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Folge 13: Zurück zur D-Mark?


#42

Jede Arbeitszeit ist auch Lebenszeit. Nicht jede Lebenszeit ist aber Arbeitszeit. Insofern besteht ein deutlicher Unterschied zwischen beiden Konzepten.


#43

Und trotzdem hat hier keiner von Menschenleben gesprochen (zumindest nicht in der Aussage, auf der ich mich beziehe), weshalb die Debatte absolut unnötig ist, wenngleich es meiner Meinung nach keinen großen Unterschied im Kontext der Aussage gibt ob nun von Arbeits- oder Lebenszeit die Rede ist, weil im Grunde das gleiche gemeint war.

Wenn man schon nochmal vielleicht daran erinnern sollte, das die Verdrehung der ursprünglichen Aussage wie folgt lautet:

Die Frage lautete, ob das Leben des einen mehr wert sei als das Leben des anderen.

Und das war halt eben nicht die Frage. Ganz einfach.


#44

Dann lass es doch sein.

Aha.
Welche habe ich denn sonst gemeint?
Bestehen Menschenleben nicht aus Lebenszeit?
Los, verrat schon!


#45

Verstehe ich richtig, dass deiner Meinung nach, ein Wachmann und ein Chefarzt in etwa gleich verdienen sollten? Eine Art Einheitslohn? Ohne, dass Ausbildung, Fachwissen, Verantwortung, Wertschöpfung und Haftung irgendwie eine Rolle spielen?

Wo soll der Bäcker das geld her nehmen um seinem Gesellen so zu bezahlen wie die Uniklinik seinen Chefarzt? Lass mich raten, der Staat soll schön beibuttern! Oder sollen alle nur noch auf Bäckersgesellenniveau bezahlt werden?

Wer studiert dann eigentlich noch in einem Land voller Bademeister?


#46

Vergleichen wir mal einen Chefarzt und einen ungelernten Hilfsarbeiter. Sagen wir mal, das beide die gleiche Arbeitszeit haben. Wieso verdient der Chefarzt jetzt mehr?

Nun, Während der Hilfsarbeiter mit 16 von der Schule gegangen ist hat der Chefarzt noch ein Abitur gemacht. Um Medizin zu studieren war das Abi vermutlich auch nicht ganz schlecht, sodass er auch relativ wenig Freizeit hatte. Der Hilfsarbeiter dagegen hat zu dem Zeitpunkt schon Geld verdient. Dann kommt noch ein Studium hinzu. Der Arzt studiert und der Hilfsarbeiter arbeitet. Um Chefarzt zu werden reicht ein gutes Studium nicht aus. Man muss sich Fortbilden und auch im Klinik Alltag eine ganze menge mehr Leisten als der Arzt, der mit einer niedrigeren Stelle zufrieden ist. Von Allen Ärzten des Krankenhauses ist man selber ja an der Spitze und muss sich demnach durch irgendetwas von den anderen unterscheiden.
Der Arzt hat wesentlich mehr Humankapital(So blöd dieser Begriff auch klingen mag) investiert um überhaupt an diese Stelle zu kommen. Da er in dieser Zeit, anders als der Hilfsarbeiter nicht gearbeitet hat, hat er kein Geld verdient oder um es anders zu sagen. Der Ökonom sagt dazu: Oportunitätskosten. Aus ökonomischer sicht ist es nämlich egal, ob er auf das Geld als Hilfsarbeiter verzichtet, oder ob er tatsächlich Geld bezahlt. Beides sind für ihn kosten und beides wäre eine Investition in seine Zukunft.
Und natürlich möchte er, dass sich diese Investition rentiert und er am Ende mehr hat, als der Hilfsarbeiter. Das ist übrigens der Grund warum die DDR eine Mauer gebaut hat, denn sonst wären denen die Ärzte abgehauen.

Dann kommt die Nachfrage Seite. Ein Unternehmen wird jemanden nur einstellen wenn die Produktivität über den Personalkosten liegt. Das bedeutet ein Unternehmen rechnet aus, ab welchem Punkt ein Mitarbeiter unrentabel werden würde. Das gilt übrigens auch für Manager (Roland Koch)
Und wenn man sich dann ansieht, wer auf dem Markt ist, dann gibt es halt wesentlich mehr Hilfsarbeiter die ihre Arbeit günstiger anbieten als dieser Reservationspreis, gibt es viele Hilfsarbeiter. Beim Chefarzt gibt es nur wenige die diesem Preis entsprechen, also muss ich um einen geeigneten Kandidaten zu finden mit dem Preis hochgehen.


#47

Du hast das natürlich gleich versucht zu framen um eine Phrase aus deinem Antikapitalismus-Leitfaden zitieren zu können. Aber das Samt da so tölpelhaft drauf reinfällt, ist schon interessant.

Was faselst du schon wieder für einen Stuss :smiley: Diese Schlussfolgerung, der Meinung zu sein Menschen müssen aufgrund ihrer Leistung unterschiedlich bezahlt werden wäre dasselbe wie zu sagen Menschenleben wären mehr oder weniger “wert” ist vollkommen absurd und entbehrt einfach jeder Grundlage. Sich diese absurde Schlussfolgerung aus dem Hintern zu ziehen, nur damit man wieder seine billige Klassenkampfrhetorik-Dauerplatte abspielen kann, ist schon extrem affig.


#48

Sicherlich, das Problem ist aber, dass Deutschland in der Eurozone für Destabilisierung sorgt. Um die Wettbewerbsfähigkeit untereinander und auch die Währung stabil zu halten, haben sich die Mitgliedsstaaten verpflichtet das Einkommen an die steigende Produktivität zu koppeln.

Genau das macht Deutschland aber nicht. In anderen Ländern ist das Einkommen in den letzten Jahren teils doppelt so stark gestiegen wie hier. Die Produktivität steigt in Deutschland ebenfalls stärker als das Einkommen. Zudem sind deutsche Firmen sehr zurückhaltend was Investitionen bspw. in die Infrastruktur angeht.

Daraus folgt, dass Deutschland die Zielinflation in der EU deutlich unterschreitet und sich damit einen unlauteren Wettbewerbsvorteil verschafft, welches in anderen Länder, wie u.a. Frankreich und Italien, bereits massiv Jobs gekostet hat. Deswegen steht Deutschland auch massiv in der Kritik.

Kapitalismus schön und gut, aber man kann auch absichtlich die eigene Volkswirtschaft schwächen und einen riesigen Billiglohnsektor erschaffen. Wichtig zu beachten ist dabei, dass den Firmen absolut keine Mehrkosten entstehen würden, wenn das Einkommen mit der Produktivität steigt.

Daher ist der Titel Exportweltmeister eine mehr als traurige Auszeichnung.

In der Theorie mag das stimmen, die Realität sieht etwas anders aus.

Wobei man da sicherlich wieder drüber streiten kann, ob dass den nicht nörgeln auf hohem Niveau ist, aber Fachkräfte verdienen in Deutschland bei weitem nicht, was man in Anbetracht der Leistung als gerecht bezeichnen könnte.

Warum gibt es in manchen Branchen einen Fachkräftemangel? Weil es sich nicht lohnt für die Leute. Als Arzt verdient man jetzt nicht unbedingt so viel mehr wie in der Industrie, was damit zusammenhängt, dass die Industrie deutlich besser aufgestellt ist was die Macht der Gewerkschaften angeht. Vor allem der Dienstleistungssektor hat mit Niedriglöhnen zu kämpfen.


#49

Ich füge hier mal ein Video von Prof. Flassbeck an. Du scheinst dessen Videos gut studiert zu haben. :blush:


#50

wow, hätte ich nicht erwartet.

Hier gebe ich dir Recht. Das allein auf die AG zu schieben, mache ich aber nicht mit. Diese wurden durch die Mehrbelastungen der letzten Jahre (Mindestlohn, damit verbundene Bürokratie, paritätischer KV-Zusatzbeitrag, zT auch so banale Sachen wir Rundfunkbeitrag etc.) dazu getrieben, mehr und mehr pro AN auszugeben, ohne dass mehr bei ihm angekommen wäre. Der Staat als Zwischenstelle greift einen Großteil des Geldes ab, das der AG für ihn bezahlt. Die versteckten Kosten sieht man ja dem Bruttolohn nicht an; du kannst locker den Bruttolohn mal 1,5 bis 2 nehmen um die realen Arbeitskraftkosten abzuschätzen. Gerade sowas macht Rechnungen wie:

absolut sinnfrei.

Diese Behauptung lässt sich im direkten Vergleich nicht verifizieren. Deutschland hatte im vergangenen Jahr auf ein Zehntel genau die gleiche Inflationsrate wie der EU-Durchschnitt und sogar einen Zehntelprozentpunkt höher als die Eurogruppe.

Das ist Polemik.

Woran bemisst du diese Gerechtigkeit? Eine Fachkraft zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht so einfach ersetzt werden kann wie eine Hilfskraft. Sie kann also verhandeln, ggf in anderen Ländern bessere Angebote einholen und dann gemäß Vertragsfreiheit selbst entscheiden, wofür sie arbeiten möchte oder nicht. Sie kann sich auch selbstständig machen und dann das Geld quasi mit der Schaufel reinholen, wenn der Markt ja so viel Kohle hergibt, wie du behauptest, und nur alles in der Chefetage versiegt.

Berufswahl ausschließlich wegen des zu erwartenden Gehalts? Wohl kaum, dann hätten wir schon seit jahrzehnten keine Altenpfleger mehr. Gerade Medizin studieren die meisten, weil es sie interessiert oder aus Idealismus.


#51

Allein nicht, aber durchaus mit. Wie gesagt, deutsche Firmen sind investitionsfaul und man könnt die Produktivität durchaus mit neuen Investitionen steigern, um den Mindestlohn abzufedern.

Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ein Unternehmen, welches wegen dem Mindestlohn ins straucheln gerät, schlicht nicht wirtschaftlich ist.

Wow, diese Romantik. Jeder muss irgendwie Geld verdienen und wenn es heißt friss oder stirb, dann nimmt man, was man kriegen kann. Außerdem ist die Sache mit dem Fachkräftemangel auch nur Panikmache. Die Leute sind so gut ausgebildet wie noch nie. Vermutlich zahlen die Firmen nur zu wenig und finden deswegen niemanden, der die anspruchsvollen Positionen besetzen möchte.

Zumal du dir im nächsten Absatz ja wieder selber widersprichst.

Ärztemangel, vor allem in ländlichen Raum, ist wohl nur eine Illusion?


#52

Der Mangel an Ärzten resultiert aber nicht aus Mangel an Interessenten, sondern an Studienplätzen! Hast du ne Ahnung wie umkämpft jeder einzelne Studienplatz ist? 20:1 reicht nicht.

Du hast von Fachkräften gesprochen. Auf die trifft das, wenn sie nicht engstirnig auf einen bestimmten Ort begrenzt sind, schlichtweg nicht zu.

Du bist es, der sich widerspricht:

  • Fachkräfte werden unterbezahlt
    vs.
  • Wir haben Fachkräftemangel

funktioniert nicht. Denn bei geringem Angebot steigt der Preis (hier Lohn).

Aha. Man könnte auch sagen: Ein Arbeitsloser, der mit Hartz IV nicht auskommt, ist nicht wirtschaftlich.
Kurz: Pech.


#53

War unglücklich ausgedrückt. Ich schrieb, dass es einen Fachkräftemangel gibt, weil es sich für die Leute nicht, für diese Bezahlung eben jenen Job auszuüben.

Der sogenannte Fachkräftemangel betrifft vor allem den Niedriglohnsektor, wo es kaum vorstellbar ist, dass es da keine “Fachkräfte” gibt und hätten wir tatsächlich einen Mangel, dann würden die Löhne steigen. Tun sie aber nicht.

Fakt ist, qualifizierte Arbeiter sind da, die Firmen finden nur keinen, der für einen Hungerlohn arbeiten will. Also gibt es unbesetzte Stellen und einen Mangel für die Firmen. Wobei durch hohe Fluktuation es ständig offene Stellen gibt. Da auch nicht wirklich erfasst wird, wie lange und oft ein und die selbe Stelle offen ist, entsteht der Eindruck es gäbe einen Mangel an Arbeitskräften.

Polemik.


#54

In der Praxis sieht das genau so aus. Bei Chefärzten bin ich jetzt nicht so ganz im Thema, aber beim IT Bereich weiß ich, dass es im Moment absolut unmöglich ist günstige Arbeitskräfte zu finden und man selbst für Semi gute Bewerber schon einen große Batzen ausgeben muss.


#55

In der Medizin wird der Bedarf in der Regel mit Ärzten aus dem Ausland gedeckt. Da bald die Babyboomer in Rente gehen, wird sich natürlich auch hier die Situation verschärfen.

Um darauf nochmal zurückzukommen: Zusammenhänge erklären ohne, dass sie bestehen, muss man auch erstmal können :wink:


#56

Kommt immer drauf an, ob man sich jeden Einzelfall einzeln ansieht oder das große Ganze betrachtet.

Gibt immer einige, die den Durchschnitt versauen^^

Statistisch gesehen sind die Pflegeberufe auch nicht unterbezahlt, weil Krankenpfleger den Durchschnitt für die Altenpfleger versauen :wink:


#57

Und deswegen nimmt man wie hier den Median, der wird durch Ausreißer nämlich nicht verzogen…


#58

Nein, das nennt man Preisfindung, das ist immer so. Wir könnten Preise auch einfach Auswürfeln, das wäre die einzige logische Alternative, würde aber dazu führen, das wir plötzlich in Einzelfällen Hilfsarbeiter mit Millionengehältern und Chefärzte mit dem Mindestlohn hätten.


#59

Wird er nicht? Die Mehrheit der Leute liegen aber über oder eben unter dem Median. Heißt also, wenn die einen nur halb so viel verdienen wie die anderen ist alles in Ordnung, weil der Median ja gar nicht so schlecht ist?

EDIT: Um noch mal auf den Punkt der ausländischen Ärzte aufzugreifen, die wir ja bräuchten. Eine Blue Card bekommen Ärzte bereits, wen sie ein Bruttogehalt von 3.302€ monatlich nachweisen können.

Echte Schnäppchen sind das und weit entfernt davon, was ein deutscher Arzt kosten würde. Als wirtschaftlich denkendes Unternehmen, wenn stelle ich da lieber ein? Gute Frage…

Und trotzdem steigen die Löhne nicht überall dort, wo angeblich ein Fachkräftemangel herrscht.


#60

NEIN! Der Median ist der Mittlere Wert, darüber liegen EXAKT die Hälfte der Gesamtheit, so wie darunter! Da wird einem ja himmelsangst, bei solchen Aussagen.

Beispiel:

n= 10 Menschen
50% verdienen 50 €
50% verdienen 150 €

Durchschnitt: 100 €
Median: 100€

Nun kommen zwei Personen hinzu, einer verdient 50€, einer 10.000€
neuer Durchschnitt 920€
neuer Median: 100€ (!!)


#61

Ich hab da gar nichts “geframed”.
Der Rahmen war schon drum und der ist halt häßlich.

Kein Wunder, daß das in deinem kranken Hirn als “Stuss” durchgeht, du Dummbatz.

Stimmt nicht, du behauptest mal wieder Bullshit ins Leere.

Und dein Gelaber ist wie immer Amöbendoof und von reiner Ignoranz durchtränkt.