Ich würde so einen Satz nicht mal über mein eigenes Leben verfassen. Ja, ich würde soweit gehen und sagen, nicht mal der Großteil des gesamten menschlichen Lebens auf der Erde ist es wert, dafür alle kunsthistorischen und kulturellen Schätze verloren zu geben ( ist natürlich eine hypothetischer Diskussion, diese Wahl gibt es ja nicht). Denn eben diese wirken über die Lebensdauer ihrer Schaffer hinaus.
Selbst wenn es nur noch ne Millionen Menschen gäbe, so würden die kulturhistorischen Überieferungen, das Erbe der Menschheit weitertragen. Das ist mit Abstand bedeutender als dein oder mein Leben.
Deiner Meinung nach wäre es also hypothetisch unredlich einen Isis-Terroristen zu erschießen, der gerade dabei ist, die Cheopspyriamide in die Luft zu jagen. Ich sage, Knall das Schwein ab.
Oh, Stella meldet sich gleich zu Wort. Nur zur Erinnerung das ist der, der sich auch ohne Notwendigkeit wünscht jegliches kulturelle Erbe zu vernichten.
Natürlich wäre es unredlich ein Menschenleben mit Sachbeschädigung gleich zu setzen!
Natürlich wiegt die zerstörung von Kultur und Kunst schwerer wie das zerstören eines Autos. Aber in einen Land in welchen man einen Menschen opfern würde um die Mona Lisa zu retten, will Ich nicht leben.
(Das es Menschen gibt, die bereits sind ihr Leben für sowas zu riskieren, will ich allerdings nicht unterschlagen und ihnen gilt auch respeckt."
Na ja,ich habe ja gesagt warum mir Kulturgüter wichtig sind, aber sie jetzt gegen lebende Menschen auszuspielen finde ich quatsch. Dann lieber ein Leben retten, und alle Kulturgüter aufgeben.
Nur dass sie halt, wenn sie niemand wartet, mit der Zeit unweigerlich aus ihrer Existenz verschwinden. Bis eine neue Rasse nachkommt, die intelligent genug ist, unsere Spuren zu lesen, sind bestenfalls noch die Pyramiden übrig.
Und 50 Jahre später, haben wir beides nicht mehr, dann hast du zwar nicht den einen Menschen sterben lassen, aber die Menschheit.
Die Würde der Menschheit liegt über der eines Menschen. Das Leben eines einzelnen ist nur mit einer begrenzten Zahl Menschen unmittelbar verbunden, das kulturhistorische Erbe der Menschheit, mit jedem einzelnen.
Diese wichtige Aufgabe haben wir zu erfüllen.
Konsequent zu Ende gedacht, hieße eurer Wunsch aber auch, dass man sämtliche Restauration An kulturellen Bauwerken, historischen Bauten etc. sofort einstellt und das dadurch gesparte Geld in der dritten Welt für Nahrung ausgibt. Wäre ja sonst verschwendet. Ist das so?
Die Rechnung kannst du umgekehrt auch aufmachen. Den Toten sind die von ihnen gebauten Monumente und Werke egal, aber nicht uns, den lebenden. Daher bilden die lebenden Menschen und die Kultur um sie herum eine Einheit. Daher ist es schlimm wenn ein Mensch stirbt, und es ist schlimm wenn ein Werk unwiderruflich verloren geht, dass diesen Menschen wichtig ist.
Auch die Erinnerung an die Menschen die die Werke geschaffen hat, ist nur wichtig so lange es Menschen gibt, die sich erinnern.
Während du das getippt hast sind hunderte Menschen gestorben. Davon auch einige sicherlich an Toden, die hätten verhindert werden können. Du würdest das Leben eines der Abertausenden, die jeden Tag sterben, retten und dafür das gesamtkulturelle Erbe der Menschheit aufgeben? Ich kann diese Einstellung ehrlich gesagt nicht mal ernst nehmen.
Ich denke mal das die Vorväter der Demokratie bereit gewesen wären ganz Athen zu opfern, damit die Bürger und die Demokratie überlebt. Wichtig sind nicht die Bauwerke. Wichtig sind die Botschaften und die Lehren. Deswegen wiegt der verlust von Büchern auch 1000 mal schwerer wie der Verlust eines jeden gebäudes.
Doch Wissen kann man wieder erlangen solange es Menschen gibt, die sich daran erinnern. Menschen leben sind verloren. Für immer!
Dann machen wir aber gleich Nägel mit Köpfen und verhindern die Entstehung des Homo Sapiens. Vielleicht machen es ja die Hunde, die Kraken oder die Vögel besser.