Mir fallen gerade spontan auch nur 2 demokratisch verfasste Staaten ein, in denen bei der Direktwahl des Staatsoberhauptes auf eine Stichwahl ganz verzichtet wird, unabhängig des Ergebnisses im ersten Wahlganges:
Ich Rede von Mexiko und Südkorea.
Zugegeben, in Mexiko hätte sich bei den letzten beiden Wahlen eine Stichwahl erübrigt (Andrés Manuel Lopez Obrador wurde 2018 mit 54,7 Prozent der gültigen Stimmen gewählt, seine Nachfolgerin Claudia Sheinbaum wurde 2024 sogar mit 61,2 Prozent der gültigen Stimmen gewählt).
In Südkorea jedoch nicht. Südkorea hatte ja 2 Präsidentschaftswahlen in diesem Jahrzehnt, die eine fand 2022 statt und sah, wie Yoon Suk Yeol mit 48,6 Prozent der gültigen Stimmen zum Präsidenten gewählt wurde. Der wurde dann Anfang diesen Jahres des Amtes enthoben weil er es für eine gute Idee hielt, auf eine politische Krise dergestalt zu reagieren, dass er einfach für gut 6 Stunden das Kriegsrecht verhängte. Es folgte ein erfolgreiches Amtsenthebungsverfahren und eine vorgezogene Präsidentschaftswahl im Juni diesen Jahres. Und in der wurde schließlich Lee Jae Myung mit 49,4 Prozent der gültigen Stimmen zum Präsidenten gewählt.
Es gab allerdings natürlich in beiden Ländern auch extremere Fälle:
Im Jahr 1987, bei der ersten freien Präsidentschaftswahl in Südkorea, reichten für Roh Tae-woo 36,6 Prozent der gültigen Stimmen, um zum Präsidenten gewählt zu werden.
Mexiko hatte nach den Wahlen 2006 (Felipe Calderón, 36,7 Prozent der gültigen Stimmen) und 2012 (Enrique Peña Nieto, 39,2 Prozent der gültigen Stimmen) zwei direkt aufeinanderfolgende Präsidenten, die jeweils weniger als 40 Prozent aller gültigen Stimmen auf sich vereinen konnten.