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Sonntagsfrühstück 7: Erlebnisse in der Bahn


#1

Hier kann darüber diskutiert werden!


#2

Freischalten um 5 Uhr. Ehrenmann. In Wirklichkeit willst du nur ausschlafen :smiley:


#3

Adam wirkt auf mich ein bisschen so als waere er eigentlich eine zu wichtige Persoenlichkeit, um da mit am Tisch zu sitzen, aber manchmal hat er ein bisschen recht. Notbremse ziehen. Ja, ne.

Edit: Trollt Holger? Das mit den Aesten / dem Wetter…


#4

Ich muss ehrlich sagen, dass ich keine negativen Erfahrungen mit der Bahn habe. Das mag auch daran liegen, dass ich ein eher meditativer Typ bin und kein Problem habe, mal umplanmäßig 15 Minuten zu warten. Ich bin zur Zeit meines Studiums ca. 2 Stunden täglich mit der Bahn gefahren. Klar gab es auch mal die berühmten „Personenschäden“ und entsprechende Verspätungen oder andere Probleme, auch mal Totalausfälle. Aber in der Summe war es doch recht OK. Für längere Distanzen bevorzuge ich Inlandsflüge, weil meine Ökobilanz ansonsten einfach viel zu gut wäre. Was Fernverkehr angeht, kann ich also weniger mitreden. Ich beobachte gerne Menschen… und da bietet der öffentliche Nahverkehr natürlich die besten Möglichkeiten. Skurrile Menschen, komische Situationen, krasse Erlebnisse. Auch ein Pro-Argument.

Besonders positiv habe ich Urlaubsreisen in meiner Kindheit in Erinnerung. Wir sind auch immer mit Schlafzügen nach Italien gefahren und ich habe es geliebt. In erster Linie, weil es eine schöne Strecke war (entlang des Rheins, durch alpine Landschaften etc.).

Aber aber: Ich empfehle die Videos von Horst Lüning zum Thema Bahn. Die regen schon zum Nachdenken an und man fragt sich, ob es für die klassische Bahn eine Zukunft geben sollte. Aber so lange wir (noch) nicht durch Vakuumröhren von A nach B geschossen werden, ist die Bahn nicht sooooo schlecht.

@marioperez007 Thema Flixbus. Ich bin einmal mit Flixbus (oder war es Post? Ich weiß es nicht mehr) von Essen nach Hamburg gefahren, das Rückfahrticket hatte ich verfallen lassen und bin dann mit der Bahn gefahren, weil es für mich eine Tortour war. Das größte Manko für mich: Die Enge der Sitze. Ich bin 1,94 groß und es war eine Qual. Im Zug hat man genug Beinfreiheit. Im Flieger kann man XXL-Seats buchen. Hast Du nicht ähnliche Probleme?


#5

Ich muss einfach mal ein bisschen Adam-Liebe dalassen. Er führt mal schön vor Augen, wie der gute Service soweit ausgenutzt wird, dass jegliche Kulanz zur Selbstverständlichkeit verklärt wird.


#6

In Postbussen gab es in der Sitzreihe ganz hinten immer drei Plätze mit ausreichend Beinfreiheit, das war toll :smiley: Und da es dort auch ein Reservierungssystem gab, hätte man sich diese Plätze immer für 2 € reservieren können.
Ich bin nur 1,88m groß, aber auf Fahrten über 3 Stunden sind mir die Flixbusse auch zu eng. Daher nur noch Bahn, sofern irgendwie bezahlbar


#7

Ich muss Adam hier auch recht geben. Es wird immer alles als selbstverständlich erachtet.
Und immer dieses dumme “Ich zahl ja dafür”. Bei jedem Thema hört man diesen Schwachsinn.
Dann vielleicht noch den Zugbegleitern diese Phrase um die Ohren hauen, weil die glauben natürlich alle fahren kostenlos mit.

Mag sein, dass vor 20 Jahren alles besser war. Aber wieviele Züge waren damals unterwegs und wieviele sind es heute? Ich glaube eher, die Menschen sind mehr “mimimi” geworden und nicht die Bahn.


#8

Beim Ziehen der Handbremse stimme ich Adam zu: Die Handbremse ziehen, weil man seinen Halt verpasst hat? Gehts noch? :smiley: Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man damit so erfolgreich ist, wie Holger & Mario sich das vorstellen: Eines Abends bin ich extra fünf Minuten eher aus einer Vorlesung gegangen, um eine S-Bahn früher zu erreichen und damit eine Regionalbahn eher nach Hause fahren zu können. Bis in die Regionalbahn hat alles wunderbar funktioniert, sie fuhr pünktlich los und ich habe mich schon gefreut, durch die fünf verpassten Vorlesungsminuten 60 Minuten eher zu Hause zu sein. Die Fahrt war allerdings nicht allzu lang: Etwa 50 Meter hinter dem Bahnsteig hielt der Zug plötzlich an, offenbar wegen eines Triebwerkschadens. Da die ersten Leute nach zehn, zwanzig Minuten versuchten, die Türen zu öffnen, kamen direkt Durchsagen: Wir sind auf offener Strecke und man solle das Türenöffnen unterlassen, da man sonst die Polizei rufen und das zur Anzeige bringen würde. Mal eben Aussteigen und die 50 Meter zurücklaufen, war aus Bahnsicht also nicht möglich. Besonders frustrierend für mich war natürlich, nach einer Stunde den Zug an mir vorbeifahren zu sehen, den ich regulär genommen hätte. Tja. Nach etwa zwei Stunden konnte schließlich eine Lok organisiert werden, die uns die 50 Meter zurückgeschoben hat. Ich bin letztlich zwei Züge und zweieinhalb Stunden später, als eigentlich geplant, nach Hause gekommen :slight_smile: .

Ich kann mir vorstellen, dass es ähnlich läuft, wenn man einfach irgendwo die Notbremse zieht, weil man z. B. seinen Halt verpasst hat :wink: .


#9

Kommt auf den Zusammenhang an.

Wenn du sagst, die Leute haben früher mehr ausgehalten und nicht ständig gejammert, zitiert irgendjemand Sokrates und verlinkt eine Statistik, wonach die Leute heute sogar viel mehr aushalten als früher.

Sagst du wiederum, dass das Leben früher einfacher war und man sich heute viel mehr aufregen muss, zitiert irgendjemand Sokrates und verlinkt eine Statistik, wonach die Leute heutzutage einfach verstärkt zum Jammern neigen.


#10

Adam redet hier 90 Minuten Verspätung noch schön. Und es stimmt:

Wir zahlen auch dafür! Für Pünktlichkeit! Übrigens auch bei Livestreams.


#11

Du zahlst um ein Service nutzen zu können.
Der Technik ist das ziemlich egal.
Es ist einfach nicht möglich irgendwas 100% perfekt zu betreiben.


#12

Als Vielfahrer, sowohl privat als auch geschäftlich, sowohl im Fernverkehr als auch im Nahverkehr, kann ich nur sagen, dass die Bahn erheblich besser ist, als ihr Ruf.

Natürlich gibt es einige ärgerliche Situationen, die betreffen oft aber vor allem die Kommunikation.

Mit dem Auto ist ja auch vieles nicht unproblematisch, wird aber anders wahrgenommen. Wer sich vor allem auf das KFZ in Punkto Logistik festlegt, hat oft ziemliche Schwierigkeiten, wenn es kurzzeitig nicht zur Verfügung steht. Zudem gibt es beim Auto keine definierte Ankunftszeit. Fahre ich von München in 4,5 Stunden zu meinen Eltern nach Köln, ist eine Verspätung von 15 Min. schon ein Drama. Fahren sie mit dem Auto zu mir, bekomme ich eine Ankunftszeit zwischen 16 und 19 Uhr angekündigt.

Es hängt auch vieles davon ab, ob man professionell Bahnfahren kann.
Wenn es ungeplante Ereignisse gibt, kann man sehr oft ausweichen, häufig sogar eleganter, als es das Zugpersonal weiss, wenn man sich selbst kundig gemacht hat.

Es ist halt heute wie früher auch - geographische Entfernungen sind vorhanden und müssen überbrückt werden. Dabei sind wir heute um ein Vielfaches flexibler und schneller unterwegs, so dass wir früher unhandlebare Entfernungen als alltäglich empfinden. Im Problemfall bleiben die Entfernungen aber nach wie vor, auch wenn wir heute Hunderttausende gewohnt sind, in kürzester Zeit zu überbrücken. Jede Reise ist letztlich ein Risiko und je besser man vorbereitet ist, desto weniger kratzt einen das.


#13

100% erwarte ich nicht. 73% aber auch nicht!


#14

Komisch, dass das in Japan nahezu möglich ist…


#15

Es stimmt definitiv, an den Verspätungen sind oft die Leute selber Schuld. Merk ich ja schon beim normalen ÖPNV, da wird gemeckert und gemotzt, wenn mal Bus oder Bahn nicht pünktlich kommen, aber wehe der Fahrer wartet nicht, wenn man angerannt kommt.

Das Ding mit der Notbremse ist auch so was. Als würde der Zug bremsen und direkt stehen. Wenn ich nicht weiß, wo ich aussteigen muss, dann bin ich doch erst recht aufmerksamer und das der Zug Verspätung hatte zählt doch auch nicht, dann kann ich dass ebenfalls einplanen. Also ich fahre regelmäßig Regionalbahn und die hält an jedem Dorfbahnhof, trotzdem weiß ich immer ungefähr wann und wo ich aussteigen muss und mache mich bereit. Von Digitalanzeigen, die den nächsten Halt anzeigen u.ä. ganz zu schweigen.

Das mit dem WLAN verstehe ich auch nicht, da wird ernsthaft verlangt, dass kostenloses Internet bereitgestellt wird? Wieso das? Wenn es das gibt, dann ist doch schön und gut, aber das zu erwarten ist etwas vermessen.

In Japan gibt es aber mehrere Zugbetreiber, auch oft mehrere parallele Gleise. Und Tokyo ist nicht gleich ganz Japan :wink:

Vergleichen lässt sich das nicht unbedingt.


#16

Damit man die Haltestelle verpassen kann.


#17

Und ob! Früher war die Bahn ja pünktlicher - und die deutsche Pünktlichkeit war weltberühmt.


#18

Wenn die Bahn damit wirbt, ist es Teil des zu erwartenden Service und dann ist es auch berechtigt, es einzufordern. Denn das WLAN und die Tatsache, dass es mir erlaubt zu arbeiten, ist der Hauptgrund für mich, die Bahn zu wählen, ansonsten hätte ich (z.T. preiswertere) Alternativen.


#19

Das ist sie heute noch. Die Beschwerden der Deutschen über ihre ach so unpünktliche Bahn werden, sieht man vom ostasiatischen Raum ab, eigentlich überall belächelt.


#20

Weil es da keine Bahn gibt?
Ich jedenfalls kann die Verspätungen gar nicht mehr zählen, weil irgendwo ein Vöglein oder ein Blatt auf den Gleisen lag.