Sonntagsfrühstück 126: Erlebnisse mit Ärzten, Krankenhäusern, Kassen

Erstens kann man mich nicht mehr sperren, weil das ist Diskriminierung, und zweitens könntest du auf einem Behindertenparkplatz parken, wenn wir öhh, einen Strip-Club besuchen.

Ist das Merkzeichen für gehbehindert.
„Schwere innere Leiden können ebenso zum Merkzeichen berechtigen, wenn dadurch die Gehfähigkeit erheblich eingeschränkt ist. Das ist möglich z.B. bei schweren Herzschäden […]“

Muss man zum Angeben und Parken nicht „aG“ haben? 50 ist auch n bissl wenig, oder?

Aber scheinbar kann ich kostenlos den ÖPNV nutzen? Oo Die Marke kostet halt. Ach, das ist auch schon wieder so ein bürokratisches Monstrum. Gott sei dank hab ich gar kein Auto.

50 ist der Pauschalwert für den Defi. Ich bin ja zu keinen weiteren Untersuchungen gegangen. Aber so wenig ist 50 nicht, Schrittmacher gibt 10, fehlende Schilddrüse nur so 20 oder 30. Du würdest vielleicht 100 kriegen, ich weiß nicht.

Wundert mich eh, dass die sofort 50 geben, statt pauschal 40 und dann rumweinen, dass sie mehr Unterlagen brauchen für ne Schwerbehinderung.

Das Wichtigste ist eh, dass Du mental auf der Höhe bist, das wird hier wohl niemand anzweifeln. Stephen Hawking hatte wahrscheinlich aG 100 … na und?

Aber Stichwort Behinderung und Arbeitsplatz, erklär mir nun bitte noch, inwiefern bspw ich demütig für einen Job sein muss. Eckdaten voriger Arbeitgeber: Rewe Franchiser, 12,50 brutto, 6 Monate Probezeit, befristet auf 12 Monate, nur Teilzeit möglich, muss bei beschäftigten Mitarbeitern mit Behinderung weniger Ausgleichsabgabe zahlen. Inwiefern profitiere ich hier mehr vom Arbeitgeber als umgekehrt?

Wieso muss man denn „mehr“ profitieren als der Arbeitgeber? Das würde ja marktwirtschaftlich auch gar nicht funktionieren. Außerdem: Ich nehme den Arbeitsmarkt (welcher inzwischen zweifelsfrei ein Arbeitnehmer-Markt ist) chancenreicher wahr, als noch vor Corona – sprich 2020. Sei es bspw. auf XING oder LinkedIn, wo die Arbeitgeber händeringend nach gutem Personal suchen.

Es geht darum, dass @dandee das impliziert, wenn er meint, dass ihm eine Demut fehlt, überhaupt einen Job zu haben.

Und wenn der Einzelhandel so dringend Arbeitskräfte braucht, warum zahlt man nur knapp über Mindestlohn? Mehr kann man sich nicht leisten oder wie? Warum kann Rewe nur 12,50 zahlen, Aldi aber 14?

Und warum sollte ich eine Kopie meines Behindertenausweises überhaupt je abgeben, wenn man eh nie Rücksicht nimmt, und überhaupt auch nur die Menschen mit Behinderung einstellt, die einem keinen Umstand machen.

Dann geh‘ halt zu ALDI, wenn es sich für dich eher lohnt :man_shrugging:

Es geht ja nicht darum, ob sich ein REWE etwas nicht leisten kann (können sie natürlich), sondern darum, wo der Schwellenpreis/Stunde liegt, ab dem genug Bewerbungen reinkommen.

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Es kommen ja nicht mehr genug Bewerbungen rein und der Einzelhandel weint ganz krass?

Und dann gleicht man als Mitarbeiter die fehlende Arbeit aus, und soll dann auch noch dankbar für den Job sein. Ok

Auch als Kunde komm ich in Läden mit Aushang „etzala keine Mitarbeiter, bitte um Verständnis“.

Es kommt auch immer darauf an, auf welche Branche man blickt. Ein Beispiel aus unserer Firma (Versicherungsbranche): Es gibt durchaus genügend Bewerber; die meisten sind nur einfach nicht qualifiziert genug (beherrschen nicht die deutsche Rechtschreibung, wollen morgens erstmal lange ausschlafen, etc.) – das funktioniert in dieser Branche einfach nicht.

Im Bereich Gastronomie ist es nochmal anders: Dort gibt es schlichtweg weniger Bewerber. Aber nicht, weil sie nicht qualifiziert wären, sondern weil sie auf die stundenlange Maloche keinen Bock mehr haben, lieber freie Wochenenden haben möchten und sich für den ein oder anderen das Bürgergeld mehr rentiert…

Und eben genau das meinte ich mit: Der Arbeitsmarkt ist ein Arbeitnehmer-Markt. Die Leute sind wählerischer geworden.

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Fragt sich natürlich, wie lange wir uns das noch leisten können oder wollen, dass Leute wählerischer sind, wenn es volkswirtschaftlich schadet und die Sozialetats belastet.

Ich könnte auch einfach gar nicht mehr arbeiten. Lohnt sich ja nicht und wird offensichtlich auch nicht sonderlich respektiert.

In der Gastronomie gibt es doch schon Service-Roboter, bin kürzlich mal in Berlin von einem bedient worden.

Wäre doch ein Witz, wenn nicht auch Regale automatisch eingeräumt werden könnten bzw. Mit einer reduzierten Zahl an Mitarbeitern, die nur noch überwachen/zuarbeiten,


Nicht einmal für die Sachgebietsleitung der Schadensregulierung M-Z?

Ein Pizza-Automat?

Ich nehme folgendes Beispiel: Wenn ein Handwerker im Monat 3.000 EUR (brutto) verdient (wofür er handwerkliches Geschick mitbringen muss, mindestens eine 40 Stunden-Woche hat und auch gewissen, beruflichen Gefahren ausgesetzt ist) und ein Influencer auf Youtube oder Instagram dasselbe (wenn nicht sogar noch mehr) verdient, dann kann ich schon nachvollziehen, dass sich das für den ein oder anderen ungerecht anfühlt.

Da denkt man sich nämlich: Wieso soll ich überhaupt noch ne jahrelange Ausbildung machen, morgens früh aufstehen, mich in den Berufsverkehr begeben, wenn ich auch einfach gemütlich zuhause bleiben kann - und ich sage es jetzt ganz bewusst provokant - „nix“ dafür tun muss.

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Klar - gibt natürlich auch im Einzelhandel mehr SB-Kassen als früher.

Als ich kürzlich mal bei Saturn war, stand dort ein Schild „Diese Filiale wird bestreikt - es kann daher zu Wartezeiten und reduziertem Service kommen“. Am Ende war es halt so mau, wie immer :smile:

Gibt auch einzelne Märkte mit nur Scan & Go (nicht in Deutschland imo)

Die Roboter-Gewerkschaft ruft zum Generalstreik auf

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Das stimmt natürlich. Gerade durch die wiederholte Anhebung des Bürgergeldes ab dem 01.01.24, zusätzliche Vergünstigungen (keine GEZ, subventioniertes ÖPNV-Ticket…), wird das Lohnabstandsgebot zu gering qualifizierten Tätigkeiten kaum noch eingehalten.

Und dazu kommt die angesprochene Diskrepanz 39 Stunden + Pendelzeit/Woche vs. 7 Tage Freizeit.

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