Umgang mit Minderheiten in den Medien

Habe ich irgendwo geschrieben, dass alle so sind? Nein. Aber gutes Argument. :roll:

Das war bloß der Umkehrschluß aus dem, was du geschrieben hast. Wie war’s denn sonst gemeint?

Es war gemeint, wie ich es geschrieben habe. Es gibt in Orten wie Duisburg nun einmal diese Konflikte zwischen den Armutsflüchtlingen und den anderen Menschen, die dort wohnen. Wenn man sich einmal Berichte dazu anschaut, z.B. bei der Aktuellen Stunde des WDR, dann sieht man ganz deutlich, dass es nicht nur “spießbürgerliche” Deutsche sind, die sich dort kritisch zu Wort melden, sondern auch dort lebende Moslems, Polen, Russen, Franzosen und andere. Was ich damit sagen will ist, dass ein ständiges Relativieren weder den Menschen hilft, die von so einem Problem betroffen sind, von dem Urinieren mal abgesehen, immerhin ziehen diese verdreckten Häuser und Müllberge ja auch Ungeziefer aller Art (z.B. Ratten) an. Noch dem Ansehen von Armutsflüchtlingen im Allgemeinen gut tut. Wenn die Menschen immer fürchten müssen, dass sie nach einer negativen Äußerung direkt als Rassisten beleidigt werden, dann ist es doch klar, wenn man lieber den Mund hält. Und genau DANN haben wir das, was wir nicht haben wollen. Wenn ich das Gefühl habe mir hilft niemand bei meinem Problem, dann muss ich meine Wut einfach auf jemanden übertragen, und das wiederrum trifft häufig nicht die Richtigen (Die Politik, die mit ihrer fehlerhaften Sozialpolitik für diese Missstände verantwortlich ist.), sondern die Falschen (Die Armutsflüchtlinge). Und so wird aus persönlichen Erfahrungen, die man macht / machen muss, eben schnell ein “Die sind alle so. Sollen se ruhig wegbleiben.”

Es geht darum, dass Diskussionen wieder zugelassen werden sollen und nicht mit einem bloßen Kopfschütteln abgetan werden dürfen. “Diese ollen Rassisten schon wieder …”

Cashi, du bist genauso beratungsresistent wie izzy_bizzy. Kern deiner Aussage ist doch wiedermal: Man sollte die Sintis danach aburteilen, wie sie sich mehrheitlich verhalten.
Du verstehst nur eins nichts.
Selbst, wenn ausnahmslos jeder Sinti auf diesem Planeten ein asoziales, kriminelles Individuum wäre, welches nur Schaden anrichtet, dürfte man diese Minorität nicht in “Sippenhaft” nehmen. Es geht nämlich nicht darum, mit der Gleichbehandlung die wenigen “korrekten” Sintis zu schützen, sondern alle, auch die, die dir in den Garten pissen. Denn alle Menschen sollten vor dem Gesetz gleich sein.
Wenn eine Minderheit dafür bekannt ist, Gesetze und Konventionen mit Füßen zu treten, sollte man sich eher die Frage stellen, welche generationenübergreifenden Tyranneien gegen diese Gruppe wohl zu dieser verhaltensmäßigen Abweichung geführt haben.
Ich würd’ mich auch ärgern und keine Toleranz-Luftsprünge machen, wenn ein überbesetztes “Einwandererhotel” in meiner direkten Nachbarschaft aufmacht oder eine marodierende Sintifamilie die Umgebung terrorisiert, und ich würde alles gesetzlich mögliche unternehmen, um zu verhindern, belästigt zu werden.
Was ich aber bestimmt nicht fordern würde, sind Gesetze, die zur Entrechtung von Menschen mit bestimmter Herkunft führen, damit ich meine Ruhe habe. Denn genau solche Entrechtungen haben nämlich dazu geführt, dass diese Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Es ist ein Irrweg, den jeder halbwegs intelligente Mensch ablehnen müsste.
Unser Grundgesetz ist ein Schatz, den wir vor asozialen, abartigen, auf die Würde des Menschen pissenden Schweinen schützen müssen, aber diese Schweine sind keine Sintis, die nicht stubenrein sind, sondern Ignoranten und Opportunisten, die aus egoistischen Gründen unsere Verfassung ändern wollen.
Der Mann, dessen Garten besudelt wird, tut mir Leid. Doch shit happens.
Man kann nicht mit Fehlverhalten (Apartheid) anderes Fehlverhalten aus der Welt schaffen. Vielleicht sollte der Kerl einfach akzeptieren, dass er in einer Scheißgegend wohnt, und wenn es ihm finanziell nicht möglich ist, wegzuziehen, sollte er akzeptieren, dass er vom sozialen Stand her gar nicht so weit entfernt ist, vom Sinti, der ihm in den Garten pisst, dass er “White Trash” ist. Er könnte dann vielleicht auf die Idee kommen, dass die wahren schuldigen seinens sozialen Abstiegs nicht im Asylantenheim oder im Einwandererquartier zu finden sind, sondern in der Villengegend. Er könnte sich dann z.B. mit dem Sinti solidarisieren, und gemeinsam könnten sie in die Villengegend gehen und einem Bonzen in den Vorgarten scheißen und darauf einen trinken gehen. Zum Beispiel.

Ich habe izzy_bizzy schon diese Frage gestellt und keine Antwort bekommen, aber vielleicht fällt dir, Cashijque, ja etwas geniales ein:
Wie meinst du denn die Probleme, die die EU-Osterweiterung mit sich gebracht hat, lösen zu können?
Rumänen und Bulgaren dürfen kommen, außer sie gehören der Minderheit der Sintis an?
Visazwang wieder einführen wie Scharnagl fordert? Und wenn ja für alle Bulgaren und Rumänen oder nur für die ohne besonderen Abschluß?

Das einzige was @Caeshijque (den Usernamen kann ich bisher nur mit Copy&Paste…) fordert ist das nicht sofort jeder mit einer Nazikeule auf jemanden losgeht, der so etwas überhaupt anspricht - Und genau so reagiert wie du es gemacht hast: Mit Argumenten diskutierend, nicht mit Keulen beleidigend.
Oder? :smt017

Wenn jemand schon, wie du es als Beispiel anführst, bereits in dieser Denkspirale “Ja die sind alle so” festhängt, ausgelöst durch pers. Erfahrungen - Dann sollte man ihm zuhören und dann auf seine Fehler aufmerksam machen - Ohne das man ihm gleich regelrecht den Mund verbietet; er solle ja gefälligst tolerant und nicht so ein Nazi sein.

Ich bin aber nicht auf der Seite von izzy_bizzy, wenn man es so nennen will. Das scheinst du irgendwie unbeachtet zu lassen. Ich bin nicht der Meinung, dass man Probleme löst, indem man Menschen, die sich nicht (Edit. natürlich :lol: ) integrieren können oder wollen (aus welchen Gründen auch immer), wieder ausweist, aber man löst eben auch keine Probleme dadurch, dass Menschen aus den Ländern, in denen sie diskriminiert werden, zu uns kommen.

Ich habe zu keinem Zeitpunkt geschrieben, dass ich alle Armutsflüchtlinge über einen Kamm schere, oder dass ich sie in ihrer Allgemeinheit für asoziale Schweine halte. Ich habe meinen gestreckten Zeigefinger stets in Richtung Politik gerichtet. Einerseits die Politik in Deutschland, die dafür sorgt, dass Menschen in so einem Dreck leben müssen (Minderung von Sozialausgaben, Schließung von Wohnheimen für Armutsflüchtlinge, etc.), aber andererseits eben auch die Politik in Rumänien, Bulgarien und anderen Ländern, die es noch immer zulässt, dass diese Bevölkerungsgruppen auf massivste Art und Weise diskriminiert werden. Und DAS ist meine Lösung für das Problem. Die Menschen müssen sich in ihrer Heimat wieder wohlfühlen können, wenn es ihnen gut geht, dann stellt sich die Frage nach einer Auswanderung gar nicht. Was so verkehrt daran ist, auch andere Länder bei solchen Problemen in die Pflicht nehmen zu wollen, ist mir nicht begreiflich.

Dieser Abschnitt bedeutet auch nicht, dass ich es nicht schön finde, wenn sich Menschen, aus welchen Gründen auch immer, für ein Leben in Deutschland entscheiden. Ich finde Deutschland ist ein tolles Land und hat, neben dem trotz allem doch recht fairen, wenn auch noch weiter ausbaufähigen (siehe oben) Sozialsystem, noch viele, viele Aspekte zu bieten, die das Leben hier sehr angenehm machen. Und trotzdem bin ich froh, dass ich sehr viele Menschen kenne, deren Eltern aus anderen Ländern eingewandert sind. Ich bin froh, hier im Ruhrgebiet zu wohnen, WO eben so viele verschiedene Nationalitäten (Polen, Russen, Ukrainer, Niederländer, Türken, Griechen, Spanier und viele, viele mehr) aufeinander hocken und zeigen, dass es auch möglich ist sich so zu akzeptieren, wie man ist. Ja man, ich liebe meine Heimat und die Menschen hier. :slight_smile: Sonst würde ich gar nicht auf Missstände aufmerksam machen wollen und das alles würde mir am Arsch vorbeigehen.

Ich habe auch nie geschrieben, dass ich irgendwen „entrechten“ möchte, lediglich, dass ein Unrecht ein anderes nicht aufwiegen kann. Es ist nicht die „Schuld“ der Armutsflüchtlinge, dass sie auch in Deutschland im Dreck leben, aber es ist ihre Schuld, wenn sie meinen, dass sie in Vorgärten pinkeln oder Sperrmüll wochenlang auf die Straße stellen müssen. Wer kann diese Situation denn ändern? Nur die Politik. Die Menschen müssen raus aus diesen Dreckshäusern, damit diese dann abgerissen, neu aufgebaut oder saniert werden können und dann müssen sie zurück in die Wohnungen, begleitet von Integrationshelfern und Sozialpädagogen, die natürlich eine immense Stütze sind, aber auch gut als Vermittler zwischen den Armutsflüchtlingen und den „Einheimischen“ agieren können. Wer weiß, vielleicht schafft man es ja sogar gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und sich zu überlegen, wie man das Leben im Stadtteil gemeinsam schöner gestalten kann? So kommen sich die Menschen näher. So baut man Vorurteile ab, und nicht indem die Politik so tut, als wäre überhaupt nichts.

ExtraKlaus hat es ganz gut zusammengefasst.

PS. Merk dir einfach Kashyyyk. Ich musste den Namen bei Steam so lange ändern, bis daraus Caeshijque wurde. :mrgreen:

Wenn ihr jetzt bitte wieder die Medien in die Diskussion bekommen könntet?
Sonst kann der Thread nämlich auch mit gekürztem Topic nach “Gesellschaft & Politik” …

Ich habe izzy_bizzy schon diese Frage gestellt und keine Antwort bekommen, aber vielleicht fällt dir, Cashijque, ja etwas geniales ein:
Wie meinst du denn die Probleme, die die EU-Osterweiterung mit sich gebracht hat, lösen zu können?

Ich bin kein Politiker, ich muss darauf keine Antwort haben.

Für MannBärSchwein: Dieter Nuhr Minute 40.30
über Homo-Ehe, CSU, Bayern, Messdiener in der katholischen Kirche, daß er Witze über die Kirche machen darf,
und natürlich kleine Anmerkungen zur Fortschrittlichkeit, Toleranz, Friedfertigkeit… des Islam.
Furchtbare Hetze sowas, unglaublich, daß es in unseren stramm islamophilen GEZ-Medien so was geben darf :wink:
http://mediathek.daserste.de/sendungen_ … maerz-2013

@TextAdvebture
Der Islam-Spruch von Nuhr gegen Ende ist mir auch negativ aufgefallen und gehört eindeutig als Rassismusbeispiel in diesen Thread.

Die Ironie, die du beabsichtigt hast, kommt übrigens nicht deutlich genug rüber.

@all
Im Film „Freeze -Albtraum Nachtwache“ gibt es eine ziemlich plump rassistische Szene:
Die zwei männlichen Hauptfiguren sind mit ihren Freundinnen in einer Bar, als die beiden Frauen auf dem Weg zur Toilette von einem mit Tatoos übersäten „Latino“ und einem Zweimeter-Schwarzen, die Billiard spielen, ziemlich aggressiv mit Antatschen und Haareziehen angemacht werden.
Ist klar! So gehen diese Minderheiten in der Regel mit Frauen um.
Daraufhin macht sich einer der Hauptprotagonisten über die zwei Flegel lustig vor allen Leuten, und zwar auf ziemlich simple weise. Diese Minderheiten sind anscheinend nicht nur total aggro sondern auch geistig so zurückgeblieben, dass sie sich geistig nicht wehren können und deshalb sofort zuschlagen müssen.

Regisseur und Autor des Films ist der dänische Filmemacher „Ole Bornedal“. Obacht, wenn ihr diesen Namen lest.

Dann noch was von der systematischen Hetze, die Spiegel TV betreibt:
http://www.youtube.com/watch?v=QhtAy_07BLE
Der Hausmeister einer Wohnsiedlung - höchstwahrscheinlich Sozialwohnungen - führt das Kamerateam durch sein Revier, um aufzuzeigen, dass die Häuser, in denen Migranten wie die Vandalen hausen, von Müll, Pisse und Scheiße überschwemmt werden, während man in dem Haus, wo Frau Gabelunkel und die Frau Bühling :wink: wohnen, quasi vom Boden essen kann. „Idylle pur“, wie es der Hausmeister ausdrückt.

Es ist wirklich ekelhaft. Viele Menschen werden auch heute noch in den Medien massiv diskriminiert, nur weil sie Ausländer als Freunde hatten! Keiner hat den Mut, aufzustehen und gegen diese wirklich miese Form der Diffamierung aufzubegehren! :smt011

Da bleibt nur eines zu sagen:

[spoiler][/spoiler]

Gestern war Islam(ismus)-Themenabend im Ersten.
Erst der Leipzig-„Tatort“, indem es um den Tod eines afghanischen Auslandsstudenten und seine vermeintlichen Verwicklungen in die Vorbereitung eines Terroranschlags geht, und dann „Günther Jauch“ mit dem plakativen Sendungstitel „Im Namen Allahs - was tun gegen Deutschlands Gotteskrieger?“.
Gegen den spannend geschriebenen und inszenierten Spielfilm „Schwarzer Afghane“ aus der Feder von „H. Jancke“ ist nichts einzuwenden, aber das Geschwätz danach, war saumäßig und driftete oft in Islambashing ab, auch unter anderem deswegen, weil der fundamentalistische Christusanhänger Jauch selbst polemisierte.
Beispiel:
Jauch fragt den Journalisten Musharbash, warum soviele Deutsche zum Islam konvertieren.
Musharbash erwähnt beiläufig, dass ca. tausend Deutsche pro Jahr konvertieren.

Die Gästeauswahl war sowieso auf Polemik angelegt.
Auf der Contra-Islam-Seite befanden sich die alevitische Hetzschwester „Balci“, der koptische Ägypter und Islamrenegat „Barsoum“ und last but not least „Bosbach“, die zweite Hetzschwester im Bunde, während auf der
Pro-Islam-Front der Imam einer Berliner Moschee und der schon erwähnte Journalist „Musharbash“ saßen.
Letzterer war es auch, der mit seinen klugen Aussagen Niveau in die Runde brachte und den totalen Stammtisch verhinderte.
Überhaupt stellt sich für mich die Frage, was einen stinknormalen Imam und einen (höchstwahrscheinlich psychisch gestörten) Salafistenaussteiger zu passenden Gästen macht. Die gehören da gar nicht rein, sondern auf die mal früher bei den Polit-Talkshows übliche Betroffenheits-Couch für die Stimme des Pöbels.
Hätte man noch die journalistisch minderbemittelte „Balci“ rausgenommen, gäbe es einen Disput zwischen Bosbach und Musharbash, und das wäre meiner Meinung nach ok gewesen und hätte eine Diskussion hervorgebracht, die auf einem Niveaugrad geführt worden wäre, den diese Sendezeit auch verdient.

Das steht bei stern.de zu der Sendung:

Und bald war sowieso alles zu spät: Heider und Balci schaukelten sich immer weiter hoch, bis sie sich praktisch anschrien. Als sich dann auch noch Aussteiger Barsoum einmischte und lautstark auf arabisch aus dem Koran zitierte, lief die ganze Diskussion endgültig aus dem Ruder. Auch die sehr vernünftigen Einwürfe des Journalisten Yassin Musharbash („Ein realistischer Bezugsrahmen ist wichtig. Die meisten Muslime beschäftigen sich nicht jeden Abend mit der Koran-Auslegung“) konnten da nichts mehr retten. Es war ja auch längst kein Gespräch über „deutsche Gotteskrieger“ mehr. Sondern eine grundlegende Debatte über Integration.

Die mag nötig sein, ganz bestimmt sogar. Es gibt ja offensichtlich einigen Gesprächsbedarf und viele Probleme, die zu klären sind. Doch bitte nicht so.

Ähnliches Résumé bei faz.net:

Um so bedauerlicher, dass ein wirkliches Gespräch nicht einmal ansatzweise zustande kam. Reflexhaft wurden die Standardformeln der Islamdebatte bedient: von Extrembeispielen abgeleitete Verallgemeinerungen über Muslime und den Islam, die ein Teil der geladenen Gäste im Folgenden versuchte zu relativieren. So geriet die Diskussion schon nach wenigen Minuten zu einem wütenden Schlagabtausch der Anwesenden, von denen kaum einer bereit zu sein schien, sich der Frage der Sendung konstruktiv zu stellen. Günther Jauch wirkte bei all dem ziemlich ratlos.

Ratlos :smt017
Die Sendung stürzte ab wie die Hindenburg, auch wegen Jauch, weil er substanzlos moderiert hat, sein Eingreifen nur dazu führte, dass die Diskussion weiter verflacht.

PS:
Im Nachhinein betrachtet: welch Geldverschwendung dem „Jauch“ die Millionen für’s Scheiße-produzieren zu schenken, damit er sozusagen Potsdam bis zur letzten Hundehütte aufkaufen kann.
Nun gut, dem Mann sitzt derlei Verhalten in den Genen. Seine Mutter stammt aus dem Hochadel.

Einen Beitrag wegen Überlastung durch PI-News-Sprech ausgeblendet. Weitere ausgeblendet, da diese Reaktionen darauf waren.

Und “Zapp” hat sich auch mit den ominösen 147.000 befaßt, angeblich die Zahl der Armutseinwanderer, die letztes Jahr in Deutschland gestrandet sind.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/z … p6125.html

In diesem “Aspekte”-Beitrag geht es wieder einmal darum, dass im Fernsehen im fiktiven Bereich die Rolle der Migranten nur einen Abklatsch der Wirklichkeit darstellt.
Viele Schauspieler mit ausländischen Wurzeln beschweren sich darüber, immer nur Figuren gemäß ihrer Ethnie spielen zu dürfen, die wie von der Bild-Zeitung entworfen erscheinen.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanalueb … schen-Film

“Tyron Rickets”: "Also einen schwarzen Schauspieler in der Hauptrolle, das geht nicht. Dann geht im Osten die Quote runter."
Einen Ermittler bei der “Soko-Leipzig” durfte er aber jahrelang spielen. Zwar keine “Hauptrolle”, aber auch keine ethnisch motivierte Besetzung.
Wobei ich jetzt nicht mit Sicherheit sagen kann, wie es inhaltlich zuging.
Z.B. wenn die Folgen, in denen seine Figur im Vordergrund stand, auch passenderweise immer oder häufig in “ausländischen” Milieus spielten, was bei der “Soko-Leipzig” durchaus des öfteren vorkam, dann macht auch
die gegen den Strich-Besetzung nicht viel Sinn.

Was im Beitrag auch behauptet wird, ist, dass “Migrantenwurzel-Deutsche” (angegeben mit 20% - Ich nehme an, dass Aussiedler und Spätaussiedler mit zu den Ausländern gerechnet wurden -, sehr nett :mrgreen:) im Deutschen Fernsehen unterrepräsentiert sind.
Das ist so nicht ganz wahr. Unterrepräsentiert sind Deutsche ausländischer Herkunft im fiktiven Bereich, was vernünftige, klischeefreie Rollen angeht. Als Halunken oder sonstige Abklatschbilder sind sie durchaus präsent.
Im ganzen nicht-fiktiven Bereich werden Bürger mit fremden Wurzeln sogar viel zu oft gezeigt - leider in der Mehrzahl in einem negativen Kontext.
Ich hatte mich dahingehend ja schon mal geäußert.

Der Fall „Jonny K.“ ist natürlich geradezu prädestiniert um Moslems zu diskriminieren.
http://www.zeit.de/news/2013-05/13/deut … n-13094207
Die sechs „Haudegen“ haben ausländische Wurzeln. Drei Türken, drei Griechen.
Und im Gegensatz zur „Zeit“ machen die meisten Blätter keinen Hehl daraus.

Was der Kriminologe „Pfeiffer“ dazu meint:

Der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, hat mit Blick auf den Prozessbeginn im Fall Jonny K. zur Besonnenheit beim Thema Jugendgewalt bei Muslimen gemahnt. „Es ist richtig, dass junge Muslime, gemessen an jungen Deutschen, etwas häufiger Gewalttaten verüben“, sagte er im Interview mit dem Fernsehsender Phoenix. Dies sei jedoch kein Wunder angesichts der schwierigen sozialen Umstände, aus denen sie kämen, so Pfeiffer weiter. „Insgesamt ist auch bei Muslimen die Gewaltkriminalität rückläufig, wie auch bei Deutschen.“ Es gebe keinen Anlass zum „Dramatisieren“. Tötungsdelikte und schwere Gewalttaten Jugendlicher gingen in Deutschland zurück, auch in Berlin, fügte Pfeiffer hinzu.
http://www.ad-hoc-news.de/kriminologe-m … s/27629423

Das sieht Stern-TV natürlich anders.

Was kann man gegen die stetig wachsende Brutalität bei Jugendlichen tun? Darüber diskutieren Tina K., die Schwester des Getöteten und Nebenklägerin im Prozess, mit dem verurteilte Gewalttäter Muhammed M., der Justizsenator der Stadt Berlin Thomas Heilmann, der Opferbeauftragter des Landes Berlin Roland Weber und Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Neukölln live bei stern TV.
http://www.stern.de/tv/sterntv/jugendge … 10395.html

In der Diskussion in der gestrigen Ausgabe wurde Jugendgewalt und Jugendliche mit moslemischem Hintergrund undifferenziert in einen Topf geworfen.
Typisch ist wiedermal, wie selbstverständlich einen geläuterten Moslem mit langem Vorstrafenregister als Beispiel für Jugendgewalt in die Runde aufzunehmen.
Dann noch den Hetzer vom Dienst, Buschkovsky, der die Wurzeln des Übels am liebsten in der moslemischen Kultur sucht.
Und Tina K., die Bambi prämierte Schwester des Getöteten, die bei jeder Gelegenheit gegen Türken und Araber hetzt.

Pfeiffer weiter:

Die mit Aufregung geführte Debatte über Jugendgewalt vor dem Prozess in Berlin sieht Pfeiffer gelassen: „Die Emotionen waren im Vorfeld verständlicherweise sehr groß. Wenn der Prozess beginnt, dann gehen die Dinge ihren normalen Gang. Ich hoffe, dass man die Emotionen einigermaßen aus dem Prozess raushalten kann.“ Dass sich die Angeklagten in diesem Verfahren gegenseitig beschuldigen, sei kein Problem: „Da vertraue ich auf die erfahrenen Richter und die Staatsanwaltschaft. Das kriegen die normalerweise schon hin.“ Über die Urteile gegen jugendliche Gewalttäter zeigte sich Pfeiffer grundsätzlich zufrieden: „Unsere Gerichte urteilen da mit einem gewissen Mittelmaß. Insgesamt stimmt die Linie sehr gut“, betonte er.

Auch hier muss Stern-TV überdramatisieren, quasi gegenteiliges behaupten:

Doch weshalb wird die Justiz der Jugendgewalt nicht Herr? Sind die Strafen für brutale Schläger zu lasch?

Im Übrigen:
Ich find’s in der Regel legitim, dass z.B. Zeitungen wie die Bild oder Sender wie RTL bestehende Migrationshintergründe von Personen bei Fällen aller Art nicht verheimlichen.
Das ist, meiner Meinung nach, geradeso im Rahmen journalistischer Freiheit, und man muss es so hinnehmen.

Mönsch Mannbärschwein, das jetzt ohne Quellen und Zitate einfach mal so in den Raum zu knallen, ist jetzt irgendwie auch ganz schön, öhm …hetzerisch?


PS: weder von der Webseite iamjonny.de, noch von den Medienauftritten Tina K’s ist mir auch nur ansatzweise irgendeine Hetze gegen Araber oä. bekannt. Im Gegenteil, sie stellt die Herkunft der Angeklagten gerade nicht in den Mittelpunkt und sagt immer, dass ihr Verein sich für ein friedliches Miteinander engagiert. Wenn sie von den Angeklagten spricht, sagt sie meist „die Jungs“ …Mannbärschwein, Du haust hier im Wahn nur noch der Reih um allen mal ordentlich eine rein, ohne es noch mitzukriegen.

@Kiyotake
Nenn’ du es Wahn, ich nenne es Kompromisslosigkeit.

Tina K. ist in den Medien als emotionsgeladenes und undifferenziert nach Vergeltung schreiendes Opfer unterwegs. Sie kritisiert den vermeintlichen Kuschelumgang mit jugendlichen Kriminellen und fordert mehr Härte.
Ein irrationaler Vergeltungswahn, der Moslemhetzern, für die dieser Fall ein gefundenes Fressen ist, in die Hände spielt, und der auch Tina Ks Stiftungs- und Vereinsarbeit für eine friedlichere und sicherere Gesellschaft unglaubwürdig macht.
Man kann nicht Hass und Liebe gleichzeitig predigen.

Wo Tina K. nach „Vergeltung schreit“ ist zwar auch der Mannbärschwein’schen Fantasie überlassen; aber gut, das macht Sinn. Die Rechten beklagen ja auch, dass die Angehörigen der NSU-Opfer mit ihrem Drang nach Gerechtigkeit lediglich Erfüllungsgehilfen des linken Mainstreams sind.

Guts Nächtle.

Ganz allgemein finde ich so was

junge Muslime, gemessen an jungen Deutschen

eine ziemlich dämliche Differenzierung.
In dem Fall doppelt dämlich: