Folge 109: Masken-Gegner instrumentalisieren Kinder, Rassismus, skurriler Politiker auf YouTube

Sprichst Du denn der theoretischen Physik oder der freudschen Psychologie die Wissenschaftlichkeit ab? Spricht Du der Volkswirtschaftslehre die Wissenschaftlichkeit ab? War Aristoteles in Deinen Augen Wissenschaftler oder Esoteriker?

Der Fehler in Eberts Argumentation ist wie gefolgt: Er verengt den Rahmen zunächst so weit, dass nur die Naturwissenschaften als Wissenschaften zählen und vergleicht dann die Religion mit der Naturwissenschaft. Das Problem ist jedoch, dass dann auch die theoretische Physik allein, große Teile der VWL, die Philosophie usw. auch keine Wissenschaft wären. Da liegt die Schwäche seiner Argumentation.

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Grob vereinfacht ist Wissenschaft folgendes: Man stellt eine Theorie auf und macht sich dann daran, diese zu beweisen.

Beispiel: Wenn ich sage: „Im Kühlschrank ist Bier!“ und dann an den Kühlschrank gehe um meine Behauptung zu überprüfen, betreibe ich quasi schon eine Vorform der Wissenschaft.

Wenn ich hingegen sage: „Im Kühlschrank ist Bier!“, aber nicht nachsehe, weil ich glaube dass welches da ist, dann ist das sozusagen Religion.

Sage ich aber: „Im Kühlschrank ist Bier!“, im Kühlschrank nachsehe, dort aber kein Bier ist, ich die Türe schließe und weiter behaupte im Kühlschrank wäre Bier, dann ist das Esoterik.

Und wenn kein Bier im Kühlschrank ist, ich die Milch rausnehme und sage:„Das wirkt wie Bier! Immerhin stand mal Bier daneben!“, dann ist das Homöopathie.

Da unser Herr „ich rede mit jedem“ mich ja leider (oder doch „schönerweise“ :thinking: ) ignoriert, zeig ihm das mal MGFR. :smiley:

lol, grade erst gemerkt das wir beide unabhängig voneinander das selbe Beispiel meinen. Du in Videoform und ich in Textform. :smiley:

Nix für ungut. :smiley:

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Whataboutismus.
Infektiologie IST eine Form der Naturwissenschaft. Und darum geht es hier.

Um Dir kurz den Verlauf unseres Gesprächs in Erinnerung zu rufen: Ich habe gesagt, dass die Argumentation zur Maskenpflicht strukturell die gleiche ist, wie die Argumentation für eine Kopftuchpflicht im Iran ist. Du hast dann das untaugliche Argument gebracht, dass das eine eine „Wissenschaftliche“-Argumentation sei und das andere eine „Religiöse“. Mal ganz absehen davon, dass die Frage ob „Wissenschaftliche“ Dinge sofort in staatliche repressive Maßnahmen umgesetzt werden sollten (Antwort ist hier im übrigen definitiv Nein), habe ich auch gesagt, dass es Wissenschaftsphilosophisch gar nicht so ohne weiteres möglich ist das spezifische Charakteristikum was nun Religion von Wissenschaft trennen soll zu beschreiben. Da beißen sich seit Jahrzehnten eine Menge Philosophen die Zähne dran aus. Und jetzt wo wir mal ein bisschen auf eine Intellektuelle Meta-Ebene kommen tust Du so als hätte das bisherige Gespräch nicht stattgefunden und sagt „Whataboutism“ (und verwendest damit den Begriff auch noch falsch.

Ist Dir eigentlich bewusst, was z. B. eine Technokratie ist? Ist dir bewusst, dass z. B. der große Galileo Galilei ein nachweislich falsches Weltbild mit nachweislich nicht neutralen Daten belegt hat?

Ich weiß ehrlich gesagt immer nicht ob ich über die Trivialvorstellung über das was Wissenschaft ist belustigt oder traurig sein soll.

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Ich mache es Dir aber einfach: Noch im März und frühem April sagten Droste und Wieler (dieser sogar sehr süffisant), dass Masken im Alltag nichts bringen (und damit auch implizit dass in Süd-Ost-Asien ja nur Idioten rumlaufen würden). Dann änderte die ihre Meinung und heute haben wir sogar eine Pflicht Masken zu tragen.

Als man mit dem Bau von Atomkraftwerken begann sagte man die Technik sei so sicher, da kommt es erst in tausenden von Jahren zu Problem. Tschernobyl zeigt das Gegenteil.

Im 19. Jhd. war die Rassentheorie quasi „State-of-the-art“ mit vielen schlimmen folgen.

Das kopernikanische Weltbild ist nachweislich falsch, trotzdem rechnen wir es Galilei bis heute an, dass er genau dieses Weltbild promotet hat.

Wenn Du dir mal all das vergegenwärtigst, bist Du Dir da ganz sicher, dass das was aus einer Fachwissenschaft so hinten rausfällt, tatsächlich zu staatliche repressiven Maßnahmen führen sollte? Wirklich? Oder wie gewisser YouTuber sagen würde: Really?

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Kann ich auch einfach nachweisen, dass es für vergleichbare Krankheiten einen Impfstoff gibt, für Corona aber noch nicht?

Nö, weil das hat mit der Frage ja nichts zu tun.

Drosten sagte im NDR Podcast das er denkt das Masken eine untergeordnete Rolle spielen bzw. sagte er er weiß nicht genau wie es sich damit verhält und hat seine Meinung somit zum Ausdruck gebracht und keinen wissenschaftlichen Fakt behauptet. Gleichwohl betonte er das sie natürlich dennoch einen Zweck erfüllen können.

Und dies ohne jede Süffisanz und sogar mit dem Eingeständnis des „nicht absoluten“ und dem Vorbehalt des Irrtums.

Man man man.

Unabhängig davon Folge 19:

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Dann präzisiere ich hier mal ‚wissenschaftlich‘ in ‚infektiologisch‘, Fragestellung bzw. Aussage bleibt gleich.
Aber wie du ebenfalls nachlesen kannst, bezog ich mich von Anfang an auf diese Fragestellung und nicht auf theoretische Physik oder Aristoteles. Daher weichst du hier aus.

Empfinde ich nicht so, aber das weißt du ja inzwischen.

Wissenschaftliche Forschung beinhaltet das Prinzip der Falsifizierbarkeit. Ehrlich gesagt, macht ihn das deutlich kompetenter als diejenigen, die dogmatisch immer auf ihrer ersten Einschätzung beharren.

Und wenn sich in einem halben Jahr herausstellt, dass Masken absolut nichts gebracht haben, dann ist das halt so. Schaden tun sie definitiv niemandem (Ausnahmen laut Attest außen vor).

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Mich würde interessieren, ob es auch wissenschaftliche Paper gibt, die die gesellschaftliche Sittlichkeit im Iran mit dem Kopftuch in Verbindung bringen.

Das Autofahr-Beispiel finde ich auch irgendwie nicht passend, da „fahre nicht Auto“ eine weitaus größere Einschränkung für die meisten ist, als „setze eine Maske auf“. Und selbst wenn eine Person nicht infiziert würde, indem alle eine Maske tragen, wo sie eine Maske zu tragen haben, dann ist demjenigen doch auch schon geholfen.

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Drosten sagte wörtlich:
„… damit (die Maske) hält man das nicht auf. Wir können nochmal separat drüber reden – Aber die technischen Daten dazu sind nicht gut für das Aufhalten mit der Maske.“

Damit ist aber nur gemeint, dass Masken alleine wohl einfach nicht reichen werden.

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Transkription dessen was Drosten zu Masken im März sagte: https://www.ndr.de/nachrichten/info/coronaskript138.pdf

Korinna HennigWenn man in der Öffentlichkeit unterwegs ist, dann ist für viele nach wie vor das Thema Masken sehr wichtig. Wir haben da natürlich zwei Aspekte. Zum einen haben wir einen Mangel an Masken, auch an den einfachen OP-Masken, die im Krankenhaus gebraucht werden. Gleichzeitig sagen immer mehr Leute: Wir wollen da jetzt vielleicht was unternehmen und nähen uns selber eine Maske. Das haben wir auch schon thematisiert. Am Freitag ist in der Fachzeitschrift „Lancet“ ein Kom-mentar dazu erschienen, der in die gleiche Richtung geht, wie wir sie bisher besprochen haben. Wenn Sie im Lichte dessen all das noch mal betrachten, wie stehen Sie zu der Frage: Sollten wir nicht alle Masken tragen, um andere zu schützen?Christian Drosten Ja, es ist tatsächlich so, dass dieser Kommentar in „Lancet“, gerade auch in Fachkreisen, die mir dann halt auch eher mal schreiben, auch aus dem Kollegenkreis heraus aus ganz Deutschland, schon ziemlich viel Nachdenken hervorgerufen hat. Viele Mediziner haben mir geschrieben und gefragt, was ist denn da jetzt? Sollte man sich dazu nicht mal auch positionieren? Und gleichzeitig scheint es so zu sein, dass sich viele Leute in der Öffentlichkeit einfach Gedanken zu dem Thema machen. Vorweggeschickt muss man natürlich sagen: Es gibt in allen Ländern, nicht nur in Deutsch-land, in ganz Europa, praktisch auch auf der ganzen Welt, einen Mangel an diesen Masken. Wenn wir jetzt vor allem in Europa schauen, da ist das wirklich flä-chendeckend so, dass kein Land irgendwelche Vorräte oder so etwas hat. Ich weiß, dass das deutsche Gesundheitsministeri-um schon vor Wochen angefangen hat, Bestände zu sichern und Bestellungen aufzugeben. Also ich würde denken, dass wir da in Deutschland von der Vorberei-tung sehr gut sind. Aber solche Dinge laufen auch, die
Stand 23.03.2020NDR.DE/CORONAUPDATE2/7brauchen eine Zeit. Bestellungen brauchen eine Zeit. Produktion braucht eine Zeit. Und jetzt im Moment ha-ben wir in Deutschland, wie in allen anderen Ländern auch, einen Mangel von diesen Masken am Markt. Und es ist tatsächlich so, dass die Krankenhäuser schon noch beliefert werden. Aber es ist jetzt nicht so, dass das unbegrenzte Bestände sind. Deswegen machen sich auch Einkaufsabteilungen an großen Krankenhäu-sern berechtigte Sorgen, wenn die Öffentlichkeit jetzt auf dieselben Bestände zugreifen würde. Da müssen Sie sich vorstellen, das ist ja irgendwann eine Markt-konkurrenz. Und Angebot und Nachfrage wird dann die Preise hochtreiben. Wenn die Personen in der Öffent-lichkeit denken, sie könnten sich durch eine Maske sel-ber vor der Infektion schützen, dann gibt es natürlich irgendwann auch Leute, die Mondpreise bezahlen für so etwas, auch wenn es kaum eine Wirkung oder keine Wirkung hat. Korinna Hennig Es gibt ja auch immer wieder Berichte über Diebstähle aus Kliniken tatsächlich.Christian DrostenAbsolut. Es werden ganze Packungen angebrochener Masken aus irgendwelchen Untersuchungsräumen in Ambulanzen geklaut, weil man ja nicht alles immer gleich überwachen kann. Die verschwinden da einfach. Jedenfalls sollten wir vielleicht über diese Stellungnah-me kurz reden. Das ist eine Expertenstellungnahme in „Lancet“, also einer der renommiertesten Fachzeit-schriften. Hier eine Spezialzeitung für Respirations-trakt-Erkrankungen, die heißt „Lancet Respiratory Disease“. Das wird genauso weit gelesen wie „Lancet“ selbst. Und es ist einfach so, dass hier eigentlich die Situation genauso umrissen wird, wie wir sie hier auch immer besprochen haben. Es gibt die vorwiegenden Argumente, dass man sagt, was wir gerade schon gesagt haben: Es darf keine Marktkonkurrenz geben. Denn im Medizinbereich, in Berufen, die patientennah arbeiten – das ist aber nicht nur der Arzt und die Kran-kenschwester, sondern auch in anderen Bereichen, in Pflegeheimen und so weiter – ist es natürlich so, dass man einen sehr nahen Kontakt hat. Und in diesem Nah-bereich gelten andere Regeln. Und da gibt es durchaus Daten, die zeigen, dass solche Krankheitsübertragun-gen von Respirationstrakt-Erkrankungen durch die Masken reduziert werden. WIE WIRKEN MASKEN?In der Öffentlichkeit gibt es so zwei Überlegungen, die man sich machen kann. Das eine ist der Eigenschutz. Also ich trage eine Maske, um nicht krank zu werden. Das andere ist der Fremdschutz. Ich bin krank, trage eine Maske, damit nicht jemand anderes noch krank wird, damit das Virus nicht weiter übertragen wird. Und für diesen letzteren Bereich gibt es, sagen wir mal mechanische gute Gründe, warum man das so machen will. Das kann sich jeder ganz einfach vorstellen. Wenn ich niese, dann verteile ich kleinste Tröpfchen. Und wenn ich ein Stück Tuch vor dem Mund habe, das kann entweder so ein Zellulose-Tuch sein wie bei einer gekauften Maske, oder es kann auch natürlich ein Schal sein oder irgendetwas, diese großen Tröpfchen werden dann abgefangen. Da lässt sich nichts dran diskutieren. Und das ist natürlich gut.Korinna Hennig Weil sie gar nicht erst fliegen sozusagen?Christian Drosten Weil sie gar nicht erst fliegen, genau.Korinna HennigUnd der umgekehrte Weg: Wenn ich mich jetzt doch aus Versehen in den Nahbereich begebe, weil ich im Supermarkt einkaufen bin und dann jemand zu dicht an mir vorbeikommt und der niest in dem Moment, da fliegen die sowieso schon. Und darum können sie von außen durch einen Mundschutz theoretisch eher eindringen?Christian DrostenJa, also die Überlegung ist, je weiter man dann weg ist von dieser Quelle, desto mehr hat man es mit einem feineren Aerosol zu tun. Und das wird auch seitlich in eine Maske eingeatmet, egal, ob man das von vorne in den Mund einatmet. Oder man hat eine Maske auf und saugt es sich an der Seite rein. Das ist dann einfach kein Unterschied mehr. Deswegen: Je näher dran an der Quelle, desto besser. Deswegen muss die Maske an der Quelle sein und nicht am Empfänger. Und das ist sicherlich eine vollkommen einleuchtende Über-legung. Was eben nicht so einleuchtend ist, dass ich mich in der Öffentlichkeit mit einer Maske nicht selber schützen kann. Das ist einfach vielleicht ein bisschen schwer zu vermitteln. Aber es gibt einfach in der Lite-ratur entweder keine oder – je nachdem, wie man es interpretieren will – fast keine Evidenz dafür, dass das helfen könnte.Ich habe übrigens vor Kurzem eine interessante Studie zugeschickt bekommen, auch von einem Hörer offen-bar. Der bezog sich auf den Podcast. Das habe ich mir angeguckt, denn der hatte mir im Anhang eine Studie geschickt und meinte: Na ja, also hier sieht man es doch. Und dann habe ich da noch mal genau reinge-guckt. Erst stellte sich für mich heraus, das war gar nicht die Studie selbst, sondern es war ein Zeitungsar-tikel über eine Studie. Dann habe ich mir die original Wissenschaftsstudie selber angeschaut. Und was man da sieht, ist eigentlich nicht die Aussage. Das ist leider oft so, dass in Zeitungen etwas falsch transportiert wird. Was man da sieht, ist nicht die Aussage: Masken schützen. Sondern es ist im Prinzip die Aussage gewe-
Stand 23.03.2020NDR.DE/CORONAUPDATE3/7sen: Masken haben einen ähnlichen Schutzwert wie eine Influenza-Impfung bei einer bestimmten Sorte von Patienten, nämlich Kindern, Schulkindern. Aber, und jetzt kommt das große Aber, das war eine Studie, die in einem Jahr gemacht wurde, in dem die Influen-zaimpfung wirkungslos war – oder fast wirkungslos. Es gibt ja diese Jahre, diese Mismatch-Jahre, wo einfach im Influenzaimpfstoff durch Zufall, weil das Virus sich zufällig zwischendurch verändert hat, ein Impfvi-rus drin ist, das nicht richtig passt. Es gibt ja diese Ausfallsaisons, wo es die Influenza-Impfung einfach nicht tut. Und das war so eine Saison, da hat die Studie stattgefunden. Und im Prinzip sagte die Studie: Da hat die Influenzaimpfung so schlecht funktioniert wie eine Maske, aber es wurde uminterpretiert und dann noch mal uminterpretiert. Und so ist es leider häufig. Also ich könnte noch meh-rere solche Beispiele nennen, weil ich auch wirklich da reinlese, weil mich das jetzt auch wirklich interessiert. Und mir fällt es eben auch schwer, eine wirklich harte Evidenz zu finden. Es gibt diese Andeutungsevidenz. Nur die Frage ist natürlich, wie muss man hier jetzt die Dinge abwägen? Kann man für so eine Andeutungsevi-denz jetzt erstens Leute in eine Verunsicherung brin-gen, indem man sagt, ihr müsst alle Masken tragen, was eigentlich gar nicht wissenschaftlich zu unterstüt-zen ist. Und will man für diesen nicht existierenden oder minimal existierenden Nutzen dann auch noch an anderer Stelle, wo es so wichtig ist, die Versorgung verknappen und Marktkonkurrenz schaffen? Das ist einfach die Situation. Und an dieser Situation ist niemand schuld. Es schwingt da auch immer so eine Schuldgeschichte mit: „Der Experte hat abgewiegelt und in Wirklichkeit müssten wir doch alle Masken tragen.“ Oder: “Die Politik hat versäumt, für uns alle Masken zu kaufen.“ Aber so funktioniert das ja nicht. So kann das ja auch gar nicht gehen. Es ist jetzt nur einmal diese vollkommen unvorhergesehene Situation eingetreten.Korinna Hennig Als anfangs über die Masken diskutiert wurde, war auch oft die Rede davon, dass Durchfeuchtung eine Rolle spielen kann. Also dass die Maske sozusagen ihre Barriere verliert, wenn man 20 Minuten da rein und raus atmet und sie dann durchfeuchtet ist.Christian DrostenGenau, also das ist eins von den Argumenten. Aber viel-leicht sollten wir einfach wirklich mal die Argumente zusammentragen, um es noch fertig zu machen. Also bei dieser Datenbasis, die es da so gibt, muss man sich natürlich auch dann immer noch klarmachen, es geht in vielen Studien um alle Respirationstrakt-In-fektionen. Und man muss sich fragen, was das jetzt mit dem zu tun hat, was wir gerade vor uns haben? Bei diesen Respirationstrakt-Infektionen sind ganz viele dabei, die vor allem über Niesen übertragen werden. Da hilft eine Maske offensichtlich, wenn der Niesende sie aufhat. Aber bei diesem Virus ist es jetzt leider nicht so. Das ist keine Naseninfektion, jedenfalls nicht bei den allermeisten Patienten. Und dann ist es natürlich so, bei vielen Erkrankungen gibt es in der Bevölkerung eine Grundimmunität. Da braucht es nur noch ein kleines bisschen, um die Übertragung dann deutlich schlechter zu machen – wie zum Beispiel eine Maske – während beim Coronavirus keine Grundimmu-nität besteht. Wir haben hier ganz unterschiedliche Ausgangsbedingungen. Und das führt dann aber auch dazu, zu sagen: Na ja, wenn man jetzt nicht weiß, wie die Bedingungen sind, will man nicht vielleicht doch was tun? Und das ist dann so diese Überlegung, im Englischen sagt man da: „Absence of evidence“ ist nicht dasselbe wie „evidence of absence“.Korinna Hennig Also sinngemäß übersetzt: Die aktuelle Abwesenheit von Beweisen bedeutet nicht zwingend, dass es diese Beweise auch wirklich nicht gibt.MASKE ALS PSYCHOLOGISCHER EFFEKTChristian DrostenSo, und das ist eben so eine Sicherheitsüberlegung, die man da vielleicht anstellt. Und dann gibt es noch eine andere Überlegung, die ist eben, dass wir ja inzwischen denken, dass bei dieser Erkrankung, bei der SARS-2-In-fektion, vielleicht am Tag vor dem Einsetzen der Sym-ptome schon eine Infektiosität besteht, sodass man sagen würde: Na ja, wenn man jetzt in die Öffentlichkeit geht, und man weiß es einfach nicht, ob man vielleicht nicht morgen Symptome kriegt, und man möchte so eine Art Höflichkeit und Engagement zeigen, dann ist das ja eine Geste, dass man dadurch zeigt: Man denkt daran. Man ist zwar jetzt nicht als Kranker in der Öffent-lichkeit, also diese Verantwortung, diesen Check der Verantwortung hat man eh schon bestanden. Man geht nicht mit Symptomen in den Supermarkt, aber man erkennt an, dass man nicht weiß, ob man morgen Sym-ptome kriegt. Also ist es eben die Höflichkeitsgeste, jetzt zusätzlich eine Maske zu tragen. Das ist doch auch gut verständlich. Und dann noch ein anderes Argument, ganz einfach ausgedrückt: Wer draußen eine Maske trägt, der wird diese Maske nicht vom Gesicht nehmen, um dann bei einer Corona-Party einen Schluck aus der Bierflasche zu nehmen. Also das adressiert vielleicht eher die jüngeren Hörer oder die jüngeren Leute, die im Moment nicht so drüber nachdenken. Die werden vielleicht dadurch, dass alle oder viele in der Öffent-lichkeit so eine Maske tragen, daran erinnert, dass es jetzt mal ernst ist. Und das finde ich auch wichtig als psychologischen Effekt.Korinna HennigUnd es kann natürlich selbst disziplinieren, weil wir alle uns wahrscheinlich auch nach wie vor unbewusst
Stand 23.03.2020NDR.DE/CORONAUPDATE4/7ins Gesicht fassen, an den Augen reiben, die Hand an der Nase oder am Mund haben.Christian DrostenDas ist richtig. Nur gibt es da wieder natürlich auch ein Gegenargument. Man könnte auch sagen, da-durch, dass man eine Maske trägt, ist man in falscher Sicherheit und wäscht sich dann nicht mehr die Hände und macht vielleicht auch das mit den Masken falsch und fasst sich eben doch wieder ins Gesicht, weil man an der Maske immer rumfummelt. Also da gibt es so Für und Wider. Aber generell ist es eben so, dass sich viele Leute im Moment diese Überlegungen machen, und das hat ja eine gute Intention. Gerade auch diese Höflichkeitsüberlegung und diese psychologische Überlegung.

Dein Service für Hörgeschädigte :wink:

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Nö, das ist eine Trivialvorstellung von Wissenschaft. Es gibt genug Disziplinen die z. B. Induktivistisch arbeiten. Sogar die meisten Wissenschaftler selbst arbeiten in einigen Phasen induktivistisch.

Der Falsifikationismus ist darüber hinaus unfähig die Weiterentwicklung der Wissenschaft zu erklären. Er hat auch viele Probleme, z. B. kann man die sagen ob bei einer Beobachtung die der Vorhersage der Theorie entgegensteht nun die ganze Theorie oder ein Teil der Theorie betroffen ist oder ein Beobachtungsfehler vorliegt und eine Prämisse für die Beobachtung falsch war. Darüber hinaus verwerfen Wissenschaftler Theorien nachweislich nicht bei eintretender Falisifikation. Sonst hätte z. B. das Gravitationsgesetz es niemals überlebt, dass der Uranus sich nicht so bewegte wie vorhergesagt.

Damit macht ja Deine Aussage nun noch weniger Sinn. Denn es ging ja um die Gegenüberstellung der Argumentationsmuster im Iran zum Kopftuch. Jetzt ist Deine Argumentation: Die Maske geht schon klar, weil die wird ja „infektiologisch“ argumentiert. Das Kopftuch nicht, das wird Religiös argumetiert. Du bleibt aber trotzdem noch jedes nachvollziehbare Argument schuldig warum dem einen höhere Bedeutung als dem anderen zumisst.

Der Staat sagt Du musst etwas tun und droht dir ansonsten Gewalt an. Das ist der Inbegriff von Repression.

Auch nicht tauglich das Argument. Denn damit sagst Du schlussendlich, dass die Wissenschaft sich einfach selbst legitimiert. Da kann dann aber z. B. auch der gläubige Moslem sagen: „Der Koran ist richtig, weil es im Koran steht“.

Da argumentierst Du gerade gegen einen Strohmann. Es geht darum, dass in dem einen Fall zwischen abstrakter Gefahr und zwingendem Ereignis korrekt unterschieden wird, dies bei Covid-19 aber nicht der Fall ist.

Hier ist halt auch ein wesentliches Problem: Dass man dem Trugschluss unterliegt, dass das was „besonders Einschränkend“ sei irgendwie objektivierbar sei. Für mich ist es z. B. keine große Einschränkung am Wochende nicht mit Leuten im Park oder am See zu sitzen und Bier zu trinken. Aber wenn ich überlege wo ich so 16 - 19 wär?

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Das Kopftuch geht absolut klar, nur die Argumentation ist für mich nicht plausibel. Hier liegt der entscheidende Unterschied
Religion ist selten plausibel.

Video, Ebert

Das ist aberwitzig. Damit sind sämtliche Gesetze und Regelungen repressiv, weil sie dich in deiner absoluten Freiheit einschränken.
Es geht hier um die Verhältnismäßigkeit, dass heißt das Verhältnis zwischen ‚Unfreiheit‘ (Maske) und Nutzen (generelle Pandemiebekämpfung) Und die ist für mich gegeben. Sie wäre es nicht bei jeder denkbaren Maßnahme. Hier aber schon.

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Okay, Du bist also für die Kopftuchpflicht im Iran?

Wie genau definierst Du plausibel? Ist Plausibilität selbst nicht hochgradig Abhängig von der dahinterliegende Theorie?

Nö, habe ich bereits widerlegt. Ebert setzt einen Frame und behauptet Wissenschaft sei gleich Naturwissenschaft. Dann sagt der Religion ist ja nicht das gleiche wie Naturwissenschaft und damit sei Religion keine Wissenschaft. Nach der Beschreibung ist aber weder VWL, theoretische Physik, Philosophie, Freudsche Psychologie oder Soziologie Wissenschaft. Das Argument trägt also nicht.

Fataler weise wäre nach seiner Definition die Astrologie wiederum Wissenschaft.

Now we are talking! Fast jedes staatliche Handeln läuft am Ende auf potenziell tödliche Gewalt hinaus.

Naja, vorher über den Staat reden und dann von Verhältnismäßigkeit sprechen ist schon lustig. Kleiner Tipp: Überweis mal 10 Cent Steuern nicht und schau mal wie Verhältnismäßig der Staat da reagiert.

Und das ist halt der Punkt. Sie ist für Dich verhältnismäßig, ich empfinde die Maske auch oft nicht als störend. Aber ich schließe halt nicht von meinem Empfinden auf alle. Ich leite von meinen eigenen Vorstellungen und Empfindungen keine Regeln ab, die für alle Gültigkeit haben sollen.

Für Andere ist sie halt sehr störend. Was spricht also dagegen aus einer Maskenpflicht eine Maskeempfehlung zu machen?

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Wie hältst Du es denn damit, wenn Du bedenkst, dass Thomas Kuhn den Wechsel von Wissenschaftlern von einem zu einem anderen Paradigma in Zeiten der Krise und Revolution in einer Wissenschaft mit einer Konvertierung in Religionen vergleicht?

Wo ist denn die Wahl eines Paradigmas durch einen Wissenschaftler für seine Karriere als Normalwissenschaftler plausibel?

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Ich respektiere das Kopftuch als persönliche freie Entscheidung. Pflichten halte ich nur dann vertretbar, wenn sie plausibel argumentiert werden (und ja, da setze ich wissenschatliche Evidenz vor religiöse Dogmen) und die Verhältnismäßigkeit gewahrt ist.

Plausibilität, Verhältnismäßigkeit, du kannst von aller Begrifflichkeit eine Definition fordern, mein Punkt ist glaube ich trotzdem schon klargeworden.

Das tue ich ebenfalls nicht. Keiner von uns spricht für die gesamte Masse. Du kannst von mir aus selbstverständlich das Gefühl haben, dass wir kurz vorm Polizeistaat stehen, das ist völlig in Ordnung.
Ich halte das eben für Quatsch.

Das ist dermaßen absurd, dass mir gerade nichts einfällt. Ich würde jetzt mal ganz blöd eher vom Gegenteil ausgehen, aber wer bin ich schon.

Wir wissen alle, dass Empfehlungen nicht funktionieren. Nie, nirgends.

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Womit Du also akzeptierst, dass sich die Argumentation für eine Kopftuchpflicht im Iran und der Maske in Deutschland strukturell ähneln.

Naja, Plausibilität und Verhältnismäßigkeit ist nicht das gleiche. Und natürlich ist es wichtig Begriffe zu definieren, sonst weiß man ja nicht ob man über das gleiche redet.

Sehe ich nicht, dass wir kurz vorm Polizeistaat stehen. Ich bin aber sehr erschrocken über die immer noch sehr stark vorhandenen Affinität der deutschen zu Volksbewegungen und totalitären Gesellschaftsströmungen. Der Deutsche legt die Deutschness halt nicht ab.

Das ist nicht absurd sondern tatsächlich Realität. Der Staat nutzt am Ende immer das auf ihn vereinte Gewaltmonopol zur Durchsetzung seiner Ziele. Und bei dieser Gewaltanwendung besteht am Ende auch keine Verhältnismäßigkeit zur ursprünglichen Sache. Du hast da eine sehr naive Vorstellung vom Staat.

Doch die funktionieren schon. Das Problem sind aber die Leute die nicht damit klarkommen, dass andere Leute nun einmal zu einem anderen Schluss kommen als man selbst.

Wenn Du mal das Endprodukt dieses Gedankenganges bestaunen willst musst Du nur mal schauen was Polarstorm als letzten Satz in seinem Post geschrieben hat. Ein gegen den Anderen gerichteten Vernichtungswillen, der Wille das die Leute die bei der Volksbewegung stören ausgemerzt werden, Deutschness bis zum Anschlag halt.

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Sach ma