Umgang mit Minderheiten in den Medien

Aber es ist ja viel leichter auf eine verdreckte Wohnung zu zeigen und sich zu beschweren wie ekelhaft die alle sind, als dass man sich mal Gedanken darum macht warum die Wohnung verdreckt ist. :smt011

Diesen Schuh muss sich aber die Politik anziehen und nicht nur die deutsche, sondern auch die in Brüssel. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage nach einer Verbesserung der aktuellen Situation. Und ich kann dir jetzt schon sagen, dass Hartz-IV für Alle auf dem Papier zwar nett klingt, in der Praxis aber enorme finanzielle Belastungen mit sich bringen wird. Wie sollen Städte wie Duisburg, Dortmund, Essen & Co. das denn alles bezahlen? Sozialausgaben werden immer weiter gekürzt … Auffangstellen für Flüchtlinge geschlossen …

Die Idee, dass alle Menschen, die nach Deutschland kommen, weil sie sich hier ein besseres Leben erhofften, diesen Wunsch auch erfüllt bekommen, ist utopisch. Machen wir uns doch nichts vor. Natürlich profitiert Deutschland davon, wenn qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland einreisen, weil sie hier besser bezahlt werden, aber wer profitiert von so einer Situation wie in Duisburg? Die Städte, die im Schuldensumpf versinken? Die Flüchtlinge, die im Müll versinken? Die Anwohner, die sich alleine gelassen fühlen? Nein, die Antwort ist viel banaler. Niemand. Ich würde mir ja auch ein Deutschland wünschen, in dem jeder Mensch ein schönes zuhause finden kann, aber das wird nie erreichbar sein.

Der direkte Ländervergleich hinkt im Übrigen deswegen, da die Menschen von denen wir hier reden, Sinti und Roma, auch in ihren Heimatländern (verfolgte) Minderheiten darstellen. Das Problem bei dieser Debatte ist nicht der Durchschnitts-Rumäne oder -Bulgare, sondern die Menschen, die nichts haben. Und genau DA muss die Politik ansetzen. Es bringt doch gar nichts, wenn jeder, der in seiner Heimat diskriminiert oder sogar verfolgt wird, gen Westen wandert. Und da sowohl Rumänien als auch Bulgarien keine von Warlords regierten Staaten irgendwo in Afrika, sondern tatsächlich Mitglieder der EU sind, sollte es jawohl möglich sein dort zu intervenieren. Die Sesselfurzer in Brüssel können mir also vorschreiben, wohin ich mit meiner gelben Plakette fahren darf, aber die Diskriminierung verschiedener Bevölkerungsgruppen bekommen sie nicht in den Griff? Na, wozu gibt es diesen Haufen denn dann?

Noch einmal zur Deutlichkeit. Nein, ich möchte mit dem nachfolgenden Abschnitt nicht verallgemeinern, ich möchte bloß auf weitere Schattenseiten der „Jeder darf das was er will machen wo er will“-Medaille aufmerksam machen.

Armut ist für mich auch kein Grund für Kriminalität. Zumal es ja noch ein Unterschied ist, ob ich als organisierte Bande reihenweise Supermärkte überfalle, Rentner bestehle, Banken überfalle oder ich mir einen Apfel klaue, weil ich Hunger habe. Im Moment schwappt eine beliebte Methode des Diebstahls nach Deutschlands. LKWs werden dort auf der Autobahn bei voller Fahrt ausgeraubt und ich kann mir nicht vorstellen, dass das immer nur Essen ist, was da den „Besitzer“ wechselt. Und ja, es ist die Pflicht der deutschen Politik ihre Bevölkerung, vollkommen egal ob das nun Deutsche oder Migranten sind, vor solchen Bedrohungen zu beschützen. Was im Übrigen auch für die Rockerbanden gilt, die ja immer so gerne verharmlost werden, aber das ist ein anderes Thema.

Really? Zigeuner und Rockerbanden? Das klingt nach einem Fall für
[spoiler][video]http://m.youtube.com/watch?v=xEVYC01mRzM[/video][/spoiler]
Sind wir wieder auf dem Stand der 80er angelangt? kopfschüttel

Es bringt doch gar nichts, wenn jeder, der in seiner Heimat diskriminiert oder sogar verfolgt wird, gen Westen wandert. Und da sowohl Rumänien als auch Bulgarien keine von Warlords regierten Staaten irgendwo in Afrika, sondern tatsächlich Mitglieder der EU sind, sollte es jawohl möglich sein dort zu intervenieren.

In einem gewissen Umfang ist es möglich.

Allerdings gilt in jedem Fall, dass Familienangehörige immer nachziehen dürfen. Bei einer größeren Familie reicht es also, wenn eine Person die entsprechende Erlaubnis erhält.

Die Freizügigkeit innerhalb der EU ist auch ein sehr wichtiger Faktor für die EU, diese abzuschaffen wäre fatal. Die Lösungen müssen also an anderer Stelle gesucht werden.

Das die Fehler vor allem politische Fehler sind und zwar auf nationaler und internationaler Ebene möchte ich nicht bestreiten.

Allerdings geht auch eine gewisse Geisteshaltung der Bevölkerung mit rein. Politiker wollen gewählt werden und die nationalen Politiker haben eben das Gefühl das sie durch „Protektionismus“ (nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene) mehr Stimmen erhalten.
Eine Überzeugung die durch die jüngste Wahl in Italien eindrucksvoll bewiesen worden ist.

Solange nur immer wieder skandiert wird: „Land X den X-ianern!“
Solange werden schon genug Leute entsprechend wählen. Ob man sich damit nun einfach nur ins eigene Bein schießt oder ob die Folge davon ein enorm ungerechtes und asoziales Europa ist, dass ist egal.
Hauptsache wir verenden alle in unserer eigenen Scheiße, da kennt man wenigstens den Geruch.

Wenn du also „Integration“ auch so verstehst, heißt das, du gehst davon aus, dass die Ostblock-Sinti nur in Ausnahmefällen NICHT kriminell sind und dass man diese Menschen grundsätzlich nicht davon abbringen kann, nicht gegen irgendwelche Gesetze zu verstoßen.
Ein Irrtum, wie ich finde.

Dann solltest du mal Zigeuner im Ort/ in der Nachbarschaft haben. Dann erlebst du recht schnell deine Grenzen was Toleranz angeht. Spätestens wenn du mitkriegst, dass Eltern ihre Kinder lieber betteln als in die Schule schicken- so passiert bei uns in Erfurt bei der sehr bekannten Familie Weiß.

Auch wenn’s nicht so aussieht, aber die „Sinti“ gehören auch der Spezies „Homo Sapiens“ an, und in Labor- und Feldversuchen konnte tatsächlich festgestellt werden, dass diese Art ausgeglichen mit Wohlstand, Bildung und Chancengleichheit versorgt zu gleichem Verhalten neigt, unabhängig äußerer Unterschiede wie mehr oder weniger starke Pigmentierung.
Du kannst das ganz leicht selbst herausfinden, indem du z.B. ein Sinti-Baby adoptierst und aufziehst, als wäre es dein eigenes.

Es geht aber in den angesprochenen Fall nicht darum, Adoptivkinder als Beispiel zu nehmen - ich bin überzeugt, wenn das familiäre Umfeld stimmt wird aus Kindern auch was, sondern um die Familien, die in ihren Drecksländern schon schlecht leben und sich nicht „anpassen“ können ( hier wurde so schön gesagt, Notdurft im freien verrichten usw.), und dann halt nach Deutschland kommen und dort weitermachen. Obwohl hier ein anderes Leben möglich ist.

Denn eine Kuh ist noch lange kein Huhn, nur weil sie im Hühnerstall steht, verstehst du?
Die kommen hier her und nehmen die paar Euros mit, die jedem hier zustehen. Aber die Ursache, warum die so unkultiviert sind, ist damit nicht beseitigt: wenig/keine Bildung, kein Interesse am kulturellen Leben teilzunehmen, kein Bedürfnis einer Erwerbstätigkeit nachzugehen usw. usf.

Dann gehen neue Probleme in der neuen Heimat einher.

Wie gesagt, einfach nur reinholen bringt nichts, ihnen müsste ein Integrationshelfer „Feuern unterm Arsch“ machen, dass die den Weg in die deutsche Gesellschaft kriegen. Also jemand, der denen hilft, die Kinder in der Schule anzumelden, der darauf achtet, dass diese auch zielführend besucht wird, den Eltern Arbeit oder Maßnahmen verschafft.
Dann könnte es klappen, denn dann würden asoziale Familien gleich wieder abhauen, wenn sie merkne, dass sie hier auch was tun müssen, was sie vorher nicht gemacht haben.

Ich bin mit mehreren Roma befreundet und bitte darum, meine Freunde nicht weiter als “asozial” oder “Kühe” zu bezeichnen. Ihr spinnt doch! Irgendwie kommt mir das düster bekannt vor, eine ganze Bevölkerungsgruppe über einen Kamm zu scheren. Für Leute, die das tun gab es doch einen Fachterminus, ich komm grad nicht drauf.
(Nein, “Arschloch” meine ich nicht, das ist nur der Begriff des Volksmundes…)

kein Bedürfnis einer Erwerbstätigkeit nachzugehen usw. usf.

Ich weiß das ich recht lange Texte verfasse… aber ich dachte man könnte ja zumindest mal einen flüchtigen Blick drauf werfen…

Sie haben nicht „kein Bedürfnis“ sondern „kein Recht“ einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Wie ich es schon vorher geschrieben habe: Rumänen sind Europäer zweiter Klasse.

Allerdings wenn ich mir hier die Texte so ansehe, dann sind sie wohl nicht nur Europäer sondern auch Menschen [-]zweiter[/-] dritter Klasse.

Izzy_Bizzy:
Du schimpfst und zetterst und benennt die Sinti und Roma als „Zigeuner“, kommst mit absurden Tiervergleichen daher, mit denen früher schonmal versucht wurde eine bestimmte Ehepolitik zu legitimieren. Das ganze um am Ende einen „Integrationshelfer“ zu benennen, der ihnen „Feuer unterm Arsch“ machen müsste.
Glücklicherweise schreibst du selbst den „Integrationshelfer“ in Anführungsstriche. Abgesehen davon ist in Anbetracht des Arbeitsverbots für Rumänen die Forderung, ein „Integrationshelfer“ sollen ihnen „Arbeit oder Maßnahmen verschaffen“ blanker Hohn.

Du schimpfst auf die Opfer einer falschen Politik und nicht auf die Täter. Menschen aus wirtschaftlich schwachen Ländern wird hier eine wirkliche Chance auf Leben versagt und am Ende beschwert man sich das sie sich entsprechend verhalten.

Aber keine Sorge, ich habe die Lösung schon.

[video]http://www.youtube.com/watch?v=JUmjfk_OEPY[/video]

Edit: @Scumdog: Ich glaube ich habe die Lösung für dein Rätsel. Darf ich auflösen? :wink:

Naja, diese Multikulti-Doktrin haben hier wohl einige total gefressen und verinnerlicht.

Die Osmanen die “Slawen(Sklaven)” gemacht haben, die Hunnen, die Wikinger… nach der MultiKulti-Logik waren das alle kulturelle Bereicherer und Opfer ihrer Umstände.
z.B. die armen Wikinger lebten wo es immer so kalt ist und nichts wächst! Da muss man doch Verständnis haben, daß die dann einfach brandschatzen, vergewaltigen, rauben… müssen! Die hatten damals bestimmt auch ein niedrigeres BIP, BSP… und so :smt011
Nur weil man nicht will, daß Staaten ihre Kriminellen und Asozialen bei uns “entsorgen” muß man sich als Rassisten beschimpfen lassen.

Wem der Schuh passt…
Wer von uns hier einer Doktrin unterliegt, das macht dein Wikingervergleich klar.

Unterlasst bitte ab sofort diese simplen Verallgemeinerungen, Polemiken und sonstige Provokationenen aller Art. Außerdem: Zurück zum Thema (Steht über jedem einzelnen Post).

Multikulti und Monokulti ist ein großer Unterschied, Probleme verursacht nur letzteres. Bei Sinti und Roma seh ich, aus meinem niedrigen Wissen, nur gewisse religiöse Probleme, die ich aber auch bei anderen Gemeinschaften sehe und die angegangen werden wollten. Ansonsten seh ich integrationsunwilligkeit und diese “Völkerwanderungen” ansonsten als ein allgemeines Problem das nicht auf eine Gruppe reduziert werden kann.

Really? Zigeuner und Rockerbanden?

Wo genau ich das Wort „Zigeuner“ benutzt habe, das zeig mir doch bitte einmal. Aber hauptsache rumnörgeln. Du verallgemeinerst im Übrigen genauso, wie die Leute, die alle Roma & Sinti über einen Kamm scheren. Verzichte doch bitte darauf, mich mit irgendwelchen Leuten auf eine Stufe zu stellen, die der „guten alten Zeit“ hinterher trauern, als noch nicht „Hinz & Kunz nach Deutschland“ reisen durften. Das ist nämlich üble Nachrede.

@ Skafdir:

Ich habe kein Problem mit der Freizügigkeit innerhalb der EU. Aber ich kritisiere, dass Staaten wie Rumänien oder Bulgarien in solchen Belangen nicht härter „angepackt“ werden.

Das „Problem“ mit den Wahlen ist, dass Politik, um den Menschen tatsächlich zu helfen, vor Ort stattfinden muss. Was habe ich davon, wenn alle politischen Belange nach Brüssel abgeschoben werden?

Die Menschen, die die EU kritisieren, kritisieren sie sicherlich nicht deswegen, weil sie die „europäische Idee“ ablehnen (Naja, meistens jedenfalls.), sondern einfach deswegen, weil sie ein Gefühl von Ohnmacht haben. "Da breitet sich etwas aus, dass immer stärker in meine Lebenswelt eingreift (Energiesparlampen, Umweltzonen, …) und das ohne meine Sorgen/Probleme/Wünsche zu kennen." Meine Eltern z.B., müssen jetzt ihren Opel verkaufen, nur weil der eine gelbe Plakette hat, weil sie sonst nicht mehr zur Arbeit fahren können. Umweltzone Ruhrgebiet, das ich nicht lache. Was für eine Farce das ist zeigt, zeigen unzählige Ausnahmen, wie die Hauptverkehrsachsen in Nord-Süd-Richtung, sowie die Autobahnen A40, A42 und A43, die mitten durch die Städte hindurchgehen. Die rauchenden Schornsteine der Kohle- und Schwerindustrie nicht zu vergessen, oder die Schiffe die über die Kanäle und den Rhein fahren. Und was macht Brüssel? Droht mit Fahrverboten in Städten wie Dortmund, Essen und Duisburg. Ja, das ist gelebte Politik vor Ort. :roll:

Wenn die EU nichts besseres zu tun hat als ihre Bürger zu bevormunden oder sie sich in den Ruin sparen zu lassen, dass muss sich niemand wundern, wenn die Leute die Politiker unterstützen, die weniger Europa fordern. Und wer muss all das am Ende bezahlen? Richtig, die Menschen, die die EU doch zu schützen verspricht. Da ist die Rede von „den Nazis“, „den faulen Griechen und Spaniern“ oder „den kriminellen Ost-Europäern“. Ich bleibe dabei, wenn die beste Lösung eines Problems die sein soll, dass alle Menschen, die diskriminiert werden, in die Länder abwandern, in denen sie (erhoffte) bessere Lebensbedingungen vorfinden, dann ist das mehr als schwach. Es sollte nicht darüber debattiert werden, wie ich verhindern kann, dass diskriminierte Menschen in andere Ländern einreisen, sondern darüber was passieren muss, damit diese Menschen in ihrer HEIMAT nicht mehr diskriminiert werden. Erinnert mich ein bisschen an das Versteckspielen mit kleinen Babys. Man hält die Augen zu, und schon ist man versteckt.

Der Umgang mit dem organisierten Verbrechen sollte von der EU gesondert in Angriff genommen werden. Denn das IST in der Tat ein Problem. Da hilft es auch eher wenig, dass Scumdogs Freunde keine Mitglieder einer solchen Bande sind. Aber nun gut, ich verallgemeinere ja sowieso immer … :roll:

@ SethSteiner:

Nur Monokulti verursacht Probleme? Eher nicht. Was ist denn mit den Urvölkern, die auch heute noch vollkommen abgeschnitten vom Rest der Welt leben? Für die scheints ja auch kein Problem zu sein mit anderen Kulturen keine Berührungspunkte zu haben. Probleme können auch dann entstehen, wenn zwei Kulturen aufeinandertreffen. Häufig können diese durch eine erfolgreiche Integration (Was übrigens mehr ist als das bloße Einhalten von Gesetzen eines Landes) gelöst werden, aber dann gibt es Fälle, in denen das nicht passiert und dann haben wir eben so etwas die Situation der Roma und Sinti in Rumänien und Bulgarien.

Den Unterschied zwischen Urvölkern irgendwo im Amazonas und Volksgruppen in europäischen Ländern hast du selbst schon genannt - wie viele Übereinstimmungen es zwischen “uns” und “denen” gibt. Je mehr davon vorhanden sind, desto schwerer wird es, sich noch abzugrenzen. Und da wird die Forderung nach Monokultur zum Problem, weil sie immer extremer werden muss, um sich zu begründen.

Aber ich fordere ja gar keine Monokultur (wäre ja noch schöner :roll: ), ich habe nur versucht darzulegen, dass es nicht bloß auf der einen Seite zu Problemen kommen kann.

Habe ich ja auch nicht behauptet. Es ging mir bloß darum, dass es beim Einen wie beim Anderen immer auf den gesellschaftlichen Kontext ankommt. :wink: Das hatte ich bei dir nicht so rausgelesen.

Unter Monokulti versteh ich, dass eine Volksgruppe herkommt und dann unter sich bleibt. Und doch, ich glaube Urwaldvölker sind sogar ein recht gutes Beispiel dafür, wie schädlich es ist, wenn eine Kultur isoliert ist und keinen Input von außerhalb bekommt bzw. annimmt.

Wegen OT-Entwicklung und dem Versuch mich bei meinem Liebingsaffen einzuschleimen :wink: :

Verlagere ich meine Antwort nach draußen. Bezug auf Fremdenfeindlichkeit und Hetze gegen Minderheiten hat das jetzt ja schon nur noch weniger und egal wie hat es schon lange keinen echten Bezug mehr zu Medien.

http://forum.fernsehkritik.tv/viewtopic.php?f=57&t=13434

Um nochmal zu der Frage Sinti-Hetze ja oder nein? zurückzukommen.

Eigentlich waren es ja englische Drecksblätter wie „Sun“, die damit anfingen, Panik zu schüren mit dem Szenario von bettelarmen osteuropäischen Sintimassen, die mit Sack und Pack gen Westen ziehen.

Die hiesige Presse reagierte dann auch, und zwar auf das "Positionspapier"des „Deutschen Städtetages“, welches wahrscheinlich - betrachtet man das Geschreibe inhaltlich - auf die Schnelle hervorgekackt wurde, um den „trolligen Medienapparat“ für das Thema zu elektrisieren und ihn gleichzeitig mit Eigenpropaganda zu füttern.
Angeblich sei der „soziale Frieden“ gefährdet, weil den Kommunen, die von einem enormen Zustrom von arbeits- und heimatsuchenden Südosteuropäern betroffenen sind, rechtlich die Handlungsmöglichkeiten fehlen, um die entstehenden Notlagen in den Griff zu bekommen.
Der letzte Absatz der Schrift, so eine Art Haftungsausschluß, macht schon recht deutlich in welches fragwürdige Fahrwasser man sich botschaftmäßig begeben hat, und irgendwie schwingt im Ganzen auch eine latente Drohung mit:

Mit diesem ersten Positionspapier möchten wir Anstöße geben und eine Diskussion mit allen
verantwortlichen Ebenen anregen. Gleichzeitig sind dringend kurzfristige Maßnahmen erforderlich,
um die Folgen der Zuwanderung vor Ort zu bewältigen. Weder möchten wir pauschale
Zuschreibungen in Bezug auf EU-Bürger aus Rumänien oder Bulgarien treffen, noch können
wir akzeptieren, dass die Probleme vor Ort als Projektionsfläche für rechtsextremes Gedankengut
dienen.

Ist die Lage denn wirklich so prekär?
Nein!

Migrationsforscher und Politikberater Prof. Klaus J. Bade sagte dem MiGAZIN: „Solche Drohgebärden gehören ins Arsenal der symbolpolitischen Ersatzhandlungen, die in der Bevölkerung fahrlässig Abwehrhaltungen gegenüber unerwünschten Zuwanderungen bestärken. Die werden dann auf eine besonders diffamierte Gruppe projiziert, so als ob es, wie die FAZ titelt, ‚vorwiegend Roma aus Bulgarien und Rumänien‘ wären, die da ins Paradies in der Mitte Europas streben. Das ist falsch.“

Der „Deutsche Städtetag“ hat übertriebene Zahlen genannt.

Zahlreiche Medien gaben die Zahlen des Städtetages und die Worte Friedrichs wieder.

Wie Berechnungen des Mediendienstes Integration (MDI) jetzt zeigen, zu Unrecht. Die Zahl des Statistischen Bundesamtes von rund 147.000 Zuzügen aus Rumänien und Bulgarien in 2011 ist durchaus korrekt. Unterschlagen werden dabei sowohl vom Städtetag als auch von den Medien jedoch die Fortzüge in die beiden Länder. Berücksichtigt man die Zahl der Abwanderer, kamen 2011 lediglich 58.350 Menschen aus den beiden neuen EU-Mitgliedsstaaten nach Deutschland. Also deutlich weniger. Hinzu kommt: In die Brutto-Zahl der Zuzüge von 147.000 Personen werden auch viele Saisonarbeiter eingerechnet – Personen also, die nur für kurze Zeit nach Deutschland kommen.

http://www.migazin.de/2013/02/22/keine- … -rumanien/

Diese Information, dass die Zahl von 147.000 Zuzügen nicht für die Armutseinwanderung stehen kann, wurde VOR den letzten „Maischberger“, „Illner“ Sendungen veröffentlicht.
Trotzdem haben die beiden öffentlich-rechtlichen Polittalk-Schabracken genau diese Zahl als vermeintlich korrekte Angabe widergegeben, und nur dadurch, dass bei Maischberger „Hamze Bytyci“ und bei Illner die Frau „Künast“ darauf hingewiesen haben, dass das eine aufgeblasene Statistik ist, konnte das Verbreiten einer Fehlinformation mehr oder weniger verhindert werden.
Entweder hat die Rechercheabteilung bei Illner und Maischberger gepennt oder wollte vorsätzlich falsch informieren.
Beide Sendungen haben die Thematik in bekannt polemisierender und irgendwie strukturlose Weise aufgegriffen. Meiner Meinung nach wurden zwei Themen miteinander vermengt, die man besser einzeln behandeln sollte, nämlich einmal „Die Armutseinwanderung aus Rumänien und Bulgarien“ und die „Situation der Sinti und Roma in der EU“.
Bei ersterem hätte man die Chance nutzen können, die absichtlich von den Streitparteien hochgekochte Debatte, wieder zu versachlichen.

In Wirklichkeit geht es nämlich - wie fast immer - nur um das liebe Geld.
Die unter den Folgen der Armutsflucht leidenden Kommunen wollen die aufkommenden Kosten des Spaßes nicht alleine tragen, bzw. sich deswegen nicht noch weiter verschulden. Bund und Länder haben aber auch kein Bock ihre mühselig kalkulierten Etats zusätzlich zu belasten.
Und dass die großen Wirtschaftsunternehmen und die Hochfinanz, deren Lobbyisten wahrscheinlich die billige Arbeitskräfte bringende EU-Osterweiterung mit durchgesetzt haben, keine Lust haben, in irgendeinerweise einen Solidaritätbeitrag dazu zu leisten, versteht sich von selbst.

Fazit:
Der „Deutsche Städtetag“ will hinterlistig finanzielle Streitereien auf dem Rücken der Ärmsten austragen, nämlich der Armutseinwanderer, aber auch der Altbürger, die von diesem Zustrom in irgendeinerweise betroffen sind.
Und Mainstream Presse und Fernsehen spielen mit bei diesem falschen Spiel, statt z.B. den Kommunen in den Arsch zu treten, warum sie uns vorgaukeln handlungsunfähig zu sein.
Das ist so ein Schwachsinn mit dem Finger auf die Einwanderer zu zeigen, dass man sich nur an den Kopf fassen kann.
Genausogut könnten sich nach einer Tornado-Katastrophe Verantwortliche und Betroffene darüber aufregen, dass dieser böse, böse Wirbelsturm vorsätzlich durch das einzige Dorf weit und breit gezogen ist, statt eine Schneise über Wald und Wiesen zu ziehen.

Wie sollen Städte wie Duisburg, Dortmund, Essen & Co. das denn alles bezahlen? Sozialausgaben werden immer weiter gekürzt … Auffangstellen für Flüchtlinge geschlossen …

Durch die zusätzlichen Kosten der Armutswanderung droht den betroffene Städte nicht der finanzielle Totalkollaps. Es sind händelbare Unkosten.

Die Recherchen des MDI haben nach Einschätzung von Bade „den hysterischen Diskurs in luftigen Höhen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt“. Ergebnis: „Die Zahlen sind zwar auch bei nüchterner Betrachtung erheblich und verlangen gezieltes Engagement, zu Hysterie aber gibt es keinen Anlass“, so Bade.

PS:
Das steht übrigens im Positionspapier des DS.

Eine solche europäische Armutszuwanderung hat es in diesem Maße und in dieser Konstellation schwieriger Begleitbedingungen noch nicht gegeben.

:smt017 Was ist mit der Wende?

Ich habe nie gesagt, dass man irgendwelche Missstände tolerieren sollte, weil sie von einer diskriminierten Minderheit kommen. Toleranz hört da auf, wo Gesetze gebrochen werden.
Mir geht es darum, dass Gesetze nicht so festgelegt werden dürfen, dass eine Minorität wegen irgendwas vorverurteilt und pauschal benachteiligt wird.
Oder konkret gefragt:
Wie meinst du denn die Probleme, die die EU-Osterweiterung mit sich gebracht hat, lösen zu können?
Rumänen und Bulgaren dürfen kommen, außer sie gehören der Minderheit der Sintis an?
Die müssen nämlich erstmal nachweisen, arbeitswillig zu sein und eine Toilette benutzen zu können.

Ja, aber eine Kuh ist aber auch kein Pferd, nur weil sie sich für eins hält. Wenn sich dieses Rindvieh dann auch noch als was besseres aufspielt gegenüber Artgenossen, hilft nur das Spiegelvorhalten, wenn du verstehst, was ich meine.

Du sprichst soziale und keine kulturellen oder biogenetischen Probleme an. Das heißt, schon eine Generation später könnten sich diese von dir genannten Punkte in ihr Gegenteil gewandelt haben.

Was bringt dieses ständige Relativieren eigentlich den Menschen, die tatsächlich mit Problemen zu kämpfen haben? Da pisst dir tagtäglich irgendein Schwein in den Garten und du bekommst zu hören, dass “ja nicht alle so sind.”. Glückwunsch, da kann man sich dann auch etwas von kaufen. :roll:

Ich habe nun einen Beitrag ausgeblendet. Haltet euch an die üblichen deutschen Sprachkonventionen in Zukunft. Und ist mir ziemlich egal, ob einer von euch das für Neusprech oder sonstwas hält, benutzt es trotzdem in diesem Thread.

@caeshijque
Was bringt dieses ständige Pauschalisieren eigentlich den Menschen, die tatsächlich mit Problemen zu kämpfen haben? Da pisst dir tagtäglich so ein Schwein in den Garten und du meinst gleich, daß “die alle so sind”. Glückwunsch, da kann man sich dann auch etwas von kaufen. :roll: