagne wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs ausgesetzt und andere verdienen Geld mit dem Thema Tod. Zumindest bleiben sich RTL und RTL II treu mit dem Niveau ihrer Unterhaltungsshows.

https://www.youtube.com/watch?v=Xlx1LbkWfdY

1 Like

Danke für die früh hochgeladene Mediatheke - habe sie passend zum Frühstück schauen können. Thema 1 und 2 passen ja leider in den Zeitgeist der Dauerempörung und des Shitstorms um des Shitstorms willen.

Ob Luke Mokridge nun etwas „nur“ moralisch Verwerfliches, etwas strafrechtlich Relevantes oder garnix verbrochen hat, kann ich nicht beurteilen, da die Datenlage sehr diffus ist und mit Gefühlen/Stimmungen und nicht mit belegbaren Fakten „argumentiert“ wird. Am Ende soll darüber die Justiz entscheiden und nicht der selbstherrliche (oder selbstfrauliche? :grin: )Twitter-Gerichtshof.

Gerade zur Shitstorm-Unkultur fänd ich ein Interview über Hintergründe und Mechanismen mal interessant. Entweder mit Leuten, die bewusst einen Shitsorm strategisch geplant haben (zufällig kommen mir die meisten nicht vor) oder die sich breiter mit dem Thema befasst haben. Alexander Grau wäre ggf. auch Interessant, der vor 4 Jahren ein Buch zur neuen „Hypermoral“ geschrieben hat.

4 Like

Zu ‚SchleichFernsehen‘: Bis mindestens 2018 traten auch Gäste auf. Meist allerdings mit Solis im Show-Teil. Unter anderem auch Abdelkarim und Django Asül. Asül kann auch den Duktus von Strauß nachahmen. Ob man jetzt die beiden Kabarettisten als Schwarze bezeichnen dürfte und diesen (ohne Maske) eine Herkunft aus einem fiktiven (schwarz-)afrikanischen Staat abnehmen würde, kann ich nicht beurteilen.

1 Like

Es gab letztes Jahr einen Vorfall mit einer Poetry-Slammerin, die von einem in dieser Szene wohl namhaften Kollegen bei einer Übernachtung mindestens sexuell genötigt* wurde und das öffentlich gemacht hat. (* ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob es sogar Vergewaltigung war). Die Konsequenz daraus war, dass sie von dieser Person wegen verklagt wurde und dadurch enorme Anwalts- und Prozesskosten im fünfstelligen Bereich auf sie zukamen. Es gab wohl einige Frauen, die ähnliche Ereignisse berichtet haben mit betroffender Person, es ist also zumindest nicht vollends unwahrscheinlich, dass es passiert ist. Das Problem ist halt, dass man es im Zweifelsfall nicht beweisen kann und eine Anzeige entsprechende Konsequenzen auch für das Opfer haben kann. Insofern kann ich absolut nachvollziehen, warum Ines Anioli den Namen nicht genannt hat.

4 Like

Als Gegenbeispiel nenne ich mal Andreas Türck: Auch nach rechtlich bewiesener Unschuld konnte er nie wieder an alte Popularität und alten Erfolg anknüpfen. Ein Vergewaltigungsvorwurf, auch ohne jede Substanz, vernichtet trotzdem Existenzen. Entsprechend kritisch sehe ich das online oft gepredigte „Man muss einer Frau auch schon deshalb per se glauben, weil sie halt eine Frau ist“.

9 Like

Natürlich ist es ein mächtiges „Instrument“, jemandem etwas vorzuwerfen, besonders dann, wenn man es nicht belegen kann. Das ganze Thema betrifft auch nicht nur Frauen, wie die Vorwürfe um Kevin Spacey beweisen. Umso logischer ist es eben auch, dass betroffene Opfer den Namen nicht nennen.

3 Like

Also die Kritik (falls es denn eine sein sollte) an Sat. 1 kann ich nicht so ganz verstehen.
In der heutigen Welt, wo gerne mal mit haltlosen, nicht beweisbaren Vorwürfen um sich geschmissen wird und die entsprechenden Personen eine irreparable Rufschädigung und berufliche Konsequenzen davon tragen, finde ich es nur richtig und überhaupt nicht überheblich, dass sich Sat. 1 hinter Mockridge stellt, solange nichts bewiesen ist. Sollten sich die Vorwürfe jedoch bestätigen, kann ihn der Sender ja immer noch vom Hof jagen, aber nicht vorher.

12 Like

Einerseits: Zahlen und Fakten zum Plakat „Vergewaltigung Verurteilen“ - bff Frauen gegen Gewalt e.V.

Andererseits: es ist seeehr schwierig Missbrauch für ein Gericht zu beweisen

Schwieriges Thema, das halt ein bisschen komplexer ist als das Narrativ von „eine Vergewaltigung/Missbrauch ist nur passiert, wenn ein Gericht jemanden rechtskräftig dazu verurteilt“

1 Like

Kann die Kritik am Beitrag ums schmuggeln jetzt nicht wirklich nachvollziehen. Nur weil die Grenzen offen sind gibt es natürlich immernoch Kontrollen aus Holland, da die Drogengesetze ja recht unterschiedlich sind. Der WDR Beitrag war natürlich peinlich, aber die Idee an sich ist doch gerechtfertigt

2 Like

Danke für den Link zu dem Interview mit Alexander Grau. Das E-Book „Hypermoral“ habe ich mir soeben bestellt.

Dies ist ein Thema bei dem mir mal wieder C.G.Jung und seine Beobachtung über den Zeitgeist in den Sinn kommt.

3 Like

Richtig. Gerade an der deutsch-niederländischen Grenze sind Zoll und Polizei immer noch recht wachsam, da ja gerade die Einführung von Drogen, auch durch Privatpersonen, unterbunden werden soll.
Der Beitrag war peinlich gemacht, die Grundidee aber nicht völlig verkehrt.

Holgers Vorschlag mit der deutsch-schweizer Grenze wäre übrigens ähnlich daneben gegangen, da auch die Schweiz Mitglied im Schengener Abkommen ist und seit 2008 keine Grenzkontrollen mehr vornimmt.

4 Like

Dein ganzer Beitrag zeigt schon, wie schwierig es derzeit ist, vernünftig über die Vorwürfe gegen Mockridge zu diskutieren. Denn es ist nicht mal bekannt, worum genau es geht.

Du postest hier ein Plakat, das Vergewaltigungen thematisiert. Ob es in den Vorwürfen um eine Vergewaltigung geht, wissen wir aber gar nicht. Selbst wenn die angeblich betroffene Dame Mockridges Namen nicht nennen will (laut einiger Twitter-Detektive hat sie ihn jedoch wohl angeblich bereits mehrfach in ihren Kommentaren genannt), wäre es doch in ihrem Sinne hilfreich, die Vorwürfe zu konkretisieren. Das geht auch ohne Namensnennung. „Toxische Beziehung“ kann vieles sein. Welche Art von Verhalten „toxisch“ ist, wird heutzutage sowieso sehr dehnbar ausgelegt. Auf mich wirken bspw. auch Menschen wie Jorinda Wiese enorm toxisch, aber das ist letztlich Geschmackssache.

Was die Anwaltskosten betrifft: Wenn der Twittermob ernsthaft hinter den vermeintlichen Opfern steht, könnte dazu eine Crowdfunding-Aktion gestartet werden. Die meisten dieser Socialmedia-Nasen finanzieren ihr Leben inzwischen über Online-Schnorrerei, also könnte dieses Werkzeug in der Community genauso auch dafür genutzt werden, um Gerichtsprozesse zu ermöglichen, in denen es um Missbrauchsvorwürfe u.a. Fälle sexueller Gewalt geht.

6 Like

Was gäbe es denn für eine sinnvolle Alternative zu „rechtskräftig verurteilt“?

3 Like

Die Alternative:

3 Like

Nach Meinung mancher Online-Feministinnen Reicht es aus, dem „Opfer“ zu glauben…

Im Hintergrund wirken dann die nicht zulässigen Verknüpfungen von sachfremden Annahmen und allgemeinen Glaubenssätzen. „Die Männer sind ja eh toxisch“, „diesen CIS-Männern traut man ja alles zu“, „Wenn es Frauen gibt, die den Peiniger nicht anzeigen gehen wir einfach mal davon aus, dass es einen „Nachholbedarf“ an Verfolgung gibt“, „ein Mann, der nicht bekommt was er will, holt es sich immer mit Gewalt“ usw.

Das wird das Wort Vergewaltiger gleich mal sehr schnell und vollmundig benutzt. Vermutlich in der Hoffnung oder Gewissheit, dass rechtliche Folgen eher selten eintreten.

3 Like

Nach meiner Überzeugung sollte dies aber absolut Sache der Gerichte bleiben. Im Übrigen muss eine Tat zur Verurteilung auch nicht zwingend bewiesen werden. Dr. jur. Ralf Höcker schreibt dazu in seinem „Lexikon der Rechtsirrtümer“ und stellt fest:

"oft ist die Zeugenaussage des Opfers das einzig brauchbare Beweismittel. Im Strafprozess gilt jedoch der »Grundsatz der freien Beweiswürdigung«. Das Gericht kann und muss auch in einer Situation »Aussage gegen Aussage« nach seiner freien Überzeugung entscheiden. Es ist nicht an starre Beweisregeln gebunden.
Wenn das Opfer den Täter also zweifelsfrei identifiziert und eine in sich schlüssige und glaubhafte Zeugenaussage macht, dann wird das Gericht dieser Aussage unter Umständen glauben, auch wenn der Angeklagte die Tat bestreitet. Ein Zweifel, der sich zugunsten des Angeklagten auswirken könnte, besteht in diesem Fall gar nicht. Das Gericht wird den Angeklagten verurteilen, obwohl »Aussage gegen Aussage« steht.

Von daher muss man schon sagen, dass der geeignete Ort für solche Vorwürfe zuerst einmal die Gerichte sind, lange vor der Öffentlichkeit. Dann entscheiden die Richter, wie glaubhaft ein solcher Vorwurf letztlich ist.

1 Like

Ich sehe das Statement von Sat 1 jetzt nicht so problematisch. Man verhält sich loyal zu Luke Mockridge unter dem Hinweis darauf, das die Gerüchte in den sozialen Medien eine moderne Form der Lynchjustiz darstellen und das man, wenn man diese bestätigen möchte, das auf dem offiziellen Rechtsweg tun sollte. So lange die Schuld nicht bewiesen ist, sollte auch Niemand verurteilt werden. Mir stellt sich da auch die Frage, warum das nicht juristisch angegangen wird…

Jetzt schrieben einige schon, dass das in manchen Fällen schwierig sein kann und das vor Gericht nicht immer der Recht bekommt, der auch Recht hat. Das ist dann zugegebenrmaßen ein Problem und noch mal eine andere Problematik, mit der man sich auch auseinandersetzen sollte. Aber massenhaft anonyme Menschen im Internet zur Verbreitung von Hashtags oder Behauptungen aufzurufen, letztenendes Rufmord zu begehen, Menschen die nie im Leben einen objektiven Standpunkt zu der Sache einnehmen können, weil sie nicht dabei waren und aufgrund oberflächlichster Motivationen des Hörensagens reagieren, zeugt auf jeden Fall von einem katastrophalen Rechtsverständnis und hat auch etwas Perfides in sich, weil die Eigendynamik, die durch solche Internet-Lawinen losgetreten wird immer nur Nachteile für den Betroffenen birgen kann und somit nichts von einem „fairen Prozess“ gegeben ist, eher im Gegenteil, weswegen Sat 1 , meiner Ansicht nach, da auch nicht falsch gehandelt hat, sondern den Finger in die Wunde legt, indem es auf die Problematik und die Doppelbödigkeit solcher Gerüchteküchen hinweist und somit völlig verständlich „in dubio pro reo“ handelt.

6 Like

Passend dazu hat Höcker vor ein paar Jahren in einer Talkshow mal gesagt: „Früher hat man Frauen geraten, nicht mit Männern alleine in einen Fahrstuhl zu steigen, heute rät man unter Umständen Männern, nicht alleine mit Frauen in einen Fahrstuhl zu steigen.“

1 Like

warum gibt es so ein Projekt nur für Frauen? Luisa ist hier! – Wikipedia!
es gibt viele Frauen, die beim Nachhausefahren von Discothek etc jemanden anrufen, um sich sicherer zu fühlen…auch Joggen manche nicht mehr bei Dunkelheit alleine…das ist alles von Männer nicht bekannt…also mal die Kirche im Dorf lassen, als ob alle Frauen per se den Männern schlechte Absichten unterstellen und man sich als Mann nicht mehr alleine mit einer Frau treffen kann ohne Angst vor Anschuldigungen zu haben…in welcher Gesellschaft leben wir…

2 Like

Aus „Es gibt x“ lässt sich nicht logisch „daher war x notwendig“ ableiten.

Zur Sache nochmal: wenn „lieber mal vorverurteilen - sicher ist sicher“ zur Devise wird, gibt es ein gehöriges Problem.

Niemand außer den direkt Beteiligten weiß was da passiert ist. Der Rest ist reines Kopfkino.

1 Like