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Folge 13: Zurück zur D-Mark?


#1

Hier kann darüber diskutiert werden!


#2

Zum Thema Exportweltmeister sei noch gesagt, dass Deutschland u.a. wegen Dumpinglöhnen unvergleichlich günstig produzieren kann. Salopp gesagt produzieren die Deutschen waren, die sich der deutsche Arbeiter gar nicht leisten kann.

Passt zwar nicht direkt zum Thema, aber das wir Exportweltmeister sind (wurde in der Sendung ja angeschnitten) ist bei weitem nichts, was man positiv bewerten muss. Ganz im Gegenteil.


#3

Also zahlen die Hersteller freiwillig mehr für die teure Kinderarbeit aus Bangladesh, Taiwan und Malaysia? Immerhin sind wir ja “unvergleichlich” günstig. :wink:


#4

Das ist eine sehr verengte und verallgemeinerte (ideologische) Sicht auf den Arbeitsmarkt und auf Arbeitnehmer…


#5

Kinder liefern aber nicht die Qualität, die deutsche Billiglohnarbeiter liefern :wink:

Arbeitnehmer? Vermutlich meinst du abhängig Beschäftigte.


#6

Wo nimmst du das eigentlich her? Wir müssten ja in folgender Statistik dann mindestens im unteren Drittel zuhause sein.


#7

Arbeitnehmer, abhängig Beschäftigte, Sklaven, Knechte, … welches Synonym Dir eher in den Kram passt. Mir ist es wurscht.


#8

Naja, du darfst nicht die Einkommen verschiedener Länder vergleichen, wie soll das funktionieren?

Die Gewinne der Firmen steigen mehr als die Einkommen. Die Produktivität jedes einzelnen Arbeiters ist statistisch gesehen deutlich gestiegen im Vergleich zu früher. Früher versteckte Lohnkürzungen wie die Einführung der 40h-Woche wurden nie vollständig rückgängig gemacht.

Man sollte halt immer im Hinterkopf behalten, dass der sogenannte Arbeitgeber kein Wohltäter ist. Der Angestellte ist der, der seine Arbeitskraft hergibt, so gesehen ist der vermeintliche Geber eigentlich der Nehmer.

Auch verkauft sich jeder Beschäftigte unter Wert, in gewissem Rahmen muss das auch so ein, sonst würde es in der Wirtschaft nicht funktionieren. Trotzdem sollte man immer daran denken, dass die eigene Arbeit mehr wert ist als das, was man jeden Monat ausbezahlt bekommt und dankbar für die eigene Leistung sollten die sein, die davon profitieren und das ist nun mal nicht der kleine Michel, der im 3-Schicht-System an der Maschine steht :wink:


#9

Naja, man merkt schon den Geist, dessen Kind du bist. Das bringt wohl nicht viel hier :wink:


#10

Welches da wäre? Mein letzter Stand war, dass ich zuletzt als vorurteilsbehafteter Ausländerfeind deklariert wurde^^


#11

nicht von mir. Ich nenne dich nur “linken Träumer” :wink:


#12

Kann ich mit leben :slight_smile:


#13

Veto wird 1 Jahr alt.


#14

Das ist schon mal ein krasser Denkfehler. Der kleine Michel am Fließband ist jeder Zeit ersetzbar, der Ingenieur, der das Produkt innovativ weiter entwickelt hat, weniger, der Firmengründer, ohne den es die Firma nicht geben würde, gar nicht. Entsprechend sieht das Gehaltsgefälle aus. Ein “Recht” auf Teilhabe am Unternehmen gibt es schon gar nicht. Die Aussage “Trotzdem sollte man immer daran denken, dass die eigene Arbeit mehr wert ist als das, was man jeden Monat ausbezahlt bekommt” stimmt vor diesem Hintergrund überhaupt nicht (höchstens als Mantra, um sich selbst zu motivieren). Nicht generell. Natürlich gibt es auch “Ausbeutung” in der Arbeitswelt, das ist doch keine Frage. Aber das als allgemeingültige Annahme aufzustellen zeugt entweder von Desinformation oder von ideologischer Kampfeslust. Ich behaupte: Die Mehrheit der Arbeitnehmer wird fair bezahlt. Es gibt Branchen, in denen wird (fast kriminell) unterbezahlt, es gibt Bereiche, in denen wird angemessen bezahlt und es gibt Bereiche, in denen sich am lautesten beklagt wird, obwohl eigentlich demütige Dankbarkeitspose angesagt wäre (zum Teil im öffentlichen Dienst * hust *).


#15

… oder im IT-Bereich, der schon fast unverschämt überbezahlt ist. Allerdings können sich die Kollegen das auch angesichts des dramatischen Fachkräftemangels erlauben.


#16

Mag sein, aber wenn es keine kleinen Michel gibt, wer stellt dann die Produkte her, die der Ingenieur entwickelt hat und die der Chef der Firma verkauft?

Ach nein? Ein Mitarbeiter aus dem Lohnbüro mag zwar für das funktionieren der Firma wichtig sein, aber er stellt kein Produkt her, mit welchem die Firma Umsatz macht. Also wird er ebenfalls mit dem Geld bezahlt, welches der kleine Michel am Fließband erwirtschaftet.

Mal ganz vereinfacht als Beispiel: Ein Schreiner stellt in 4 Stunden einen Stuhl her, der für 100€ verkauft wird. Das heißt, der Wert der Arbeitsleistung liegt bei 25€ pro Stunde. Diese 25€ bekommt er aber logischerweise nicht ausbezahlt. Da von diesen 25€ neben laufenden Kosten wie Miete, Strom etc. und natürlich auch der Chef u.U. andere Mitarbeiter der Firma bezahlt werden müssen.

Also ja, so gesehen verkauft man sich immer unweigerlich unter Wert. Ist per se auch erst mal nix negatives, man sollte das halt nur im Hinterkopf behalten.

Was ist denn fair? Erinnert mich irgendwie immer an unsere Firmenleitung/Betriebsrat, die uns ständig sagt, wie gut wir es im Vergleich zu anderen doch haben.

Sicherlich, ich bin nicht unzufrieden, aber wieso sollte ich mich mit den schlechteren Alternativen vergleichen, wenn es doch bessere gibt? Es ist schon mal generell verkehrt als Basis eines Vergleichs die untere Grenze der Skala heranzuziehen.

Bezahlung ist nebenbei auch nicht alles und hängt vom Blickwinkel ab. Bestes Beispiel war vor Jahren eine Sachbearbeiterin beim Jobcenter, die meinte bei einem Vollzeitjob wäre ich beim derzeitigen Mindestlohn raus aus der Aufstockung. Stimmt, unterm Strich hätte ich mehr Geld gehabt, hätte aber auch 50% mehr Stunden gehabt und dafür 20% mehr Geld im Monat^^


#17

Das hast du doch schon selber erklärt, warum der Wert der Arbeitsleistung eben nicht bei 25,-- € liegt …


#18

Man hat leider gemerkt, dass Holger fachlich und intellektuell dem Prof. nicht gewachsen war. Schade. Habe nach 33 Minuten abgeschaltet.


#19

Das wertvollste ist auch nicht die Arbeitszeit, sondern die Lebenszeit, die ich verkaufe.
Was ist dir denn eine Stunde deines Lebens wert?
Und ist das des Ingenieurs mehr wert, als das des Zeitarbeiters?


#20

Der Arbeitgeber verlangt aber nicht einfach nur Lebenszeit, sondern dass diese auch noch einigermaßen sinnvoll verwendet wird. Wenn es nur ums Rumstehen gehen würde, wären beide Stunden gleich viel wert! :grin: