Und ganz ehrlich: Vorm Spiel wär ich sogar soweit gegangen zu sagen: Lass Frankreich gegen ein Allstar-Team der WM bestehend aus den besten Spielern aller anderen 47 WM-Teilnehmer (mit Messi, Haaland, Hakimi, Bellingham, etc.) spielen und sie wären für mich immer noch Favorit
Ich habe erwartet dass sie spätestens im Finale scheitern. Ihr Spiel verlässt sich zu sehr auf die individuelle Klasse einzelner Spieler: „lass mal den Ball zu Dembele, Mbappe oder Olise spielen, die knallen das Ding schon irgendwie rein“.
Und sie waren emotional gesehen sehr cool, abgeklärt. Nach dem 8tel-Final-Spiel Argentinien - Ägypten sah man kurz Messi auf der Bank sitzen, weinend vor Glück über den Sieg. Zwei Tage später besiegte Frankreich Marokko im Viertelfinale, die Reaktion von Mbappe fiel mir direkt auf, da war nichts, keine Regung. War das schon selbstverständlich für ihn, weiterzukommen?
Dann dachte ich an Messi und an die argentinische Mannschaft. Die sind schon fast krankhaft ehrgeizig wenn es um die Nationalmannschaft geht und die geben das allerletzte (und übertreiben es dann auch gerne in Sachen fariness). Wenn man dann im Halbfinale oder Finale steht kann diese Grundeinstellung Spiele entscheiden.
Die Presse hat Frankreich ja sehr früh schon zum quasi-Weltmeister erklärt und die franz. Spieler scheinen das auch geglaubt zu haben. Aber wenn man soweit ist, dann hat man schon verloren
Sorry, aber das ist mir zu plump und überinterpretiert. Hier pickst du dir nur das heraus, was deine These unterstützt. Wenn man schon über Emotionen und Gefühlsausbrüche bei Argentinien redet, dann blendest du komischerweise den Eisklotz von Trainer Lionel Scaloni völlig aus. Der Mann hat selbst bei seinen großen Erfolgen und Titelgewinnen mit Argentinien (Weltmeister, Finalissima-Sieger und 2x Copa América gewonnen) nach außen hin kaum eine Regung gezeigt. Also nach der Logik wäre die Emotionslosigkeit von Scaloni schuld, wenn es heute bzw. am Sonntag nicht reichen sollte… aber in der Vergangenheit hats dann komischerweise doch zu seeeehr großen Erfolgen gereicht
Mbappe ist Kapitän und ein Führungsspieler, der strahlt auf die ganze Mannschaft aus. Dann ist da noch Olise, der schnell einknickt wenn der Gegner ihn angeht. Dembele eher der Typ Einzelgänger. Gehypte Topstars aber wenig Kollektivpower. Von außen große Erwartungshaltung, aber der Druck wird nicht im Kollektiv aufgefangen sondern lastet auf den einzelnen Spielern, umso mehr auf den Topstars. Mbappe hat nicht befreit aufgespielt, hat alle Schüsse versemmelt.
Lionel Scaloni: Beim Trainer ist es von Vorteil, wenn er als Führungsfigur einen Ruhepol für alle darstellt, nicht wie unser Hampelmann… sorry, Nagelsmann, der während des Spiels am Spielfeldrand rumhampelt und die Fresse aufreisst, aber nach der Niederlage schmollend auf der Bank sitzt. Da würde ich zwischen Trainer und Spielern unterscheiden, die haben unterschiedliche Aufgaben
Mit der Logik muss eine Person, die vom Führungsspieler nach der Karriere umschwenkt zum Trainer laut deiner Vorstellung nach in der Außendarstellung eine 180°-Wende hinlegen: Von extrovertiert, emotional hin zum absoluten Ruhepol…
Ich halts nicht aus… Ich hatte bis kurz vor Anpfiff im Tippspiel 2:1 für Argentinien drin stehen und im letzten Moment geändert - sowas sollte man halt einfach nicht machen
Die Startelf die Tuchel da präsentiert hat war grandios, die Spieler die Neu in die Startelf gekommen sind, haben sowas von abgeliefert … ABER … was er da eingewechselt hat bzw ausgewechselt, wie kannst du sooo viele Verteidiger einwechseln?? 20 min vor Spielende Argentinien zeigen „wir sind mit dem 1:0 zufrieden“ das spiel haste vercoacht Thomas.
Ich liebe Messi und er hat in diesem Turnier gezeigt das er der Goat ist, aber ich hasse jeden anderen Spieler in diesem Argentinien Kader, ein Haufen Unsympathen.
Am Sonntag sowas von pro Spanien und wenn Argentinien gewinnen sollte, dann freut es mich nur und ausschließlich für Messi.
Geht mir genauso. Aber denke daran - eigentlich kann Argentinien am Sonntag gar nicht Weltmeister werden, der nächste Weltmeistertitel für Argentinien ist 2046 fällig. Denn bislang musste jede Mannschaft zwischen ihrem 3. und 4. Welttmeistertitel genau 24 Jahre warten: Brasilien von 1970 bis 1994, Italien von 1982 bis 2006 und Deutschland von 1990 bis 2014. Da kann Argentinien nicht einfach aus der Reihe tanzen!
Seh ich genauso. Das kannst du machen, wenn das Führungstor in der 85. Minute fällt, aber über eine halbe Stunde Abwehrschlacht war dann einfach zuviel des Guten. Und nach dem Ausgleich waren sie dann einfach nicht mehr in der Lage den Hebel wieder umzulegen.
Verdiente Niederlage. Insgesamt aber auch ein ziemlich unattraktives Spiel von beiden Seiten.
Ich drücke jedenfalls am Sonntag Spanien die Daumen.
Da haue ich einen Schnellen Saka, der auch mal den Ball halten kann für die Entlastung nach vorne rein. Das war tatsächlich Angst essen Seele auf Wechsel.
Oder nehme gleich von vorne rein einen Cole Palmer mit, für genau solche Situationen. Bin da bei euch: Das Spiel hat Tuchel wirklich völlig vercoacht. Selbst wenn die irgendwie das 1:1 über die Zeit gerettet hätten, hätten sie danach die Verlängerung oder gar das Elfmeterschießen mit drölfzich Abwehrspielern bestreiten müssen, aber ohne Declan oder sonst irgendeinen Spieler, der Kane in Szene setzen könnte (oder einen Elfer verwandeln könnte). Er hätte dann maximal noch Madueke oder Saka bringen können, die aber beide kein tolles Turnier gespielt haben. Vermutlich hat die Einzelleistung von Bellingham in den vergangenen Spielen darüber hinweggetäuscht, dass England spielerisch recht schwach war.
Und auch da habt ihr recht: Argentinien hat eine bemerkenswerte Ansammlung an Unsympathen versammelt. Die Avengers des Tretertums, sozusagen.
Ich hab in erster Linie von Regungen während des Spiels gesprochen. Und da siehst du bei Scaloni keine Torjubel bzw. großen Jubel über den Abpfiff, wenn das Spiel gewonnen ist, unabhängig davon, ob es ein Testspiel oder ein WM-Finale ist, siehe:
Was ich sagen will, ist doch ganz einfach: Menschen sind unterschiedlich. Man kann wohl kaum pauschal sagen, ob emotionale Menschen oder in sich gekehrte Ruhepole besser für den Erfolg eines Teams sind (wahrscheinlich brauchts im Gesamtkonstrukt eines Erfolgsteams einen gesunden Mix aus beiden Typen). Letzten Endes ist jeder auf seine Art individuell. Selbstverständlich gibt es bessere und schlechtere Trainer - aber ich würds nicht daraus ableiten
Mir ging es ja hauptsächlich um die Spieler. Ich will auch Mbappe nicht den Willen oder Emotionen absprechen, bei den Argentiniern sehe ich halt mehr davon. Und sogar Messi, der sonst eher introvertiert ist und schon alles gewonnen hat, sogar er hat emotionale Ausbrüche bei diesem Turnier, daraus ziehe ich Schlüsse und bilde mir eine Meinung.
Für mich ist mehr Emotion bei den Argentiniern und damit mehr Wille zum Sieg. Das kann ich nicht belegen, aber es wirkt halt so auf mich, wenn die einen fanatisch am durchdrehen sind während die anderen lethargisch in die Gegend gucken, mal überspitzt formuliert
Aber bei Argentinien sind auch die fans ziemlich fanatisch, ist schon fast krank welchen Stellenwert dieses Turnier für die zu haben scheint