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Welche Partei?


#1

Welche Partei habt ihr bei der letzten Wahl gewählt bzw. würdet ihr aktuell wählen?


#2

natürlich die PBC, alles andere bedeutet Untergang des Abendlandes!

Alternative RRP 21. “Schaut. Euch das. Mal an.”


#3

Die Bayernpartei. Aktuell würde ich überhaupt nicht wählen. Die CDU steht für überhaupt nichts außer blanken Opportunismus bzw. seit Merkel für Chaos und Machtmissbrauch, die FDP ist ein bedeutungsloser Mehrheitsbeschaffer und notorischer Umfaller, die SPD ist ein trauriger Haufen lächerlicher Figuren und bemüht sich nur noch um die Klientel der Grünen, die wiederum gemeinsam mit der AfD Leitsymptom der Degeneration unserer politischen Landschaft hin zum Identitären und Autoritären sind. Die Linkspartei ist eine Mischung aus Grünen und SED und die sonstigen Parteien werden nie etwas zu sagen haben.


#4

CDU und FDP.

Aktuell kann ich die FDP aber nicht mehr wählen, da sie kein Profil hat. Du weißt momentan nicht, für wen diese Partei sich schon wieder zur Hure macht, alles unter dem Motto des “Liberalismus”.

Als Rhetoriker halte ich viel von Christian Lindner, er ist einer der besten Redner Deutschlands, keine Frage. Aber seine Verwechslung von Liberalismus mit absoluter Beliebigkeit und Prinzipienlosigkeit und vor allem Opportunismus ist für mich nicht unterstützenswert mehr. Ich will wissen, ob ich mit der FDP jetzt eine sozialliberale Horrorkonstellation oder eine bürgerliche-stabile Koalition bekomme oder sogar völlig wahnsinnige Kombinationen mit den Grünen. Aktuell macht sich die FDP zur Merkel-Kritikerin durch Lindner und das ist ihr einziger selling point.

Auf der einen Seite robbt man an die Grünen dran, auf der anderen Seite will man enttäuschte Merz-Anhänger aus der CDU abwerben, dann agiert man in den Ländern mit Linksextremisten gegen ein völlig vernünftiges Verbessern der Sicherheit und übernimmt auch noch die Lügenpropaganda der Linken beim Polizeigesetz, läuft Seite an Seite mit dem schwarzen Block. Fehlt eigentlich nur noch, das die FDP sich für Veganismus einsetzt, während man die ständig erhöhten Regulierungen der EU kritisiert, dann ist wirklich jeder Damm gebrochen.


#5

warum regieren sie dann nicht? In der Situation konnten sie es ja nur falsch machen. Koalition ->Umfallen, keine Koalition -> “lindern höhöhö”. Du wirfst ihnen jetzt trotz Opposition Umfallertum vor, auch mal was neues.

Und ja, ich bin FDP-Wähler. Steht als realistischste Wahl, ohne die Stimme zu verschenken, meiner Grundüberzeugung am nächsten. Ich mache meine Wahl fast nie von der Tagespolitik abhängig (,auch wenn ich auch mal switche), sondern von den politischen Grundpfeilern.

edit: mit Merz wäre die CDU übrigens wieder ins wählbare für mich gerückt. Aber nicht mit AKK. Ohne klares Bekenntnis zum Wirtschaftsliberalismus, stört mich der gesellschaftliche Konservatismus zu sehr, als dass ich die Partei wählen könnte.


#6

Das ist doch ein wichtiger Teil der CDU. Der Konservatismus kommt uns gerade abhanden.


#7

Ja ja, sie haben zum ersten Mal in ihrer Geschichte Rückgrat bewiesen, als es darum ging, mit einer Kanzlerin zu koalieren, deretwegen sie bereits einmal aus dem Bundestag geflogen sind. Ein Hoch auf die FDP. :roll_eyes:

Klingt wichtig, betrifft aber nur die Verpackung, die bei Parteien nahezu niemals etwas über den Inhalt aussagt. Die Grünen erklären Angriffskriege, die SPD lässt sich ihre Politik von der Wirtschaft diktieren, die CDU führt halsbrecherische Gesellschaftsexperimente durch. Dies grundsätzlich im Namen angeblicher Alternativlosigkeit.

Ob ich wähle oder nicht, ist vollkommen irrelevant. Das habe ich mittlerweile begriffen.


#8

Das merken die Parteien übrigens auch selbst. Daher haben sie früh die AfD als braunen Popanz instrumentalisiert, dem nur mit einer Stimme fürs Kartell beizukommen sei.


#9

Äh ja. Und? Deswegen wähle ich sie nicht, wenn nicht etwas anderes Wichtigeres mich dazu bringen kann, wie z.B. Ein eindeutiges Bekenntnis zur Wirtschaftsliberalität.

Wird ja auch Zeit.

Naja, kann man jetzt sehen, wie man will.

Du nennst nun ein paar Beispiele, in denen die Parteiräson der vorgeblichen Staatsräson untergeordnet wurde. Das ist manchmal richtig und wichtig. Hätte die SPD zum Beispiel damals nicht die ihrer Grundüberzeugung eigentlich diametral entgegengesetzten Hartz-Gesetze auf den Weg gebracht, sähe es heute anders aus. Insofern bin ich froh, wenn Parteien manchmal auch einfach nur das Richtige tun. Das kann natürlich auch wie bei einigen deiner Beispiele nach hinten losgehen. Dennoch ist in der Tagespolitik eine freiheitliche Grundüberzeugung mir deutlich wichtiger als zum Beispiel ein konservatives Weltbild, welches ich dann eben auch in den kleinen nicht weltbewegenden Dingen auswirkt. Für meinen persönlichen Alltag sind in der Regel die kleinen unwichtigen Dinge relevanter als das Weltgeschehen. Und wenn die FDP dann meinetwegen wieder ne Mövenpick Steuer erlässt ist mir das ehrlich gesagt scheißegal, solange ich den Soli loswerde und im Idealfall noch ein paar opferlose Verbrechen aus dem Gesetz gestrichen werden (Cannabiskonsum zum Beispiel), also liberale Tagespolitik betrieben wird.


#10

CDU. Mit dem Gefühl, das geringste Übel zu wählen.

Überall gibt es Innovationen, Weiterentwicklungen, Evolution… in nahezu jedem Bereich. Nur das politische System bleibt unangetastet. Es wird Zeit, dass man mal Ideen entwirft und diskutiert, Demokratie weiter zu entwickeln. Es ist ein unausgereifter, initialer Gedanke… aber es würde für mich Sinn machen, dass man z. B. nicht mit Erst- und Zweitstimme jeweils einen Kandidaten und eine Partei wählt, sondern im ersten Schritt separat Parteien für sämtliche Ministerposten inkl. der des Kanzlers/der Kanzlerin. Es könnte, so die Parteien ihre Ministerkandidaten im Vorfeld festlegen, eine reine Personenwahl werden. Es klingt zunächst nach Durcheinander und Stillstand… es wäre (auf Dauer) aber ein produktiver Zwang, überparteilich zusammenzuarbeiten. Die Regierung wäre also so eine Art Aufsichtsrat, das Volk die Aktionäre, die über die Zusammensetzung abstimmen. Das setzt natürlich viele Veränderungen voraus, von Verfassungsänderungen bis zu einer festgelegten Struktur, was Ministerien angeht. Auch die Machtverhältnisse müssten sich ändern und das Kabinett dürfte nicht nach Lust und Laune des Kanzlers verändert werden können. Wie dann das Äquivalent zur Zweitstimme aussieht und wie das Parlament zusammengesetzt wird, ist eine andere Frage. Gerne soll für eine Legislaturperiode von sechs Jahren gewählt werden. Denn vier Jahre sind netto gerade mal zwei Jahre ohne Wahlkampf… und das ist zu wenig. Es braucht auch eine vierte Macht im Staat: Den Bundesrechnungshof mit politischer Macht und Vetorecht. Es ist Fantasie und Mut gefragt, hier mal etwas zu ändern. Dieses Postengeschachere, das wir gerade in den letzten Jahren beobachtet haben, ist unerträglich und macht es mir persönlich schwer, mich auf eine Partei festzulegen. So hätte ich zumindest das Gefühl, als Wähler mehr Macht in der Hand zu haben.


#11

Verwechsle Mut nicht mit Wahnsinn.


#12

Eine gute Wahl!:wink:


#13

“Wahnsinnig” ist, wer voller Überzeugung und ohne Zweifel das Kreuz bei einer Partei macht. Und anspruchslos ist, wer sich seit 20 Jahren mit “Bildung und Kinder sind unsere Zukunft”-Semantik abspeisen lässt und das auch noch glaubt oder gar umgesetzt sieht.


#14

Es ist eine Frage des Vertrauens und auch des Glaubens. Mir stellt sich die Sache folgendermaßen dar:

Und mehr gibt es von meiner Seite dazu nicht zu sagen.


#15

Nein, wahnsinnig ist es ein System vorzuschlagen, was so viel kaputter ist wie die bisherige Demokratie und die unweigerlich zur Überwindung dieser Pseudo-Demokratie folgen wird… was danach zwangsläufig folgt, wird immer nur eine von zwei sehr großen Übeln sein.

Deine Idee ist übrigens nicht mal neu. Du schlägst hier gerade die Alpha-Version der Demokratie als Demokratie 2.0 vor. :wink:


#16

“Unausgereift und initial” habe ich die Überlegung genannt, und das nicht ohne Grund. Da ich mich von jeglichem Schubladendenken (das betrifft mit wenigen Ausnahmen auch die Diskreditierung einer ganzen Partei und deren Anhänger) und dem Einsortieren als Ganzes in links, rechts, oben, unten, richtig, falsch verabschiedet habe, wünsche ich mir ein System, das dies berücksichtigt. Tut mir leid, aber ich muss nur noch lachen, wenn jemand sagt, er sei “bürgerlich” und würde “bürgerlich” wählen. Ebenso wenn jemand sagt, er sei “links” und wähle aus diesem Grund Partei xy. Wenn ich 10 politische Fragen nehme, die uns in den letzten Jahren so beschäftigt haben, so würde ich diese in einem Spektrum beantworten, das mich durch alle im Bundestag vertretenen Parteien (und der ein oder anderen außerhalb) jagt. Vielleicht liegst Du mit “Wahnsinn” gar nicht so verkehrt… vielleicht bin ich schizophren und das ist mein Problem. Aber sei beruhigt… es wird sich nichts grundlegend am politischen System ändern.


#17

Am liebsten überhaupt keine.
Die sog. “Volksparteien” kann man ja allesamt vergessen, die SPD ist ein Witz, die CDU entwickelt
sich konstant zu einem reaktionären und autoritären AfD-Klon weiter (oder zurück), die Grünen sind so grün wie Steinkohle, die FDP ist die FDP, die AfD die AfD und als tragbare Alternative taugt die Linke auch nix.
Düstere Zeiten!


#18

Tut mir leid, aber ich muss nur noch lachen, wenn jemand meint er sei so “Edgy” und “individuell” das auf ihn solche “Labels” ja nicht passen würden. Damit kann man vielleicht 15 jährige Goth-Kids beeindrucken, aber nicht Erwachsene. Jeder, wirklich jeder Mensch lässt sich anhand eines mindestens zweidimensionalen Spektrums einordnen. Das dies nicht in jeder Fragestellung passt, ich z.b. zwar liberal eingestellt bin gesellschaftlich, aber definitiv weder libertär, noch Abtreibungen oder Drogenlegalisierung befürworte, macht mich das noch lange nicht zu jemanden, den ich nicht grob einordnen kann.

Das heißt ja nicht, das man direkt eine Partei dran festmachen kann, weil auch diese sich verändern können oder zumindest äußerlich dies tun, aber man kann eine Parteipräferenz definitiv verorten. Es ist abgesehen von taktischen Wählen auch unwahrscheinlich, dass jemand vom bürgerlichen Lager einer sehr linken Partei nahe steht und umgekehrt.

Weil man nicht versteht, wie der politische Kompass funktioniert, ist das keine Begründung dafür, weshalb er angeblich nicht funktioniert. Du kannst etwas nicht dafür verantwortlich machen, wenn du von einer Systematik oder eher Methode mehr verlangst, als sie überhaupt leisten will. Sie will auch gar nicht leisten, dass rein aus deiner politischen Lagerverortung direkt eine Parteiwahl abgeleitet ist. Aber tendenziell wird die Partei eines gewissen Spektrums auf die meisten deiner dir wichtigen gesellschaftlichen Fragestellungen eher eine Antwort haben als eine vollkommen entgegengesetzte.

Die Lösung der Flüchtlingskrise wird aus Sicht einer bürgerlich-konservativen Partei, die rational-nüchterne Realisten anspricht, niemals zufriedenstellend für einen linken, progressiv-verträumten Weltverbesserer sein können. Das sind nun mal vollkommen entgegenliegende Grundhaltungen, die zwangsläufig zu einem Clash führen müssen (und das ja auch ständig tun).
Es geht nicht um konkrete Fragestellungen, es geht um Grundlagen, um Moralspektren, Wahrheitssysteme und Wertevorstellungen. Und die hat jeder Mensch, die lassen sich grundsätzlich auch einordnen, da springt nur ein wirklich Geisteskranker aus dem Raster. Film- und Kunstfiguren wie der Joker ließen sich vermutlich nicht einordnen.

Aber ich kann dieselbe Meinung in einer konkreten Fragestellung haben, wie z.B. ein linker Kollege von mir, der dieselbe Haltung in Bezug auf Abtreibung hat wie ich - trotzdem wird er eher unglücklich in seiner Partei mit dieser Meinung, als plötzlich CDU zu wählen. Die Grundhaltung hat sich ja nicht geändert, nur weil man einmal durch Zufall dieselbe Meinung vertritt. Für einzelne Fragen ist der politische Kompass auch nicht gedacht, am Ende muss man immer Kompromisse eingehen oder eine eigene, maßgeschneiderte Partei gründen. Aber auch dort wird man feststellen, wie schnell eine Idee sich in zwanzigtausend verschiedene Richtungen entwickeln kann - siehe die AfD und ihre Anfänge.


#19

Achja: Triggerwarnung/Disclaimer für gewisse Kängurus. Hätte ich vielleicht vorher schreiben sollen, dass hier "progressiv-verträumten Weltverbesserer " keineswegs abwertend gemeint ist, sondern nur einen überzogen rhetorisch dargestellten Archetypus beschreiben soll, den es in dieser Form realistisch natürlich nicht in dieser Reinform gibt und lediglich den maximalen Gegensatz darstellen soll, der im demokratischen Spektrum möglich wäre.


#20

Jupp, die Kons haben die Vernunft gepachtet, die Linken die Spinnereien.
Muss man wissen.
:rofl:
edit:

Ja, na klar ^^