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Folge 11: Atomkraft


#121

Dass Du das so verstehst, ist zunächst mal dein Problem. Dass Atomenergie ein Puzzleteil ist, um genau diese Sintflut zu vermeiden, kommt Dir dabei nicht in den Sinn.


#122

Kapitalismus. Das musste ja kommen. Sparen wir uns diese Diskussion für eine Veto-Folge zu diesem Thema auf? Sonst muss jetzt hier die ganz große Runde gelaufen werden.


#123

Das ist eine gute Frage. Lebensstandard definiert wahrscheilich jeder anders. Allerdings haben wir hier ja eine konkrete Problemstellung: Resourcenverbrauch und Umweltzerstörung. Jeder hat da definitiv Dinge, die das beeinflussen. Brauche ich z.B. alle drei Jahre ein neues Auto? Oder fahre ich die Kiste, bis sie auseinanderfällt? Ich denke das kratzt dann schon ein wenig an dem Lebensstandard, ist aber eben etwas, was jeder tun kann.


#124

Wir hatten jetzt in etwa alle 20 Jahre einen GAU. Wie lange soll man denn das Puzzleteil legen, bis dann am Ende zwar das Klima gerettet, aber faktisch kein bewohnbarer Platz mehr übrig ist, weil überall die GAU-Ruinen die Umwelt verstrahlen?


#125

Nö, hab ich keins mit. Ist eher deins.

Stimmt.


#126

Alle 20 Jahre ein GAU? Ab wann gerechnet und wie viele insgesamt? Ich weiß nicht, auf welchen apokalyptischen Film Du dich beziehst, aber ich glaube in Japan gab es mehrere “nukleare Vorfälle”… und Japan ist immer noch recht bewohnbar – Hiroshima wurde auch wieder aufgebaut. Aber im Ernst… ich sehe da bei fortschreitender Entwicklung (so man sie zulässt) und gemessen an 450 aktiven AKWs und Jahrzehnte langer Erfahrung wenig Gefahr für einen Weltuntergang.


#127

Naja, schau einfach mal:

Wenn du da die schweren Sachen nimmst, dann bist du in etwa bei 20 Jahren.
Und natürlich war das eine Zuspitzung von mir, denn es sollte klar sein, dass ich nicht wirklich den ganzen Planeten meine. Es ergibt aber nach ein paar Jahrhunderten oder Jahrtausenden eben doch keine so wirklich erfreuliche Bilanz in Sachen Lebensraumvernichtung, wenn von diesen Dingern im Schnitt alle 20 Jahre eins hochgeht. Und Jahrhunderte und Jahrtausende sind angesichts der Halbwertszeiten, die hierbei im Spiel sind, noch eher ein Witz.
Das Risiko und die Opfer, denn schlichtweg bedeutet das am Ende immer, dass irgendwo Menschen sterben, stehen einfach in keinem irgendwie sinnigem Verhältnis zu der zeitlichen Dimension der Folgen, die sich eben nicht auf ein paar hundert oder tausend Jahre beschränken, sondern locker mal eher in Richtung paar Millionen Jahre gehen.


#128

Bei uns ist die Atomkraft sicher!

Na gut:


#129

Ja nun… das ist ein Punkt, in dem kommen beide Seiten nie zueinander. Wir können uns noch so viel mit Argumenten befeuern… wir bleiben bei unseren Standpunkten. Atomenergie, wie sie morgen sein und genutzt wird, ist für mich ein entscheidendes Argument. Aber das “Morgen” muss man auch zulassen und nicht die Technologiefeindlichkeit siegen lassen. Im Übrigen ist mir wohler bei dem Gedanken, die Gesellschaften dieser Welt, in denen der Kapitalismus eine symbiotische Beziehung mit Demokratie führt (die beste Gesellschaftsform, die es historisch belegt jemals gab), entwickeln Atomenergie weiter – und dazu gehört auch Deutschland.


#130

Unterstellst du mir jetzt Technologiefeindlichkeit?
Mal das ganze GAU Thema ausgenommen bleibt das Problem, dass der Uranabbau eine äußerst dreckige Angelegenheit ist, der zudem bei der Anreicherung ziemlich große Mengen abgereichertes Uran produziert. Ich hatte dazu weiter oben schon was geschrieben.
Und das “Morgen” von heute ist auch immer das “Gestern” einer anderen Zeit. Ich weiß nicht woher du die Gewissheit nimmst, dass morgen alles besser ist. Meinst du die Erbauer der Kernkraftwerke der 60er Jahre dachten, dass sie da scheiße bauen, die ständig hochgeht? Ja eben, das dachten die damals genauso wenig wie heute oder morgen. Das dumme ist nur, dass Atomenergie absolute Perfektion und Fehlerfreiheit erfordert und genau das ist etwas, was der Mensch in Kontinuität eher nicht liefern kann. Das ist an sich noch nicht mal ein Problem, es ergibt aber am Ende bei der Gesamtrechnung eine dann doch eher katastrophale Bilanz, weil wohl kaum eine andere Trechnik auch nur ansatzweise zeitliche Folgeschäden in einer solch gigantischen Dimension hervorbringt wie die Kernenergie im Falle eines Unfalls.

Weiterhin ist das noch nicht mal ein nachhaltiges Konzept, denn auch Uran ist endlich und zwar durchaus in für den Menschen denkbaren zeitlichen Dimensionen. Warum geht man so große Risiken für ein langfristig nicht weiterführendes technisches Konstrukt ein?


#131

Doch. Wie man bei uns so schön sagt: Kleinviech macht auch Mist. Bei Rewe werden gerade wiederverwendbare waschbare Obsttüten verkauft. Die Normalen Plastiktüten haben sowohl bei der Herstellung, als auch bei der Entsorgung einen durchaus nicht zu vernachlässigen CO2 Ausstoß, der hierdurch vermieden werden kann, wenn wir alle nur solche Beutel hätten. Das gleiche gilt für Einwegflaschen und Dosen. Auch hier ist ein enormes Einsparpotenzial, ohne dass wir uns groß einschränken müssen. Das größte Einsparpotenzial gibt es aber bei dem Heizen von Häusern. Dort sieht mir die Erdwärme am weitesten fortgeschritten aus, allerdings ist die nicht überall möglich. Aber es gibt Abhilfe: Die Eisspeicherheizung. Die schränkt einen gar nicht in der eigenen Lebensweise ein, im Gegenteil, man lebt sogar bequemer, denn mit einem solchen Heizsystem kann man im Sommer die Wohnung kostengünstig kühlen.

Es ist möglich, dass wir Häuser und Bürogebäude an mehr als 200 Tagen pro Jahr Energetisch autark versorgen können, ohne das dies eine Einschränkung des Komfort bedeutet. Und dann reden wir auch nicht mehr von kleinen Mengen, die da eingespart werden, sondern von mehreren Gigawatt, die dann der Industrie zur Verfügung stehen.

Ja das kostet Geld und genau das ist auch der Knackpunkt. Technisch sind wir längst soweit, aber es rechnet sich noch nicht. Das wird aber auch bald kommen.


#132

Ja… sehr schöne Auflistung. Habe ich nichts gegen einzuwenden und setze ich selber um. Aber was hat das mit Herabsenkung des Lebensstandards zutun? Gar nichts! Das trägt alles zum Erhalt oder zur Verbesserung unseres Lebensstandards bei. Um die Phrase ging es mir, um nichts anderes.


#133

Es geht darum, dass du nicht deinen Lebensstandart senken musst (im Gegenteil) um Klimaschutz zu betreiben.


#134

Es hat hier aber jemand behauptet, dass wir es müssen (“dass man sowohl bei der Weltbevölkerung als auch beim Lebensstandard einfach kürzer treten könnte kommt ihm garnicht in den Sinn und die produzierende Industrie MUSS natürlich rund um die Uhr Strom zur Verfügung haben”)… und auf ihn habe ich mich bezogen. Auf die “Weltbevölkerung” bin ich nicht mal eingegangen… das ist noch hanebüchener.


#135

Es ist unmöglich den aktuellen deutschen Lebenstandard (ist definiert als Besitz und Konsum von Gütern und Dienstleistungen, wer weniger heizt senkt seinen Lebensstandard) für 8 Milliarden zu realisieren, und das gilt erst recht für 11 Milliarden (Prognose bis zum Ende des Jahrhunderts), da ändert auch alle Forschung und sämtliche Investitionen nichts dran, die kann uns nämlich höchstens bis zur Grenze des physikalisch möglichen bringen.
Damit alle nen hohen Lebensstandard fahren können sind weniger Menschen langfristig unabdingbar, China war und ist mit der Ein-Kind- bzw. Zwei-Kind-Politik tatsächlich vorbildlich.
Höherer Lebensstandard = Mehr Ressourcenverbrauch pro Kopf, und das was man aus einer festgelegten Menge an Ressourcen rausbekommt ist physikalisch begrenzt, und selbst diese Grenzen, wie z.B. 100% Wirkungsgrad, sind im Alltag praktisch unerreichbar.


#136

Ja angenommen das ist richtig… dann wird trotzdem niemand seinen Lebensstandard senken… und zwar mit allen Konsequenzen. “Einfach Lebensstandard senken” – ich wundere mich, dass ich hier der Einzige bin, der das für naive Träumerei hält…


#137

Tja - diejenigen, die das für Träumerei halten, schliessen halt von sich auf andere und wären nicht bereit dazu.


#138

Ich sage ja nicht was die Menschen tun, sondern was nötig wäre.
Es ist mir vollkommen klar dass dies mit den aktuellen Gesellschaftsformen nicht möglich ist.

Die einzige Möglichkeit einen echten Klimaschutz durchzusetzen besteht darin sich von der Demokratie abzuwenden um ein technokratisches System zu errichten, eben da die Menschen genauso ticken wie Herr Hartmann und lieber Klimawandel leugnen oder an irgendwelche Wunder-Technologien glauben mit denen sich Klima und Atommüll genauso einfach beherrschen lassen wie ein Lichtschalter.

Es gibt tatsächlich Überlegungen wie man Atommüll los wird und auch CO² aus der Atmosphäre rausziehen kann, ob da am Ende tatsächlich was bei rumkommt ist nicht klar, etwas anderes hingegen schon:
Man wird ein vielfaches dessen an Energie reinstecken müssen als man durch die Kernspaltung/Verbrennung rausbekommen hat.

Egal wie es ausgeht, am Ende dürfen immer künftige Generationen sich mit den Problemen rumschlagen die ihre Vorfahren verursachen und gerade wenn man darauf hofft dass künftige Generationen die Erde verlassen können darf man ihnen nicht im Namen von heutigem Wohlstand, Arbeitsplätzen und ähnlichem zusätzliche Lasten aufbürden.


#139

Und das alles wegen apokalyptischer Prognosen, die ausnahmslos immer falsch waren, aber diesmal natürlich vollkommen seriös sind. Schön, dass es mal jemand so deutlich sagt. Ein Hoch auf die Korruption! Sie schützt uns davor, dass irgendein Öko-Hitler neue Leichenberge aufhäuft.


#140

Es ist halt bedauerlicherweise so, Demokratie führt zur Ochlokratie, da Dummheit und Egoismus am Ende immer in der Überzahl sind. Das beweist die westliche Welt derzeit leider nur allzu deutlich.

Im Zweifelsfall haben sich all die Forscher um den ganzen Globus miteinander verschworen, und natürlich nur die kleine lobbyfinanzierte Gruppe die meint “Alles gut, nur immer weiter so!” hat recht.