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Sonntagsfrühstück #28: Political Correctness

Interessanterweise wird der Begriff Zigeunersauce von den Herstellern noch verwendet. Knorr und Kühne sind ja jetzt nicht gerade unbekannte Hersteller. Hier ein Screenshot aus dem Rewe-Shop:
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Während „innerer Reichsparteitag“ tatsächlich aus der NS-Zeit stammt, kommt „bis zur Vergasung“ aus der Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg. „Innerer Reichsparteitag“ kann spöttisch verwendet werden, um übertriebene (verordnete) Freude auszudrücken. „Bis zur Vergasung“ bezieht sich hingegen immer auf das Töten durch Giftgas.

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There we go…

„nicht immer gleich“ ist leicht dahergesagt. Wenn du dir Zeit deines Lebens immer und immer wieder die selben, dummen Sprüche anhören musst, ist irgendwann Schluss mit Humor zeigen.
Anders gesagt: wer dumme Sprüche ablässt sollte sich im Klaren darüber sein, dass seine Zielscheibe solche Sprüche schon sehr lange immer wieder gefallen lassen soll.

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Nicht unbedingt, sicherlich wird das heute so von den meisten so verstanden und ich würde die Redewendung daher auch nicht verwenden. Es gibt aber auch die These dass die Redewendung viel älter ist, und sich ganz einfach auf das kochen von Wasser bezieht (eben bis zur Vergasung).

Im Grunde genügt doch eine gewisse Höflichkeit im Umgang miteinander und dass man sich mal ein wenig Gedanken macht über die Worte die man benutzt und ob diese vielleicht missverstanden werden oder unangemessen sind.

Das kann man „Political Correctness“ nennen, muss man aber nicht. Ich nenne es nur „Höflichkeit“.

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Da gab es auch schon Diskussionen

Außerdem ist die Zigeunersauce 1887 von Carl Friedrich Zigeuner erfunden worden.

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Omg, als @marioperez007 „negativ“ sagt und Lars (Forenname?) fast einen Herzinfrakt bekommt :rofl::rofl::rofl:

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Bei der Frage nach der Political Correctness lande ich für mich immer wieder an dem Punkt dass es weniger wichtig ist, was jemand sagt, sondern welche Geisteshaltung dahinter steckt. Und da das nicht immer so eindeutig feststellbar ist, werden wir auch weiterhin ausführlich darüber diskutieren dürfen.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist diese beinahe kindliche Trotzhaltung, die bei vielen Leuten teilweise schon fast aggressiv zutage tritt. Dieses "ich lass mir doch nicht ständig verbieten, was ich sagen darf und was nicht!!!"
Frage: wenn ich schon weiß, dass sich jemand durch bestimmte Worte angegriffen fühlt, was ist dann so schlimm daran, einen anderen Begriff zu verwenden? Wie kann man sich eingeschränkt fühlen, wenn man statt „Zigeunerschnitzel“ einfach „Schnitzel nach Balkan-Art“ sagt? Wo greift es mich bitte als Persönlichkeit an, wenn ich statt „Mohrenkopf“ jetzt „Schaumkuss“ sage?

Für mich persönlich war der Begriff „Zigeuner“ übrigens nie negativ besetzt, weil ich ihn immer nur in Verbindung mit leckerem Zigeunerschnitzel und dem Zigeunerjazz-Gitarrengott Django Reinhardt verwendet habe. Dabei habe ich mir auch nie was Böses gedacht. Aber Sprache und Gesellschaft verändern sich nunmal. Manchmal sogar zum Besseren. Und wenn man schon was dazugelernt hat und erkannt hat, dass bestimmte Begriffe diskriminierend sein können – auch wenn man sich selbst nie was Negatives dabei gedacht hat – dann kann man sich doch darauf einstellen und künftig von Sinti-Jazz oder Gypsy-Swing sprechen und ein Schnitzel Budapester Art bestellen.

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Warum fordert man das Zeigen von Humor eigentlich nie von den Kritisierten?

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Es sitzen etwas viele weiße cis Männer am Frühstückstisch!

Und alt sind se auch noch.

Ist gypsy besser, weil so viele S&R kein Englisch sprechen und sie dann nicht merken, dass man sie Zigeuner genannt hat?

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Das wirft eine interessante Frage auf: Ist es überhaupt korrekt einer Gruppe von Menschen bestimmte namen zu geben?

Eine gute Frage, die ich mir selbst schon oft genug gestellt hab. Der Begriff scheint aber als akzeptabel zu gelten. Ob das Sinn macht ist diskussionswürdig. Ich selbst verwende eigentlich am liebsten sowas wie Django-Swing oder erwähne einfach den Namen Django Reinhardt, wenn mich jemand nach der Stilistik fragt.

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Problematisch KANN „political correctness“ für mich immer werden, wenn zwei Sachverhalte zutreffen – und zwar auf der einen wie auf der anderen Seite: 1. PC: Jemand macht sich zum Anwalt für Andere und/oder hat aber wenig Ahnung und 2. Non-PC: Etwas geschieht aus Trotz und man benutzt Begriffe wie „Neger“ und dergleichen als „Statement“ – hierzu zählen Anti-PC-Typen ebenso wie Leute, die sich maßlos überschätzen, was „schwarzen Humor“ angeht…

Noch zum N-Wort: In den USA ist es eine andere Dimension. Wenn in Deutschland der Begriff „Neger“ verwendet wird, erst Recht in naiver Weise von einer bestimmten Generation, KANN es harmlos sein… und maximal blöd. Wenn aber der Begriff „Nigger“ hierzulande verwendet wird, ist klar, dass es rassistisch und maximal abwertend gemeint ist. In den USA ist der Begriff „Nigger“ natürlich auch maximal rassistisch. Es sei denn… er wird von Schwarzen, z.B. im Rap, in selbstironischer Weise verwendet. Für einen weißen Rapper ist es aber ein absolutes NO-GO. So viel zum Thema Witze über die „eigene Gruppe“ machen.

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Nein, die sagen „Nigga“, nicht „Nigger“. Wichtiger Unterschied.

Und auch das wird kein weisser Rapper sagen.

Primärer Unterschied scheint mir nur zu sein, dass Nigga African-American Vernacular English ist.

Ich musste damals auf der Realschule in der 9 Klasse ein Referat in Englisch halten.
Das Thema durfte ich mir selbst aussuchen und im Anschluss auf das Referat musste ich mich 5 min frei mit den Lehreren über das Thema unterhalten können. Das nannte sich glaube ich Kompetenzprüfung.
Was auch immer.
Da ich ein sehr großer Fan von Rapmusik bin, besonders Old School Rap aus den 90ern hab ich mein Referat über 2Pac gehalten.
Und als ich über seine Alben refererierte nannte ich den Titel seines zweiten Albums „Stritcly 4 my N.I.G.G.A.Z“
Und auch viele seiner Songs beinhalten das N-Wort, „Rather be ya Nigga“ sogar im Titel
Und wer die Rapgruppe N.W.A kennt weiß auch, dass das „Niggas with Attitude“ bedeutet.

Ist es für mich als Weißer in Ordnung diese Titel laut auszusprechen? Also ich würde das N-Wort niemals im Bezug auf eine Person verwenden, aber da sich die Künstler hier eindeutig dafür entschieden haben das Wort als Teil ihres Kunstwerks zu gebrauchen, sollte ich als Hörer der Musik auch in der Lage sein dürfen darüber zu reden. Wie meint ihr das?
Hier wurde ja schon geschrieben das man solche Worte nur untereinander gebrauchen darf wenn man zu der Gruppe gehört. Aber schließt man damit nicht irgendwie alle Fans aus die nicht zu der Gruppe gehören?