Nein. Mir geht es nicht um die Existenz oder Nichtexistenz von White Privilege, sondern um die Formulierung der Aussage.
Der erste Satz beschreibt eine Beobachtung bzgl. einer Gruppe. Der zweite Satz ist eine Generalisierung. Meine Kritik ist rein semantisch.
Was die USA angeht, kann ich nicht beurteilen, ob es WP gibt, ich kann es mir aber vorstellen. In Deutschland gibt es kein strukturelles WP. Wenn Rassisten in strategischen Positionen sind, können sie rassistische Strukturen etablieren, das ist dann aber persönliches Versagen und sollte beseitigt werden.
Was Tesfu natürlich nicht davon abhält, in Deutschland die Nachwirkungen der Sklaverei zu bekämpfen, die es in den USA gab, und sich dafür mit den Nachkommen „nichtweißer“ Sklavenhalter und -händler, also muslimischen Arabern, gegen die Nachkommen von Leuten zu solidarisieren, die nie in vergleichbarem Maße schwarze Sklaven gehalten haben. Und dies wiederum, während mit den Juden die Gruppe, die am meisten unter den Deutschen zu leiden hatte, kaum noch mit Klagen an die Öffentlichkeit treten kann, ohne wahlweise mit „Es muss doch mal Schluss sein“ abgewiesen oder gleich via „Israelkritik“ als Tätervolk diffamiert zu werden, das sich selbst zuzuschreiben habe, was passiere.
Und jetzt stellen wir uns vor, es würden Juden durch die USA tingeln, um alle Amerikaner des Nazismus schuldig zu sprechen und nebenher die Ghettoisierung Schwarzer mit den Worten zu kommentieren, das sei nun einmal die unschöne, aber traurige Konsequenz der (angeblichen) Tatsache, dass Schwarze, wenn sie zu viel Freiheit hätten, immer wieder mit unerhört grausamen Verbrechen auffielen. Das wäre komplett irrsinnig und bösartig. In Deutschland bezahlt man dafür Rundfunkbeiträge.